17.01.2013

Babys

Gestern habe ich endlich den Film anschauen können, den ich schon vor ein paar Wochen aufgenommen habe. Vielleicht kennt Ihr den Film bereits? Er heißt: Babys von Thomas Balmès.

Der Film ist "ein sprachlos-subtiler Kommentar zum Stand unserer Globalisierung". Vier Babys aus vier völlig unterschiedlichen Kulturen werden im ersten Lebensjahr auf ihren Weg von der Geburt bis zu ihren ersten selbstständigen Schritten begleitet. Die Darsteller sind: Mari aus Japan, Bayar aus der Mongolei, Hattie aus San Francisco und Ponijao aus Namibia in Afrika. Hier der offizielle Trailer zum Film.


Obwohl mich die süßen Babys oft zum Lachen gebracht haben, war ich nach dem Film einfach nur paff. Wie viele Tage ich mich bereits mit Fragen über das Stillen, Wickeln, Pflegen oder Füttern meiner Tochter gequält habe, und da sehe ich Mütter, für die diese Sachen gar kein Thema sind. 

Denn in Namibia oder in der Einöde der Mongolei gibt es weder Stillkissen, weder Windeln, noch Schnuller. Dass die Babys, die dort auf die Welt kommen sowieso gestillt werden, muss ich gar nicht erst betonen. Der kleine Ponijao aus Namibia hat ganz andere Spielsachen, als wir sie kennen. Er spielt mit Steinen, mit dem Sand, mit alten Knochen, mit den Haaren oder den Halsketten seiner Mutter oder mit anderen Kindern. Und er lernt sich irrsinnig schnell anzupassen. Bayar aus der Mongolei, der unter ähnlichen nomadischen Verhältnissen aufwächst, wie Ponijao, wird gleich nach seiner Geburt, in raue Decken fest eingepuckt, samt Bruder, Papa und Mama auf der Rückbank eines krachenden Motorrads in die Pampa der Mongolei zu einer Jurta nachhause gebracht. Wie diese Mütter ganz ohne Windeln zurechtkommen, ist für mich ein Rätsel und sie haben meine volle Bewunderung.

Ähnlich wie die Mädchen aus San Francisco und aus Japan, leben auch wir in einer hoch industrialisierten Welt. Supermarkt, Handy, Laptop, Fernseher und noch vieles mehr sind für uns schon normal. Da ich auch nichts anderes kenne, könnte ich mir auch nicht vorstellen, in der Einöde oder in einem Busch zu leben. Aber mache ich mir nicht eindeutig zu viele Gedanken darüber, ob mein Kind alles hat? Mache ich mir nicht zu viele Gedanken über das Zufüttern und Stillen? Mache ich mir nicht unnötige Sorgen darüber, ob es sich verkühlt?

Jedem, der sich mit ähnlichen oder denselben Fragen quält, wie ich, ist dieser Film eine Befreiung. Ihr müsst ihn unbedingt mal gesehen haben!

P.S.: Ja, ich habe das Cover meines Blogs etwas geändert. Das alte war zu "süß", das vorherige zu rosa. Wollte was ganz schlichtes, hoffentlich ist es mir gelungen.

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