07.03.2013

Non-Stop-Liebe


Es gibt die Schübe, das Zahnen, das Fremdeln, diverse durch Viren und Bakterien verursachte Krankheiten, die "Ich-bin-Müde" und "Ich-habe-Hunger" Zustände, welche mein Kind dazu veranlassen, keinen Millimeter von meiner Seite zu weichen und dann gibt es auch die, die ich einfach nirgendwo zuordnen kann. Nicht, dass ich unbedingt klare Vorstellungen brauche um ihr Verhalten in die richtige Schublade stecken zu können, aber wenn ich nur für einen Moment in ihre Seele und ihren Kopf blicken könnte, um sie zu verstehen, würde ich mir wahrscheinlich leichter tun. Es wäre für uns beide leichter.

Wahrscheinlich ist das für viele von Euch bekannt, dieses Non-Stop-Verlangen nach Liebe. Und natürlich möchte man dieser Forderung, so gut wie möglich gerecht werden. Man nimmt es in den Arm, liebkost es, beruhigt es, gibt Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit, so oft wie möglich. Non-Stop geht es allerdings kaum.

Doch habe ich meine Zweifel ob das langfristig der richtige Weg ist. Ich frage mich, wann diese Non-Stop-Liebe schon einer "Erdrückung" gleicht? Beiderseitig? Das Gegenteil von Erdrücken, die große Kunst einen anderen Menschen wirklich zu lieben, ist ihn loslassen zu können und ihm zu helfen, sich selbst zu entfalten. Dabei aber doch das Gefühl zu geben, immer für ihn da zu sein. Oder etwa nicht? Oder kann das wirklich sein, dass sie gerade das zu überwinden versucht? Mich loszulassen?

Was meint Ihr dazu? Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Ich hoffe, ihr Non-Stop-Verlangen hat bald ein Ende. Es ist für uns beide nicht gut. Zum Glück hat sich der Winter endlich verabschiedet und wir können draußen viel mehr unternehmen. Vielleicht kommen wir so beide auf andere Gedanken.

Kommentare:

  1. Mir ist es ganz wichtig, dass meine Kleine lernt, ohne Mama zu sein - und sei es nur für zwei Stunden. Ich gehe deshalb min. ein mal pro Woche raus und überlasse sie meinem Mann oder der Grossmutter. Wenn sie älter ist, will ich schliesslich auch wieder arbeiten gehen... Zudem glaube ich ganz fest, dass eine gewisse Selbständigkeit für die Kleinen sehr befriedigend sein kann.

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    1. Ja, das denke ich auch, schließlich geht es bei Montessori im großen und ganzen darum, den Kindern Selbstständigkeit bei zu bringen. Leider wohnt unsere Familie nicht in der Nähe und das ist oft ein Riesen Nachteil. Wenn Kinder in ein Alter kommen, wo sie sich ihrer Person bewusster und wirklich selbstständiger werden, ihre Gedanken bewusster erleben, dann wird auch das Loslassen eine neue Herausforderung. Zumindest gilt das für Julia. :/

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  2. Genieße diese Non-Stop Liebe - es kommt die Zeit (viel zu schnell) wo wir Mamas nicht mehr ihr Mittelpunkt sind. Ich habe mich auch oft gefragt wie viel Liebe richtig ist - aber kann man zu viel Liebe in die Welt verteilen oder bekommen? Ich bekomme oft das Feedback, das mein Sohn ein so herzliches Kind ist und ich bin stolz darauf, den das kann man nicht erziehen. Seit er in den Kindergarten geht und selbständiger geworden ist ist auch die non-stop-liebe weniger geworden :-).

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    1. Ich weiß, ich weiß. Ja, lieben und geliebt zu werden ist was ganz schönes, kostbares, würde sie mich nur nicht manchmal mit ihrer Liebe ersticken ;)
      LG,
      Anna

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  3. Hast du denn wirklich das Gefühl, dass es zuviel ist? Ich würde ja eigentlich sagen, dass du ihr in dem Alter noch so viel Liebe geben solltest, wie sie braucht, aber wenn du in deinem Herzen das Gefühl hast, dass es ihr eher helfen würde, wenn du ihr Selbständigkeit vermittelst, dann ist das sicher richtig. Eigentlich weißt du doch selbst was am besten für euch ist, oder? Die Meinungen anderer können bestimmt helfen und Denkanstöße geben, aber du bist die Mama und kennst dein Kind wie niemand anders. Du wirst das schon richtig machen, auch wenn es Tage gibt, an denen du an dir zweifelst.

    Dicke Umarmung!
    Isa

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    1. Es ging viel mehr darum, dass sie sich 20 Stunden am Tag an mir festgeklammert hat. Ohne Pause. Wenn ich sie mal kurz loslassen wollte um etwas zu essen oder um zu duschen, fing sie sofort an bitterlich zu weinen. Auch in der Nacht ging das so weiter. Nicht einmal der Papa war gut genug für sie. Das ganze dauerte 2 Wochen, nun ist der Spuk endlich vorbei. Das waren 2 ganz harte Wochen, sage ich Dir. Ob das ein Schub war oder die Zähne, oder etwa das Abstillen das eigentlich schon vor mehreren Wochen stattgefunden hat, weiß ich nicht. Bleibt mir ein Rätsel.

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    2. Wow, das hört sich wirklich extrem an... ich gebe zu, dass wir das hier so noch nie erlebt haben. Mein Sohn ist natürlich auch anhänglicher, wenn ihm was fehlt, aber nicht in diesem Maße. Da kann ich natürlich gut verstehen, dass es dir zuviel war. Andererseits ist es ja auch toll so sehr gebraucht zu werden. :)

      Lg

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  4. Diese Zeit kommt mir allzu bekannt vor! Man schafft es kaum etwas in Ruhe zu Essen oder etwas zu Erledigen und das zehrt an den Nerven, oder? Momentan ist es hier genauso, mit dem Unterschied das unser kleines Mädchen nun erst drei Monate ist und der Grund wochenlang Erkältung und letztendlich eine Bronchitis war. Halte durch, auch wenn es schwer fällt. Bei euch steht wohl gerade ein Entwicklungsschub an und da braucht sie eben viel Liebe und Nähe, davon kann man nie zu viel geben, denn das stärkt eure Bindung und ehe du dich versiehst ist diese Phase vorbei und das kleine Mädchen wird wieder ein Stück selbständiger sein. ;-)

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