10.10.2014

Spielidee der Woche: Das Anlaut-Spiel


Sie spricht immer öfters über Buchstaben und fordert uns auf, diese laut zu "sagen", egal, wo wir uns auch gerade befinden. Wenn sie ihre Buntstifte ausräumt, verkündet sie heiter, dass sie jetzt ein Bild "schreiben" wird. Seit Wochen beobachte ich bei ihr dieses Interesse und freue mich umso mehr, dass sie nächstes Jahr das Kinderhaus besuchen wird.

Es gibt ein nettes Anlaut-Spiel für so junge und bereits an Buchstaben interessierte Kinder, das man praktisch überall spielen kann. Das Spiel ist einfach und hilft den Kindern, die Laute in einem Wort bewusster wahrzunehmen.

Als ich ihr das Spiel zum ersten mal zeigte, bereitete ich nur drei, ihr bereits bekannte Gegenstände in einem Korb vor: ein Schneckenhaus, eine Bürste und eine Feder. Ich wählte bewusst solche Objekte, bei denen die Anlaute unterschiedliche Klänge hatten, also "sch", "f" und "b". Ähnlich klingende, wie zum Beispiel "b" und "p" oder "d" und "t" versuchte ich zu vermeiden.

Wir nahmen uns einen kleinen Teppich, stellten den Korb darauf und machten es uns auf dem Boden bequem. Dann begann ich das Spiel: Ich suche etwas, das beginnt mit "sch". Ich lies ihr Zeit meine Worte zu verstehen und wollte schon fortsetzen "Schneckenhaus, das habe ich gesucht" als sie zum Korb griff und mir das Schneckenhaus entgegenstreckte. Ich war sehr überrascht, wie schnell sie den Dreh heraus hatte und setzte gespannt fort: Ich suche etwas, das beginnt mit "b". Sie überlegte wieder, nahm dann die Bürste und reichte sie mir.  Und so auch die Feder beim "f". 


Das Spiel gefiel ihr so gut, dass sie mich am nächsten Tag bat, es erneut zu spielen. Doch sie verstand das Spiel so schnell dass ich diesmal sechs ihrer Schleich-Figuren aussuchte und sie in eine Schale legte. Sie stellte diese auf und schaute mich erwartungsvoll an. Also begann ich: Ich suche ein Tier, das beginnt mit "sch" und genau wie am Tag vorher, fand sie ganz schnell heraus, welches Wort damit gemeint war. Außer beim Hund und dem Pony erkannte sie jeden anderen Anlaut ziemlich schnell. Ich hätte, um ehrlich zu sein, gar nie gedacht, dass so ein einfaches Spiel ihr so viel Freude bereiten würde und dass sie Anlaute von Worten so bewusst und geschickt wahrnehmen kann.


Stufe 1
Wenige, maximal 3 Gegenstände aussuchen die das Kind bereits gut kennt und die unterschiedlich klingende Anlaute haben, wie zum Beispiel einen Apfel, eine Birne und eine Orange. Wenn das Kind zu Beginn des Spieles Schwierigkeiten hat die Anlaute den Objekten zuzuordnen, ist es vielleicht besser, nur mit einem Objekt anzufangen und die Anzahl langsam zu erhöhen.

Stufe 2
Wenn das Kind mit nur drei Objekten nicht mehr so konzentriert mitmacht, kann die Anzahl der Gegenstände erhöht werden. Ich  nahm die Schleich-Figuren, da diese hier sehr beliebt sind, es könnten aber auch diverse andere Dinge aus dem Alltag des Kindes mit unterschiedlich klingenden Anlauten sein.

Stufe 3
Die Herausforderung beim Zuordnen der Anlaute zu den Objekten kann mit der Zeit (Wochen oder sogar Monate später!) gesteigert werden. Dabei können Kinder nicht nur aus einem Korb, sondern im Raum nach mehreren Gegenständen mit denselben Anlauten suchen: Ich suche viele Dinge, die beginnen mit "e".

Stufe 4
Eine Fokussierung auf die Endung eines Wortes kann den Spaßfaktor erneut erhöhen. Drei oder vier Gegenstände mit demselben Anlaut aber völlig unterschiedlichen Endungen, wie etwa Schnecke, Schwamm und Schlüssel in einem Korb bereit stellen und losstarten: Ich suche etwas, das endet mit ...

Kommentare:

  1. was für eine geniale Idee - und so einfach!
    Das muss ich unbedingt mal probieren.
    Danke für den Tipp!

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  2. Super Idee! Auch für Erstklässler mit Anlaut-Tabelle.

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  3. zu dem Schatttenspiel: Es gibt Sonnenpapier. Man legt den Gegenstand auf das Papier, legt das Ganze in die Sonne und nach ein paar Stunden ist das Papier um den Gegenstand herum hell geworden. Und der "Schatten" natürlich nicht.

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  4. Das Anlautspiel werden wir in den kommenden Tagen auch mal testen, ich finde das eine super Sache, gerade weil es wieder so ungezwungen spielerisch, und der Lerneffekt so groß ist. Danke :-)

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