28.06.2015

Bildschirmfrei! - Montessori Aktivitäten für zu Hause


Obwohl wir einen Fernseher im Wohnzimmer stehen haben, schalten wir ihn tagsüber nie ein. Er ist nicht Teil unseres Familienalltags und ebensowenig vermissen wir ihn. Auch Julia fragt nicht danach, auch "spielt" sie nie auf unserem Tablet und wir bemühen uns, dass es noch lange Zeit so bleibt. Sie findet für sich immer eine Beschäftigung und hin und wieder, wenn es gerade passt, biete auch ich ihr etwas neues an. Mal ein Experiment, mal einige neue Karten zum Auslegen oder Aktivitäten in der Natur.

Schon seit Wochen plane ich diese Serie über Montessori Aktivitäten für zu Hause zu starten um einige Ideen anzubieten, was Kinder ohne den Fernseher und Tablet tun können. Aktivitäten, die ihnen erlauben, die Welt mit all ihren Sinnen, besonders aber mit ihren Händen zu entdecken. Auch wenn einige Familien trotzdem nicht so gern auf den Fernseher verzichten möchten, so hoffe ich, mit dieser Serie für einige bildschirmfreie und erlebnisreiche Stunden sorgen zu können.

Das Heiß-Kalt-Experiment

Dieses Experiment habe ich ihr bereits vor über einem Jahr gezeigt, ich denke aber, dass sie sich nur vage daran erinnerte. Diesmal habe ich es aber, ihren Interessen und Wissen angepasst, ein wenig ergänzt. Ich nahm dazu auch diesmal 2 gleichgroße Wannen, eine mit eiskaltem Wasser und Eiswürfeln gefüllt, die andere mit sehr warmen Wasser, so dass sie gerade noch ihre Hände hineintauchen konnte und stellte diese für sie im Badezimmer bereit.


Als sie entdeckte, dass die beiden Wannen unterschiedlich temperiertes Wasser beinhalteten, lachte sie laut auf. Dann kam die eine Hand in die eine, die andere in die andere Wanne um den Unterschied gleichzeitig zu fühlen.


Dann goss sie mit einem kleinen Glaskrug heißes Wasser ins Kalte und legte sogar ihre Hand unter den Wasserstrahl um zu spüren, wie es ist, wenn kalt und heiß sich treffen.


Diesmal stellte ich ihr auch eine 5 Minuten-Sanduhr bereit und wir warteten gemeinsam einige (lange) Minuten ab um zu erforschen, was mit dem unterschiedlich temperierten Wasser in dieser Zeit passieren wird.


Aber auch nach diesen wenigen Minuten merkte sie den Unterschied: heißes Wasser wurde etwas kühler und das kalte Wasser etwas wärmer. Zum Schluss schüttete sie das Wasser nach Lust und Laune von einer in die andere Wanne und mischte mit gezielter Arbeit die beiden Wanneninhalte auf Zimmertemperatur.

Ich liebe dieses Experiment und ich kenne kaum Kleinkinder, die nicht gerne das Wasser erkunden. Diese Aktivität ermöglicht bereits ganz jungen Kindern die Eigenschaften des Wassers zu erforschen, Temperaturunterschiede zu erfühlen und ein Bewusstsein für die Zeit zu bekommen. Und das auf eine so einfache Art und Weise.

Kommentare:

  1. Hi! Woher bekommst du deine Ideen für die Experimente? Kennst du vlt sogar ein Buch, das du empfehlen könntest?
    Wir haben seit vielen Jahren keinen Fernseher. Unsere Kinder sind so aufgewachsen und ihr Interesse daran ist sehr gering. Mit dem Tablet ist es da schon schwieriger. Wir spielen zwar nicht damit, aber lesen eben sehr viel damit. Vom Kochrezept bis zum Zeitungsartikel. Oder wenn man eben einfach eine Wissenslücke füllen möchte. Das hat der Große schon mitbekommen und fragt dann auch gelegentlich wenn er etwas wissen/sehen will nach dem Gerät. Vorhin wollte er zum Beispiel gern wissen wo der Reis herkommt. Da habe ich ihm dann eben Reisfelder gezeigt. Ich bin immer ziemlich unsicher ob das "richtig" ist, dass er schon so früh mit diesem Medium arbeitet. Aber es ist eben auch praktisch, da man ja nicht zu jeder Frage ein passendes Buch zur Veranschaulichung hat.
    Ich bin definitiv schon sehr gespannt auf die Serie und kann es kaum erwarten wieder etwas Neues zu lesen :)
    Liebe Grüße

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  2. Das inspiriert mich wieder sehr! Ich habe bei dir schon viele tolle Ideen gesehen und freue mich, dass du das alles teilst. Vielen lieben Dank!

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  3. Schade dass unsere Tochter schon 12 ist. Du hast so tolle Ideen.

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  4. Kinder lieben ja Wasser - in jeglicher Form:-)
    Ich habe unseren an Regentagen eine große Waschschüssel gefüllt mit Wasser und ein bißchen Spüli auf den Badezimmerfußboden gestellt. Dann gab es einen Strohhalm für jeden. Den Strohhalm in die Schüssel und Pusten- Wir nannten das immer Blubberblasen machen- und die Kinder konnten es wirklich stundenlang mit Begeiseterung machen. Natürlich waren sie und der Fußboden hinterher nass- aber es ist ja nur Wasser.
    LG

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  5. Hallo,

    wir haben ähnlich wie ihr den Fernseher ziemlich aus dem Leben verbannt - der Beamer, der bei uns den klassischen Fernseher ersetzt hängt an der Decke, die Leinwand ist eingerollt - das Wohnzimmer ist also nicht verschandelt dadurch, die Couch auch nicht auf die Leinwand ausgerichtet. Minilama kennt also den Fernseher gar nicht, sieht sich aber schonmal Bilder auf den Tablet an und eine halbe Folge der alten Biene Maja - es ist daher nicht total fixiert auf die Medien, kennt sie und nimmt sie wahr als ein Angebot neben anderen. Das finde ich gut, ähnlich halte ich es z.B. mit Süßigkeiten. Es ist immer was da, das Kind darf gern mal was naschen - daher gibt es im Laden kein Geschrei und auch wenn wir andere besuchen keine ungehemmte Süßkramgelage mit Zuckerschock.

    Danke für die Wasserspieletips. Ich finde die Ideen immer super, leider ist Minilama noch zu ungestüm mit Wasser und verteilt es in kürzester Zeit überall. Daher sind Wasserspiele im Moment noch auf das Schwimmbad beschränkt, dafür aber sehr ausgiebig.

    Grüße,
    Lamasus

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