Wochen lang war es hier im Blog ruhig. Ich brauchte Zeit um mich wieder ein wenig zu fangen. Denn vor 4 Wochen musste ich von meinem größten Vorbild, das mir das Leben schenkte, zu früh und für immer Abschied nehmen. Von meiner Mama. An jenem Abend stand für mich die Welt plötzlich still. Meine Freunde, meine kleine Familie und meine beiden Geschwister geben mir viel Kraft, aber auch lange Spaziergänge in dieser wunderschönen Jahreszeit tun mir zurzeit besonders gut.


Julia spricht oft über ihre Oma, erzählt über all ihre Erinnerungen an sie, singt Lieder, die ihr meine Mama beigebracht hat und bedauert, nie wieder ihre köstliche Gemüsesuppe essen zu können. Neulich, als sie mir aus Wut weh tat und ich sie dennoch trösten wollte, brach sie in Tränen aus und hörte nicht auf, sich bei mir zu entschuldigen. Ich versuchte sie zu beruhigen, dass ich ja gar nicht wütend bin, dass ich sie halte und liebe, egal was sie tut, aber sie wiederholte schluchzend "Schuldigung!". Sie sagte, sie will nicht, dass ich nun sterbe, weil sie mir wehgetan hat. Ich spürte ihren Schmerz und es zerbrach mir das Herz. Ich nahm sie in meinen Arm und hielt sie so lange fest, bis sie einschlief. Ich musste der Tatsache ins Auge sehen, dass mein bald 4 Jahre altes Kind nicht nur trauert, sondern auch sehr wohl versteht, was Sterben und Verlust bedeutet.


Die Arbeit lässt mich von meiner Trauer ein wenig aufatmen - auch wenn ich mich manchmal innerlich gegen eine Ablenkung wehre. In den letzen 4 Wochen hielt ich zusätzlich zu meinem Job zwei Vorträge für Eltern über Montessori für zu Hause. Einmal in der Grashalm Kleinkindergruppe im Rahmen unserer Montessori Eltern-Kind-Gruppen, und auch in einem Kinderhaus mitten in der Stadt. Diese Abende waren für mich eine tolle Erfahrung und ich konnte ganz wunderbare Menschen kennenlernen.


Die Adventzeit steht schon vor der Tür und wie in den letzen 2 Jahren, bastele ich auch diesmal einen "Zeit-Für-Dich-Adventskalender" für meine kleine Familie. Statt Schokolade oder Spielsachen stecke ich kleine Hinweise in die Tüten, was wir an diesem Tag gemeinsam machen werden. Auf dem Plan stehen vorwiegend solche Programme, die Julia besonders mag. So bekommt sie dann an einem Tag 8 Bücher vorgelesen, an einam anderen basteln wir gemeinsam Kerzen, backen Kekse, besuchen das Haus des Meeres hier in Wien oder machen einen ausgiebigen Waldspaziergang. Ich liebe es, solche Geschenke auszudenken und kann es kaum erwarten, Euch den fertigen Kalender und die Tütcheninhalte zu zeigen!

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