DIY
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Wie bereits die Jahre zuvor, machten wir für unsere Freunde und Verwandten auch dieses mal kleine, selbstgemachte Präsente zu Weihnachten die wir gedörrt, geknetet und genäht haben.

Die klassischen Christbaumanhänger aus ofenhärtendem Ton* sehen nicht nur auf dem Christbaum oder auf den Tannenzweigen in der Vase wunderschön aus, diese verzieren bei uns oft auch Geschenkeverpackungen - und ich finde, selbstgemacht mit filigranen, hübschen Mustern sind sie sogar selbst kleine Gaben. Aus mehrfarbigem Ton gemusterte Anhänger anzufertigen, braucht allerdings eine bestimmte Technik, so nutzte ich die Gelegenheit, Julia diese zu zeigen. 


Zunächst rollten wir den Ton mit einer Teigrolle aus, dann zeigte ich Julia, wie sie einfache, aber filigrane Muster legen und diese anschließend noch einmal mit einer Teigrolle in den weißen Ton einarbeiten kann. Erst danach wurden die Sterne und Herzen mit den Kecksausstechern aus dem Ton gestanzt.


Sie knetete und stanzte den ganzen Nachmittag, bis kein Stück Ton mehr übrig war. Dafür entstanden 22 weihnachtliche, selbstgemachte Anhänger mit Tannenzweigmotiven, als Herzen, mit Zuckerstangemotiven und manche sogar mit Marmor- und Zahlenmuster. 


Julia wollte ihre Großcousine (die ebenfalls in Wien lebt) mit einer Packung Tee überraschen und obwohl sie ja eigentlich Taschengeld bekommt, schlug ich ihr vor, Tee selbst herzustellen und ließ mich dabei von der lieben Daniela von der Kleinen Botin (Link zu ihrem Instapost) inspirieren.

Ich empfahl Julia, Hagebuttentee zu machen, denn diese sind voll mit Vitamin C (perfekt in dieser Jahreszeit!), außerdem sind im Park neben unserem Haus jede Menge Wildrosensträuche, die alle bis zum Rand voller Früchte sind. Also machten wir einen Spaziergang und sammelten 2 Handvoll, rot leuchtende Hagebutten. 


Zuhause entfernten wir die überflüssigen Stängel und trockenen Kelchblätter, wuschen die Hagebutten und hackten die Früchte etwas kleiner. Dann kamen die kleingehackten Hagebutten bei 40°C (Umluft) für etwa 6-7 Stunden in den Backofen (Backofentür einen Spalt offen lassen), anschließend in ein kleines Vorratsglas.


Zum Hagebuttentee schrieb Julia auch noch eine Anleitung: 2 Esslöffel Hagebutten über Nacht im Wasser ziehen lassen, am nächsten Tag den Sud aufkochen, dann noch weitere 3 Minuten ziehen lassen. Danach absieben und genießen. Die abgesiebten Früchte erneut im Wasser über Nacht ziehen lassen und am nächsten Tag erneut aufkochen. Der Geschmack und das Aroma nehmen so von Tag-zu-Tag zu!


Die Kinder in Julias Montessori-Schule veranstalteten einen Weihnachtsbasar, um mit dem Geld, das sie dabei sammeln konnten, ein Klassenhaustier zu besorgen. Natürlich wollte auch Julia beitragen, also zeigte ich ihr, wie sie an der Nähmaschine fröhlich bunte Herz-Anhänger aus unserem Stoff-Vorrat selbst nähen konnte.

Solche Herzen-Anhänger zu nähen ist wirklich unkompliziert und im übrigen auch ohne Nähmaschine, nur mit der Hand möglich. Zunächst fertigte ich für Julia eine simple Herz-Vorlage aus Karton an. Hier findet ihr auch eine kostenlose Vorlage, falls euch das lieber ist. Dann zeigte ich ihr, wie sie mithilfe dieser Schablone, Herzen aus den Stoffen schneiden konnte ohne dabei allzu viel Stoff zu verschwenden.


Die Stoff-Herzen wurden auf der Linken Seite übereinander gelegt und dazwischen umgekehrt eine Schnur geklemmt. Anschließend nähte Julia die Herzen zusammen und ließ dabei jedes mal eine 2 cm große Öffnung, damit sie die Herzen zum Schluss auch umstülpen konnte.


Dann stopfte sie die Herzen mit Watte aus und nähte mit der Hand die kleine Öffnung wieder zu. Ich zeigte ihr auch, wie sie ein Kreuzmuster mit Stickgarn in die Herzen-Anhänger sticken konnte, damit diese noch feiner aussehen. 


Schulkindern, die unglaublich gerne an der Nähmaschine arbeiten, jedoch noch nicht so viel Übung darin hatten, zeigten wir, wie sie mithilfe der Nähmaschine kleine, hübsche Notizbüchlein für ihren Weihnachtsbasar binden konnten. (In Julias Schule ist für die Kinder eine Näh-Ecke mit Nähmaschine und Zubehör eingerichtet.)

Dazu besorgten wir einige geschmackvolle Papierbögen mit niedlichen Prints und Mamormustern (wie diese* oder wie diese hier*) und natürlich auch liniertes Papier, welches wir sehr genau übereinander legten, in der Mitte leicht falteten und dann entlang der Faltlinie mit einfachen Stichen mit der Nähmaschine zusammennähten. Binnen weniger Minuten hatten wir bereits 3-4 selbstgemachte Notizbüchlein. Um diese noch schöner zu machen, rundeten wir zusätzlich die Ecken mit dem Eckschneider* ab.

Weitere DIY (Last-Minute) Geschenkideen mit Kindern findet ihr übrigens jetzt auch im Shop als Themenmonat für Dezember. Oder eben in älteren Blogbeiträgen:

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Wir suchten nach einer Idee für eine einfache und gleichzeitig hübsche Dekoration für den Esstisch zu Ostern und beschlossen, einige bunte Eier aus Wolle selbst zu filzen.

Ich liebe es zu filzen! Egal ob die nasse oder trockene Variante, es ist so eine wunderbare Handarbeit! Auch Julia liebt es zu filzen und kreiert dabei nicht nur ihre eigenen Ideen, sie versinkt dabei auch völlig in ihrer Arbeit. Diesmal filzten wir mit Filznadeln auf Styropor und zu unserer Überraschung waren die gefilzten Eier viel schneller fertig, als wir zuerst angenommen hatten.


Das war übrigens alles, was wir zum Trockenfilzen brauchten: bunte Filzwolle* (auch Märchenwolle genannt), mehrere Filznadeln* (denn beim regen Gebrauch können sie hin und wieder auch abbrechen),  Styroporeier mit einer Höhe von 6 cm und einem Durchmesser von 4 cm* und eine Schere.


Etwas Filzwolle dünn auf ein Styroporei verteilen, mit der Filznadel einige male hineinstechen, schon haftet die Wolle an dem Ei. Je öfters in das mit Wolle umwickelte Ei mit der Nadel hineingestochen wird, umso besser haftet die Wolle und umso gleichmäßiger wird damit das Ei bedeckt.


Auch die Motive filzten wir so mit der Filznadel auf die bunten Eier. Dazu nahmen wir nur ganz wenig Wolle, zwirbelten sie oder rollten sie schneckenhausförmig auf und arbeiteten sie so mit der Nadel auf die Eier. Ich versuchte mich auch an einigen Filzeiern, aber die meisten dieser Eier und Motive sind von Julia.


Ich nutzte die Gelegenheit und erzählte ihr, dass  Filzen eine der ältesten Techniken der Textilherstellung ist und wie schön es ist, dass das Filzen einmal Menschen erfunden haben, weil wir Filz bis heute für alles mögliche verwenden können. Für Kleidung, für Aufbewahrung, als Dichtung, bei Musikinstrumenten, als Möbeleinlagen, als Poliertücher ... oder eben, um unseren Esstisch für Ostern hübscher zu gestalten. 

Weitere schöne Ideen zum Filzen findet ihr übrigens auch hier:


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Pinsel in die Leimdose tunken, den Leim mit dem Pinsel auf einem Stück Papier verteilen, eine bunte Papierform daraufkleben und dann die ganze Prozedur von neuem beginnen. Das fasziniert Jakob zurzeit sehr. Er klebt oft lange Minuten ganz still und konzentriert, bis alles Papier verbraucht ist.

Auch in der Montessori Kleinkindgruppe, wo ich tätig war, gehörte das Kleben mit dem Klebekasten zu den beliebtesten Arbeiten der Kinder. Es ging dabei aber weniger darum, bunte Collagen zu gestalten, sondern um den Prozess des Klebens selbst.


Seine Klebebox ist sehr simpel und selbstgemacht. Ich nahm dazu ein einfaches Christbaumschmuck-Kästchen aus Holz, in dem unsere Strohsterne waren (ähnlich wie diese* oder diese hier*), und schnitt mit dem Stanleymesser hier und da das weiche Holz etwas kürzer. Damit auch die Pinsel in der Box einen Platz bekommen, klebte ich mit Holzleim ein Stück vom Holz wieder an, so dass eine neue Abtrennung entstand.


Die Kreise, Quadrate und Dreiecke schnitt ich aus buntem Papier aus, aber ihr könnt auch gerne diese hier zum Ausdrucken herunterladen. Wichtig war mir, dass der Pinsel zum Klebstoffauftragen nicht zu lang, dafür aber eher dünn ist. So kann Jakob diesen gut in seiner kleinen Hand halten und damit den Leim auftragen. Auch das kleine Glas für den Leim ist recycelt und dort, wo früher Marmelade drinnen war, ist nun ungiftiger und selbstgemachter Klebstoff.


Ich habe schon einige Klebstoff-Rezepte ausprobiert, die auch alle recht gut funktionierten, aber ich suchte diesmal nach einem ohne Zugabe von Zucker und fand hier eine tolle Anleitung. Das Rezept ist denkbar einfach:

  • 125 g Speisestärke (oder Maisstärke)
  • 1 Esslöffel Essig (keine Essigessenz!)
  • 1 Teelöffel Salz
  • und 500 ml kochendes Wasser

Ich bin schwer begeistert von diesem Rezept! Der Klebstoff klebt einwandfrei Papier, tröpfelt aber nicht beim Auftragen, ist dazu auch noch ungiftig und vor allem wasserlöslich. Das schont nicht nur die Pinsel und den kleinen Tisch, sondern auch die Kleidung. Wir haben eine größere Menge Bastelkleber gemischt und in ein Einmachglas gefüllt, welches wir nun auf einem der oberen Küchenregale ungekühlt lagern.


Der Klebekasten ist wirklich schnell gemacht und auch der Leim war blitzschnell zubereitet. Für diejenigen von Euch, die so einen Klebekasten doch lieber kaufen möchten, kann ich diesen und diesen, aber auch diesen hier wärmstens empfehlen.


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Geschenke zu Weihnachten für Freunde und für Verwandte selbst zu machen, ist bei uns fast schon Tradition. Wir kaufen auch gerne Geschenke, aber selbstgemacht kann auch mit wenig Zeitaufwand verbunden sein und ist dafür etwas ganz Besonderes. Ich weiß, Heiligabend steht praktisch schon vor der Tür, aber falls ihr noch nach Ideen für einfache, selbstgemachte Präsente sucht, hätte ich da zwei simple Anleitungen und ein blitzschnelles Rezept, die auch mit Kindern durchgeführt werden können.

Bunte Windlichter falten


In einem Magazin fand ich diese wunderschönen Windlichter aus Papier und da Julia unglaublich gerne faltet, zeigte ich ihr, wie sie diese Sterne aus Papier ganz einfach selbst falten kann. Für unsere Windlichter verwendeten wir zweifärbiges Origamipapier*, so wurden die Sterne noch außergewöhnlicher. Bei den ersten zwei Versuchen half ich Julia bei den einzelnen Schritten, ihr drittes Windlicht machte sie jedoch schon ganz ohne Hilfe:


Als erstes werden vom Quadrat beide Diagonalen gefaltet, dann das Papier gewendet und auch die Mittellinien gefaltet. So lässt sich das Papier leicht zu einem kleineren Quadrat zusammenklappen (siehe Bild 5 und 6). Dann werden die Ecken an den Seiten bis zur Mittellinie eingeklappt (8-9-10) und die restlichen Spitzen abgeschnitten (11-12). Die vier eingefalteten Laschen werden dann jeweils ausgeklappt und an ihren Kanten wieder reingefaltet. So entstehen 8 kleine Laschen (16).


Die Ecken der Laschen werden nun auch bis zur Mittellinie gefaltet (17-19), dann aber das ganze Papier wieder vorsichtig aufgemacht. Die Spitzen des 8-Ecks entlang der Faltlinien reinfalten (21-23) und das Ganze zu einem Deltoid zusammenklappen (24). Die oberen Spitzen runterfalten (25-26), dann noch die untere Spitze etwas hochfalten (27) und dann das Windlicht vorsichtig aufmachen. Den Boden noch etwas mit den Fingern zu einer Schale formen (29) und fertig. Diese bunten Windlichter sind für Schulkinder eine wunderbare Handarbeit und nicht nur als kleine Präsente schön, sondern auch auf dem Esstisch ein wahrer Hingucker.


Perlensterne zum selber fädeln verschenken


In einem meiner Lieblingsläden fand ich eine sehr schöne Idee: Perlensterne als Christbaumanhänger fädeln. Wir verwendeten Schmuckdraht* zum Fädeln, damit die Sterne mehr Halt bekommen, aber genauso gut geht das Fädeln auch mit Nylonfaden* oder mit einer Nadel und etwas festeren Garn.


Für einen Stern brauchten wir 30 Holzperlen und einen etwa 40 cm langen Draht. Zuerst fädelten wir 12 Perlen auf den Draht (siehe Bild 2), dann steckten wir bei der ersten Perle den Draht wieder durch und bekamen so eine Kreisform (3-4).


Dann fädelten wir 2 weitere Perlen auf, ließen bei der Kette eine Perle aus und fädelten den Draht durch die übernächste Perle (5-8). Zum Schluss kamen die "Spitzen" des Sterns, dazu mussten wir den Draht immer durch 3 bestehende Perlen durchstecken, eine neue Perle auffädeln und den Draht wieder durch bereits 3 bestehende Perlen zurückfädeln (9-11).


Allerdings verschenken wir nicht die Perlensterne, sondern die Freude am Fädeln selbst und steckten dafür die 30 Holzperlen und etwas Draht in ein schönes Säckchen und legten eine selbstgemachte Bildanleitung dazu. Wenn ihr Perlen zuhause habt und so einen Stern zum Selbstfädeln verschenken möchtet, könnt ihr unsere Bildanleitung gerne hier herunterladen.


Feste Handsalben selbst machen


Dieses Jahr probierten wir selbstgemachte, feste Handsalben, die wirklich blitzschnell zubereitet werden können. Das Rezept ist denklich einfach. Wir brauchten für 12 Stück: 7 g Bienenwachs, 10 g Kakaobutter (aus dem Reformladen), 20 g raffinierte Sheabutter (z.B. aus der Apotheke), ein TL Traubenkernöl (geht aber auch mit Olivenöl oder Mandelöl) und ein EL getrocknete Lavendel (optional).


Die Zutaten (außer die Lavendel) wogen wir auf der Waage genau ab und ließen sie über Wasserdampf in einer Schüssel schmelzen. Wir nahmen eine einfache Eiswürfelform vom Möbelschweden, streuten etwas getrocknete Lavendel hinein und füllten die Förmchen mit der flüssigen Mischung. Anschließend stellten wir die Form für etwa 30 Minuten in das Tiefkühlfach.

Die kleinen, vorportionierten Handcreme-Stückchen duften herrlich nach Trauben und schmelzen ganz leicht in der Hand. Ich finde, solche selbstgemachte Handcreme Stücke sind nicht nur für Kinder spannend zuzubereiten, sie sind auch, in einer kleinen Dose verpackt, ein sehr feines und auch nützliches Geschenk für die raue Haut während der kalten Jahreszeit.


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Montessori-Materialien müssen nicht unbedingt teuer erworben werden, auch nicht für Kleinkinder und besonders nicht für Zuhause. Manches lässt sich auch aus ganz einfachen Mitteln recht schnell selbst herstellen, wie zum Beispiel diese Box mit einem gehäkelten Ball zum Hineinquetschen in die Box. So simpel und dennoch ein Material, das eine Menge zu bieten hat.


Jakob pickt mit Vorliebe winzige Steine und Krümmel auf, aber ebenso gerne liebt er es, durch Zusammenquetschen und Pressen sich so richtig anzustrengen, um seine eigene Kraft zu spüren. Bei diesem Material kann er seine Kraft nicht nur gezielt einsetzen, sondern auch erleben, dass Dinge auch dann weiterhin existieren, wenn diese außerhalb seiner Sichtweite sind.


Diese schöne Box fand ich beim Möbelschweden und ist eigentlich Teil eines Sets. Mit dem Bastelmesser schnitt ich eine Öffnung in den Deckel, wo der Ball hineingequetscht werden kann. Der Deckel lässt sich zwar ganz einfach auf- und wieder zuklappen, aber Jakob schaffte es nur, die Box zu öffnen und wollte den Ball immer wieder bei offenem Deckel durch das Loch quetschen. Quasi von unten. Das funktionierte aber nicht und er verlor das Interesse.


Daher klebte ich den Deckel zu und schnitt stattdessen noch eine, etwas größere Öffnung in die Seite der Schachtel. So kann er den Ball wieder herausnehmen und seine Arbeit ohne mein Eingreifen beliebig oft wiederholen. So ein kleiner Unterschied kann doch so bedeutend sein!


Falls ihr noch nie einen Ball selbst gehäkelt habt, möchte ich Euch unbedingt ermutigen, es dennoch zu probieren. Auch für mich war dies das erste mal und ich war sehr überrascht, wie schnell und einfach so ein Ball gehäkelt werden kann. Ihr findet im Netz eine Menge Anleitungen dazu. (Achtet aber darauf, dass der Ball einen größeren Durchmesser hat, als das Loch in der Box.)


Aus der kleineren Schachtel machte ich Jakob eine Box mit einem Schlitz im Deckel und besorgte dazu runde Holzscheiben mit 5 cm Durchmesser*. Die sind groß genug, so dass Jakob diese ohne Gefahr auch mit dem Mund erkunden kann.


Für den Anfang stellte ich ihn jedoch nur eine einzige Holzscheibe bereit, damit er nicht gleich überfordert ist.


In der gleichen Abteilung, wo ich auch die Pappschachteln gefunden habe, sah ich diesen Bilderrahmen mit Schiebedeckel aus Plexiglas. Auf dem Deckel montierte ich einen größeren Holzknauf, den Jakob mit seinen Fingern gut ergreifen und den Deckel so aufziehen und zuschieben kann, was für ihn eine spannende Herausforderung ist.


Um zu verhindern, dass der Deckel beim Öffnen jedes Mal gänzlich herausgeschoben wird, klebte ich auf dessen Unterseite kleine Bodengleiter als Stopper. Um die Box noch interessanter zu machen, legte ich auch einige kleine Gegenstände hinein, wie Muscheln und Schneckenhäuser oder kleine Tierfiguren, die er dann gerne erforscht. Es muss aber nicht unbedingt diese Box vom Möbelschweden sein, eine einfache Schachtel mit Schiebedeckel, wie auch diese hier*, ist, wie ich finde, genauso wunderbar geeignet.


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"Schließlich krabbelt das Kind durch das ganze Haus und untersucht alles aus eigenem Antrieb. Jetzt ist es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, wie alles im Haus organisiert ist. Ergibt alles einen Sinn? Ist es einfach und funktionell geordnet? Ist es schön? Jetzt ist Gelegenheit, 'einen Platz für alles und alles an seinem Platz' zu etablieren, bevor das Kind sich selbst daranmacht, alles nach seinem Gutdünken umzuräumen." - Paula Polk Lillard; Lynn Lillard Jessen; Montessori von Anfang an (S. 66)

Jakob nimmt am Alltag immer aktiver Teil. Er beobachtet uns nicht nur beim Tun, er macht auch unsere Bewegungen nach. Auch beim An- und Ausziehen macht er immer mehr mit und mag es daher umso weniger, beim Liegen gewickelt zu werden. Da auch Julias Zimmer dringend mehr Struktur gebraucht hat und auch andere Bereiche in unserer Wohnung nicht mehr praktisch eingerichtet waren, habe ich die letzten Wochen damit verbracht, in den Räumlichkeiten alles unter die Lupe zu nehmen um es an die Kinder besser anzupassen. Und wie unser Zuhause heute aussieht, möchte ich Euch in einigen Blogbeiträgen gerne zeigen.

Auch in Jakobs Zimmer hat sich einiges getan. Er ist zwar meistens in meiner Nähe, verbringt aber auch viel Zeit in diesem Raum, der direkt neben dem Wohnzimmer und der offenen Küche liegt und wo ich ihn deshalb gut im Blickfeld habe.


Sein Bodenbett ist nach wie vor sehr simpel und wird nur tagsüber benutzt. In der Nacht, da ich ihn auch noch dann stille, schläft Jakob neben mir im Familienbett. Wenn er untertags von seinem Nickerchen erwacht, krabbelt er alleine runter und haltet nach mir Ausschau und wenn er mich "ruft", setze ich mich neben sein Bodenbett, begrüße und streichle ihn, warte aber bis er ganz munter wird und lasse ihn selbst von der Matratze runterkrabbeln.


Früher war hier ein Spiegel an der Wand und eigentlich hatte ich vor, vor diesem Spiegel eine Stange zu montieren an der sich Jakob hochziehen kann. Aber da ich dafür keine gute Lösung fand, dafür aber Jakob sich sonst überall in der Wohnung geschickt aufstellt und entlang der Möbeln trippelt, ließ ich das mit der Stange lieber bleiben. Stattdessen bekam er einen gemütlichen Weidenkorb* zum Hineinkuscheln und auch zum Rein- und Rausklettern. Auch Julia liebt diesen Korb und ganz oft finde ich die beiden hier vor, wie sie ihm Bücher vorliest.


Direkt neben dem Korb montierten wir ihm eine Bilderleiste als Buchregal, wo gerade mal 3-4 Bücher Platz haben und was für Jakob völlig ausreicht. Diese Bilderleiste ist etwas schmaler als die vom Möbelschweden und ragt daher nicht so hervor, was ich persönlich schöner finde. Wir montierten die Leiste sehr niedrig, so dass Jakob sogar beim Sitzen an seine Bücher kommt. Das war mir wichtig, weil er sich sonst hier hochziehen würde, was mir, trotz tadelloser Montage vom Ehemann, nicht sehr sicher erschien.


Er liebt seine neue Kugelbahn die er von seinem Großonkel geschenkt bekommen hat. Sie ist schlicht und unglaublich schön und auch nicht zu hoch, so dass Jakob sie bereits jetzt bespielen kann. Sie ist auch sehr robust, aber als Jakob versuchte, sich daran hochzuziehen, merkte er ganz schnell, dass das keinen sicheren Halt gibt. So kniet er nun meistens davor, um die Kugel oben in das Loch stecken zu können. Ich bestellte ihm (unglücklicher Weise) auch eine Holzkugelbahn, die allerdings noch zu groß ist, die ihm aber später, wenn er bereits gehen kann, sicher auch viel Freude bereiten wird.


Er klettert zurzeit unglaublich gerne und weil wir in der Wohnung keine Treppen haben, stellte ich zum Klettern den Hocker vom Möbelschweden mitten in sein Zimmer. Der Hocker ist stabil und die Höhe perfekt und Jakob klettert mittlerweile schon  geschickt rauf und wieder runter. Manchmal vorwärts, aber manchmal auch rückwärts und ertastet den Boden dabei ganz behutsam mit den Füßen.


Ich nähte ihm einige Säckchen mit Bohnen, Kichererbsen und Reis gefüllt um zu Werfen, zu Befühlen und auch um diese aus dem Korb aus- und dann wieder in den Korb einzuräumen. Dabei nahm ich den Stoff doppelt und nähte die Rechtecke zuerst mit Zickzack- dann zusätzlich mit einfachen Stichen auch noch einmal zu. Sicher ist sicher. Gerne schreibe ich dazu noch eine genauere Anleitung.


Sein Spielregal steht nach wie vor an derselben Stelle, lediglich tauschte ich seine Materialien um. Manchmal arbeitet Jakob direkt am Regal, manchmal räumt er alles nacheinander aus. Darum ist sein Regal natürlich nicht immer so aufgeräumt wenn er gerade alles erkundet, es dauert jedoch keine 2 Minuten hier wieder alles auf seinen Platz zu stellen (was ich am Tag auch mindestens 4-5 mal mache).


Seinen Kleiderschrank habe ich an die andere Wand rübergeschoben damit gleich daneben auch ein Sessel zum An- und Ausziehen und ein Korb für Schmutzwäsche Platz haben. Für den Würfelhocker, den ich selbst gebaut habe, ließ ich mich von der lieben Ellen von Chez Mama Poule inspirieren, nahm lediglich nur andere Maße. Die Sitzhöhe beträgt nur 13 cm, so dass Jakob hier wirklich bequem sitzen aber auch alleine wieder runterklettern kann. Das An- und Ausziehen ist so viel entspannter, seitdem er dabei hier sitzen kann. So kann er auch, besonders bei den Hosen und Socken aktiv mitmachen und mir seine Füße entgegenstrecken.

Es war mir wichtig, dass sein Zimmer viel Ruhe ausstrahlt und trotz weniger Dekoration (und der überschaubaren Menge an Materialien), schön und einladend wirkt. Wenn Jakob sein Zimmer erkundet, schaut es öfters mal so aus wie auf diesem letzten Foto, aber weil hier alles seinen eigenen Platz hat, ist es ebenso schnell auch wieder aufgeräumt.


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