Neulich habe ich ihr ein Schattenspiel gebastelt, bei dem Gegenstände in unterschiedlichen Formen und Größen ihren Schattenabbildungen zugeordnet werden müssen. Dazu nahm ich große Papierkarten, einen schwarzen Permanentmarker und einen Korb mit einigen Gegenständen aus ihrem Alltag von denen ich die Schattenbilder auf den Kärtchen abgebildet habe.


Sie legte die Karten auf dem Boden aus und suchte aus dem Korb die passenden Gegenstände heraus. Sie kannte das Prinzip schon und fragte daher gar nicht nach Hilfe.


Ich liebe diese Idee! Sie ist so simpel und dennoch so sinnvoll! Da die Gegenstände keine auffallenden Farben und Muster aufweisen, wurde sie beim Zuordnen nicht von diesen unnötig abgelenkt. Die Formen und Größen wurden so jedoch deutlich ersichtlich, was ihr bei der "Paarsuche" vom konkreten zum abstrakten Bild viel geholfen hat. Ich war gespannt, ob sie mit so vielen Gegenständen und Schattenbildern zurechtkommt, doch das tat sie tatsächlich. Ich glaube, ich werde sogar noch ein paar Karten anfertigen müssen. Es hat ihr so viel Spaß gemacht, dass sie später alles einsammelte und von vorne mit dem Auslegen begann.


Beim Zeichnen der Schattenbilder achtete ich auf Genauigkeit, damit sie die Möglichkeit auf eine Fehlerkontrolle hat. Bei der Kreisscheibe und der Kugel sind beide Schattenbilder jeweils ein Kreis und ich war sehr gespannt, ob sie den Größenunterschied dieser beiden entdeckt. Beim ersten Versuch legte sie die Holzkugel auf die Karte mit dem größeren Kreis, aber als die Holzscheibe an der Reihe war, merkte sie, dass hier etwas nicht stimmen konnte. Ich mischte mich nicht ein, beobachtete jedoch das Geschehen weiter.

"Sage nie einem Kind, dass es etwas falsch oder schlecht gemacht hat. Biete dem Kind bei nächster Gelegenheit wieder dieses Material/diese Aufgabe an, bis es selbst am Material/an der Aufgabe seinen Fehler merkt und korrigiert. Wer Fehler macht, hat meistens schon eine Innenansicht davon, wie es richtig sein müsste." - Herbert Hasler/Hans-Dietrich Raapke

Sie überlegte eine Weile und tauschte schließlich die Holzkugel mit der Holzscheibe aus. Hätte sie diesen Irrtum nicht entdeckt, so hätte ich mich auch nicht eingemischt. Früher zog sie auch ihre Schuhe versehentlich verkehrt an und bis heute passiert es gelegentlich, dass sie umgekehrt in eine Hose hineinschlüpft. Doch ich finde, Fehler sind keineswegs schlecht, im Gegenteil. Sie machen enorm viel Sinn. Für mich bedeuten sie den Fortschritt, den Prozess selbst. Vor allem, wen man die Gelegenheit hatte, Fehler für sich selbst zu entdecken.


"Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es können." - Konfuzius


Meistens hilft sie mir die Socken zusammenzulegen indem sie die Paare findet die ich dann zusammenstecke. Sie hat mir beim Zusammenstecken immer gerne zugeschaut, aber ich sagte ihr nicht, wie das geht, sondern machte lieber langsamere und deutlichere Bewegungen.


Gestern hat sie es dann selbst ausprobieren wollen und versuchte es gleich mit mehreren Socken so lange, bis ihr es gelang, ein Sockenpaar zusammenzustecken. Sie schrie mit einem breiten Lächeln im Gesicht auf: "Schau, Mama! Ein Sockenball!" und steckte gleich auch die restlichen Socken zu Bällen zusammen.


Ich weiß, es wirkt banal, für sie war das allerdings eine ganz große Sache.



In den letzten Tagen hat es uns Mädels ordentlich erwischt. Wir hüteten mit hohem Fieber mal die Couch, mal das Bett und verbrachten neben dem Schlafen viel Zeit mit unseren allerliebsten Büchern.


Im Buchkorb meiner Tochter liegt seit einigen Wochen das Buch Der Wolf aus der Rieder Tierkinderbücher-Serie. Eine Geschichte von Gaia Volpicelli über Wölfe und ihre Lebensweise auf 10 Seiten mit wunderschönen Illustrationen von Patrizia La Porta. Die Texte sind einfach und kurz, dennoch sehr informativ. Ein kleines aber wirklich feines Kinderbuch von dem wir uns definitiv die ganze Serie zulegen werden. Ebenfalls von dieser Serie bereits erschienen sind: Das Chamäleon, Der Vogel Strauß und Der Frosch.


Da sie unterwegs gerne Spuren sucht und seit dem Sommer nur über Schnee redet und gerne solche Lieder singt, bestellte ich ihr das Buch Welches Tier lief denn hier? von Björn Bergenholtz. 


Zwei Kinder begeben sich auf eine Abenteuertour und entdecken dabei Tierspuren im Schnee. Dazu werden auch die Tiere und ihre Lebensweisen vorgestellt, wobei die Texte zurzeit noch etwas zu lang erscheinen und wir meistens nur bis zum ersten Absatz vorlesen. Was mir aber am allermeisten an diesem Buch gefällt ist, dass die Spuren in Originalgröße dargestellt werden.


Es passt gerade noch in ihren Bücherkorb, wobei es oft gar nicht drinnen ist: das Riesen-Leporello-Buch Rate, wer ich bin. Wir haben das Buch nur am Anfang gemeinsam angeschaut, damit sie weiß, wie die Tiere heißen. Sie hat noch nicht alle aus dem Buch gekannt. Mehr Text, als die Namen der Tiere gibt es aber in diesem Buch nicht, dafür aber ganz viele spannende Bilderrätsel.


Durch Fellmuster der unterschiedlichen Tiere, Schattenbilder sowie durch einzelne Körperteile sind die Tiere zu erraten und zu bestaunen, denn die Illustrationen sind einfach wunderschön! Wir haben auch bereits aus dieser Serie das Buch Weiß du, wer ich bin? über Vögel.


Wo sich Tiere wohlfühlen von Otmar Grissemann liegt erst seit ein paar Tagen in ihrem Korb. 


Die Texte geben einfache Informationen über interessante Tiere und ihre Lebensräume, die von kunstvollen Illustrationen vom Autor untermalt werden. Ein wunderschönes Buch für Kleinkinder!


Sie erkennt und zählt Mengen bis 3 ganz genau ab und spricht oft über Zahlen, auch über solche, die sie noch gar nicht erfassen kann. Ich war mir bisweilen nicht ganz sicher, aber ich beschloss letztendlich, ihr ein Buch über Zahlen zu besorgen. Da sie bereits das Buch über das Wetter von Meyers kleiner Kinderbibliothek hat und es uns sehr gefiel, kaufte ich aus der gleichen Serie eines über Zahlen. Die Serie finde ich wirklich toll. Die Texte sind kurz, die Bilder nicht zu wimmelig und die Folien zum Umblättern sorgen für viel Überraschung und Spaß.


Aufgaben wie Wäsche aufhängen, Aufkehren oder Geschirrabwaschen können meine kleine Tochter mit ganz viel Stolz erfüllen. Es entsteht dabei natürlich gelegentlich eine größere Unordnung als bereits vorher war, aber die Tatsache, dass sie mithelfen darf und ihr eine wichtige Aufgabe anvertraut wurde, gibt ihr das Gefühl fähig zu sein und dazuzugehören. Damit sie im Haushalt wirklich mithelfen kann, achte ich darauf, dass Besen, Wäscheständer, Körbe, Bürsten und Schürze von guter Qualität sind und gut funktionieren. Sie sollen für echte Arbeit brauchbar und für meine kleine Tochter jederzeit zugänglich sein.

1. Holzbesen für Kinder. Er ist klein und leicht und somit gut geeignet für kleine Hände. Bei uns hängt er auf einem für sie erreichbaren Hacken neben der Schürze und wird bei jeder Gelegenheit mit viel Freude eingesetzt (gekauft: hier). Mit so einem Besen kehren zu können ist ein langwieriger Prozess und auch bei ihr schaut das eher nach Verteilen als nach Sammeln aus, aber der Besen und das Aufkehren machen ihr Spaß. Vor kurzem habe ich eine kleinere Variante in einem Montessori-Onlineshop entdeckt (hier), sogar vor Ort angeschaut und kann ihn ebenso empfehlen.

2. Kehrblech aus Metall und Handfeger. Mit diesen Utensilien geht sie ziemlich geschickt um, wobei es für sie eine große Herausforderung ist, beim Fegen das Kehrblech leicht anzuheben. Ich habe ihr ein weißes Kehrblech besorgt, damit sie den Schmutz besser sieht (gekauft: Kehrblech hier, den Handfeger hier).


3.  Ein kleiner Emaille Eimer mit Holzgriff. Ein wirklich vielseitiges Utensil. Praktisch beim Tisch waschen, im Garten um Blätter zu sammeln oder um diverse andere Sachen zu transportieren (gekauft: hier).

4. Bodentuch aus Baumwolle in kindgerechter Größe. Bereits mit 18 Monaten wischte sie gerne Wasser vom Boden auf, heute holt sie das Tuch selbst, wenn etwas ausgeschüttet wird. Ich habe ein ganz normales Bodentuch für sie handlicher zugeschnitten. Beim oben erwähnten Montessori-Onlineshop sah ich solche Tücher aus Baumwolle für Kinder in passenden Größen (hier).

5. Ein kleines Stück echter Schwamm. Er ist um einiges weicher und flauschiger als die Kunststoffschwämme und fühlt sich daher auch viel angenehmer an. Abgesehen davon ist er nachhaltig und saugt Wasser wunderbar auf. Damit wäscht meine Kleine ihren Tisch ab oder verwendet ihn auch beim Geschirrabwaschen (gekauft hier).


6. Schürze zum Hineinschlüpfen. Ich habe ihr beim Möbelschweden eine Kinderschürze mit Klettverschluss besorgt, seit dem aber meine Kleine sich so gut wie ganz alleine anzieht, sind wir mit dieser Schürze ständig auf Kriegsfuß. Sie kann diese ohne unsere Hilfe nicht anziehen, da die Bänder hinter dem Rücken und im Nacken zusammengeheftet werden. Ich suchte und fand eine andere Lösung, eine Schürze zum Hineinschlüpfen und nähte ihr gleich eine aus Baumwolle. Für den Halt sorgen 2 breite Gummieinsätze an der Taile. Vom Schnitt her ist sie zwar etwas gewöhnungsbedürftig, meine Kleine kann aber diese Schürze endlich selbstständig an- und ausziehen (wasserdichte Varianten erhältlich hier oder auch hier).


7. Holztablett mit Griff für ein erleichtertes Tragen. Sehr praktisch, nicht nur fürs Kinderzimmer. Perfekt auch um mehrere Werkzeuge gleichzeitig zu tragen oder diese während der Arbeit abzulegen. Wir verwenden solche auch in der Küche oder aber auch beim Putzen (erhältlich hier und hier, aber auch hier).

8. Gemüsebürste. Alles was mit Wasser zum tun hat, zieht sie magisch an. Geschirr- oder Gemüsewaschen sind daher ihre Favoriten in der Küche (gekauft: hier).

9. Staubtücher, die ich, wie die die Bodentücher für sie zugeschnitten habe. Ich bevorzuge weiße oder zumindest ganz helle Tücher, wo man den Staub wirklich gut erkennen kann. Das macht ja das Staubwischen für sie erst so richtig spannend.

10. Spülbürste. Geschirr abzuwaschen ist eine ihrer Lieblingsaufgaben im Haushalt. Sie experimentiert dabei gerne mit dem Wasser, gießt und schüttet und schrubbt das Geschirr ganz schaumig bis das Wasser bereits kalt wird. Daher besorgte ich ihr hier eine schöne Spülbürste aus Rosshaar und mit einem Holzgriff. Sie geht dabei mit der Bürste ziemlich geschickt und mit dem Geschirr sehr behutsam um. Neben der Wanne bereitete ich ihr auch einen Platz mit einem Abtropfgestell und einem Metallkorb vor, wo sie das Geschirr zum Trocknen abstellen kann.


11. Wäscheständer aus Holz. Wäscheaufhängen kennt sie bereits aus ihrer Kinderkrippe und macht es auch zu Hause liebend gerne. Ich bin so froh, damals diesen Wäscheständer gefunden (hier) zu haben. Er ist robust und dennoch leicht, lässt sich einfach auf- und wieder zusammenklappen und auch die Größe passt wunderbar.

12. Wäschekorb für Kinder. Ich wollte ihr schon seit geraumer Zeit einen Wäschekorb besorgen und fand diesen hier. Von der Größe her passt er ganz toll, sie kann ihn mit beiden Händen heben und tragen.

13. Nostalgie Wäscheklammern. Die Wäscheklammern mit Feder konnte sie nur mit viel Mühe bedienen, was ihr den Spaßfaktor beim Wäscheaufhängen oft hemmte. Ich besorgte ihr diese Nostalgie-Wäscheklammern, die auf die aufgehängte nasse Wäsche einfach nur draufgesteckt werden. Diese machen ihr eindeutig mehr Freude, sie steckt alle einzelnen darauf, mit oder ohne Wäsche (gekauft: hier).


Bildquellen: Kehrset, Besen, Eimer, Bodentuch, Schwamm, Schürze, Holztablett, Gemüsebürste, Staubtuch, Spülbürste, Wäscheständer, Wäschekorb, Wäscheklammer

Gestern haben wir gemeinsam Palatschinken zubereitet. Ich maß die Zutaten ab aber sie mischte diese bei ihrem Tisch zusammen. In der Küche hat sie in einer Schublade ihre eigenen Kochutensilien und ist ganz glücklich, wenn sie die Gelegenheit hat, diese zu benutzen. Sie liebt es, Palatschinken und Kuchen zu backen, Salat und Jause zuzubereiten oder das Panieren und so nimmt sie bei jeder Gelegenheit ihre Schürze vom Hacken und sucht die passende Schüssel und Werkzeuge in ihrer Lade. Sie liebt diese Aufgaben. Dieses Gefühl, etwas Nützliches zu leisten, etwas Wichtiges beizutragen macht sie unglaublich stolz und befriedigend.

"Praktische Arbeit hat einen hohen gesellschaftlichen Wert. Durch sie erhalten Kinder das Leben in ihrer Umgebung aufrecht und machen sich anderen nützlich. Sie spüren, dass sie gebraucht werden und entwickeln ein Gefühl der Verantwortung für die Umgebung, in der sie leben und handeln."


Es ist aber auch dieses großartige Gefühl, zu etwas fähig zu sein. Das Vertrauen in sich selbst, eine Herausforderung alleine meistern zu können. Ich liebe es, sie dabei zu beobachten, wenn sie selbsttätig ist und zu spüren, wie bei ihr dieses gewisse Gefühl von Mal zu Mal wächst.

"Nimmt man aktiv am Alltag teil, steigert sich dadurch das Selbstwertgefühl. Die Teilnahme verwandelt Kinder von Konsumenten in Produzenten. Die wichtige Grunderfahrung, die Umwelt nach eigenen Vorstellungen verändern zu können, pflanzt ihnen das bleibende Gefühl ein, etwas wert zu sein. Die Empfindung 'Ich bin etwas wert' verknüpft sich mit der zuvor schon gemachten Erfahrung 'Ich kann etwas tun', und beide verbinden sich zu dem Gefühl, zu sinnvoller Arbeit in der Lage zu sein." 


"Dieses innere Gefühl sagt einem, dass man sich auf seine Fähigkeiten verlassen kann, und gründet auf der Erfahrung, seine Bewegungen unbehindert einsetzen zu können, um aktiv in seiner Umgebung tätig zu werden. Es ist die Zuversicht, dass die Lösung von Problemen in der eigenen Macht liegt. Hat ein Mensch diese Zuversicht erst einmal entwickelt, verlässt sie ihn nie wieder."


Zitate aus dem Buch Das Kind verstehen - Entwicklung und Erziehung von 0-3 Jahren nach Maria Montessori von Silvana Quattrocchi Montanaro.

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