03.06.2018

"Echtes" Geschirr und Besteck für Babys und Kleinkinder?

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Das Geschirr, die Gläser und das Besteck in diesem Beitrag sind selbst erworben und ich zeige und empfehle sie aus Überzeugung, aber aufgrund der Datenschutzgrundverordnung kennzeichne ich diesen Beitrag mit
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Als Julia damals mit der Beikost startete, besorgte ich ihr einen Plastikteller, einen Plastiklöffel und einen Schnabelbecher um ja eine Überflutung zu vermeiden. Nicht im Traum kam ich auf die Idee, ihr echtes Geschirr anzubieten. So ungeschickte Hände würden das Geschirr ja nur zerbrechen, alles unter Wasser setzen und sich selbst mit der Gabel pieksen. Ich wusste damals noch nicht, dass es im Grunde anders herum ist.

Maria Montessori schreibt in Spontaneous Activity in Education (1917) folgendes: "Die Möbel für Kinder, ihre Tische und Stühle sollten leicht sein. Nicht nur, dass sie leicht von den kindlichen Armen getragen werden können, sondern weil ihre Zerbrechlichkeit von pädagogischem Wert ist. Die gleiche Überlegung führt uns dazu, dem Kind Porzellanteller und Trinkglas zu geben, denn diese Gegenstände werden ihm seine rauen, ungeordneten Bewegungen zeigen. So kann es sich üben, nicht an Gegenstände zu stoßen, diese umzuwerfen oder zu zerbrechen und seine Bewegungen werden freier und selbstbeherrschter."  (eigene Übersetzung)


Erst als Julia bereits über ein Jahr alt war, bot ich ihr echtes Geschirr an und war erstaunt, wie vorsichtig sie damit umging. Es zerbrach lediglich nur ein Teller und ein einziges Glas, aber genau das motivierte sie, noch vorsichtiger mit dem Geschirr umzugehen.

Jakob bot ich bereits von Anfang an "echtes" Geschirr an. Aber nicht nur, damit er seine Bewegungen besser spürt, sondern um ihm zu zeigen, dass ich ihm vertraue und ihn respektiere. Allerdings bekam er kein teures Porzellan, sondern das DUKTIG Geschirr-Set vom Möbelschweden. Es war leicht ersetzbar und wegen seiner Größe für den Beikoststart ideal, besonders die kleinen Schälchen. Heute isst er vorwiegend aus so einem Teller, der auch recht klein ist, aber eine größere Unterseite hat, wodurch er nicht kippen kann. Außerdem hat sein Teller einen leicht erhöhtem Rand, so rutscht sein Essen nicht ständig runter, während er dieses mit der Gabel aufzuspießen versucht.


Er bekommt auch echtes Besteck. Es geht mir dabei aber nicht darum, dass er damit essen muss. Er isst genauso gerne mit den Händen. Ich habe auch nicht die Illusion, dass so kein Chaos entsteht. Aber ich weiß, es bedeutet ihm eine Menge so essen zu können, wie auch alle andere am Esstisch. Ebenso aus echtem Geschirr und mit echtem Besteck und dabei das Gefühl zu haben "ich gehöre dazu", "mir wird es zugetraut" und "ich bin fähig".

Sein Besteck ist eigentlich ein Set für die Spielküche, allerdings aus Edelstahl und auch für echte Lebensmittel (sowie Spülmaschinen) geeignet und mit 10cm Länge perfekt für kleine Hände. Er liebt seine kleine Gabel und versucht damit voller Konzentration und Ausdauer seine Nudeln oder Obst- und Gemüsestücke aufzuspießen (siehe mein Instagram-Feed) und mit dem kleinen Löffel sein Müsli zu löffeln. Das Messer ist völlig stumpf und er benutzt es noch nicht. Es wird aber perfekt sein, um später Butterbrote zuzubereiten.


Sein Trinkglas fand ich dort, wo ich auch seinen Teller entdeckt habe und war richtig froh über diesen Fund. Das Glas ist sehr klein, mit gerade mal 4cl Volumen, so dass Jakob es bequem halten und heben kann. Ich wasche sein Geschirr meistens mit der Hand ab, aber wenn ich es doch mal in den Geschirrspüler gebe, kontrolliere ich danach seine Gläser, ob sie keinen zersprungenen Rand haben. Das Gläschen ist zwar recht robust, aber sicher ist sicher.

Wie ich ihm das Trinkglas von Anfang an angeboten und worauf ich dabei geachtet habe:
  • Sobald Jakob Gegenstände mit beiden Händen greifen konnte, bot ich ihm ein Glas mit ganz wenig Wasser zum Trinken an. 
  • Er konnte das Trinkglas am Anfang zwar ergreifen und an seinen Mund heben, aber nicht kippen, daher half ich ihm von unten ein wenig nach. Diesen wertvollen Tipp bekam ich noch von der Leiterin von Julias ehemaliger Montessori-Kleinkindgemeinschaft.
  • Neben seinem Glas steht bis heute immer ein kleiner(!) Krug mit wenig Wasser, damit wir ihm nachfüllen können. Dabei achten wir darauf, den kleinen Krug mit beiden Händen zu heben und langsam zu kippen, immerhin beobachtet uns dabei Jakob und wird sich später aus diesem Krug selbst einschenken wollen. 
  • Wir schenken ihm immer nur ganz wenig Wasser in sein Trinkglas. Wirklich nur 1-1,5 cm hoch. So hat er beim Trinken mehr Erfolgserlebnisse und kann uns umso öfters beim Einschenken beobachten.
  • Viele haben mich gefragt, warum Jakob kein Lätzchen beim Trinken hat:  damit er spürt, wenn er nass wird. Und ja, danach braucht er oft trockenes Gewand, aber auch diese Gelegenheiten sind so wertvoll für ihn, denn er kann sich dabei beim An- und Ausziehen üben.

27.05.2018

3 einfache DIY Montessori-Materialien für Kleinkinder

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Montessori-Materialien müssen nicht unbedingt teuer erworben werden, auch nicht für Kleinkinder und besonders nicht für Zuhause. Manches lässt sich auch aus ganz einfachen Mitteln recht schnell selbst herstellen, wie zum Beispiel diese Box mit einem gehäkelten Ball zum Hineinquetschen in die Box. So simpel und dennoch ein Material, das eine Menge zu bieten hat.


Jakob pickt mit Vorliebe winzige Steine und Krümmel auf, aber ebenso gerne liebt er es, durch Zusammenquetschen und Pressen sich so richtig anzustrengen, um seine eigene Kraft zu spüren. Bei diesem Material kann er seine Kraft nicht nur gezielt einsetzen, sondern auch erleben, dass Dinge auch dann weiterhin existieren, wenn diese außerhalb seiner Sichtweite sind.


Diese schöne Box fand ich beim Möbelschweden und ist eigentlich Teil eines Sets. Mit dem Bastelmesser schnitt ich eine Öffnung in den Deckel, wo der Ball hineingequetscht werden kann. Der Deckel lässt sich zwar ganz einfach auf- und wieder zuklappen, aber Jakob schaffte es nur, die Box zu öffnen und wollte den Ball immer wieder bei offenem Deckel durch das Loch quetschen. Quasi von unten. Das funktionierte aber nicht und er verlor das Interesse.


Daher klebte ich den Deckel zu und schnitt stattdessen noch eine, etwas größere Öffnung in die Seite der Schachtel. So kann er den Ball wieder herausnehmen und seine Arbeit ohne mein Eingreifen beliebig oft wiederholen. So ein kleiner Unterschied kann doch so bedeutend sein!


Falls ihr noch nie einen Ball selbst gehäkelt habt, möchte ich Euch unbedingt ermutigen, es dennoch zu probieren. Auch für mich war dies das erste mal und ich war sehr überrascht, wie schnell und einfach so ein Ball gehäkelt werden kann. Ihr findet im Netz eine Menge Anleitungen dazu oder aber ihr nehmt diese hier, wie auch ich. (Achtet aber darauf, dass der Ball einen größeren Durchmesser hat, als das Loch in der Box.)


Aus der kleineren Schachtel machte ich Jakob eine Box mit einem Schlitz im Deckel und besorgte dazu runde Holzscheiben mit 5 cm Durchmesser*. Die sind groß genug, so dass Jakob diese ohne Gefahr auch mit dem Mund erkunden kann.


Für den Anfang stellte ich ihn jedoch nur eine einzige Holzscheibe bereit, damit er nicht gleich überfordert ist.


In der gleichen Abteilung, wo ich auch die Pappschachteln gefunden habe, sah ich diesen Bilderrahmen mit Schiebedeckel aus Plexiglas. Auf dem Deckel montierte ich einen größeren Holzknauf, den Jakob mit seinen Fingern gut ergreifen und den Deckel so aufziehen und zuschieben kann, was für ihn eine spannende Herausforderung ist.


Um zu verhindern, dass der Deckel beim Öffnen jedes Mal gänzlich herausgeschoben wird, klebte ich auf dessen Unterseite kleine Bodengleiter als Stopper. Um die Box noch interessanter zu machen, legte ich auch einige kleine Gegenstände hinein, wie Muscheln und Schneckenhäuser oder kleine Tierfiguren, die er dann gerne erforscht. Es muss aber nicht unbedingt diese Box vom Möbelschweden sein, eine einfache Schachtel mit Schiebedeckel, wie auch diese hier*, ist, wie ich finde, genauso wunderbar geeignet.


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24.04.2018

Unser Montessori Zuhause heute - Julias Zimmer mit 6 Jahren

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Dass Julia bereits in der 2. Entwicklungsperiode ist, lässt sie uns jeden Tag spüren. Nicht nur, weil sie gerne philosophiert, erfindet und erforscht, sondern auch, weil sie gerne diskutiert, auf Gerechtigkeit besteht und weil sie so sehr mit der Ordnung der Welt beschäftigt ist und es ihr zunehmend schwer fällt, bei ihren eigenen Sachen Ordnung zu halten. Damit sie sich dabei leichter tut, aber auch weil Jakob gerne in diesem Raum auf Entdeckungstouren geht, haben wir Julias Zimmer etwas umstrukturiert.


Sie liebt ihr Mikroskop, daher bekam dieses einen eigenen kleinen Tisch. Der Tisch ist nicht besonders groß, aber die wichtigsten Werkzeuge, Julias Experimente und ihre Sammlungen finden hier Platz.


Wie schon seit vielen Jahren, sammelt und sortiert sie ihre Fundstücke und Schätze in einem Setzkasten*, nur dass dieser in den letzten Jahren in einen etwas größeren umgetauscht werden musste. Was sie neuerdings auch leidenschaftlich sammelt, sind Mineralien, die wir größtenteils im Naturhistorischen Museum erworben haben.


Passend zu ihrer Sammlung gestaltete ich ihr ein Poster über einige Mineralien und besorgte dazu auch einen schönen Bilderrahmen. Unser Poster in A3 Größe könnt ihr gerne hier herunterladen. In ihrem Zimmer hängt auch seit einiger Zeit eine einfache Wanduhr vom Möbelschweden, damit sich Julia auch zeitlich besser orientieren kann.


Ich gestaltete auch die Leseecke übersichtlicher, so dass sich ihre Bücher einander nicht verdecken. Da sie aber mehr Bücher in ihrem Zimmer haben wollte, besorgte ich ihr auch noch einen schönen großen Korb, so wie sie ihn auch schon früher hatte, in welchem wesentlich mehr Lieblingsbücher verstaut werden können. Dem Korb verpasste ich zusätzlich noch ein hübsches Textilband, damit er nicht so kahl wirkt.


Julias Nähmaschine ist leider kaputt gegangen und ließ sich auch nicht mehr reparieren, so ist auch der kleine Tisch, worauf die Nähmaschine stand, überflüssig geworden. Die Stoffe und anderen Nähwerkzeuge blieben jedoch, da Julia öfters mit meiner Nähmaschine arbeitet. Nadeln, Knöpfe, Maßband und Co. befinden sich in dem kleinen Nähkasten* ganz oben auf dem Regal (wo Jakob diese nicht erreichen kann), diverse Stoffe wie Filz, Stickgrund und vorgeschnittene Stoffquadrate sind in einer kleinen Kommode* sortiert. Auch die Scheren hängen nach wie vor auf kleinen Haken und sind so nicht nur sofort zur Hand, sondern auch ebenso schnell wieder weggeräumt.


Perlen und Schmuckzubehör kamen in wiederverschließbare Einmachgläser, die wiederum in einem kleinen Korb aufbewahrt werden. So ist es nicht nur praktischer und schöner, sondern auch babyfreundlicher. Den Stickgarn wickelte ich auf Pappe, damit der Garn nicht durcheinanderkommt und sich verknotet, wenn sich Julia von dem Garn bedient.


Ich musste auch nach einer praktischeren Lösung suchen um ihre Washi-Tapes, Malutensilien und Stempel besser aufzubewahren und besorgte vom Möbelschweden einige Holzdosen aus der Badezimmerabteilung, die sich als unglaublich praktisch erwiesen. Die Schachteln sind eine Kombination aus 2 Sets (aus diesem und diesem) und perfekt zum Stapeln, so sind Julias Bastelutensilien viel platzsparender verstaut und dennoch leicht zugänglich.


Ihre Spielsachen sind auf einige Gesellschaftsspiele sowie Konstruktionsspiele reduziert, viel lieber zeichnet sie, malt, bastelt und werkt. Auf diesem Regal steht ihr auch Papier zur Verfügung aber auch ihre Aquarell Buntstifte, die in kleinen Gläschen sortiert sind. Ich mag diese Buntstifte*, weil ihre Miene nicht so leicht bricht, die Farben schön kräftig sind und auch mit Wasser und Pinsel verwischbar sind, was tolle Effekte ermöglicht.


Zu ihrem letzten Geburtstag bekam sie eine Ameisenfarn mit Ernteameisen* um die sie sich jeden Tag kümmerte. Wir konnten beobachten, wie sie ihre Gänge bauten, ihre Eier ablegten und wie sie untereinander die Arbeit aufteilten, allerdings haben wir die Ameisen, auf Wunsch von Julia, bereits im Park wieder freigelassen.


Was ich an ihrem Zimmer so liebe, sind die riesigen Fenster. Auch wenn Julia an ihrem Tisch arbeitet, sieht sie statt einer Wand, grüne Baumwipfel und einige Berge am Horizont. Ihr Tisch ist allerdings nicht mehr so optimal für sie, da sie viel gewachsen ist, daher bekommt sie bald einen neuen Arbeitstisch.


Julia sammelt gerne. Nicht nur schöne Steine, Muscheln oder andere Naturschätze, sondern auch Sticker, kleine Keramikfiguren und alles mögliche, was sie interessant findet. Doch mit der Zeit wurde ihr Sammelsurium recht groß und wir wussten nicht, wohin damit. Eine gute Freundin von mir gab mir den wertvollen Tipp, für solche kleine Schätze eine eigene Kiste anzulegen. So sind ihre Schätze schön und praktisch aufgewahrt, doch wenn die Kiste überquillt, reduziert sie ihr Sammelsurium auf die herzallerliebsten Sachen.

Sie verbringt sehr gerne Zeit in ihrem Zimmer und hört Musik, liest ihre Bücher und werkt, daher liegen ihre Materialien sowie Bücher oft verteilt im Raum herum (ganz besonders dann, wenn auch Jakob die unteren Regale ausleert). Doch sie findet sich viel besser zurecht und wenn sie hier aufräumt, braucht sie dafür auch nicht lang. Worauf sie allerdings gerne besteht, ist, dass sie auch ungestört arbeiten kann. Dann bleibt ihre Zimmertür einfach zu.


*Affiliate-Link: elternvommars.com erhält eine kleine Provision, wenn Du dieses Produkt über den Link kaufst, für Dich entstehen dabei keine höheren Kosten. Ich empfehle hier nur, was ich selbst getestet oder gelesen habe oder für gut und sinnvoll halte.

20.04.2018

Bücher, die wir lesen und Lieder, die wir hören

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Die Bücher in diesem Beitrag sind selbst erworben und ich zeige und empfehle sie aus Überzeugung, aber aufgrund der neuen Datenschutzgrundverordnung kennzeichne ich diesen Beitrag mit
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Bevor ich im nächsten Beitrag Julias Zimmer zeige, wollte ich noch einige unserer aktuellen Lieblingsbücher verbloggen - und das eigentlich schon seit fast 2 Wochen! Die Tage verfliegen hier unglaublich schnell und wenn ich nicht gerade an meinem Vortrag arbeite (ich schreibe bald mehr dazu), nutzen wir das schöne Wetter und machen entweder die Terrasse hübsch oder sind unterwegs. Aber heute nahm ich mir fest vor, einige unserer Kinderbücher, die wir zurzeit oft lesen und vorlesen, Euch unbedingt herzuzeigen:

Zu ihrem 6. Geburtstag bekam Julia unter anderem dieses wunderschönes Buch über den menschlichen Körper: Anatomie* von Héléne und ihrem Vater Jean-Claude Druvert. Sie interessiert sich, wie für viele Dinge zurzeit, auch für den menschlichen Körper, und fragt uns, wie groß ihr Herz ist, wie groß ihr Magen sein kann oder wie diese 2 "komischen Knochen auf dem Rücken" heißen. Wir blättern daher  ganz oft in diesem Buch und stellen uns auch mal vor, wie der Körper ohne Knochen oder mit einer durchsichtigen Haut wohl aussehen würde. Julias Vorstellungskraft ist erstaunlich, ich liebe es, mit ihr über solche Dinge zu philosophieren!


Auf jeder Seite gibt es große, anschauliche Illustrationen und großzügige Klappen, unter denen sich einfach gezeichnete Organe, Muskeln und Knochen verbergen und ein Bild davon geben, wie unser Körper funktioniert. Etwas ganz besonderes an diesem Sachbuch sind die filigranen Scherenschnitte über das Skelett, den Blutkreislauf, die Atemwege, über die Verdauung und das Nervensystem. Die Scherenschnitte überlappen sich sogar, was wirklich sehr beeindruckend aussieht!


Tina und das Orchester - Mein erstes Buch über die Musikinstrumente* entdeckte ich ganz zufällig in einem Buchgeschäft und konnte es einfach nicht dortlassen. Die Geschichte von Marko Simsa und Winfried Opgenoorth erzählt über ein Mädchen namens Tina, das zu ihrem 8. Geburtstag von ihrem Onkel ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk bekommt: da er Dirigent ist, nimmt er sie mit zu einer Orchesterprobe. Dort kann Tina nicht nur die einzelnen Musikinstrumente kennenlernen, sondern auch ausprobieren. 


Auf der beigepackten CD wird jedes Instrument in Tonspielen und Begleittexten vorgestellt und auch einige Orchesterstücke vorgeführt. Julia liebt dieses Buch und hört sich die CD in Dauerschleife an, was mich nicht wundert, denn auch sie besucht bald regelmäßig eine Musikschule und kann es kaum erwarten.


Das Pappbilderbuch Hallo Welt* von Jonathan Litton ist ein interaktiver Atlas über Sprachen rund um den Globus. Für Julia, die sich gerne Geheimsprachen und Geheimschriften ausdenkt und andere Sprachen und Schriftzeichen interessant findet, war dieses Buch ein Volltreffer. Auf jeder Doppelseite wird ein Kontinent dargestellt und wie sich die Menschen dort einander begrüßen. Unter den Klappen kann man dann die Aussprache lesen aber auch Interessantes über das Land, der Region und kulturelle Besonderheiten erfahren.


Zufälligerweise lernten die Kinder in Julias Montessori Kinderhaus neulich ein Lied, das genau zu diesem Buch passt: Hello To All The Children Of The World (Link führt zu You Tube), das Julia zuhause jeden Tag vor sich hin singt und das ich mittlerweile auch schon auswendig kenne. Umso mehr mag sie dieses Buch und gemeinsam staunen wir über die unterschiedlichsten Schriften und üben die Begrüßungsarten, die es so auf der Welt gibt.


Auf dieses Buch, Jetzt sind auch die Kirschen reif!* machte mich meine Schwester aufmerksam, weil sie weiß, wie sehr wir die Bücher von Gerda Muller lieben! So wie sie, ist ja auch Julia ein Stadtkind, das allerdings sehr gerne am Land bei den Großeltern oder ihrer Tante ist und auch dort bei der Gartenarbeit mitmacht. Die Zeichnungen von Gerda Muller sind so liebevoll detailiert und die Geschichte über Sophie und ihre Liebe zu ihrem Garten voller Obst macht großen Lust auf den Sommer. Dabei konnte auch ich als Erwachsene vieles Erstaunliches erfahren, wie etwa, wie mühsam die Ernte von Cashewnüssen ist und welche Frucht aus der Passionsblume eigentlich heranwächst.


Bei uns in der Nähe am Teich wohnt eine Biberfamilie und immer wenn wir spaziergehen, entdecken wir die angenagten Baumstämme rund um den Teich. Umso größer war meine Freude, als ich dieses entzückende Buch in einem kleinen Buchladen entdeckte: Am Biberteich* von Eva Sixt. Ich mag nicht nur die schönen Bilder, sondern auch die respektvolle Art, wie dieses Buch Wissenswertes über diese Tiere vermittelt. Dass die Biber dennoch nicht überall willkommen sind und sich Förster und Landwirte auch oft über sie ärgern, beschreibt das Buch allerdings auch und lädt auch dazu ein, verschiedene Ansichten zu respektieren.


Auch Jakob bekam zu Ostern ein neues Buch aus der Serie Babys allererste Wörter: Meine Sachen*. Ich wollte ihm ein Buch besorgen, das echte Fotos und auf jeder Seite wirklich nur ein Foto zeigt, noch dazu vorwiegend über Dinge, die er bereits kennt. Die Bildbeschrifungen im Buch sind eher für die Erstlese-Geschwisterkinder spannend, dennoch liebt es Jakob, wenn wir mit ihm die Bilder gemeinsam anschauen und diese benennen und er dann sogar versucht, die Wörter mit einem "Ta-ta-tah" nachzusprechen.


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04.04.2018

Unser Montessori Zuhause heute - Jakobs Zimmer mit 11 Monaten

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"Schließlich krabbelt das Kind durch das ganze Haus und untersucht alles aus eigenem Antrieb. Jetzt ist es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, wie alles im Haus organisiert ist. Ergibt alles einen Sinn? Ist es einfach und funktionell geordnet? Ist es schön? Jetzt ist Gelegenheit, 'einen Platz für alles und alles an seinem Platz' zu etablieren, bevor das Kind sich selbst daranmacht, alles nach seinem Gutdünken umzuräumen." - Paula Polk Lillard; Lynn Lillard Jessen; Montessori von Anfang an (S. 66)

Jakob nimmt am Alltag immer aktiver Teil. Er beobachtet uns nicht nur beim Tun, er macht auch unsere Bewegungen nach. Auch beim An- und Ausziehen macht er immer mehr mit und mag es daher umso weniger, beim Liegen gewickelt zu werden. Da auch Julias Zimmer dringend mehr Struktur gebraucht hat und auch andere Bereiche in unserer Wohnung nicht mehr praktisch eingerichtet waren, habe ich die letzten Wochen damit verbracht, in den Räumlichkeiten alles unter die Lupe zu nehmen um es an die Kinder besser anzupassen. Und wie unser Zuhause heute aussieht, möchte ich Euch in einigen Blogbeiträgen gerne zeigen.

Auch in Jakobs Zimmer hat sich einiges getan. Er ist zwar meistens in meiner Nähe, verbringt aber auch viel Zeit in diesem Raum, der direkt neben dem Wohnzimmer und der offenen Küche liegt und wo ich ihn deshalb gut im Blickfeld habe.


Sein Bodenbett ist nach wie vor sehr simpel und wird nur tagsüber benutzt. In der Nacht, da ich ihn auch noch dann stille, schläft Jakob neben mir im Familienbett. Wenn er untertags von seinem Nickerchen erwacht, krabbelt er alleine runter und haltet nach mir Ausschau und wenn er mich "ruft", setze ich mich neben sein Bodenbett, begrüße und streichle ihn, warte aber bis er ganz munter wird und lasse ihn selbst von der Matratze runterkrabbeln.


Früher war hier ein Spiegel an der Wand und eigentlich hatte ich vor, vor diesem Spiegel eine Stange zu montieren an der sich Jakob hochziehen kann. Aber da ich dafür keine gute Lösung fand, dafür aber Jakob sich sonst überall in der Wohnung geschickt aufstellt und entlang der Möbeln trippelt, ließ ich das mit der Stange lieber bleiben. Stattdessen bekam er einen gemütlichen Weidenkorb* zum Hineinkuscheln und auch zum Rein- und Rausklettern. Auch Julia liebt diesen Korb und ganz oft finde ich die beiden hier vor, wie sie ihm Bücher vorliest.


Direkt neben dem Korb montierten wir ihm eine Bilderleiste als Buchregal, wo gerade mal 3-4 Bücher Platz haben und was für Jakob völlig ausreicht. Diese Bilderleiste ist etwas schmaler als die vom Möbelschweden und ragt daher nicht so hervor, was ich persönlich schöner finde. Wir montierten die Leiste sehr niedrig, so dass Jakob sogar beim Sitzen an seine Bücher kommt. Das war mir wichtig, weil er sich sonst hier hochziehen würde, was mir, trotz tadelloser Montage vom Ehemann, nicht sehr sicher erschien.


Er liebt seine neue Kugelbahn die er von seinem Großonkel geschenkt bekommen hat. Sie ist schlicht und unglaublich schön und auch nicht zu hoch, so dass Jakob sie bereits jetzt bespielen kann. Sie ist auch sehr robust, aber als Jakob versuchte, sich daran hochzuziehen, merkte er ganz schnell, dass das keinen sicheren Halt gibt. So kniet er nun meistens davor, um die Kugel oben in das Loch stecken zu können. Ich bestellte ihm (unglücklicher Weise) auch eine Holzkugelbahn, die allerdings noch zu groß ist, die ihm aber später, wenn er bereits gehen kann, sicher auch viel Freude bereiten wird.


Er klettert zurzeit unglaublich gerne und weil wir in der Wohnung keine Treppen haben, stellte ich zum Klettern den Hocker vom Möbelschweden mitten in sein Zimmer. Der Hocker ist stabil und die Höhe perfekt und Jakob klettert mittlerweile schon  geschickt rauf und wieder runter. Manchmal vorwärts, aber manchmal auch rückwärts und ertastet den Boden dabei ganz behutsam mit den Füßen.


Ich nähte ihm einige Säckchen mit Bohnen, Kichererbsen und Reis gefüllt um zu Werfen, zu Befühlen und auch um diese aus dem Korb aus- und dann wieder in den Korb einzuräumen. Dabei nahm ich den Stoff doppelt und nähte die Rechtecke zuerst mit Zickzack- dann zusätzlich mit einfachen Stichen auch noch einmal zu. Sicher ist sicher. Gerne schreibe ich dazu noch eine genauere Anleitung.


Sein Spielregal steht nach wie vor an derselben Stelle, lediglich tauschte ich seine Materialien um. Manchmal arbeitet Jakob direkt am Regal, manchmal räumt er alles nacheinander aus. Darum ist sein Regal natürlich nicht immer so aufgeräumt wenn er gerade alles erkundet, es dauert jedoch keine 2 Minuten hier wieder alles auf seinen Platz zu stellen (was ich am Tag auch mindestens 4-5 mal mache).


Seinen Kleiderschrank habe ich an die andere Wand rübergeschoben damit gleich daneben auch ein Sessel zum An- und Ausziehen und ein Korb für Schmutzwäsche Platz haben. Für den Würfelhocker, den ich selbst gebaut habe, ließ ich mich von der lieben Ellen von Chez Mama Poule inspirieren, nahm lediglich nur andere Maße. Die Sitzhöhe beträgt nur 13 cm, so dass Jakob hier wirklich bequem sitzen aber auch alleine wieder runterklettern kann. Das An- und Ausziehen ist so viel entspannter, seitdem er dabei hier sitzen kann. So kann er auch, besonders bei den Hosen und Socken aktiv mitmachen und mir seine Füße entgegenstrecken.

Es war mir wichtig, dass sein Zimmer viel Ruhe ausstrahlt und trotz weniger Dekoration (und der überschaubaren Menge an Materialien), schön und einladend wirkt. Wenn Jakob sein Zimmer erkundet, schaut es öfters mal so aus wie auf diesem letzten Foto, aber weil hier alles seinen eigenen Platz hat, ist es ebenso schnell auch wieder aufgeräumt.


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