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Geschenkideen für junge Kinder (nicht nur) zu Weihnachten

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Kaum begann der Monat November, bekam ich auf Instagram die ersten Nachrichten mit der Bitte, auch heuer einige Geschenkideen für Weihnachten zu zeigen. Zwar ein wenig verspätet, gehe ich dieser Bitte dennoch gerne nach, allerdings möchte ich vorher für mich etwas wichtiges hinzufügen:

Ich finde, Kinder brauchen wirklich keine Massen an Spielsachen. Denn das eigentliche Geschenk ist doch die Zeit, die wir gemeinsam verbringen. Auch meine Kinder bekommen von uns Eltern nur wenige, dafür aber lieber sorgfältig ausgewählte, qualitative Materialien. Klar haben sie auch ihre eigenen Wünsche (zumindest Julia, da Jakob noch zu jung dafür ist) und diese werden selbstverständlich auch berücksichtigt. Dennoch haben wir uns darauf geeinigt, dass jeder 3 Sachen bekommt: ein Wunschgeschenk, ein Buch und eine Überraschung.

Aber zurück zu der Bitte mit den Geschenkideen: diesmal zeige ich Euch solche, die ich für Jakob (jetzt 2,5 Jahre alt) ausgesucht habe oder die ich für Kleinkinder aus Sicht der Montessori-Pädagogik wärmstens empfehlen kann:

  1. Ein Steckspiel zum Zählen von Grimm's*. Ich mag die Idee hinter diesem Material. Es wird zwar weder wirklich mit Zahlen noch mit für junge Kinder ersichtbaren Mengen gearbeitet, aber durch das Aufstecken der bestimmten Bausteine, können unbewusst Zusammenhänge entdeckt werden. 
  2.  Löwen zählen* mit den unglaublich beeindruckenden Kohlenzeichnungen von Stephen Walton. Dieses Buch bestellten wir heuer für Jakob, da er in die Welt der Zahlen eingetaucht ist.
  3. Ein etwas anderes Steckspiel aus Holz*. Die Scheiben werden auf  8 unterschiedlich große Stäbe aufgefädelt. Allerdings weist jede Scheibe eine andere Lochzahl auf, so müssen diese in einer ganz bestimmen Reihenfolge aufgefädelt werden. Jakob hat bereits dieses Steck-Puzzle und liebt es heiß!
  4. Ich bin der kleine Waschbär* von Wolfgang de Haën. Es gibt eine ganze Reihe von diesem Pappbilderbuch auch mit anderen Tieren. Wir haben bereits das Buch mit der Katze und dem Schwein, über weitere Bücher aus der Reihe wird sich Jakob ganz bestimmt sehr freuen.
  5. Auch dieses 4x3 Puzzle aus Holz über Fahrzeuge* findet heuer unter unserem Christbaum seinen Platz. Ich finde, die Anzahl der Puzzleteile ist eine passende Herausforderung für ein Kleinkind, wenn es bereits schon Vorerfahrungen mit ähnlichen, etwas leichteren Puzzles machen konnte. Wie zum Beispiel mit diesem*.
  6. Ist diese Kugelbahn von Grimm's* nicht wunderschön? Die Schellen, die bei dieser Kugelbahn runterrollen sind recht klein, daher finde ich diese Kugelbahn erst ab ca. 2,5 Jahren geeignet. Die Schellen können aber auch auf Holz- oder Murmelkugeln getauscht werden.
  7. Das wird heuer DIE große Überraschung für Jakob sein! Er liebt Baustellen und Fahrzeuge, so schenken wir ihm zu Weihnachten diesen wunderschönen Holzkran von Fagus*. Ich kann es kaum erwarten, seine strahlenden Augen zu sehen!
  8. Auch diese Lockbox* ist eine schöne Weihnachtsüberraschung für Kleinkinder. Die Schlösser werden zwar nicht isoliert voneinander angeboten (und trotz der Bezeichnung im Internet ist dies daher kein Montessori-Material), aber ich finde es auch nicht schlimm, denn die Anzahl der Schlösser und das Material an und für sich ist dennoch überschaubar und schlicht.
  9. Jakob liebt Kreisel! Er hat zurzeit nur einige wenige kleinere, aber ich fand diesen großen Handkreisel* unglaublich schön und auch spannend. Die einzelnen Farbsteine können rausgenommen und neu platziert werden, was dann ein anderes Muster beim Drehen der Kreisel ergibt. 
  10. Dieses Hammer-Spiel* hatte damals Julia auch und sie liebte es heiß! Jetzt habe ich es auch für Jakob aus dem Keller geholt und er hämmert die Nägel genauso konzentriert und gerne auf das Brett, wie seine Schwester vor 5 Jahren. Klar geht es ihm dabei noch nicht darum, irgendwelche Bilder zu gestalten. Viel mehr um den Prozess selbst und die Geschicklichkeit.
  11. Honey Sticks Wachskreiden aus reinem Bienenwachs* mit Lebensmittelpigmenten. 
  12. Und natürlich finde ich nach wie vor die Doron Layeled Puzzles* traumhaft schön und noch dazu auch qualitativ und sinnvoll. Die Abbildungen sind echte Fotos und die Puzzleteile haben alle einen kleinen Holzknauf, so können sie mit dem 3-Finger-Griff herausgenommen und wieder zurückgelegt werden. 
Noch diese Woche zeige ich euch dann Geschenkideen für ältere (Schulkinder). Wenn ihr aber bis dahin nicht warten möchtet oder bei dieser obigen Liste nichts passendes gefunden habt, könnt ihr auch gerne in meinem Shop stöbern. Ja, mein eigener Shop! Naja, Affiliate-Shop. Seit 4-5 Monaten arbeite ich an diesem Shop und endlich ist er nun seit gut einer Woche online. Er ist zwar noch nicht ganz fertig, aber ich denke, er bietet bereits jetzt eine sehr umfangreiche Sammlung an schönen und praktischen Ideen für mehr Montessori zu Hause.

 Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Wenn Du ein mit einem *(Stern) markiertes Produkt erwirbst, erhalte ich eine kleine Provision. Für Dich entstehen dabei jedoch keine höheren Kosten.
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8 Mythen über Montessori (für zu Hause)


Über die Montessori-Philosophie und wie sie zu Hause gelebt werden kann, wird so manches gesagt. Und obwohl einiges davon auch zutrifft, wird auch einiges genauso oft missverstanden. Daher habe ich ein paar dieser Missverständnisse, über die ich bereits oft in Foren und diversen sozialen Medien gestolpert bin, notiert, mit dem Versuch, diese wieder ein wenig ins rechte Licht rücken zu können.

Mythos #1 - Es reicht, Zuhause alles nach Montessori einzurichten, dann geschieht "der Zauber" wie von selbst.

Eine mit Sorgfalt vorbereitete Umgebung, in welcher die Gegenstände für Kinder in passender Größe und für sie gut erreichbar sind, ermöglicht ihnen mehr Unabhängigkeit, ja. Aber auf die vorbereitete Umgebung alleine kommt es nicht an. Kinder brauchen auch Vorbilder, die ihnen immer wieder, mit viel Geduld zeigen, wie sie diese Umgebung sinnvoll nutzen können.

Kinder benutzen liebend gerne einen kleinen Besen und das Kehrblech und pflegen auch gewissenhaft die Pflanzen, wenn wir dabei selbst Vorbilder sind und sie immer wieder dazu einladen, mit uns gemeinsam diese Dinge zu tun. Und wie sie diese Dinge tun können oder wie sie etwas benutzen können, das schauen sie von uns ganz genau ab, oft ohne, dass wir das merken. Zum Beispiel, wie behutsam wir mit Gegenständen umgehen, wie wir die Türen leise schließen und die Dinge, die wir nicht mehr benötigen, wieder an ihren Platz zurück räumen. Anders gesagt: Eine sorgfältig vorbereitete Umgebung kann Kindern so viel ermöglichen. Aber dazu braucht es auch einen "vorbereiteten" Erwachsenen.

Mythos #2 - Die Räumlichkeiten zu Hause nach Montessori anzupassen braucht viel Platz und muss wie in den Einrichtungen aussehen

Aber zurück zu der vorbereiteten Umgebung: Es ist so schön zu beobachten, wenn Kinder auch zu Hause vieles im Alltag selbstständig machen können, weil die Wohnung an ihre Größe und ihre Bedürfnisse angepasst wird. Aber dazu braucht es weder viel Platz, noch muss es eine Menge kosten oder gar ein Spiegelbild der Montessori-Einrichtungen sein. Worauf es wirklich ankommt, ist, dass Kinder am Familienalltag teilnehmen können und sich dabei fähig und nützlich fühlen. Ganz egal ob mit 14 oder 30 Monaten oder mit 7 Jahren. 

Meine Kinder haben weder einen eigenen Kühlschrank, noch eine eigene Küche und nicht einmal einen sogenannten "Lernturm" zu Hause. Ich versuche, unsere Wohnung auch nach ihren Bedürfnissen einzurichten, aber diese Bereiche sind wirklich sehr simpel gestaltet. Viele meiner Freunde, die uns besuchen und die unsere Wohnung aus dem Blog kennen, sind überrascht, dass unsere Wohnung gar nicht so groß ist, wie sie auf den Fotos wirkt. Die Kinderzimmer sind 13-14 Quadratmeter groß und Jakobs Küchentisch steht in einer Nische, die gerade mal 1 Quadratmeter ausmacht. In unserer alten Wohnung, wo wir vor 4 Jahren wohnten, hatte Julia ein Zimmer, das gerade mal 6 Quadratmeter (mit Dachschräge) groß war, aber auch auf diesen 6 Quadratmetern war "Montessori" möglich.

Mythos #3 - Montessori zu Hause bedeutet, den Kindern möglichst viele Tablett-Ideen und Materialien anzubieten.

Ich denke, das ist eines der größten Missverständnisse wenn es darum geht, Montessori zu Hause umzusetzen. Den Kindern einige spannende Aktivitäten anzubieten, die ihren Interessen und Entwicklungsbedürfnissen entsprechen und es ihnen ermöglichen, konzentriert und selbstständig die Welt für sich zu entdecken, ist wunderbar. Aber das muss nicht immer etwas Gekauftes, Gebasteltes, etwas Ausgedrucktes oder Laminiertes und auf einem Tablett angerichtete "Spiel-Idee" sein. Verschiedene Tätigkeiten rund um den Haushalt und im Garten bieten doch so viel! Auch in die verschiedensten Handarbeiten können Kinder versinken und ihre Hände sinnvoll gebrauchen.

Wie ich bereits in diesem Beitrag schrieb, sind es nicht diese Materialien und "Spielideen", die Montessori ausmachen, sondern vor allem die innere Haltung. Die Bereitschaft, sich zu reflektieren und sich seiner Vorbildrolle bewusst zu werden, besonders bei dem, was man tut und was man sagt, wie man Konflikte löst, anderen Menschen begegnet und wie man selbst in der Welt lebt. Verantwortungsbewusst sich, anderen und seiner Umwelt gegenüber.

Mythos #4 - Nach Montessori müssen Kinder vieles alleine machen.

Nein, müssen sie nicht. Aber sie KÖNNEN! Und dieser kleine, feine Unterschied ist bedeutend, insbesondere was die Haltung dahinter betrifft! Auch meine Kinder fragen mich nach Hilfe, aber ich versuche ihnen immer nur so viel zu helfen, wie notwendig und so wenig, wie nur möglich. Manchmal bedeutet das, dass ich Julias Kleiderschrank aussortiere, so dass sie besser mit dem Inhalt und mit dem Wegräumen ihrer Klamotten zurechtkommt. Und manchmal bedeutet es, dass ich Jakob beim Anziehen die Hose hinten hochziehe, während er diese vorne hochzieht, so dass er spürt, etwas für sich selbst tun zu können und dabei auch Erfolg hat.

Dr. Montessori postulierte: "Never help a child with a task at which he feels he can succeed." (Helfe niemals einem Kind bei etwas, bei dem es das Gefühl haben könnte, erfolgreich zu sein - eigene Übersetzung). Es geht nie darum, dass Kinder etwas alleine tun müssten. Es geht viel mehr darum, ihnen so oft, wie möglich das Gefühl zu geben, fähig zu sein! Sei es, dass ihr Weg zum Erfolg über einen Irrtum oder große Anstrengung führt. Umso mehr werden sie dann auf ihren Erfolg stolz sein.

Mythos #5 - Montessori lässt sich zu Hause mit einem Kind viel einfacher umsetzen.

Früher dachte ich das auch. Aber mittlerweile sehe ich das ganz anders. Ja klar, mit einem Kind lässt sich die Umgebung schneller und einfacher vorbereiten und auch zum Beobachten bleibt mehr Zeit. Auch Julia hatte als Erstgeborene das Privileg, von uns Eltern jede Menge ungeteilte Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie musste zu Hause mit niemanden ihre Materialien und die vorbereitete Umgebung teilen, selten auf etwas warten und sich auch keinem anderen Kind anpassen. Was allerdings nicht unbedingt zu ihrem Vorteil war.

Jakob hatte als Zweitgeborener das Privileg der ungeteilten Aufmerksamkeit seltener, aber er profitiert enorm davon, dass er von Anfang an ein Geschwisterchen hat. Und seitdem Julia eine große Schwester ist, lernt auch sie jede Menge dazu, auch wenn es dadurch oft laut wird, weil es zwischen den beiden zu Streitereien kommt. Sie erfährt zum Beispiel, was es bedeutet, für jemand jüngeres ein Vorbild zu sein, wie sie Konflikte gewaltfrei lösen kann, sich und ihre eigenen Grenzen besser spüren kann und was es bedeutet, jemanden zu respektieren, auch wenn diese Person noch so jung und unerfahren ist. Und plötzlich machen auch gewisse Regeln mehr Sinn, wie etwa, dass wir einander bei der Arbeit nicht stören oder Gegenstände, die wir nicht mehr benutzen, wieder wegräumen, so dass der andere sie auch anfinden und benutzen kann.

Mythos #6 - Ab dem Schulalter lässt sich Montessori zu Hause nicht mehr wirklich (oder nur teils) umsetzen.

Vielleicht sehen ab dem Schulalter die Spielregale und die Kinderzimmer nicht mehr so ordentlich aus. Aber selbstverständlich haben auch Schulkinder und Jugendliche Entwicklungsbedürfnisse und brauchen ebenso unsere Achtsamkeit und unser Vertrauen, damit sie unabhängig sein können. Damit sie ihren Platz in der Welt finden können.

Wie gesagt, es geht nicht darum, ihnen Tablett-Ideen oder Spielsachen anzubieten. Und schon gar nicht darum, Kindern immer irgendwelche "Beschäftigungs-Ideen" anzubieten. Es geht darum, sie zu verstehen, sie in ihren Entwicklungsbedürfnissen wahr und ernst zu nehmen und dabei bereit zu sein, uns selbst zu reflektieren. Sie zu lieben, zu ermutigen und dann auch loszulassen. Ihnen zu zeigen, wie schön diese Welt ist und wie wichtig darin alles lebende und nicht lebende ist. Ihnen zu zeigen, wie wichtig sie sind und wie sehr wir ihren Fähigkeiten vertrauen. Und wenn Schulkinder dann zum ersten mal ganz alleine einkaufen gehen, wenn sie von ihrem Taschengeld zum ersten mal etwas wirklich selbst kaufen können oder vielleicht sogar zum ersten mal ohne Hilfe das Mittagessen für die Familie kochen, macht es sie unglaublich stolz und stark.

Mythos #7 - Montessori ist nicht für jedes Kind geeignet.

Bei Montessori ist es unser Ziel, jedes Kind dort abzuholen, wo es gerade steht und ihm helfen, seinem inneren Bauplan folgend, sich selbst zu formen und Herr seines Selbst zu werden. Dr. Montessori beobachtete ihr Leben lang weltweit Kinder in jeder Altersstufe und je nach dem, was sie bei den Kindern beobachten konnte, entwickelte sie passende Materialien und gründete Einrichtungen, in welchen sich Kinder nach ihrem eigenen Tempo und nach ihren Entwicklungsbedürfnissen entfalten und sich offenbaren konnten. Ihre Philosophie basiert also nicht auf irgendwelchen Thesen, sondern rein auf Beobachtungen und ist von Respekt gegenüber und Liebe zu den Kindern geprägt. Wie könnte so eine, sich an den kindlichen Entwicklungsbedürfnissen orientierende Haltung, nicht für jedes Kind passen?  

Mythos #8 - Montessori ist nicht mehr aktuell und müsste überdacht werden.

Auch wenn die Montessori-Pädagogik schon über 100 Jahre "jung" ist, hat sie für mich kein bisschen von ihrer Aktualität verloren. Im Gegenteil! Wäre es nicht mehr denn je wichtig, dass die nächsten Generationen eine Gesellschaft bilden, die friedvoller und verantwortungsbewusster zusammenleben kann, die kreativ, selbstbewusst und wertschätzend ist und fähig ist, aus den eigenen Fehlern zu lernen?

Außerdem verändert sich die Montessori-Pädagogik laufend. Manche Darbietungen und Materialien werden durch erfahrene und fachkompetente Montessori-Pädagogen weltweit gemeinsam diskutiert, überdacht und neu angepasst, je nach dem, was sie bei den Kindern beobachten konnten und je nach dem, welche neue Schriften von Dr. Montessori ans Tageslicht kommen. Auch ich besuche laufend Kurse und Vorträge, um mich auf dem Laufenden zu halten und um mein Fachwissen aufzufrischen. Wie gesagt, diese Pädagogik basiert auf der Beobachtung von Kindern und wird daher laufend optimiert. Für die Kinder.

Etwas für mich wichtiges möchte ich noch anmerken: Kein Mensch ist perfekt, sollte sie oder er noch so ein großes "Montessori-Herz" haben. Fehler zu machen, gehört zum Lernen dazu und wir alle sind Lernende. Falls einige von Euch mit der Montessori-Pädagogik eine schlechte Erfahrung gemacht haben, bitte schließt keine voreiligen Schlüsse und bezieht es nicht auf die gesamte Philosophie.

Was diese Mythen betrifft, so gibt es wahrscheinlich noch einige davon, die ich hier nicht aufgelistet habe. Fühlt Euch daher eingeladen, Eure Erfahrungen und Gedanken durch das untere Kommentarfeld mit mir zu teilen.

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Einblicke in eine wunderschöne Montessori Spielgruppe - diesmal in Wien

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Was mich an solchen Montessori-Einrichtungen am meisten beeindruckt, ist diese große Sorgfalt und Liebe, mit der sie eingerichtet werden. Für mich zeigt das nicht nur das Vertrauen in die Fähigkeiten der jungen Kinder, sondern auch einen riesengroßen Respekt ihnen gegenüber. Denn wer sagt, dass Babys und Kleinkinder keine Vorliebe für schöne Dinge hätten?

Heute möchte ich Euch diese wunderschöne Montessori Spielgruppe mitten in Wien vorstellen: ILSA, die ihren Namen von ihren 2 Gründerinnen bekam, Iliana und Sabine. Beide sind Montessori-Pädagogen aus Leidenschaft und bieten durch diese Spielgruppe sowohl jungen Kindern als auch Eltern eine traumhaft schöne Montessori Umgebung.


Liebe Iliana, liebe Sabine, was ist ILSA und wie kam es eigentlich zu dieser Montessori Spielgruppe?

Sabine: Montessoripädagogik war lange Zeit auf Kinderhaus und Schule begrenzt. Für mich war klar, dass es etwas davor geben muss. Bei der Gründung von ILSA war es mir wichtig, die Eltern bereits in der Schwangerschaft zu begeistern und ihnen eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie anders man mit Kindern leben kann. Ilsa soll einerseits Begegnungsraum sein, aber auch einen Beitrag dazu leisten, Eltern sensibler für die wirklichen und grundsätzlichen Bedürfnisse ihrer Kinder zu machen.

Iliana: Im Rahmen meiner Arbeit im Kleinkinderhaus merkte ich, dass die Kinder, die mit ihren zarten 12 Monaten zu uns kommen, bereits geprägt von ihren Erfahrungen im ersten Lebensjahr sind. So wendete sich mein Blick stärker und immer mehr zu dieser ersten Zeit, die die Kinder zu Hause mit ihren Eltern verbringen. Die Wertschätzung und die Achtung, die ich zu den Kindern spüre, empfinde ich auch für die Eltern und da fühlte ich mich berufen, Eltern zu unterstützen, in diese wichtige Rolle zu wachsen und einen Ort zu schaffen, wo sie und ihre Kinder sich wohl- und willkommen fühlen.

ILSA ist ein richtig gemütlich und praktisch eingerichtetes Haus, in dem Mütter und Väter wertvolle Zeit mit ihren Babys oder Kleinkindern verbringen können. ILSA ist ein besonderer Lebensort für junge Kinder und Eltern mit vielen Komponenten aus der häuslichen Umgebung, wie Bilder, Pflanzen, ein gemütlicher Stillsessel, Sofas für Groß und Klein, Kunst- und Naturobjekte, Küche mit Nahrungsmitteln, Tee und Kaffee, Kinderwaschbecken, Büchern, Spiele, einem Neugeborenenbereich und noch vielem mehr.

Mein Wunsch ist, dass die Eltern und die Kinder durch die Begegnungen und die Erfahrungen, die sie im ILSA mit der Montessori-Pädagogik und anderen Menschen machen, einfach zu sich selbst finden, ihren eigenen Wert entdecken. Jedes Kind, überhaupt jeder Mensch, ist wertvoll und wundervoll so wie es/er ist, weil es ein einmaliges und einzigartiges Individuum dieser Schöpfung ist. Es kommt vor, dass solch philosophische Eingebungen uns in den Sinn kommen im Rahmen einer Montessorispielgruppe.

 
Wie seid ihr eigentlich zu der Montessori-Pädagogik gekommen?

Sabine: Ich habe mit legasthenen Kindern im Altersbereich 9 - 14 Jahre gearbeitet, nach alternativen Lehrmethoden gesucht und bin so zur Montessoripädagogik gekommen. Deshalb habe ich zuerst die Montessori-Schulausbildung bei der ÖMG besucht. Im Laufe meiner Arbeit wurde mir immer klarer, dass man viele Probleme verhindern könnte, wenn man bereits anders mit jungen Kindern arbeiten würde. Daraus entstand 2008 das Montessori KIDS Kinderhaus in Wien

Iliana: Mein Montessori-Weg begann, als ich das erste Mal in einem Montessori-Kinderhaus in Wien stand, auf der Suche nach einem Betreuungsplatz für mein erstes Kind. Es war mir damals nicht bewusst, aber dieser Moment war für mich schicksalshaft, mein Leben nahm eine Wende, die mich bis heute bereichert. Das war vor 14 Jahren. Die liebevolle und reichhaltige Lernumgebung, die den Kindern zur Verfügung stand und das pädagogische Team in diesem Kinderhaus haben mich tief beeindruckt. Ich war schon zu der Zeit ausgebildete Kindergartenpädagogin und arbeitete selbständig als Tagesmutter. Es folgten zwei Diplomausbildungen für das Alter 0-3 und 3-6 Jahre, zwei Zertifikatlehrgänge und unzählige Fortbildungen in der Montessoripädagogik, sowie die Gründung des Montessori Kleinkinderhauses „Grashalm“ und die Geburt meines zweiten Sohnes.


Was spricht Euch am meisten an der Montessori-Philosophie an? 

Sabine: Die Art und Weise, wie kompetent und respektvoll ein Kind gesehen wird und wie viel Vertrauen dem Kind entgegengebracht wird, damit es sich in einer guten Umgebung optimal entwickeln wird. 

Iliana: Für mich ist Montessori mehr als eine anspruchsvolle pädagogische Richtung, die wissenschaftlich fundiert und genial durchgedacht ist, Montessori ist für mich eine Haltung - allen Menschen, Lebewesen und im allgemeinen der Welt und dem Leben gegenüber. Montessoris Vision für den Weltfrieden und die Überwindung der Unterschiede zwischen den Menschen berührt mich zutiefst und gibt mir Kraft, in meinem kleinen Rahmen zu versuchen, diese Mission in unserer aktuellen Zeit fortzusetzen. Meinen kleinen Beitrag zu dieser großen Idee sehe ich einfach in der Aufgabe, die Menschen in meiner Umgebung die Liebe, den Respekt, das Vertrauen, den Glauben und alle die guten Gefühle spüren zu lassen, die es so gibt.


Was beeindruckt Euch am meisten an Eurer Arbeit mit der Altersgruppe 0-3?

Sabine: Wie kompetent so junge Menschen von Anfang an sind und wie viel und schnell sie Dinge erlernen. Auch diese Wissbegierde und Beharrlichkeit, an Dingen dran zu bleiben. Ich nehme als Beispiel gerne die Bewegungsentwicklung: wie oft versucht ein Kind aufzustehen und fällt wieder hin und gibt nicht auf bis es gehen kann. 

Iliana: Ich liebe es, still junge Kinder zu beobachten, während sie vertieft mit Hingabe in einer Beschäftigung versunken sind. Dann leuchten ihre Gesichter und Körper durch einen einzigartigen Ausdruck der Glückseligkeit, Freude, Konzentration und innerer Harmonie. Mich begeistert es zu sehen, wie junge Menschen sich gerne anstrengen und scheinbar unüberwindbare Hürden bewältigen. Manchmal überraschen sie ihre Eltern und sich selbst mit ungeahnten Fähigkeiten, die sie in sich entdecken. Gemeinsam mit diesen kleinen spontanen Forschern die Welt zu bestaunen, lässt mich die Zeit vergessen und denken, dass ich den schönsten Beruf auf dieser Erde habe.

Außerdem finde ich im allgemeinen die Arbeit mit Kindern im Alter von 0-3 für unsere Gesellschaft essentiell und äußerst verantwortungsvoll. Die ersten drei Jahre dienen als Basis für das menschliche Leben.


Wie sieht so eine Montessori „Spielgruppe“ bei ILSA aus? 

Die Kinder in der Spielgruppe entdecken in ruhiger und friedvoller Atmosphäre neue Dinge und sammeln für Ihre Entwicklung kostbare Erfahrungen mit den ersten Montessori-Materialien. Die Eltern staunen oft, wie die Kinder in der liebevoll vorbereiteten Umgebung aufblühen und wie sich ganz neue Verhaltensweisen offenbaren. Maria Montessori schrieb: „Kooperation ist Folge eines freien Lebens mit freier Aktivität“ (aus dem Buch: Spannungsfeld Kind-Gesellschaft- Welt).

Die Montessori-Materialien haben einen sehr starken Aufforderungscharakter und geben dem Kind eine Orientierung, sodass der Erwachsene fast überflüssig wird. Die Kinder, die schon gehen können und ihre Hände frei haben, können Obst und Gemüse für die gemeinsame Jause schälen, schneiden, Pflanzen gießen, Tische waschen usw. Für diejenigen, die sich gerne bewegen, stehen Treppen, eine kleine Rutsche, Kletterkisten mit Bällen und eine Hängematte zur Verfügung. Wir versuchen in unseren Spielgruppen eine „schöne, heile und heitere Welt“ zu erschaffen, denn die Kinder in diesem zarten Alter brauchen das Gefühl der „allumfassenden Sicherheit“. Das gemeinsame Essen einer gesunden Jause in unserer Küche wird bei uns jedes Mal zelebriert, mit hübsch gedecktem Tisch und Blumendekoration. Die Schönheit umgibt die Kinder überall. Als Abschluss der Spielgruppe sitzen wir gemeinsamen im Kreis, in dem gesungen und getanzt wird.

Das pädagogische Wissen für das Alter 0-3 Jahre, das durch ILSA verbreitet wird, ist in dieser Form für Österreich noch einzigartig und relativ neu. Dank der Montessori-Akademie in Wien, wo alle Kolleginnen im ILSA ihre Ausbildung abgeschlossen haben, wurde diese schon lang existierende und fundierte Praxis nach Österreich gebracht. Ich empfinde es als Privileg, gemeinsam mit meinen Kolleginnen im ILSA diese ersten Schritte in einer Pionierbewegung in Österreich gehen zu dürfen. Natürlich wünschen wir uns für die Zukunft für alle Kinder noch mehrere solche Häuser.


Liebe Iliana, liebe Sabine, ich bedanke mich bei Euch für das schöne Interview und für Clara von Luftikus für die tollen Fotos.

Am kommenden Montag, dem 23. September findet übrigens bei ILSA (Straußengasse 14, 1050 Wien) von 10-17 Uhr ein Tag der offenen Tür, mit vielen tollen Programmen und spannenden Vorträgen statt.

Das Programm im Überblick:

11 Uhr - Singspatzen
12 Uhr - Babyyoga
13 Uhr - Vortrag: „Ein Tag mit meinem Kind“
14:30 Uhr - Kreativangebot
15:30 Uhr - Trageworkshop
16 Uhr - Vortrag: „Essen, Schlafen, Trockenbleiben“


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Bei uns in den letzten Wochen...

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Meine Lieben, da bin ich wieder! Noch gerade rechtzeitig zum Herbstbeginn melde ich mich zurück aus unserer ungeplant langen (aber keineswegs langweiligen) Sommerpause. Und ich gestehe, diese Blog- und Social Media-Pause tat mir so gut! Doch in den letzten Wochen habe ich das Schreiben immer mehr vermisst und so beschloss ich, den Kopf voller Ideen, das Herz voll mit Herzensthemen und die Hände gerüstet für neue Projekte und Planungen, mich wieder an den Laptop zu setzen. Und das beste daran ist, dass ich jetzt auch tatsächlich mehr Zeit für all das habe!


Denn Anfang September startete Jakob in sein zweites Kleinkindgruppenjahr. Er ist jetzt so ziemlich genau 2 1/2 Jahre alt und in seiner Entwicklung hat sich in den letzten Monaten unglaublich viel getan. Er steckt bis zum Hals in der Autonomiephase und will alles "alleine machen", redet ganz viel und ist seit einem guten halben Jahr komplett windelfrei. Auch nachts. Der Alltag mit einem Kleinkind ohne Windeln ist so viel einfacher und für ihn so viel würdevoller. Darüber möchte ich Euch dann noch mehr erzählen und Euch auch zeigen, welche praktischen Tipps uns dabei besonders geholfen haben.


Das ist übrigens eines seiner Lieblingsmaterialien zurzeit: Die Box mit den Schrauben. Wenn er nicht gerade klettert, hüpft, seine Autos durch die Wohnung schiebt oder in der Küche etwas arbeitet, verbringt er unzählige Minuten damit, die Schrauben mit dem kleinen Schraubenzieher in und aus den passenden Öffnungen zu schrauben. Das Schrauben-Set und die handgefertigte Holzbox sind übrigens von Manine Montessori. Im Set ist auch ein Schraubenschlüssel und dazu passende Schrauben vorhanden, die ich allerdings für den Anfang für Jakob rausgenommen habe, damit er sich besser auf nur eine Aufgabe konzentrieren kann.


Was Julia betrifft, so ist sie nun offiziell ein Schulkind. Endlich! Sie besucht seit der ersten Septemberwoche eine Montessori Schule (elementary) und ist so unglaublich stolz darauf! Sie geht jeden Tag, trotz des Frühaufstehens strahlend in ihre neue Schule und kommt genauso strahlend und gesättigt wieder nachhause. Ich habe mal das Büchlein fotografiert, das sie diese Woche dort in der Schule angefertigt und auch selbst gebunden hat. Ein Büchlein über Insekten. Ich bin so dankbar dafür, dass sie den Montessori-Weg gehen kann!


Das sind ihre erste stolzen (Terrassen-)Karotten. Die Samen hat sie selbst ausgewählt und gesät und die Pflänzchen gewissenhaft gepflegt und nun sind daraus 24-25 Karotten geworden, die sie gestern geerntet hat, um einige davon in die Schule mitzunehmen. Sie bat mich allerdings, noch vorher ein Foto zu machen.


Sie besucht nun auch regelmäßig eine richtig coole Abenteuer-Wildnis-Gruppe, die ihre Schule organisiert hat. Ich bin so begeistert von dem, was sie auf diesen Wildnis-Ausflügen alles erleben kann! Bei diesen stapfen sie zB. durch seichte Sümpfe, lernen, wie sie mithilfe von Funkenschläger und Zunder ein Lagerfeuer machen können, üben den Umgang mit dem Taschenmesser,  lernen, welche Früchte und Pflanzen essbar und welche giftig sind, gehen barfuß durch den Wald und entdecken neben Tieren auch die Spuren, die Tiere in der Wildnis hinterlassen. Von ihrem ersten Wildnis-Ausflug kam sie bis hinauf zu den Oberschenkeln voll mit Schlamm, den Rucksack voller Erlebnisse und mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht nach Hause.

Montessori schreibt in ihrem Buch The Discovery of the Child: "... a child needs to live naturally and not simply to have a knowledge of nature." Wir leben zwar in einer Großstadt, aber ich denke, solche Wildnis-Abenteuer werden ihrer Bedürfnisse auf jeden Fall gerecht.

Falls ihr in Österreich wohnt und Eure Kinder solche Abenteuer lieben, kann ich Euch Young Explorers wärmstens empfehlen! Ronnie, der die Wildnisgruppen und das Unternehmen führt, ist ausgebildeter Outdoor-Guide und Kletterlehrer und kann dazu auch noch tolle Fotos von den Ausflügen machen (siehe Bild oben). Er bietet auch für Familien Wildnis-Ausflüge an bzw. für Geburtstagskinder eine Wildnis-Feier, die wir definitiv im Winter buchen werden. Schaut unbedingt auf die Homepage, die ich Euch hier verlinkt habe bzw. auf die Instagram-Seite. Das Angebot und die Fotos sprechen für sich!


In den Sommerferien haben Jakob und Julia aus praktischen Gründen die Zimmer getauscht. Die Zimmer sind zwar gleich groß, aber das Zimmer von Julia liegt nun direkt neben dem Wohnzimmer, wo sie sich zwar zurückziehen kann, dennoch nichts vom  alltäglichen Familientrubel verpasst. Jakobs Zimmer liegt nun näher an unserem Schlafzimmer und er besteht immer öfters darauf, in seinem eigenen Bett zu schlafen. Wie die Zimmer der Kinder nun aussehen und warum in Julias Zimmer oft ein Chaos herrscht, berichte ich Euch ganz bald. (Oh, ich habe so viel zu erzählen!)


Was ich am Herbst, außer den farbenfrohen Blättern und der angenehmen Frische in der Luft so mag, sind all die leckeren Dinge, die es in den anderen Jahreszeiten sonst nicht gibt. Endlich ist die Kürbis- und Pflaumen-Zeit da und da ich neulich ein recht unfotogenes, dafür aber sehr einfaches und vielversprechendes Pflaumen-Kuchen-Rezept in einer Jamie Oliver Sendung sah, beschloss ich, es mit Jakob gemeinsam auszuprobieren.

Der Kuchen besteht eigentlich aus nur 4 Zutaten, schmeckt aber köstlich und ist blitzschnell zubereitet. Ja, auch mit einem Kleinkind an der Seite:

Wir brauchten dazu 1 Rolle Blätterteig, 2 Hände volle saftige Pflaumen, 30 ml Ahornsirup und 1 Teelöffel Zimt.


Zuerst werden die Pflaumen halbiert und entkernt. Das Entkernen überließ ich Jakob und schnitt dazu die Pflaumen in der Hälfte etwas ein, damit er besser an die Kerne herankommen kann. Dann werden die Pflaumen mit dem Zimt und Ahornsirup in einer Pfanne angebraten, bis sich der Ahornsirup karamellisiert hat. Eine runde Tortenform mit Backpapier auslegen, die süßen, angebratenen Pflaumen einfach so hineingeben und gut verteilen und dann diese mit dem Blätterteig zudecken. Dabei den Teig an den Rändern einfach in die Tortenform hineinstecken.


Dann den Kuchen bei 180°C (Umluft) goldbraun backen, aus dem Backofen nehmen und etwas abkühlen lassen. Einen Teller umgekehrt auf die Tortenform legen und alles umkippen, so dass die Pflaumen oben und der Teig unten ist. Mit einer Kugel Vanilleeis serviert schmeckt dieser Kuchen am besten, da aber beide Kinder ziemlich verschnupft sind, haben wir diesmal auf das Eis verzichtet. War trotzdem lecker!

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Meine top 10 Buchempfehlungen für Montessori-Begeisterte Eltern

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Ich denke, um Montessori besser zu verstehen, kann ein Besuch in qualifizierten Einrichtungen eine große Bereicherung sein. Sowie auch das Lesen von wirklich guten Büchern!

Ich weiß, nicht jeder hat die Möglichkeit, in einer qualifizierten Einrichtung zu hospitieren, aber was gute Bücher betrifft, habe ich hier meine Top 10 zusammengesucht, die einerseits den Einstieg in die Montessori-Philsophie erleichtern und zweitens auch helfen, diese bestimmte Haltung jedermann näher zu bringen. Und weil ich weiß, dass es nicht immer so einfach ist, im Alltag Zeit zum Lesen zu finden, habe ich auch die Hörbuch-Versionen ausfindig gemacht, weil mir wirklich viel daran liegt, euch diese Bücher ans Herz zu legen.

  • Montessori von Anfang an* von Paula Polk Lillard und Lynn Lillard Jessen ist ein Buch, das ich bei meinen Buchempfehlungen für Eltern nie auslasse. Es hilft nicht nur zu verstehen, welche Entwicklungsbedürfnisse Kinder in ihren ersten Lebensjahren haben, sondern bringt auch diese "montessorische Haltung" dem Leser näher. Das Buch gibt es auch als Hörbuch auf Englisch* (und ich persönlich finde, dass der Text auf Englisch etwas leichter zu verdauen ist).
  • Was auf meiner Top 10 Liste nicht fehlen darf: Maria Montessori - Leben und Werk von E. Mortimer Standing. Der Autor war ein Zeitgenosse und pädagogischer Wegbegleiter Maria Montessoris und stand mit ihr mehr als ein Vierteljahrhundert hindurch in engem Kontakt. Standings Buch beruht auf Zitaten, Quellen sowie auf seinen einigen Erinnerungen und beschreibt diese Pädagogik mit seinen eigenen Worten unglaublich treffend und verständlich.
  • Ein wunderbares Buch ist auch Das Kind in der Familie* von Maria Montessori selbst. Es legt den Schwerpunkt auf die ersten 6 Lebensjahre von Kindern und ist, wie schon der Titel verrät, nicht nur an Pädagogen gerichtet, sondern ebenso an Eltern. Was ich an den Büchern von Montessori so praktisch finde, ist, dass sie sich auch kapitelweise aufschlagen lassen.
  • Auch Simone Davies Buch The Montessori Toddler* gehört zu meiner Liste. Neben praktischen Tipps für zu Hause erzählt Simone mit unglaublich viel Fachwissen und Liebe über Kleinkinder. Eine ganz besondere Ehre war für mich, für Simones Buch mit einigen meiner Fotos beitragen zu dürfen. Das Buch gibt es zurzeit nur auf Englisch, aber ich hoffe, auf eine Deutsche Übersetzung müssen wir nicht mehr allzu lange warten.
  • Dieses Buch, Gewaltfreie Kommunikation* von Marshall B. Rosenberg hat vieles in meinem Leben verändert. Aber ganz besonders die Art, wie ich mit anderen Menschen (vor allem aber mit meinen Kindern) achtsamer kommunizieren kann. Ich gestehe, es hat Jahre gedauert, bis ich verstanden habe, wo der Knoten bei mir war, aber als ich es endlich verstanden habe, war das so eine Erleichterung und Bereicherung im Alltag! Für alle, die lieber zuhören als lesen: Gewaltfreie Kommunikation gibt es auch als ein Hörbuch*!
  • Und nicht zuletzt: Von der Erziehung zur Einfühlung - wie Eltern und Kinder gemeinsam wachsen können* von Naomi Aldort. Auch dieses Buch ist kein Montessori-Buch, jedoch beschreibt es eine Haltung, die der von Montessori ganz nahe kommt. Mit viel Respekt und Liebe Kindern gegenüber, wo aber die eigene Grenzen und die einer Gemeinschaft genauso wichtig sind. Das Buch gibt es leider nicht als Hörbuch, allerdings ein anderes, sehr lesens- und hörenswertes Buch von der gleichen Autorin: Peaceful Parenting*.

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Einblicke in eine AMI Montessori Spielgruppe für 0-3 im Herzen von Berlin

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Letztes Jahr wurde ich zu einem Montessori Kongress (AMI 0-3) in der Schweiz eingeladen, wo ich nicht nur einen Vortrag halten durfte, sondern unglaublich viele wertvolle Bekanntschaften schließen konnte. Unter anderem mit Katelynn, eine AMI Montessori Pädagogin für 0-3 aus den USA, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. In besuchte ihren Workshop, wo sie wunderbare Tipps zur Vorbereiteten Umgebung zu Hause für die Allerjüngsten gab und auch mit unglaublich viel Respekt und Liebe über Kinder sprach.

Katelynn lebt in Berlin und eröffnete kürzlich dort Deutschlands erstes Montessori Frühbildungszentrum: Montessori Mother ELC wo sie für junge Kinder und Eltern Montessori "Spielgruppen" anbietet. Katelynn ganz bald in Berlin zu besuchen steht bereits auf meiner ToDo-Liste, dennoch wollte ich Euch ihre schöne Einrichtung nicht so lange vorenthalten und bat sie um einige Fotos und um ein Interview.


Liebe Katelynn, wie bist Du eigentlich zu Montessori gekommen?

Mein Montessori Weg begann in Moskau, Russland als mir eine andere Lehrerin eine Kopie von „The Secret of Childhood*“ ("Kinder sind anders*“ auf Deutsch) von Dr. Maria Montessori gab. Einige Jahre später erhielt ich mein AMI 0-3 Diplom in St. Petersburg. Zurück in Moskau arbeitete ich privat mit Babys und Kleinkindern und half, die vorbereitete Umgebung einzurichten. Ich erstellte ein Instagram Profil, wo ich hauptsächlich Tipps zur Vorbereiteten Umgebung für zu Hause gab und Montessori Mother war geboren.


Was spricht Dich am meisten an der Montessori Philosophie an?

Das ist eine schwierige Frage, da ALLES an der Montessori Philosophie mich zutiefst anspricht. Aber vielleicht zusammengefasst das, dass Montessori eine Friedenspädagogik ist. Seit 100 Jahren haben Montessori Einrichtungen das Ziel, die Welt zu einem besseren Ort zu gestalten. All die Montessori Pädagogen geben ihr Wissen, ihr Herz und Vertrauen jeden Tag, damit Kinder zu frei denkenden, verantwortungsbewussten und kreativen Individuen heranwachsen können. Zu Persönlichkeiten, die ihren Platz in der Welt kennen und Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten haben.

Wenn ich mit Kleinkindern arbeite, erlebe ich das tagtäglich. Ich begleite in einer der Gruppen 10 Kinder, die in 10 verschiedenen Ländern geboren wurden und 10 verschiedene Sprachen lernen - und alle sitzen zusammen am Gruppentisch, geben das gleiche schöne Gebrabbel von sich, teilen Brot und Bananen und kümmern sich nicht um die Barrieren, die es auf der Welt gibt.


Möchtest Du uns erzählen, wie Du dazu gekommen bist, Deine eigene Montessori "Spielgruppe" zu eröffnen?

Als ich nach Berlin kam, war ich erstaunt, wie wenig hier Montessori verbreitet war. Ich konnte keine einzige Schule oder ein Zentrum finden, wo eine gute Montessori Umgebung für Kinder unter 3 Jahren angeboten worden wäre. Ich fragte in einer lokalen Facebook Gruppe, ob jemand Interesse an einer Montessori "Spielgruppe" hätte und traf auf eine Gemeinschaft aus enthusiastischen und unterstützenden Eltern.

Ein Jahr später startete ich mit meinen sogenannten "Pop-Up" Montessori Kursen, was bedeutet, dass ich die Materialien und Ausstattung bei jedem Treffen in den gegebenen Räumlichkeiten selber mitnehmen und neu herrichten musste. Das war eine schwierige Zeit. Denn ich musste die komplette vorbereitete Umgebung mehrmals am Tag durch die ganze Stadt transportieren. Ich verbrachte mehr Zeit damit, Dinge in meinem Auto zu verstauen, dann alles wieder auszuräumen und im Gruppenraum zu arrangieren als ich Zeit als Pädagogin verbrachte. Und auch, wenn ich wusste, dass ich mit dieser vorbereiteten Umgebung vielen Kindern ein wertvolles Lernerlebnis ermöglichte, musste ich mich sehr darauf beschränken, wie viele Möbel und Materialien in mein Auto passten.

Das wollte ich ändern und suchte einen Ort in zentraler Lage, an dem ich eine beständige, schön vorbereitete komplette Montessori Umgebung anbieten konnte. Am 20. März dieses Jahres war es dann soweit und ich eröffnete endlich das Montessori Mother ELC für 56 Familien und bin unglaublich froh darüber.


Was ist zurzeit Deine liebste Aktivität mit den Kindern in Deinem Gruppenraum?

Ich liebe es, eine Umgebung zur Verfügung zu stellen, in der die Kinder ihren Interessen folgen und neue Möglichkeiten entdecken können. Ein Material, auf das ich besonders stolz bin, ist unsere Werkbank, die von meinem Ehemann Chad gebaut wurde.

Ich wusste bis vor Kurzem nicht einmal, wie man eine Säge richtig benutzt. Nun haben die Kinder die Möglichkeit, ihrem Interesse zu folgen und erfolgreich mit echtem Werkzeug zu arbeiten in einer sicheren Vorbereiten Umgebung. Es gibt 4 einzelne ausführliche Aktivitäten: Nägel hämmern, schrauben und Schrauben wieder entfernen, Löcher bohren und Holz sägen.


Wie sieht so eine "Spielstunde" in Deiner Gruppe aus? 

Ich biete Montessori "Spielgruppen" für Babys (2-16 Monate) und für Kleinkinder (16 Monate bis 4 Jahre) an. Jede Stunde ist eine Kind-orientierte Arbeitsstunde mit Montessori Material, ein gemeinsames Essen am Gruppentisch und ein Musikkreis, bei dem Eltern und Kinder gemeinsam singen.

Ich biete in meinem Zentrum 5 Räumlichkeiten an, die an die Kinder angepasst sind. Wir haben einen Garten, eine Küche, ein Badezimmer und 2 große Räume, in denen mit Material gearbeitet wird. Der erste ist für Aufgaben des täglichen Lebens, Kunst und Sprache. Der zweite ist für die Entwicklung groß- und feinmotorischer Fähigkeiten.

Es war wichtig für mich, dass Eltern und Kinder einen schönen Ort zum Arbeiten haben, der an die Bedürfnisse beider gerichtet ist. Wo nicht nur die Kinder die Welt für sich entdecken, sondern wo auch Eltern sie dabei beobachten, bestaunen können und dadurch auch mehr Einblick in die Montessori Philosophie gewinnen können.


Falls ihr in Berlin oder Umgebung wohnt und ein Kleinkind oder Baby zu Hause habt, kann ich Euch Katelynns Montessori "Spielgruppe" am Berlin-Prenzlauer Berg von ganzem Herzen empfehlen! Schon alleine wegen den Workshops, die sie Eltern anbietet und die Konzerte, die sie für die jungen Kinder vor Ort organisiert.

Aber auch wenn ihr nicht in Berlin wohnt oder nicht einmal in Deutschland, findet ihr auf Katelynns Instagram Seite, auf ihrem Blog und auf ihrer Facebook Seite regelmäßig Einblicke in ihre Arbeit und viele wertvolle Tipps und Gedanken für Montessori zu Hause.

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Auf Jakobs Regal mit 23-24 Monaten - und warum ich seine Materialien nicht zu oft austausche

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In der Montessori-Kleinkindgruppe, in der ich tätig war, wechselten wir das Materialangebot weniger nach einem Zeitplan, viel mehr aufgrund unserer Beobachtungen und des Entwicklungsbedarfes der Kinder. Manchmal tauschten wir ein Material bereits nach 2 Wochen wieder aus, manches ließen wir aber sogar 4 Wochen oder länger auf dem Regal stehen.

Es war uns wichtig, darauf zu achten, dass das Materialangebot vielseitig ist. Aber für mich bedeutet es nicht unbedingt, dass dieses Materialangebot häufig gewechselt werden müsste. Ich bin sogar dafür, dass das Angebot länger auf den Regalen stehen bleibt, damit junge Kinder tatsächlich die Möglichkeit haben, diese Materialien in ihrem eigenen Tempo zu entdecken und zu erforschen und durch Wiederholungen, die Herausforderungen zu meistern. Manche Materialien werden vielleicht deswegen eine Zeit lang nicht von den Kindern beachtet, weil andere sie gerade mehr fesseln. Oder möglicherweise deswegen, weil die Herausforderung doch zu groß ist. Aber ich denke, auch diese Dinge zu beobachten oder ob ein Material nur ein wenig verändert werden muss, damit die Kinder zurechtkommen, braucht eben Zeit.

Abgesehen davon lag der Fokus in der Kleinkindgemeinschaft viel mehr beim praktischen Alltagsleben innerhalb der Gruppe. Die Kinder schälten lieber Bananen und Eier, deckten den Tisch, wuschen ihre Hände und begossen die Pflanzen im Gruppenraum und im Garten.


Ganz ähnlich mache ich das auch zu Hause mit Jakob. Der Fokus liegt eher bei unserem Familienalltag. Aber auch was den Inhalt seines Regals betrifft, ist es mir wichtig, ihm eher weniger und auch seltener etwas neues anzubieten, dafür aber gut überlegte und sinnvolle Materialien:
  • Ich beobachte ihn um herauszufinden, welche Interessen bzw. welche Entwicklungsbedürfnisse er hat und versuche dementsprechend, ihm Materialien und Aktivitäten anzubieten. Und wenn er das Angebot annimmt, beobachte ich ihn, wie er mit diesem Material arbeitet. Denn oft merke ich erst dann, wenn das Material noch ein wenig optimiert werden muss, ob es für ihn noch eine zu große oder vielleicht überhaupt keine Herausforderung mehr ist und er schnell das Interesse verliert.
  • Ich achte darauf, die Regale übersichtlich zu gestalten und auf diesen wirklich nur wenige Materialien anzubieten. Jakob hat zwei Regale, eines in seinem Zimmer, eines im Wohnzimmer und auf jedem Regal stehen maximal nur 6-7 Materialien. Vor einem Jahr waren es noch weniger, vielleicht nur 4 oder 5. Dadurch, dass so wenig auf seinen Regalen steht, tut er sich leichter, sich etwas vom Angebot auszusuchen, sich auf die Arbeit zu konzentrieren und das Material danach auch wieder selbstständig auf seinen Platz zurück zu räumen.
  • Statt ständig etwas neues zu kaufen, stelle ich lieber selbst Materialien her, ändere die bereits vorhandenen ein wenig und biete Jakob auch "ältere", ihm bereits bekannte Sachen erneut an. Er liebt es, diese neu zu entdecken und manchmal kann ein Material einem Kind zu einem späteren Zeitpunkt etwas ganz neues bieten, was es vorher noch nicht konnte. Und wenn ich Jakob dann doch etwas neues kaufen möchte, nutze ich meistens Ostern, Weihnachten und seinen Geburtstag als Gelegenheit und versorge dabei auch die Familie mit Tipps für passende Geschenkideen.


Auf seinen Regalen stehen zurzeit:
1. // Ein Passform-Ständer mit 3 farbigen Passformscheiben, die Jakob geschickt in eine bestimmte Position bringen muss, um sie auf den Ständer raufstecken bzw. wieder runterfädeln zu können.

2. // Ein selbstgenähter sensorischer Beutel mit ein paar Gegenständen aus der Natur, wie zum Beispiel einem Tannenzapfen, einem Stöckchen, einem leeren Weinbergschneckenhaus, einem ungeschliffenen Rosenquarz und eine Frucht der Ahonblättriger Platan.  Dazu eine kleine Filzunterlage, um die Gegenstände darauf auslegen zu können. Das Beutelchen ist innen nahtlos, so dass die kleinen Hände wirklich nur den Inhalt ertasten können. Jakob liebt dieses Material und obwohl er den Inhalt bereits kennt, greift er liebend gerne in das Säckchen um die Gegenstände noch einmal zu ertasten und heraus zu räumen.


3. // Ein Holz-Steckspiel*, wobei Jakob die kleinen Holzzylinder mit dem Pinzettengriff in die Vertiefungen steckt. Die kleinen Holzzylinder zum Stecken habe ich allerdings auf nur 9 Stück und 3 Farben reduziert, so kann Jakob diese in einer Reihe auslegen und auch ohne bestimmte Vorgaben sortieren, wenn er möchte.

4. // Eine handbemalte Matroschka Puppe, die er von seiner Schwester vererbt bekommen hat und die er nach wie vor unglaublich spannend findet. Unsere Matroschka Puppen waren ein Geschenk vom Großonkel, die er von einer seiner Reisen mitgebracht hatte, aber sehr schön, klassisch und schlicht finde ich zum Beispiel auch dieses Set*.

5. //Ein kleiner, flacher Korb mit einigen wenigen Hotz-Bauklötzen, die Jakob gerne stapelt, in einer Reihe aufstellt oder ineinander fügt.

6. // Einige Holzschrauben, Holzmuttern und Bauelemente* die nach Herzenslust zusammengeschraubt und dabei auch die kleinen Hände geschickt eingesetzt werden können.


7. // Ein Korb mit verschiedenen Fahrzeugen*,dazu passende Abbildungen als Sprachmaterial. Er ist ganz begeistert von den Fahrzeugen, die er auf der Straße und auf den Baustellen sieht, so kann er diese anhand der Modelle noch einmal genauer anschauen und auch deren Namen wiederholen.

8. // Ein schlichtes Puzzle mit einem Giraffen-Motiv, das ich ihm erneut auf das Regal gestellt habe.


9. // Ein Korb mit Gegenständen, die sich ganz unterschiedlich öffnen und schließen lassen: Eine kleine, selbstgenähte Tasche mit Zippverschluss, eine mit einem Metallbügel, ein Schmuckkästchen mit Druckknopf, ein kleines Glas mit Drehdeckel und eine Schmuckschatulle mit einem Klappdeckel.


10. // Ein bunter Sortier-Kegel, wobei zuerst die inneren Zylinder, dann die äußeren Puzzleteile ihrer Größe nach gestapelt werden können. Eigentlich steht dieser Sortier-Kegel schon seit Weihnachten auf Jakobs Regal, aber er liebt ihn und experimentiert auch gerne beim Zusammenbauen, ob es auch andere Möglichkeiten gibt.

11. // Diesen Sound-Würfel mit Bauernhoftieren* bekam er auch zu Weihnachten und obwohl ich ihm so gut wie nie "Geräusche machende" Spielsachen anbiete, fand ich diesen Soundwürfel richtig spannend. Wenn Jakob die Würfel so nebeneinander stellt, dass dabei ein Tier zu erkennen ist, gibt der Würfel ein echtes Tiergeräusch dieses Tieres von sich. Wir verwenden diese Würfel als ein Sprachmaterial, wobei ich Jakob die Geräusche benannt habe (wiehern, muhen, grunzen...). Ich mag auch die Illustrationen, die sehr realistisch sind, allerdings ist unser Soundwürfel aus Plastik. Dafür entdeckte ich auch welche hier aus Holz*.

12. // Ein Korb mit Schleichfiguren, genauer gesagt mit einheimischen Waldtieren, dazu selbsterstellte Kärtchen, um die Figuren passend zuordnen zu können. Dieses ist auch ein Sprachmaterial, wenn ich also sehe, dass Jakob sich diesen Korb vom Regal holt, setze ich mich zu ihm und benenne ihm die Tiere. Und manchmal sortiert er alleine die Figuren einfach zu den Kärtchen.


13. // Im Wohnzimmer, wo auch sein kleiner Tisch steht, hat er auch einige Kunstmaterialien auf den unteren Fächern des Bücherschrankes stehen, allerdings nie mehr als 3 verschiedene Angebote. Meistens eher nur 2. Zurzeit steht hier wieder die Arbeit mit den Wachsmalblöcken* bzw. ... (15. //) ein winzig kleiner Locher* mit einigen dünnen Papierstreifen. Mehr über seine Kunstmaterialien und wie ich diese anbiete, schrieb ich bereits in diesem Beitrag.

14. // Diese kleine Holzschatulle, die ich auf dem Flohmarkt fand, füllte ich mit einigen größeren Holzperlen und einer dünnen Lederschnur zum Fädeln. Die Fädelperlen sind von Möbelschweden und weil Jakob mit der Bauwollschnur einfach nicht zurecht kam, (weil er diese kaum durch die Löcher stecken konnte,) bot ich ihm lieber diese dünne Lederschnur* an, die viel stabiler ist und die er daher auch viel leichter durch die Löcher führen kann.

* mit Sternchen markierte Links sind Affiliate. Das bedeutet, dass ich eine kleine Provision erhalte, wenn Du das Produkt über diesen Link erwirbst, für Dich entstehen dabei jedoch keine höheren Kosten.
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Die Entdeckung des eigenen Willens - über Frustration & Wut und wie ich dabei mein Kleinkind auf dem Montessori-Weg begleite

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"Das Alter von 18 Monaten bis 3 Jahren ist die Zeit, die in unserer Kultur respektlos als 'Trotzalter' etikettiert wird. Möglicherweise denken manche in so abschätzigen Begriffen über diese neue Phase des Selbstaufbaus, weil sie hierfür so unvorbereitet sind und haben keine Ahnung, warum kleine Kinder, die bisher vergleichsweise kooperativ waren, auf einmal so unmöglich erscheinen und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen." - Lillard/Jessen, Montessori von Anfang an, S. 201

Vor ein paar Tagen hatten wir einen wichtigen Arzttermin und waren schon ziemlich spät dran. Da Jakob seit einem halben Jahr sowohl den Kinderwagen als auch die Trage vehement ablehnt, gingen wir wie üblich zu Fuß zur U-Bahn. Bei der Haltestelle angekommen, wollte er unbedingt die Stufen nehmen, doch als ich auf meine Uhr und dann auf die 110 Stufen vor mir blickte, ahnte ich schon, wie das ausgehen würde. Ich sagte ihm, dass ich ihn tragen müsste und nahm die Stufen in Windeseile mit einem tobenden Kleinkind auf meinem Arm.

Er schrie und zappelte die ganze Fahrt hindurch. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir einen Sitzplatz ergattern konnten, denn der Waggon war voller Menschen. Gegenüber saß eine ältere Dame und beobachtete uns. Nach einer Weile wandte sie sich zu mir und fragte, ob ich mit ihr Platz tauschen möchte, da neben ihr der Platz frei wäre und meinte noch "... damit es für Sie weniger stressig ist."

Das saß. Die Dame meinte es nett, ich weiß, aber ihre Anmerkung traf mich wie ein Blitzschlag. Denn ich war tatsächlich mehr damit beschäftigt, was Jakobs Geschrei mit mir machte und wie mich all die Menschen in der U-Bahn anschauten, als mit der Tatsache, wie ich ihm helfen könnte. Klar war er laut und zappelte wild. Aber eigentlich war er es doch, der in Not war, nicht ich?!


Das in diesem Moment so zu sehen, war so eine Erleichterung! Plötzlich war es mir egal, was die Menschen um uns herum über uns dachten und sah auf einmal dieses 2 jährige Kind vor mir, das einfach nur deshalb tobte, weil es genau wusste, was es wollte. Es wollte doch nichts anderes, als seinem inneren Bauplan Folge zu leisten,  da es aber erst 2 Jahre alt ist und im Hier und Jetzt lebt, konnte es noch nicht nachvollziehen, warum es diesmal von seiner großen Arbeit abgehalten wurde. Und dann war auch noch dieses überwältigende Gefühl, die Wut. Seine letzte Chance, um sich zu verteidigen, doch die es gleichzeitig so unglaublich hilflos fühlen ließ!

Vielleicht ist es wirklich nur eine Sache des Blickwinkels. Statt es einfach als eine "Trotzphase" abzutun und dabei den Fokus mehr auf die eigene Sichtweise und Unbehaglichkeit zu richten, sich lieber darauf zu konzentrieren, was hinter diesen Wutausbrüchen steckt: ein unglaublich großer Entwicklungsschritt! Ich erlebe Jakob nicht weniger kooperativ, wie bisher, immerhin möchte er dazugehören. Nur dass er jetzt auch etwas wichtiges zu verteidigen versucht, das er für sich endlich entdeckt hat: nämlich seinen eigenen Willen!

Auf jeden Fall blieb ich erstaunlich gelassen und obwohl Jakob bis zur Arztpraxis sehr unrund war, kamen wir sogar pünktlich zu unserem Termin. Während ich dort meine E-Karte aus der Tasche fischte, fragte mich der Herr beim Empfang, was passiert war, warum Jakob denn so knautschig wäre. Und während sich Jakob fest an mich klammerte und ich ihn umarmte, antwortete ich: "Es ist alles in Ordnung. Er weiß eben, was er will."


Solche Wutanfälle gibt es bei uns natürlich öfters. Und auch wenn es mir nicht immer gelingt, Jakob dabei mit so viel Gelassenheit zu begegnen, wie ich es möchte, versuche ich, mich darauf zu fokussieren, wie ich ihm helfen kann:

  • In dem ich seine Gefühle akzeptiere. Ich weiß, dass er noch keine Impulskontrolle hat und ich ihn gar nicht davon abhalten könnte, seine Wut rauszulassen. Und um ehrlich zu sein, wollte ich das auch nicht. Worauf ich jedoch achte, ist, dass er dabei weder sich, noch andere verletzen kann. 
  • In dem ich seine Gefühle respektiere. Wenn er so in Rage kommt, lässt er sich weder umarmen, noch berühren, was ich absolut nachvollziehen kann. Wenn wir nicht gerade in einer Situation sind, wo ich ihn doch halten muss, bleibe ich zwar bei ihm, aber ich warte, bis er mir signalisiert, dass er getröstet werden möchte.  
  • In dem ich seine Gefühle bestätige und ihm so zeige, dass ich ihn wahrnehme. Dennoch vermeide ich es, ihn ständig daran zu erinnern, was der Auslöser seiner Wut war um ihm so die Möglichkeit zu geben, auf andere Gedanken zu kommen. 
  • In dem ich meine innere Ruhe bewahre und geduldig bleibe. Sei der Auslöser seiner Wut in meinen Augen noch so irrational. Aber ich merke, wie viel leichter es ihm dann fällt, mit seiner Frustration klar zu kommen und die Situation zu akzeptieren. Und um ehrlich zu sein, geht es mir nicht anders, wenn ich wütend bin. Die größte Hilfe sind dann für mich nicht die Ratschläge, das Mitleid von anderen oder gar Ignoranz, sondern jemand, der für mich einfach da ist und mir das Gefühl gibt, der sichere Hafen in stürmischer See zu sein.


Es gibt allerdings einiges, worauf ich im Alltag achte, wodurch uns schon so manche Wutanfälle erspart blieben und ich gleichzeitig auch Jakobs Bedürfnis nach mehr Unabhängigkeit gerecht werden kann:

  • Ihm keine Fragen stellen, wenn ich ihm bei etwas nicht die Wahl überlassen möchte. Statt ihn also zu fragen, ob er sich die Zähne putzen mag, lade ich ihn einfach dazu ein ("Jetzt kannst Du Deine Zähne putzen."). Aus demselben Grund habe ich mir auch die "Ja-Fragen" am Ende meiner Sätze abgewöhnt.
  • Die Umgebung für ihn passend vorbereiten, so dass er die Möglichkeit hat, sich aktiv und sinnvoll in den Familienalltag einzubringen. Echte Aufgaben rund um den Haushalt sind so bereichernd für junge Kinder, auch wenn dadurch die Aufgaben nicht unbedingt schneller erledigt werden. Aber genau diese Aktivitäten ermöglichen ihm, eine Balance zwischen seinen Impulsen und seiner Selbstbeherrschung zu finden.
  • Ihm so oft, wie möglich, die Möglichkeit geben, eigene Entscheidungen zu treffen. Das bedeutet für mich aber nicht, dass er jederzeit tun kann, was immer er will, immerhin kann er noch nicht die Verantwortung für seine eigene Sicherheit und Gesundheit übernehmen und auch nicht für die von anderen. Aber es gibt unzählige Situationen im Alltag, wo ich ihm einfach 2 Optionen zur Auswahl anbieten kann, zwischen denen er sich selbst entscheiden kann.
  • Ihm mit einem regelmäßigen Tagesablauf das Gefühl von Sicherheit bieten und ihm die "Übergänge" rechtzeitig vorankündigen, damit er sich auf diese neue Situation vorbereiten kann.
  • Die Dinge möglichst positiv sehen und mit mehr Leichtigkeit und Humor nehmen. Einerseits, weil lachen verbindet und uns dadurch schon einige unnötige Stresssituationen erspart blieben. Andererseits, weil ich denke, dass ich meinen Kindern beim Positiven Denken ebenso ein Vorbild sein kann. Ich kann sie nicht vor Frustration bewahren. Aber durch eine positive Einstellung sie darin stärken, die Dinge dennoch optimistisch anzugehen und an ihre eigenen Fähigkeiten zu glauben.

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Ostereier filzen mit Kindern

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Wir suchten nach einer Idee für eine einfache und gleichzeitig hübsche Dekoration für den Esstisch zu Ostern und beschlossen, einige bunte Eier aus Wolle selbst zu filzen.

Ich liebe es zu filzen! Egal ob die nasse oder trockene Variante, es ist so eine wunderbare Handarbeit! Auch Julia liebt es zu filzen und kreiert dabei nicht nur ihre eigenen Ideen, sie versinkt dabei auch völlig in ihrer Arbeit. Diesmal filzten wir mit Filznadeln auf Styropor und zu unserer Überraschung waren die gefilzten Eier viel schneller fertig, als wir zuerst angenommen hatten.


Das war übrigens alles, was wir zum Trockenfilzen brauchten: bunte Filzwolle* (auch Märchenwolle genannt), mehrere Filznadeln* (denn beim regen Gebrauch können sie hin und wieder auch abbrechen),  Styroporeier mit einer Höhe von 6 cm und einem Durchmesser von 4 cm* und eine Schere.


Etwas Filzwolle dünn auf ein Styroporei verteilen, mit der Filznadel einige male hineinstechen, schon haftet die Wolle an dem Ei. Je öfters in das mit Wolle umwickelte Ei mit der Nadel hineingestochen wird, umso besser haftet die Wolle und umso gleichmäßiger wird damit das Ei bedeckt.


Auch die Motive filzten wir so mit der Filznadel auf die bunten Eier. Dazu nahmen wir nur ganz wenig Wolle, zwirbelten sie oder rollten sie schneckenhausförmig auf und arbeiteten sie so mit der Nadel auf die Eier. Ich versuchte mich auch an einigen Filzeiern, aber die meisten dieser Eier und Motive sind von Julia.


Ich nutzte die Gelegenheit und erzählte ihr, dass  Filzen eine der ältesten Techniken der Textilherstellung ist und wie schön es ist, dass das Filzen einmal Menschen erfunden haben, weil wir Filz bis heute für alles mögliche verwenden können. Für Kleidung, für Aufbewahrung, als Dichtung, bei Musikinstrumenten, als Möbeleinlagen, als Poliertücher ... oder eben, um unseren Esstisch für Ostern hübscher zu gestalten. 

Weitere schöne Ideen zum Filzen findet ihr übrigens auch hier:


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