Montessori von Anfang an

Was mich an solchen Montessori-Einrichtungen am meisten beeindruckt, ist diese große Sorgfalt und Liebe, mit der sie eingerichtet werden. Für mich zeigt das nicht nur das Vertrauen in die Fähigkeiten der jungen Kinder, sondern auch einen riesengroßen Respekt ihnen gegenüber. Denn wer sagt, dass Babys und Kleinkinder keine Vorliebe für schöne Dinge hätten?
Heute möchte ich Euch diese wunderschöne Montessori Spielgruppe mitten in Wien vorstellen: ILSA, die ihren Namen von ihren 2 Gründerinnen bekam, Iliana und Sabine. Beide sind Montessori-Pädagogen aus Leidenschaft und bieten durch diese Spielgruppe sowohl jungen Kindern als auch Eltern eine traumhaft schöne Montessori Umgebung.

Liebe Iliana, liebe Sabine, was ist ILSA und wie kam es eigentlich zu dieser Montessori Spielgruppe?
Sabine: Montessoripädagogik war lange Zeit auf Kinderhaus und Schule begrenzt. Für mich war klar, dass es etwas davor geben muss. Bei der Gründung von ILSA war es mir wichtig, die Eltern bereits in der Schwangerschaft zu begeistern und ihnen eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie anders man mit Kindern leben kann. Ilsa soll einerseits Begegnungsraum sein, aber auch einen Beitrag dazu leisten, Eltern sensibler für die wirklichen und grundsätzlichen Bedürfnisse ihrer Kinder zu machen.
Iliana: Im Rahmen meiner Arbeit im Kleinkinderhaus merkte ich, dass die Kinder, die mit ihren zarten 12 Monaten zu uns kommen, bereits geprägt von ihren Erfahrungen im ersten Lebensjahr sind. So wendete sich mein Blick stärker und immer mehr zu dieser ersten Zeit, die die Kinder zu Hause mit ihren Eltern verbringen. Die Wertschätzung und die Achtung, die ich zu den Kindern spüre, empfinde ich auch für die Eltern und da fühlte ich mich berufen, Eltern zu unterstützen, in diese wichtige Rolle zu wachsen und einen Ort zu schaffen, wo sie und ihre Kinder sich wohl- und willkommen fühlen.
ILSA ist ein richtig gemütlich und praktisch eingerichtetes Haus, in dem Mütter und Väter wertvolle Zeit mit ihren Babys oder Kleinkindern verbringen können. ILSA ist ein besonderer Lebensort für junge Kinder und Eltern mit vielen Komponenten aus der häuslichen Umgebung, wie Bilder, Pflanzen, ein gemütlicher Stillsessel, Sofas für Groß und Klein, Kunst- und Naturobjekte, Küche mit Nahrungsmitteln, Tee und Kaffee, Kinderwaschbecken, Büchern, Spiele, einem Neugeborenenbereich und noch vielem mehr.
Mein Wunsch ist, dass die Eltern und die Kinder durch die Begegnungen und die Erfahrungen, die sie im ILSA mit der Montessori-Pädagogik und anderen Menschen machen, einfach zu sich selbst finden, ihren eigenen Wert entdecken. Jedes Kind, überhaupt jeder Mensch, ist wertvoll und wundervoll so wie es/er ist, weil es ein einmaliges und einzigartiges Individuum dieser Schöpfung ist. Es kommt vor, dass solch philosophische Eingebungen uns in den Sinn kommen im Rahmen einer Montessorispielgruppe.
Wie seid ihr eigentlich zu der Montessori-Pädagogik gekommen?
Sabine: Montessoripädagogik war lange Zeit auf Kinderhaus und Schule begrenzt. Für mich war klar, dass es etwas davor geben muss. Bei der Gründung von ILSA war es mir wichtig, die Eltern bereits in der Schwangerschaft zu begeistern und ihnen eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie anders man mit Kindern leben kann. Ilsa soll einerseits Begegnungsraum sein, aber auch einen Beitrag dazu leisten, Eltern sensibler für die wirklichen und grundsätzlichen Bedürfnisse ihrer Kinder zu machen.
Iliana: Im Rahmen meiner Arbeit im Kleinkinderhaus merkte ich, dass die Kinder, die mit ihren zarten 12 Monaten zu uns kommen, bereits geprägt von ihren Erfahrungen im ersten Lebensjahr sind. So wendete sich mein Blick stärker und immer mehr zu dieser ersten Zeit, die die Kinder zu Hause mit ihren Eltern verbringen. Die Wertschätzung und die Achtung, die ich zu den Kindern spüre, empfinde ich auch für die Eltern und da fühlte ich mich berufen, Eltern zu unterstützen, in diese wichtige Rolle zu wachsen und einen Ort zu schaffen, wo sie und ihre Kinder sich wohl- und willkommen fühlen.
ILSA ist ein richtig gemütlich und praktisch eingerichtetes Haus, in dem Mütter und Väter wertvolle Zeit mit ihren Babys oder Kleinkindern verbringen können. ILSA ist ein besonderer Lebensort für junge Kinder und Eltern mit vielen Komponenten aus der häuslichen Umgebung, wie Bilder, Pflanzen, ein gemütlicher Stillsessel, Sofas für Groß und Klein, Kunst- und Naturobjekte, Küche mit Nahrungsmitteln, Tee und Kaffee, Kinderwaschbecken, Büchern, Spiele, einem Neugeborenenbereich und noch vielem mehr.
Mein Wunsch ist, dass die Eltern und die Kinder durch die Begegnungen und die Erfahrungen, die sie im ILSA mit der Montessori-Pädagogik und anderen Menschen machen, einfach zu sich selbst finden, ihren eigenen Wert entdecken. Jedes Kind, überhaupt jeder Mensch, ist wertvoll und wundervoll so wie es/er ist, weil es ein einmaliges und einzigartiges Individuum dieser Schöpfung ist. Es kommt vor, dass solch philosophische Eingebungen uns in den Sinn kommen im Rahmen einer Montessorispielgruppe.

Wie seid ihr eigentlich zu der Montessori-Pädagogik gekommen?
Sabine: Ich habe mit legasthenen Kindern im Altersbereich 9 - 14 Jahre
gearbeitet, nach alternativen Lehrmethoden gesucht und bin so zur Montessoripädagogik
gekommen. Deshalb habe ich zuerst die Montessori-Schulausbildung bei der ÖMG besucht.
Im Laufe meiner Arbeit wurde mir immer klarer, dass man viele Probleme
verhindern könnte, wenn man bereits anders mit jungen Kindern arbeiten würde.
Daraus entstand 2008 das Montessori KIDS Kinderhaus in Wien
Iliana: Mein Montessori-Weg begann, als ich das erste Mal in einem Montessori-Kinderhaus in Wien stand, auf der Suche nach einem Betreuungsplatz für mein erstes Kind. Es war mir damals nicht bewusst, aber dieser Moment war für mich schicksalshaft, mein Leben nahm eine Wende, die mich bis heute bereichert. Das war vor 14 Jahren. Die liebevolle und reichhaltige Lernumgebung, die den Kindern zur Verfügung stand und das pädagogische Team in diesem Kinderhaus haben mich tief beeindruckt. Ich war schon zu der Zeit ausgebildete Kindergartenpädagogin und arbeitete selbständig als Tagesmutter. Es folgten zwei Diplomausbildungen für das Alter 0-3 und 3-6 Jahre, zwei Zertifikatlehrgänge und unzählige Fortbildungen in der Montessoripädagogik, sowie die Gründung des Montessori Kleinkinderhauses „Grashalm“ und die Geburt meines zweiten Sohnes.

Was spricht Euch am meisten an der Montessori-Philosophie an?
Sabine: Die Art und Weise, wie kompetent und respektvoll ein Kind gesehen wird und wie viel Vertrauen dem Kind entgegengebracht wird, damit es sich in einer guten Umgebung optimal entwickeln wird.
Iliana: Für mich ist Montessori mehr als eine anspruchsvolle pädagogische Richtung, die wissenschaftlich fundiert und genial durchgedacht ist, Montessori ist für mich eine Haltung - allen Menschen, Lebewesen und im allgemeinen der Welt und dem Leben gegenüber. Montessoris Vision für den Weltfrieden und die Überwindung der Unterschiede zwischen den Menschen berührt mich zutiefst und gibt mir Kraft, in meinem kleinen Rahmen zu versuchen, diese Mission in unserer aktuellen Zeit fortzusetzen. Meinen kleinen Beitrag zu dieser großen Idee sehe ich einfach in der Aufgabe, die Menschen in meiner Umgebung die Liebe, den Respekt, das Vertrauen, den Glauben und alle die guten Gefühle spüren zu lassen, die es so gibt.

Was beeindruckt Euch am meisten an Eurer Arbeit mit der Altersgruppe 0-3?
Sabine: Wie kompetent so junge Menschen von Anfang an sind und wie viel und schnell sie Dinge erlernen. Auch diese Wissbegierde und Beharrlichkeit, an Dingen dran zu bleiben. Ich nehme als Beispiel gerne die Bewegungsentwicklung: wie oft versucht ein Kind aufzustehen und fällt wieder hin und gibt nicht auf bis es gehen kann.
Iliana: Ich liebe es, still junge Kinder zu beobachten, während sie vertieft mit Hingabe in einer Beschäftigung versunken sind. Dann leuchten ihre Gesichter und Körper durch einen einzigartigen Ausdruck der Glückseligkeit, Freude, Konzentration und innerer Harmonie. Mich begeistert es zu sehen, wie junge Menschen sich gerne anstrengen und scheinbar unüberwindbare Hürden bewältigen. Manchmal überraschen sie ihre Eltern und sich selbst mit ungeahnten Fähigkeiten, die sie in sich entdecken. Gemeinsam mit diesen kleinen spontanen Forschern die Welt zu bestaunen, lässt mich die Zeit vergessen und denken, dass ich den schönsten Beruf auf dieser Erde habe.
Außerdem
finde ich im allgemeinen die Arbeit mit Kindern im Alter von 0-3 für unsere
Gesellschaft essentiell und äußerst verantwortungsvoll. Die ersten drei Jahre
dienen als Basis für das menschliche Leben.

Die Kinder in der Spielgruppe entdecken in ruhiger und friedvoller Atmosphäre neue Dinge und sammeln für Ihre Entwicklung kostbare Erfahrungen mit den ersten Montessori-Materialien. Die Eltern staunen oft, wie die Kinder in der liebevoll vorbereiteten Umgebung aufblühen und wie sich ganz neue Verhaltensweisen offenbaren. Maria Montessori schrieb: „Kooperation ist Folge eines freien Lebens mit freier Aktivität“ (aus dem Buch: Spannungsfeld Kind-Gesellschaft- Welt).
Die Montessori-Materialien haben einen sehr starken Aufforderungscharakter und geben dem Kind eine Orientierung, sodass der Erwachsene fast überflüssig wird. Die Kinder, die schon gehen können und ihre Hände frei haben, können Obst und Gemüse für die gemeinsame Jause schälen, schneiden, Pflanzen gießen, Tische waschen usw. Für diejenigen, die sich gerne bewegen, stehen Treppen, eine kleine Rutsche, Kletterkisten mit Bällen und eine Hängematte zur Verfügung. Wir versuchen in unseren Spielgruppen eine „schöne, heile und heitere Welt“ zu erschaffen, denn die Kinder in diesem zarten Alter brauchen das Gefühl der „allumfassenden Sicherheit“. Das gemeinsame Essen einer gesunden Jause in unserer Küche wird bei uns jedes Mal zelebriert, mit hübsch gedecktem Tisch und Blumendekoration. Die Schönheit umgibt die Kinder überall. Als Abschluss der Spielgruppe sitzen wir gemeinsamen im Kreis, in dem gesungen und getanzt wird.
Das pädagogische Wissen für das Alter 0-3 Jahre, das durch ILSA verbreitet wird, ist in dieser Form für Österreich noch einzigartig und relativ neu. Dank der Montessori-Akademie in Wien, wo alle Kolleginnen im ILSA ihre Ausbildung abgeschlossen haben, wurde diese schon lang existierende und fundierte Praxis nach Österreich gebracht. Ich empfinde es als Privileg, gemeinsam mit meinen Kolleginnen im ILSA diese ersten Schritte in einer Pionierbewegung in Österreich gehen zu dürfen. Natürlich wünschen wir uns für die Zukunft für alle Kinder noch mehrere solche Häuser.

Liebe Iliana, liebe Sabine, ich bedanke mich bei Euch für das schöne Interview und für Clara von Luftikus für die tollen Fotos.
Am kommenden Montag, dem 23. September findet übrigens bei ILSA (Straußengasse 14, 1050 Wien) von 10-17 Uhr ein Tag der offenen Tür, mit vielen tollen Programmen und spannenden Vorträgen statt.
Das Programm im Überblick:
11 Uhr - Singspatzen
12 Uhr - Babyyoga
13 Uhr - Vortrag: „Ein Tag mit meinem Kind“
14:30 Uhr - Kreativangebot
15:30 Uhr - Trageworkshop
16 Uhr - Vortrag: „Essen, Schlafen, Trockenbleiben“
12 Uhr - Babyyoga
13 Uhr - Vortrag: „Ein Tag mit meinem Kind“
14:30 Uhr - Kreativangebot
15:30 Uhr - Trageworkshop
16 Uhr - Vortrag: „Essen, Schlafen, Trockenbleiben“


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Als Montessori-Pädagogin gehört es zu meinen Aufgaben, die Umgebung der Kinder in den Einrichtungen für sie so vorzubereiten, dass sie sich möglichst unabhängig und in ihrem eigenen Tempo entfalten können. Um Montessori zuhause zu leben braucht es aber weder Montessori-Materialien, noch ist es nötig, die Wohnung in ein Kinderhaus oder eine Kleinkindgemeinschaft umzugestalten. Aber es gibt einige Grundsätze, die eine gut vorbereitete Umgebung ausmachen und die ich auch zuhause umzusetzen versuche.

Was also macht für mich eine vorbereitete Umgebung nach Montessori zuhause aus?
1 // Sie ermöglicht meinen Kindern am Familienalltag aktiv teilzunehmen. Ganz egal ob 6 Jahre oder 17 Monate alt, und ganz egal ob Fenster putzen, Möbel abwischen, die Wäsche erledigen oder in der Küche die Jause zubereiten, beide meine Kinder lieben es, im Haushalt aktiv mitzumachen. Da Julia bereits alles erreichen kann und mittlerweile im Haushalt die Sachen benutzt, die auch wir Eltern benutzen, muss ich für sie die Umgebung unter einem anderen Aspekt vorbereiten. Aber für Jakob muss ich noch alles auf seiner Augenhöhe anbringen und mir Gedanken machen, wie ich ihm seine Utensilien vorbereite, so dass er sich zurechtfindet.
Sein kleiner Besen*, sein Handbesen und das Kehrblech* hängen auf einer einfachen Hakenleiste gleich neben der Küche. Dazu stellte ich ihm einen Eimer* und einen Korb mit einigen zugeschnittenen Scheuerlappen*, die er gerne nimmt, wenn etwas Wasser verschüttet wird.


Gegenüber der Hakenleiste steht ein niedriges Regal, wo für ihn alles zum Fensterputzen und Staubwischen in gut greifbaren und tragbaren Boxen bereit steht. Diese Utensilien stehen ihm zwar jederezeit zur Verfügung, aber wir zeigen ihm immer wieder, wie er diese benutzen kann.
2 // Sie ermöglicht echte Arbeit. Wenn Jakob mit mir das Fenster putzt oder den Boden fegt, wird das Fenster zwar nicht wirklich sauber und auch der Boden nicht krümmelfrei, trotzdem sind seine Bemühungen nicht einfach ein netter Zeitvertreib, sondern wichtige Entwicklungsarbeit. Das bedeutet für mich aber auch, ihm handgerechte und echte Werkzeuge anzubieten, mit denen er wirklich gut arbeiten kann. Außerdem hat er mit Werkzeugen, die wirklich funktionieren, auch mehr Erfolgserlebnisse und so auch mehr Freude an seiner Arbeit.


3 // Sie ermöglicht Selbstständigkeit und das Gefühl, fähig zu sein. Denn auch wenn er noch sehr jung ist und noch nicht wirklich sprechen kann, gibt er uns jeden Tag ganz klar zu verstehen: er will es alleine meistern. In der Küche steht seit einigen Wochen ein niedriges Regal, wo neben den Sachen zum Tisch decken, auch immer ein Krug* mit Wasser und ein Glas bereit stehen, wo er sich jederzeit selbst etwas einschenken kann, wenn er durstig wird. Im Krug ist allerdings immer nur so viel Wasser, so viel in das Glas hineinpasst, so muss ich seinen Krug natürlich immer wieder nachfüllen.

Seitdem er stehen kann, wäscht er seine Hände nach dem Essen und unseren Spaziergängen hier bei seinem Waschtisch im Badezimmer. Der Tisch ist eigentlich ein Teil von diesem Tisch-Set vom Möbelschweden und hat eine perfekte Höhe, wie ich finde. Auch der kleine Krug, mit dem er seit ein paar Tagen das Wasser nun selbst in die Schüssel gießt, ist vom Möbelschweden.

Natürlich ist auch sein Zimmer so eingerichtet, dass es ihm viel Unabhängigkeit ermöglicht. Er hat nicht nur jederzeit Zugang zu seinen Büchern und Spielsachen, sondern auch zu seinem Kleiderschrank und wenn er von seinem Nickerchen erwacht, kann er ohne Hilfe das Zimmer verlassen oder sich entscheiden, doch noch zu bleiben und etwas vom Regal zu nehmen.
4 // Sie bietet möglichst viel Freiheit, daher ist es mir auch wichtig, dass sie sicher ist. Um sich nach seinem inneren Bauplan entfalten zu können, braucht Jakob viel Bewegungsfreiheit. Je aktiver er wurde, umso mehr eroberte er seine Umgebung, so dass ich immer wieder dafür sorgen musste, ihm die Wohnung möglichst sicher zu gestalten. Steckdosen wurden mit Kinderschutz bestückt, einige Pflanzen auf einen Hocker gestellt und Julias scharfe Küchenwerkzeuge wanderten in die oberste Küchenschublade, an die Jakob noch nicht rankommt.
Da ich ihm für seine Arbeiten in der Küche alles genau vorbereite, sind seine restlichen Utensilien in den untersten Küchenschubladen verstaut. So sind sie zwar für ihn gut erreichbar, dennoch hat er sie nicht ständig vor Augen.
5 // Sie ist simpel, ordentlich aber dennoch schön und einladend. Da er noch sehr jung ist, ist es mir wichtig, ihm die Umgebung bis ins kleinste Detail gut überlegt vorzubereiten. Es dauert manchmal Tage oder gar 1-2 Wochen, bis dann alles seinen Platz gefunden hat. Ich stelle dabei mehrmals die Möbel um, ergänze oder reduziere die Inhalte der Fächer und Körbe und beobachte dann Jakob, ob er so damit dann besser zurechtkommt als zuvor.
Manchmal sind das wirklich nur kleine Veränderungen, die aber viel ausmachen, so dass Jakob selbst tätig werden kann. Vielleicht ein kleineres Tablett, das er besser tragen kann, eine einfach umgedrehte Bürste auf seinem Frisiertisch, so dass er sofort die Haare bürsten kann, wenn er diese ergreift.
6 // Sie passt sich dem Kind an. Und nie umgekehrt. Montessori zuhause bedeutet für mich nicht, aus unserer Wohnung eine Kleinkindgemeinschaft zu machen. Auch nicht, meine eigenen Bedürfnisse völlig außer Acht zu lassen. Aber wenn ich Jakob beobachte und dann die Bereiche zuhause entsprechend seinen Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten anpasse, ermögliche ich es ihm, bereits jetzt an unserem Familienalltag teilzuhaben, dabei Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten zu gewinnen und so seine Unabhängigkeit Stück für Stück zu erobern.
Die Leiterin von Julias ehemaligen Kinderhaus und gleichzeitig eine gute Freundin von mir schrieb mir einmal während eines E-Mailverkehrs diese wunderbaren Zeilen, die mich sehr berührten:
"Wir dürfen Kinder niemals an eine Methode anpassen, auch nicht an eine, vermeintlich perfekte vorbereitete Umgebung, sondern wir müssen unser Wissen über die kindliche Entwicklung FÜR die Kinder verwenden. Das heißt auch: wir müssen offen sein, kreativ und nach genauer Beobachtung und in Liebe eine vorbereitete Umgebung gestalten, in der Kinder, besser gesagt DIESES EINE KIND sich offenbaren kann." - Dagmar Wirl, Kinderhaus-Leiterin und AMI Pädagogin für 0-3 und 3-6
4 // Sie bietet möglichst viel Freiheit, daher ist es mir auch wichtig, dass sie sicher ist. Um sich nach seinem inneren Bauplan entfalten zu können, braucht Jakob viel Bewegungsfreiheit. Je aktiver er wurde, umso mehr eroberte er seine Umgebung, so dass ich immer wieder dafür sorgen musste, ihm die Wohnung möglichst sicher zu gestalten. Steckdosen wurden mit Kinderschutz bestückt, einige Pflanzen auf einen Hocker gestellt und Julias scharfe Küchenwerkzeuge wanderten in die oberste Küchenschublade, an die Jakob noch nicht rankommt.

Da ich ihm für seine Arbeiten in der Küche alles genau vorbereite, sind seine restlichen Utensilien in den untersten Küchenschubladen verstaut. So sind sie zwar für ihn gut erreichbar, dennoch hat er sie nicht ständig vor Augen.

5 // Sie ist simpel, ordentlich aber dennoch schön und einladend. Da er noch sehr jung ist, ist es mir wichtig, ihm die Umgebung bis ins kleinste Detail gut überlegt vorzubereiten. Es dauert manchmal Tage oder gar 1-2 Wochen, bis dann alles seinen Platz gefunden hat. Ich stelle dabei mehrmals die Möbel um, ergänze oder reduziere die Inhalte der Fächer und Körbe und beobachte dann Jakob, ob er so damit dann besser zurechtkommt als zuvor.
Manchmal sind das wirklich nur kleine Veränderungen, die aber viel ausmachen, so dass Jakob selbst tätig werden kann. Vielleicht ein kleineres Tablett, das er besser tragen kann, eine einfach umgedrehte Bürste auf seinem Frisiertisch, so dass er sofort die Haare bürsten kann, wenn er diese ergreift.

6 // Sie passt sich dem Kind an. Und nie umgekehrt. Montessori zuhause bedeutet für mich nicht, aus unserer Wohnung eine Kleinkindgemeinschaft zu machen. Auch nicht, meine eigenen Bedürfnisse völlig außer Acht zu lassen. Aber wenn ich Jakob beobachte und dann die Bereiche zuhause entsprechend seinen Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten anpasse, ermögliche ich es ihm, bereits jetzt an unserem Familienalltag teilzuhaben, dabei Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten zu gewinnen und so seine Unabhängigkeit Stück für Stück zu erobern.
Die Leiterin von Julias ehemaligen Kinderhaus und gleichzeitig eine gute Freundin von mir schrieb mir einmal während eines E-Mailverkehrs diese wunderbaren Zeilen, die mich sehr berührten:
"Wir dürfen Kinder niemals an eine Methode anpassen, auch nicht an eine, vermeintlich perfekte vorbereitete Umgebung, sondern wir müssen unser Wissen über die kindliche Entwicklung FÜR die Kinder verwenden. Das heißt auch: wir müssen offen sein, kreativ und nach genauer Beobachtung und in Liebe eine vorbereitete Umgebung gestalten, in der Kinder, besser gesagt DIESES EINE KIND sich offenbaren kann." - Dagmar Wirl, Kinderhaus-Leiterin und AMI Pädagogin für 0-3 und 3-6

* mit Sternchen markierte Links sind Affiliate. Das bedeutet, dass ich eine kleine Provision erhalte, wenn Du das Produkt
über diesen Link erwirbst, für Dich entstehen dabei jedoch keine höheren Kosten.

Am allerliebsten krabbelt Jakob laut lallend durch die Wohnung und steht überall dort auf, wo er etwas zum Festhalten findet. Er ist ständig in Bewegung, liebt alles, wobei er seine körperlichen Kräfte spüren kann und gleichzeitig merke ich, dass er auch seine Hände viel präziser gebraucht. Darum habe ich auf seinem Regal einige Materialien ausgetauscht.
Diesen Stift mit Scheiben fand ich im Prüfl-Shop, tauschte aber die Scheiben fürs Erste durch größere Gardinenringe aus, damit Jakob diese anfangs treffsicherer fädeln kann. Eine Freundin (und Bloggerin bei "Das Große im Kleinen") zeigte mir neulich den Stift, den sie für ihre Ausbildung und für ihren kleinen Sohn gemacht hat wobei sie die Ringe mit Ostereierfarben anmalte. Ich fand die Idee unglaublich schön und besorgte Lebensmittelfarben um den Gardinenringen von Jakobs Material ebenso einen Farbtupfer zu verleihen.

Diesen Stift mit Scheiben fand ich im Prüfl-Shop, tauschte aber die Scheiben fürs Erste durch größere Gardinenringe aus, damit Jakob diese anfangs treffsicherer fädeln kann. Eine Freundin (und Bloggerin bei "Das Große im Kleinen") zeigte mir neulich den Stift, den sie für ihre Ausbildung und für ihren kleinen Sohn gemacht hat wobei sie die Ringe mit Ostereierfarben anmalte. Ich fand die Idee unglaublich schön und besorgte Lebensmittelfarben um den Gardinenringen von Jakobs Material ebenso einen Farbtupfer zu verleihen.

Das Ei tauschte ich mit der Kugel und stellte auch den wunderschönen Zylinder zum Stecken dazu, den ich bei Manine Montessori entdeckt habe. Dazu gehört auch ein Zylinder mit Knopf, aber damit ist Jakob noch etwas überfordert. Er pickt zwar seine Erbsen geschickt mit Zeigerfinger und Daumen aus der Schüssel, aber mit diesem Knopfzylinder ist die Arbeit viel komplexer, daher stellte ich diesen fürs erste einmal weg. Den langen Zylinder ohne Knopf, den er mit der Faust halten und auch besser spüren kann, findet er hingegen unglaublich spannend und versucht die Teile immer und immer wieder ineinander zu stecken - was ihm am besten dann gelingt, wenn er dabei mit beiden Händen gleichzeitig arbeitet.

Auch dieser Holzkreisel ist neu auf seinem Regal und er liebt ihn! Der Untergrund ist abgerundet, so kann ihn Jakob mehr zu sich ziehen, wenn er die Ringe auf den dicken Stift fädelt. Zu diesem Holzkreisel gehören eigentlich 4 bunte, unterschiedlich große Holzscheiben, aber auch hier tauschte ich diese für den Anfang durch gleich große Gardinenringe aus, weil die Scheiben für Jakob noch zu schwer zum Fädeln waren. Wenn ihm das Auffädeln der Gardinenringen zu einfach wird, tausche ich diese wieder auf die Originalscheiben um, die er dann auch der Größe nach ordnen kann.


Ein
Korb mit einigen einfachen Bürsten zum Ausräumen, zum Entdecken aber auch wieder in den Korb rein zu räumen. Ich zeige Jakob auch immer wieder mit ruhigen Bewegungen, wie ich die Bürsten aus dem Korb nehme und später diese dann wieder einsammle.
Diese Druckkugelbox wird tagtäglich mehrmals bespielt. Ich fand sie ebenso im Prüfl-Shop und freute mich darüber riesig. Sie ist schlicht und die Kugel lässt sich mit etwas Kraftaufwand problemlos durch die Löcher pressen. Und weil Jakob mit Vorliebe seine Kräfte erprobt, ist dieses Material perfekt für ihn. Manchmal drückt er die Kugel mit seinem Daumen und Zeigefinger in die Box,
manchmal aber auch mit der flachen Hand, wie ich es ihm gezeigt habe. Zu der Box gehören eigentlich 3 Kugeln, aber ich gab 2 davon weg, damit Jakob sich besser
konzentrieren kann. 
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In den letzten 2-3 Wochen sind unsere Nächte viel zu kurz. Jakob meldet sich dann im 2 Stunden-Takt und erklärt oft bereits um 05:00 Uhr die Nacht für beendet. Tagsüber beobachte ich gleichzeitig, wie viele neue Fähigkeiten er an sich entdeckt:
Zum Beispiel, dass er eine Stimme hat und deshalb plappert er den ganzen Tag herzig vor sich hin. Daher singe ich ihm auch wieder öfters Lieder vor oder erzähle ihm, was um uns herum passiert, so, dass er dabei meine Lippen ganz genau beobachten kann.

Er arbeitet eine Menge mit seinen Beinen und immer mehr zieht er seine Knie unter den Bauch während er sich mit den Händen in die Höhe stemmt. Vor ein paar Tagen schaffte er es sogar, sich durch einen kräftigen Schwung aufzusetzen. Damit er sich besser spürt und mehr Bewegungsfreiheit hat, lasse ich ihn oft nur in einer Windel oder zumindest ohne Hose und Socken auf dem Boden.

Weil er so gerne die Füße erforscht und riesige Tritte in die Höhe macht, habe ich ihm einen Stoffball aufgehängt, so dass er diesen mit nackten Füßen kicken kann. Ähnlich wie bei der Schelle und Ring am Band, habe ich zusätzlich ein Gummiband angenäht, damit das ganze etwas nachgibt, wenn Jakab daran rüttelt.
Den Tipp mit dem Ball zum Kicken bekam ich von einer guten Freundin, die gerade ein Montessori-Diplom für 0-3 absolviert und vor wenigen Tagen zum 2. Mal Mama geworden ist. Ich liebe auch ihren Blog Das Große im Kleinen wo sie über ihren Montessori- und Pikler-Alltag schreibt. Der Tipp war ein Volltreffer, Jakob hat so viel Freude mit dem aufgehängten Ball.
Er liebt alles was rollt und rund ist. Nicht nur mit beiden Händen gleichzeitig zu halten, sondern auch diese beim Rollen zu beobachten und versuchen das Weggerollte zurückzuergattern. Daher habe ich seinen Korbball mit einer Holzkugel und einem runden Greifling ergänzt und auch die ineinandergreifenden Scheiben daneben hingestellt. Ich bat meine Schwester hierfür einen winzigen Seilkorb zu nähen, so rollen die Scheiben nicht gleich davon, wenn Jakob sie vom Regal nehmen möchte.

Da er bereits beide Hände gleichzeitig und immer geschickter einsetzt, biete ich ihm zu den Mahlzeiten ein kleines Trinkglas an, aus dem er übt, alleine zu trinken. Ich gieße wirklich nur ganz wenig Wasser in sein Glas, so dass er zwar nass werden kann, aber keine Überschwemmung entsteht. Allerdings kann er das Glas noch nicht so hoch heben, damit auch wirklich Wasser in seinen Mund läuft.
Ich versuche ihm allerdings nur so viel zu helfen, dass er dennoch das Gefühl hat, selbstständig zu trinken. Er isst auch seit Wochen mit uns beim Esstisch mit, darüber schreibe ich aber noch demnächst etwas ausführlicher.

Ich versuche ihm allerdings nur so viel zu helfen, dass er dennoch das Gefühl hat, selbstständig zu trinken. Er isst auch seit Wochen mit uns beim Esstisch mit, darüber schreibe ich aber noch demnächst etwas ausführlicher.
Die Nächte sind nicht gerade erholsam, anderereits weiß ich, es ist kein Rückschritt sondern ein Fortschritt und ich versuche, zwar mit Augenringen unter den Augen, seine neuen Fähigkeiten mit ihm mitzufeiern.

"Diese erste Zeit im Leben eines jungen Kindes sind für Kind und Eltern am meisten beeindruckend. Das ist die Zeit, in der die Grundinstinkte der Erziehung geweckt werden und die Bindung beginnt. Es ist die Zeit, in der das Kleinkind Vertrauen in seine Umgebung entwickelt und das Gefühl, dass unsere Welt ein glücklicher Ort ist. Das wichtigste Element in der Umgebung eines jungen Kindes ist die Weisheit des Erwachsenen. Kein Material kann in diesen frühen Monaten und Jahren die Zeit und die Aufmerksamkeit ersetzen." - frei nach Susan Mayclin Stephenson
Auch wenn ich die Montessori Mobiles durch Jakob neu schätzen gelernt habe, ist es für mich ganz klar: die allerwichtigsten Sinneserfahrungen erfährt er durch die Menschen, die ihn umgeben. Seine Familie, deren Stimmen er bereits in meinem Bauch hörte, deren Gesichter er tagtäglich sieht, deren Hände, die ihn tragen und ihn liebevoll berühren und deren Geruch ihm mittlerweile sehr vertraut ist. Er hat zwar auch einige wenige Greiflinge aus Holz, Baumwolle, Metall und Filz, aber zu seinen Vorlieben gehört noch immer, die eigenen Finger mit seinem Mund zu erkunden.

Er liebt es unsere Stimmen zu hören. Wenn ich zu ihm spreche oder ihm was vorsinge, beobachtet er ganz aufmerksam die Bewegung meiner Lippen. Ich erzähle ihm gerne, was um ihn herum gerade passiert und auch Julia erzählt ihm, was es alles in seinem schwarz-weißen Büchlein zu sehen gibt. Ich denke, es ist nie zu früh, bereits mit so jungen Kindern Bücher gemeinsam anzuschauen.
Ein liebevoller, sanfter und respektvoller Umgang von Anfang an gibt einem jungen Kind ein tiefes Vertrauen in seine Umgebung. Besonders, wenn es um Kommunikation und seine Pflege geht, denn für ihn bedeuten diese die Welt. Daher erzähle ich ihm oft, was um ihn herum passiert oder was ich mit ihm gerade tue. Ich teile ihm mit wenn ich ihn hochhebe oder hinlege und auch wenn ich ihm sein Gewand an- und ausziehe. Seine Pflege ist so wichtig für ihn. Nicht nur körperlich, sondern auch für unsere Bindung, für sein Selbstwertgefühl. Daher hängt auch kein Mobile über seinem Wickelplatz, damit wir auch hier aufeinander eingehen können.

Ich trage ihn sehr gerne im Tragetuch, dennoch verbringt Jakob zu Hause viel Zeit auf seiner Krabbeldecke am Wohnzimmerboden. Als Julia so alt war, war der Gedanke, mein Baby auf den Boden zu legen, noch sehr befremdlich. Diesmal jedoch fühlt es sich für mich ganz natürlich an. Von hier aus kann er nicht nur uns und den Raum besser beobachten, sondern auch seinen Körper besser spüren.
Hier liegt er, wenn ich das Mittagessen koche oder die Wäsche zusammenlege und ab und zu schläft er sogar hier ein. Er strampelt viel und dabei dreht er sich auch mal auf die Seite. Damit ihm seine Kleidung dabei kein Hindernis ist, kaufe ich ihm Babyklamotten ohne große Knöpfe und ohne Kragen. Ich persönlich mag auch keine Strampler mit Fußenden. Viel mehr nutze ich die Jahreszeit aus und lasse seine Füße nackt, damit er den Boden besser spüren kann.

Mittlerweile habe ich für ihn einen Wickelplatz im Badezimmer eingerichtet und wickle ihn ausschließlich hier. In seinem Zimmer hat er zwar auch eine Wickelunterlage, aber nur, um ihn dort an- oder umzuziehen. Ich denke, diese Ordnung hilft ihm, sich darauf einzustellen, was als nächstes mit ihm passieren wird. Außerdem ist es so auch viel klarer, welcher Raum welche Funktion hat.
Ich beobachte ihn auch sehr oft und sehr gerne. Wie er an seinen Fingerchen lutscht, einen Gegenstand mit beiden Händen festhält, wie er mit den Füßen strampelt und wie er seinen Papa und seine Schwester anlächelt. Es ist nicht immer ruhig bei uns und mit einem zweiten Kind sind auch die Bedürfnisse in unserer Familie mehr geworden, aber ich tue mein Bestes, ihm das Gefühl zu vermitteln, dass er geschätzt wird und diese Welt ein sicherer Ort ist.
"Bereits in diesem ersten Lebensjahr entwickelt ein junges Kind ein Vertrauen in sich selbst, wenn es mit seiner Umwelt interagieren kann. Es lernt, in die Welt hinaus zugehen, zu spüren und zu begreifen und Dinge, die es gesehen hat, durch eigene Anstrengung zu erreichen. Mit der liebevollen und verständnissvollen Hilfe von Erwachsenen und älteren Kindern und in einer Umgebung, die seinen Bedürfnissen gerecht wird, wird es erfahren, dass es fähig ist, dass seine Entscheidungen klug sind, dass es eine wunderbare Person ist." - frei nach Susan Mayclin Stephenson


Vor wenigen Wochen entdeckte Jakob seine rechte Hand. Bis dahin nuckelte er nur genüsslich an seiner Faust, doch dann begann er die Hand mit den Augen zu fixieren und immer ruhiger vor seinem Gesicht zu halten. Er war so fasziniert von seiner Entdeckung, dass er jede Gelegenheit dafür nutze, diese kleine Hand ganz genau zu betrachten.
Seit einigen Tagen versucht er bereits nach Gegenständen zu greifen. Zunächst war es mein Gesicht, das er versuchte zu erreichen während ich mich mit ihm "unterhielt", aber als ich merkte, dass er seine kleine Hand auch bereits aufmachte, hielt ich ihm in greifbarer Nähe seine kleine Rassel hin und verharrte in dieser Distanz. Er probierte immer wieder, die Rassel zu berühren, hob die Hand zielgerichtet bis es ihm, nach einigen Versuchen schließlich auch gelang, diese zu packen. Ich mag diese Rassel, weil sie einfach ist und die perfekte Größe für kleine Babyhände hat. Und ich liebe dieses Foto! Ist diese Konzentration in seinem Gesicht nicht wunderbar?
Interessanterweise ist es deutlich zu merken, dass er gleichzeitig zu seiner neuen Errungenschaft auch viel weiter sehen kann als bisher. Auch wenn er auf seiner Decke liegt, ich aber stehe, lächelt er zurück und schaut auch viel interessierter aus dem Tragetuch, wenn wir mit der U-Bahn unterwegs sind.
"Als unentwickeltes Werkzeug kann die Hand des Kindes zuerst nur unpräzise Bewegungen ausführen. Diese Bewegungen passen annähernd zu dem Grad der Information, den das Gehirn des Kindes aufzunehmen in der Lage ist: zuerst nur das Gefühl der Oberflächenstruktur von Dingen und die Empfindung seines Daumens im Mund. Deshalb passt der Grad der Muskeltätigkeit und -koordination zum Grad der geistigen Entwicklung, und Hand und Gehirn arbeiten in Übereinstimmung." - Polk Lillard / Lillard Jessen, Montessori von Anfang an

Interessanterweise ist es deutlich zu merken, dass er gleichzeitig zu seiner neuen Errungenschaft auch viel weiter sehen kann als bisher. Auch wenn er auf seiner Decke liegt, ich aber stehe, lächelt er zurück und schaut auch viel interessierter aus dem Tragetuch, wenn wir mit der U-Bahn unterwegs sind.
"Als unentwickeltes Werkzeug kann die Hand des Kindes zuerst nur unpräzise Bewegungen ausführen. Diese Bewegungen passen annähernd zu dem Grad der Information, den das Gehirn des Kindes aufzunehmen in der Lage ist: zuerst nur das Gefühl der Oberflächenstruktur von Dingen und die Empfindung seines Daumens im Mund. Deshalb passt der Grad der Muskeltätigkeit und -koordination zum Grad der geistigen Entwicklung, und Hand und Gehirn arbeiten in Übereinstimmung." - Polk Lillard / Lillard Jessen, Montessori von Anfang an

Seitdem ist, sobald er wach ist, seine Hauptbeschäftigung, seine kleinen Hände zu erforschen. Also bastelte ich ihm diese Woche ein taktiles Mobile: das Mobile mit den 3 primärfarbenen Bällen. Üblicherweise sind die "Bälle" aus Holz, da ich aber keine Möglichkeit hatte, diese aus Holz anzufertigen, bastelte ich sie aus dickem Filz. Filz ist zwar nicht ganz so schwer wie Holz, aber ich dachte, so kann Jakob unterschiedliche Texturen spüren und auch die Bälle knallen nicht so laut aufeinander.
Ich fand keine Anleitung im Internet, also fragte ich Julias Kinderhaus-Pädagogin um Rat, welche auch das AMI-Diplom für 0-3 absolvierte und musste mir auch etwas selbst einfallen lassen, wie ich diese Bälle ohne Klebstoff fixieren konnte. Aber das lange Überlegen hat sich gelohnt und ich schaffte es, das Mobile innerhalb eines Vormittages fertig zu stellen. Ich kann Euch gerne eine Anleitung schreiben, denn das Mobile ist wirklich fantastisch!
Diese taktile Mobile hängen klarerweise tiefer als die bisherigen, visuellen Mobile, außerdem hängen sie an einem elastischen Band, damit sie nachgeben können, wenn das Baby daran zieht.
Ich habe Euch ein Video gemacht um zu zeigen, was dieses Mobile kann. Bitte beachtet diesen wunderbaren Eifer, den Augenblick, als er seine Faust bewundert und seine zielgerichtete Bewegung, wie er verucht, den roten Ball zu berühren. Dieser mitgegebene innere Bauplan ist bewundernswert!
Ich fand keine Anleitung im Internet, also fragte ich Julias Kinderhaus-Pädagogin um Rat, welche auch das AMI-Diplom für 0-3 absolvierte und musste mir auch etwas selbst einfallen lassen, wie ich diese Bälle ohne Klebstoff fixieren konnte. Aber das lange Überlegen hat sich gelohnt und ich schaffte es, das Mobile innerhalb eines Vormittages fertig zu stellen. Ich kann Euch gerne eine Anleitung schreiben, denn das Mobile ist wirklich fantastisch!

Diese taktile Mobile hängen klarerweise tiefer als die bisherigen, visuellen Mobile, außerdem hängen sie an einem elastischen Band, damit sie nachgeben können, wenn das Baby daran zieht.
Ich habe Euch ein Video gemacht um zu zeigen, was dieses Mobile kann. Bitte beachtet diesen wunderbaren Eifer, den Augenblick, als er seine Faust bewundert und seine zielgerichtete Bewegung, wie er verucht, den roten Ball zu berühren. Dieser mitgegebene innere Bauplan ist bewundernswert!
"Irgendwann, wenn das Kind nach einem Objekt schlägt und danach greift, kreuzen seine Hände seinen Blick. Es entdeckt etwas, das noch Interessanter ist als das Objekt, das es erreichen wollte. Er hat seine Entdeckung der menschlichen Hand begonnen, mit ihren erstaunlichen Fähigkeiten als Werkzeug und als Quelle von Informationen über die Welt." - Polk Lillard / Lillard Jessen, Montessori von Anfang an

Unser Alltag mit zwei Kindern ist nie langweilig. Es herrscht immer reges Leben in unserem Zuhause, denn mit einem weiteren Kind wächst nicht nur die Familie, auch die Bedürfnisse werden mehr. Andererseits genieße ich die Zeit mit diesen beiden sehr. Julia ist nach wie vor begeistert von ihrem kleinen Bruder, von Eifersucht ist keine Spur zu sehen. Sie umarmt, küsst, liebkost und singt für ihn und er wiederum lächelt sofort, wenn er sie sieht. Da ich selbst Geschwister habe, weiß ich, sie werden sich nicht immer so gut verstehen, aber ich hoffe dennoch, dass sie immer zusammenhalten werden.

Was das Zusammenhalten betrifft, so feierten wir letzte Woche unseren 10. Hochzeitstag. Noch bevor wir Eltern wurden, verbrachten wir unsere Hochzeitstage in einem schicken Restaurant. Diesmal in der Gesellschaft dieser beiden wunderbaren Kindern bei einem gemütlichen Picknick im Park. Das war auch Jakobs allererstes Picknick und er hat es sichtlich genossen, die Natur in aller Ruhe zu beobachten und zu spüren.

Zuhause hängte ich vor gut zwei Wochen das Gobbi Mobile über seinen Spielbereich. Für mich sehr spannend zu beobachten, dass er sämtliche Mobiles genauso gerne im Spiegel betrachtet, als auch von unten. Allerdings sind bei uns diese Mobile kein Dauerangebot. Es gibt Tage, wo er wirklich konzentriert diese Mobiles anschaut, aber auch solche, wo er keinerlei Interesse daran zeigt. Diese Woche werde ich ihm die Tänzer anbieten, aber ich denke, allzu lange werden ihm diese Art von Mobile nicht mehr ausreichen, denn letzte Woche entdeckte er zum ersten Mal seine kleine Faust.

Dieser Altersunterschied zwischen Jakob und Julia ist sehr interessant. Der eine ist gerade erst in der ersten Entwicklungsperiode angekommen, während die andere auf dem Sprungbrett zur zweiten ist. Julia kommt nächstes Jahr in die Schule und ich merke ganz stark, was das bedeutet. Sie interessiert sich immer weniger für ihr Spielregal, umso mehr für zwischenmenschliche Beziehungen. Sie verbringt viel Zeit in unserer Gesellschaft, möchte bei unseren alltäglichen Gesprächen teilhaben und sie stellt auch immer mehr in Frage, was gerecht ist und was nicht. Wenn wir also Zeit miteinander verbringen, kommen ganz oft spannende Gespräche zustande die mich zwar manchmal ganz schön herausfordern, die ich aber dennoch genieße.
Zur Zeit ist sie Feuer und Flamme, mit der Nähmaschine zu arbeiten. Neulich nähten wir für den Sohn unseres Nachbarn, der gerade mal 1,5 Jahre alt ist, diese Reis-, Kichererbsen- und Linsensäckchen womit er seiner Vorliebe für das Werfen auch Zuhause nachgehen kann. Julia nähte die Einfärbigen, ich die Karierten und Gemusterten.

Diese hübschen Kaleidozyklen bastelten wir vorgestern. Ich liebe solche mathematischen Besonderheiten. Kaleidozyklen (Flextangles) sind Ringe die aus einer geraden Anzahl von Tetraedern bestehen und die unendlich lang gedreht werden können. Wenn sie auch noch bunt angemalt sind, ergeben sie beim drehen ein schönes Muster. Auf Instagram habe ich ein kurzes Video darüber hochgeladen, wie sie ausschauen, wenn sie gedreht werden. Wenn ihr Lust habt, diese auch auszuprobieren: hier ist die Vorlage, die wir dazu verwendet haben.

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