{Der kalte Topfenwickel/Quarkwickel}


Bevor ich beim leichten Fieber und co. irgendwelche Medikamente einnehme, greife ich lieber zu alt bewährten Hausmitteln. Der Topfenwickel ist einer meiner Lieblinge unter den Hausmitteln: Vielseitig anwendbar, wirksam und Topfen hat man so gut wie immer im Haus.

Der Topfenwickel hilft bei Fieber, Heiserkeit, Halsweh, gegen Entzündungen wie etwa entzündete Augen, Krampfadern, Verbrennungen und Sonnenbrand, Schwellungen, Insektenstiche, und die meisten Mütter wissen auch, er ist ein wahres Wunder bei Milchstau in der Stillzeit. Er wirkt abschwellend, entzündungshemmend, schmerzlindernd sowie kühlend. Wahnsinn, wie vielseitig Topfen sein kann!

Wie man den Topfenwickel richtig auflegt, habe ich in einem Mama-Baby-Kurs gelernt: 
  1. Als erstes wird der Topfen in einem Stofftaschentuch oder einer dünnen Stoffwindel eingewickelt und die Kompresse so auf die gewünschte Körperstelle gedrückt. Je nach dem, kann man den Topfen auch direkt auf die Haut auftragen, dann wird der dünne Baumwollstoff auf die vollgeschmierte Hautfläche gelegt. Im Taschentuch eingewickelt kann man ihn auf jeden Fall leichter entfernen.
  2. Als nächstes kommt wieder eine Stoffschicht, diesmal aus einem etwas stärkeren Stoff. Mullwindeln oder ähnliches sind dazu bestens geeignet.
  3. Zum Schluss wird das ganze mit Wolle abgedeckt. Bei einer Wadenpackung kann das eine lange Wollsocke sein, bei Halzschmerzen ein Wollschal, Wollpulli usw.
Ein wirklich wohltuender Wickel! HIER erfährt Ihr mehr darüber.

Habt ihr Erfahrungen mit dem Topfenwickel? Wenn ja, wie wendet Ihr ihn am liebsten an?
Friedrich Nietzsche

Ohne Musik und Tanzen könnte ich mir kein Leben vorstellen. Ohne die beiden wäre ich leer, krank und traurig (und da ich lange Zeit Jazz Ballett getanzt habe und in Musicals mitgespielt habe, sind für mich Musik und das Tanzen ohnehin von großer Bedeutung). Sie gehören zur Menschheit wie die Sprache und das Laufen, sie sind ein Teil unserer Kultur, unseres Daseins und so - auch nach Montessori-Pädagogik -gehören sie unbedingt ins Kinderzimmer.



Wir haben da ein Körbchen voll mit Musikintrumenten. Erinnert Ihr Euch noch? Xylophon, Kastagnette, Rassel, Schellentrommel, Maracas... Diese Spielsachen sind nicht nur schön, sie machen auch irrsinig viel Spaß und erwecken den Sinn für Musik.

Wir hören jeden Tag CDs an. Nicht nur Klassik, auch angenehme, sanfte Popmusik wie etwa Norah Jones oder Michael Bublé. Ganz leise, nur als Hintergrundmusik, mal beim Spielen, mal beim Essen, einfach nach Lust und Laune. Wenn ich mich zur Musik im Rhythmus bewege, beobachtet sie mich dabei und lacht und quietscht dazu. Wenn ich zur Musik mitsinge, fangt sie an zu tanzen: sie schaukelt ihren Oberkörper nach vorne und nach hinten, oder wedelt fröhlich mit den Händen. Entzückend!

Ich singe ihr immer wieder vor. Wenn wir zum Beispiel das Singbuch durchblättern oder beim Baden am Abend. Da sie schon als Baby immer wieder ihr Missfallen gezeigt hat, wenn ich vor dem Schlafengehen ein Einschlaflied gesungen habe, habe ich damit aufgehört. Wie sagt man? Kinder sind die Spiegel unseres Selbst? Nein, ein Singvogel bin ich anscheinend nicht gerade ;).


Ihre kleine Musikschachtel, die sie von der Verwandschaft zur ihrer Taufe bekommen hat, macht sie mit Vergnügen auf und zu und tanzt ebenfalls zur Melodie. Für ihr Kinderzimmer plane ich demnächst einen einfachen CD Player zu kaufen, den man in jedem Fachhandel bekommen kann. Muss nicht viel können, das Radio werden wir auch nicht benutzen, die Antenne sogar abmontieren. Ich möchte, dass sie selbt Musik hören kann, dabei lernt, auf den Play- und auf den Stoppknopf zu drücken, oder vielleicht sogar, wie man eine CD reinlegt und wieder rausnimmt.

Wie steht Ihr zur Musik? Singt Ihr Euren Mäusen vor? Spielt Ihr vielleicht Gitarre? Auf dem Klavier?
Dass ich meine Kleine tragen möchte, war mir von Anfang an klar. Aber in was?

Ich habe mehrere Tage und Nächte dafür gebraucht, eine umfangreichere Recherche zu machen, Physiotherapeuten mit Fragen zu traktieren, die mir dann bei der Entscheidung halfen. Die Mühe hat sich allerdings gelohnt: Ich bin bis heute zufrieden damit:


Wir haben ein Tragetuch von Storchenwiege und einen Manduca. (DIE oder DER Manduca?) Das Tragetuch habe ich eher in den ersten 4 Monaten benutzt, den Manduca eher danach. Obwohl die Kleine im Manduca auch ziemlich enggebunden gewesen wäre, haben mir Physiotherapeuten davon abgeraten. Da ist das Tuch am Besten; und aus.

Ich muss gestehen, mit dem Manduca geht alles viel schneller. Klar, durch oftmaliges Anbinden, kann man die Bindetechnicken auch beim Tuch schnell erlernen, wenn man aber ein zappeliges, 5-11 Monate altes Kind anschnallen möchte und immer wieder von vorne anfangen muss, verliert man irgendwann die Geduld. Mit dem Manduca geht das wesentlich schneller, auch Vorne und auch auf dem Rücken: Gurt anschnallen, Kind hineinsetzen, und wie einen Rucksack "anziehen", wieder anschnallen. Fertig.

Nächster Pluspunkt: auch das Tragen ist angenehmer. Wie die Maus immer mehr an Gewicht zugenommen hat, schnürrte sich das Tuch mehr und mehr um meine Taille, obwohl ich einen etwas härteren Stoff ausgesucht habe. Nicht so im Manduca, da bleibt der gepolsterte Gurt auch beim Strampeln gleich. Der Stoff (Canvas aus 55% Hanf und 45% Biobaumwolle) ist super weich, verfärbt nicht, kann man ohne weiteres zigmal waschen.

Für den Winter habe ich dazu ein Tragecover von MaM gekauft, das einer dicken Jacke gleicht. Das war der beste Kauf überhaupt! Es ist warm, angenehm zu tragen, waschbar, und im Handumdrehen angezogen (besser gesagt: angebunden). Wenn jemanden dieses Tragecover interessiert: mehr darüber findet Ihr hier.


Es ist vollbracht. Das Spielzelt von Julia ist nun endlich fertig und wartet darauf, viele Abenteuer mit seinem Besitzer zu erleben. Klar hätten wir ihr auch ein fertiges Zelt irgendwo kaufen können. Aber ein Zelt zu haben, das kein anderer hat, das einmalig ist, ist ja auch nicht gerade schlecht, oder?


Was ich dazu brauchte (Achtung! Unterschiedliche Längenmaße!)

Für das Gestell:
  • 4 x Holzlatten, jeweils mit der L= 1m, B= 30mm, T= 14mm
  • 3 Holzstäbe (rund), jeweils mit der L= 70cm und Ø 1,2cm
  • 2 kleine Holzlatten, jeweils 20cm lang
  • 6 Schrauben (L= 25mm)
  • Holzleim
  • eventuell Akkuschrauber
  • Schmirgelpapier
  • (Wasserwaage, Maßband, Stift zum Markieren)
Für das Zelt:
  • Canvas Stoff in der L= 2,3m und B= 1,40m (von IKEA)
  • bunte Textilschleifen (10 x ca. 25cm)
  • 2 große Knöpfe und ein wenig Schnur
  • (Garn, Stecknadeln, Bügeleisen, Schere oder Cutter)

Die Holzlatten und -stäbe habe ich im Baumarkt besorgt und dort auch gleich zuschneiden lassen. Das Service war übrigens kostenlos (besser vorher informieren). Damit die Enden der Stäbe nicht splittern, habe ich sie ein wenig mit dem Papier abgeschliffen und an den beiden Enden ein Ø 12mm Loch hineingebohrt damit man die runden Stäbe hineinstecken kann. So wäre das Zelt allerdings noch nicht sehr stabil, also müssen die Latten auch zusammengeschraubt werden. Die runden Stäbe habe ich einfach mit Holzleim befestigt.


Das Dach vom Zelt hat meine Schwester genäht. Nicht nur, dass sie eine Nähmaschine besitzt, sie hat eine richtige Nähwerkstatt zuhause, immerhin ist sie eine Quilterin. Das Zeltdach zusammenzunähen war etwas zeitaufwändiger als ich mir gedacht habe. Im Kopf weiß man, wie man vorgehen möchte, aber in der Praxis dauert das eben etwas länger. Wir haben etwa 4 Stunden gebraucht. Während meine Schwester genäht hat, hab ich mich ein wenig in ihrer Werkstatt umgesehen und dabei ein altes Foto von ihrer Hochzeit entdeckt, wo ich ihre Schleife halte.

 

Das Zeltfenster zum Aufrollen haben wir mit einem Cutter ausgeschnitten, die Ränder ab- und die Schleifen angenäht, damit man das aufgerollte Fenster fixieren kann. Eigentlich eine einfache Lösung. Zum Schließen des Fenster kann man es an den Ecken zucknöpfen. Aber viel Gerede, kurzer Sinn, ich lasse mal die Fotos für sich sprechen:


Das Zelt war sozusagen ein Familienprojekt: Mein Mann, mein Schwiegervater und meine liebe Schwester haben alle mitgeholfen. Ich danke Euch dafür! (Auch) Julia ist begeistert! :)

Unser Schlafritual im Alter von 11 Monaten


Man hört ja so viele Ratschläge, wenn es um das Schlafritual des Babys geht. Von den Ratschlägen habe ich manche beherzigt, einige komplett ignoriert und letztendlich bin ich draufgekommen:  Mein Ratgeber ist und bleibt mein eigenes Herz. Und mein Hausverstand.

Wie sich bereits auch Isa in einem ihrer Post (hier) dazu geäußert hat, halte auch ich nicht allzu viel von irgendwelchen "Schreien-Lassen-Methoden", obwohl ich die Verzweiflung der Eltern durch aus verstehen kann. Bei uns gibt es dennoch keine solchen Methoden, ganz im Gegenteil!

Von Anfang an habe ich mich von meiner Kleinen leiten lassen: Ich beobachtete sie immer genau, sodass ich mittlerweile erkenne, ob sie schon müde ist, auch ohne Augenreiben. Ich lasse sie dann noch spielen, oder spiele mit ihr noch ausgiebig bevor wir dann baden gehen. Beim Baden achte ich darauf, dass sie so viel wie möglich selbst macht: Sie kann bereits ihren Body über den Kopf ziehen, Zähneputzen und ab und zu zeigt sie auch schon Interesse, sich selbst die Haare zu kämmen. Zäheneputzen und Haarkämmen machen wir übrigens vor dem Spiegel. 

Viele Ratgeber meinen, man sollte das Kind schon Stunden vorher, bevor man es schlafen legt, zur Ruhe bringen. Aber warum? Ein lebendiges, aufgewecktes Kind muss seine Energie los werden. Und bekanntlich werden sie gerade am Ende eines Tages besonders aufgedreht. Warum sollte sich mein Kind nicht auspowern und so einen tieferen, süßeren Schlaf finden? 

Nach dem Baden legen wir uns alle auf das große Ehebett und je nach ihrem Bedarf wird entweder gekuschelt und gestillt (dann ist sie aber schon wirklich erledigt) oder nach dem Stillen noch einmal ordentlich getobt, gelacht, Spaß gemacht, bis sie dann zu mir kommt, sich auf meinen Bauch legt und einschlummert.
Es gibt natürlich Tage, wo sie etwas schwieriger einschläft, dann warte ich, bis sie zu mir kommt und halte sie nicht zu fest, aber bestimmt eng an meinen Körper gedrückt.

Manche würden meinen, das ist verwöhnen. Wir sagen, das ist einader respektieren. Abgesehen davon ist es doch so viel schöner, sich mit Mama und Papa in den Schlaf zu lachen, oder?

Kinder lernen Sprachen am schnellsten und betsen gleich von Anfang an. Das wissen mittlerweile die meisten. Was steckt aber dahinter? Warum tun wir uns als Erwachsene so schwer, eine Fremdsprache zu erlernen?

Montessori beobachtete, dass Kinder in ihrem Leben ganz bestimmte Phasen durchlaufen, in denen sie besonders, sagen wir mal "saugfähig" sind. In diesen Phasen - Montessori nennt sie "sensible Phasen" - weisen sie eine extra Portion Neugierde und Lernbereitschaft auf. Sie werden von bestimmten Tätigkeiten oder Gegenständen in ihrer Umgebung gefesselt und völlig beansprucht. So sind Kinder zum Beispiel in den ersten Lebensjahren in der sensiblen Phase des Spracherwerbs. Nie wieder werden Kinder so schnell und mit so einer Leichtigkeit Fremdsprachen erlernen, wie in dieser Zeit. Es ist eine Art "innerer Zwang" die Kindern dazu bewegt etwas zu erlernen.


Diese Phasen sind jedoch von vorübergehender Dauer. Wenn die Kinder eine Fähigkeit bereits beherrschen, ist diese Phase abgeschlossen. Die einmalige Chance, etwas ganz bestimmtes zu erlernen ist dann vorbei.

Sensible Phasen nach Montessori (von der Geburt bis 6 Jahre):

  • Bewegung: Greifen, Tasten, sich drehen, balancieren, krabbeln und gehen (Geburt bis ca. 1 Jahr)
  • Sprache: Lautbildung, Worte, Satzteile und schließlich ganze Sätze (Geburt bis 6 Jahre)
  • Kleine Gegenstände und winzige Details (1 bis 4 Jahre)
  • Ordnung und Routine, Wunsch nach Beständigkeit und Wiederholung (2 bis 4 Jahre)
  • Musik: Töne erzeugen, Rhythmen und Melodien kreieren (2 bis 6 Jahre)
  • Sauberkeit: Blase und Darm unter Kontrolle zu haben (18 Monate bis 3 Jahre)
  • Anstand und Höflichkeit: es imitiert nach und verinnerlicht vernünftiges Verhalten (2 bis 6 Jahre)
  • Sinne: Sinnesexperimente genießen (2 bis 6 Jahre)
  • Schreiben: nach Montessori geht das Schreiben dem Lesen voraus. Buchstaben werden gerne nachgezeichnet (3 bis 4 Jahre)
  • Lesen: Interesse für Buchstaben und Symbole (3 bis 5 Jahre)
  • Räumliche Beziehungen: Komplexere Puzzles legen (4 bis 6 Jahre)
  • Mathematik: Zahlen und Mengen erfassen (4 bis 6 Jahre)

Jedes Kind ist anders, sodass die Phasen bei jedem Kind anders anfangen und enden können, so Tim Seldin in seinem Buch Kinder fördern nach Montessori. Aber eins ist sicher: "Diese Lernprozesse bilden die Grundlage, auf der das Kind sein weiteres Wissen aufbauen wird."
Bevor Julia auf die Welt kam und auch in ihren ersten 7 Lebensmonaten war ich der Meinung, alle Ecken müssen mit einem Eckschutz gesichert, alle Teppiche rutschsicher gemacht werden, sofort muss Emaille- und Melamingeschirr für die Kleine besorgt werden, ebenso Plastiklöffel, auf jedem Schrank ein Sicherheitsschloss montiert werden. Sie soll ihren Hochstuhl nicht verschieben können, ihre Möbel sollen so schwer sein, dass sie ja nicht hinfallen.

Also, ich schockiere Euch jetzt.
Wahrscheinlich denkt ihr sogar, ich sei unverantwortlich, verrückt und eine Rabenmutter, aber abgesehen von ein paar Schrankschlössern (genau gesagt von 2en: Biomüll und Reinigungszeug) und Steckdosensicherungen sowie einen Gitterzaun vor der Treppe (allerdings nicht montiert!), habe ich von all dem nichts im Gebrauch. Keine Ecksicherungen, keinen Rutschstopp unter dem Teppich, das Melamingeschirr ist auf gutes Keramik und Glas, der Plastiklöffel in einen normalen Silberlöffel ausgetauscht worden. Auch die Möbel (alle in ihrer Größe, also nicht die hohen Schränke) sind leicht beweglich, sodass sie sie schieben und heben kann. Und ja, sie können auch umfallen.

Wie bitte?
Das Geschirr kann ja zerbrechen, die Ecken können wehtun, der Teppich könnte gefährlich sein, und die Stühle und andere Möbelstücke quietschen und machen brr und drr wenn man sie herumschiebt und können immer wieder umkippen. Samt Kind!


Das stimmt. Aber betrachten wir es mal so: In einem Haus, in dem das Kind nie achtsam sein muss wenn alles in seiner Umgebung gesichert und unzerbrechlich ist, fällt es um viele notwendige Erfahrungen um und in seinem Leben würde immer etwas fehlen. Wenn wir zerbrechliche Gegenstände vom Kind fernhalten, wie soll es dann den Umgang damit lernen? Diese Gedanke von Montessori fefällt mir ausgesprochen gut.

Das Geschirr zerbricht, und so merkt meine Maus, dass es Dinge gibt, die schneller kaputt gehen, als andere. Auf diese muss man eben besser aufpassen. Die scharfe Kanten tun weh - so merkt meine Kleine, dass sie achtsamer sein muss und ihre Bewegungen geordneter. Der Teppich rutscht weg - so merkt meine Kleine, dass sie dort eben keinen guten Halt hat. Die kleinen Möbelstücke machen brr un drr, wenn sie sie schiebt - so merkt sie, dass sie ihre Bewegungen noch besser in Acht nehmen muss.

Montessori meinte mit einer "vorbereiteten Umgebung" nicht, dass das Kind in Watte gehüllt werden soll. Im Gegenteil: Der kleine Mensch braucht eine Umgebung, wo er (unter unserer Beobachtung) alles alleine machen kann und somit die eigenen Erfahrungen sammeln kann.

So lange der Schnee noch liegt, müssen wir ja ihn genießen: Also haben wir den Schlitten geschliffen und beladen :)


Die Grand Dame hat ihre Sänfte sichtlich genossen....
Selbstständig die Jacke anziehen, zuknöpfen, ganz alleine die Hände waschen und abtrocknen, Zähneputzen, sich kämmen, einen Becher alleine tragen, ohne ihn fallen zu lassen oder den Inhalt zu verschütten, all diese alltäglichen Bewegungen verlangen nach der Beherrschung gewisser feinmotorischen Fähigkeiten. Montessori meint, den richtigen Zeitpunkt, wann die Kinder diese Bewegungen üben wollen (sie nennt sie "sensible Phasen"), erkennt man durch genaue Beobachtung.

Heute habe ich bemerkt, wie Julchen ihren kleinen Korb aufmacht, etwas hineintut, die Schachtel wieder zumacht und das ganze zigmal wiederholt. Sogar mit ihrer Jausenbox: aufmachen, Brot raus, Box wieder zu. Sie übt die Bewegung und trainiert ihre Feinmotorik. Was tun also, wenn die Matroschka ganz alleine ist, ohne ihre immer kleiner werdende Verwandschaft?


Na gut,  mit den wunderschönen russischen Souvenierpuppen kann man diese Schachteln nicht unbedingt vergleichen, aber zum Üben von Aufmachen, Hineinstecken und wieder Zumachen ist es ja doch perfekt geeignet. Abgesehen davon im Handumdrehen hergestellt, aus nur zwei Schuhschachteln und einer kleineren, die hineinpasst. 

Man sieht, aus einfachen Schuhschachteln oder Pappkartons kann man super tolle Übungsmaterialien und Spielsachen herstellen. Eine weitere tolle Idee, was man so aus einer Pappkiste im Handumdrehen machen kann, findet ihr auf Sinaa's Blog, genau hier.

Noch welche Ideen?


Maria Montessori spricht von einer nachhaltigen Erziehung zur Verantwortung für die „Eine Welt“ und für die nachfolgenden Generationen.
Eigentlich einleuchtend: Wenn das Globale nicht wahrgenommen wird, fehlt auch die Verantwortung sowie die Solidarität für andere Kulturen. Mir ist es sehr wichtig, meiner Maus schon von Anfang an fremde Kulturen zugänglich zu machen, damit sie ein Verständnis für diese entwickeln kann. 

Umso mehr freue ich mich, diese schöne Matroschka-Puppe bei den Schwiegereltern gefunden zu haben. Die Matroschka ist aber nicht in Russland geboren, wie viele denken würden. Sie wurde erst in Japan angefertigt und trug den Namen Fukurokuju (wie bitte?). Erst Ende des 19. Jahrhunderts hat sie den Weg nach Russland gefunden. 

Leider habe ich nur diese eine, ohne ihre "verschachtelte Familie". Momentan reicht das allerdings völlig aus. Auch so kann man mit ihr viel Spaß haben: Das Auseinandernehmen und wieder Zusammenstecken ist eine echte Herausforderung für meine Kleine. Sie übt immer wieder die zwei Hälften zusammenzustecken, mal steckt sie die Matroschka in ein Körbchen, mal schleppt sie die eine Hälfte durch die Gegend. Sie untersucht die handbemalten Blumen auf dem "Rock" der Puppe oder rollt sie auf dem Parkett und beobachtet, wie sie zum Stillstand kommt. 


Wenn keine Gefahr für die ganz kleinen Puppen mehr besteht, verschlungen zu werden, werde ich Julia eine richtige Garnitur besorgen. Die Matroschka ist ja doch ein wirklich schönes Spielzeug, oder?
Gestern habe ich endlich den Film anschauen können, den ich schon vor ein paar Wochen aufgenommen habe. Vielleicht kennt Ihr den Film bereits? Er heißt: Babys von Thomas Balmès.

Der Film ist "ein sprachlos-subtiler Kommentar zum Stand unserer Globalisierung". Vier Babys aus vier völlig unterschiedlichen Kulturen werden im ersten Lebensjahr auf ihren Weg von der Geburt bis zu ihren ersten selbstständigen Schritten begleitet. Die Darsteller sind: Mari aus Japan, Bayar aus der Mongolei, Hattie aus San Francisco und Ponijao aus Namibia in Afrika. Hier der offizielle Trailer zum Film.


Obwohl mich die süßen Babys oft zum Lachen gebracht haben, war ich nach dem Film einfach nur paff. Wie viele Tage ich mich bereits mit Fragen über das Stillen, Wickeln, Pflegen oder Füttern meiner Tochter gequält habe, und da sehe ich Mütter, für die diese Sachen gar kein Thema sind. 

Denn in Namibia oder in der Einöde der Mongolei gibt es weder Stillkissen, weder Windeln, noch Schnuller. Dass die Babys, die dort auf die Welt kommen sowieso gestillt werden, muss ich gar nicht erst betonen. Der kleine Ponijao aus Namibia hat ganz andere Spielsachen, als wir sie kennen. Er spielt mit Steinen, mit dem Sand, mit alten Knochen, mit den Haaren oder den Halsketten seiner Mutter oder mit anderen Kindern. Und er lernt sich irrsinnig schnell anzupassen. Bayar aus der Mongolei, der unter ähnlichen nomadischen Verhältnissen aufwächst, wie Ponijao, wird gleich nach seiner Geburt, in raue Decken fest eingepuckt, samt Bruder, Papa und Mama auf der Rückbank eines krachenden Motorrads in die Pampa der Mongolei zu einer Jurta nachhause gebracht. Wie diese Mütter ganz ohne Windeln zurechtkommen, ist für mich ein Rätsel und sie haben meine volle Bewunderung.

Ähnlich wie die Mädchen aus San Francisco und aus Japan, leben auch wir in einer hoch industrialisierten Welt. Supermarkt, Handy, Laptop, Fernseher und noch vieles mehr sind für uns schon normal. Da ich auch nichts anderes kenne, könnte ich mir auch nicht vorstellen, in der Einöde oder in einem Busch zu leben. Aber mache ich mir nicht eindeutig zu viele Gedanken darüber, ob mein Kind alles hat? Mache ich mir nicht zu viele Gedanken über das Zufüttern und Stillen? Mache ich mir nicht unnötige Sorgen darüber, ob es sich verkühlt?

Jedem, der sich mit ähnlichen oder denselben Fragen quält, wie ich, ist dieser Film eine Befreiung. Ihr müsst ihn unbedingt mal gesehen haben!

P.S.: Ja, ich habe das Cover meines Blogs etwas geändert. Das alte war zu "süß", das vorherige zu rosa. Wollte was ganz schlichtes, hoffentlich ist es mir gelungen.
Montessori betont es immer wieder in ihren Werken, wie wichtig sie die Bewegungsfreiheit findet. Denn Kinder lernen durch ihr eigenes Tun, ganz besonders die noch ganz kleinen Kinder, aber auch größere, ja sogar die Erwachsenen. Man sollte Kindern also so viel Bewegungsfreiheit erlauben, wie nur möglich. Dazu müssen wir ihnen natürlich eine sichere, kinderfreundliche Umgebung schaffen, in der sie dann den Alltag erforschen können, so Montessori.

Nun, meine Kleine krabbelt den ganzen Tag. Unglaublich, wie viel Energie solche kleinen Menschen haben können. (Nicht so wie ich.)
Sie krabbelt überall hin, wurde ein Ort einmal genau untersucht, wird ein neuer aufgesucht oder die Treppe erklommen.  So ganz unsportlich bin ich ja nicht, aber neben ihr komme ich ganz schön aus der Puste.


Sie hat sichtlich ganz großen Spaß an der Bewegung. Auch am Krabbeln selbt. Manchmal "singt" sie dabei und hat ein breites Lächeln im Gesicht, oder sie krabbelt einfach ohne bestimmtem Ziel (zumindest macht es den Eindruck) los.
Krabbeln, krabbeln, krabbeln! Dann natürlich überall rüber- und auf alles raufklettern, sich an allen Möbeln hochziehen, alles Bewegliches bewegen, ziehen, schieben, heben, schmeißen...
...oder auseinandernehmen um es genau zu untersuchen.

Unsere Sicherheitsvorkehrungen:
  • abgedeckte Steckdosen
  • Absperrgitter an der Treppe montiert (nur mit uns darf sie die Treppe hochklettern)
  • gesicherter Kabelsalat
  • entfernte Zimmerpflanzen
  • kindersicher versperrbare Schubladen und Schränke (wie z.B. Biomüll)
  • immer zugesperrte Türen (wie z.B. die vom Abstellraum)
Natürlich erkundet sie alles unter unserer Aufsicht, trotz Sicherheitsvorkehrungen. Dass sie hinfällt oder sich etwas wehtut ist weniger meiner Sorge, denn ja, wenn sie sich nicht geschickt festhält, kann sie aus dem Gleichgewicht geraten und hinfallen. Diese Erfahrung nehme ich ihr nicht weg, wie soll sie sonst lernen, sich geschickter anzuhalten oder den Gleichgewichtssinn zu schärfen?
Trotzdem könnte die Wohnung noch kleine Teile beherbergen bei denen Erstickungsgefahr besteht. Noch nimmt sie ja alles in dem Mund was für sie interessant aussieht.

Meine kleine Abenteurerin...
Schon seit geraumer Zeit beschäftigt mich ein Thema: Stoffwindeln. 
Nachdem ich dieses Video (ARTE, 52'13'') gesehen habe, bin ich endgültig überzeugt: Ich muss wechseln! Nach 11 Monaten stinkendem Windeleimer und umweltbelastenden Einwegwindeln reicht es mir, ich möchte auf die Stoffwindeln wechseln.

Ein wenig nachgerechnet habe ich auch:

1. Anschaffung 

(Preisquellen: Pampers bei Bipa, BumGenius One -Size Pocket Windel bei Amazon.de)

2. Wasser und Strom:

Also, da könnte ich richtig viel Geld einsparen. Bleibt aber die Frage, ob ich mit den Stoffwindeln nicht enorm viel Strom und Wasser zahlen muss? Da dann, sehen wir mal:

Wenn ich die Windeln alle 3 Tage wasche, sind das im Jahr ca. 121 Waschgänge. Bei unserer Waschmaschine beträgt der  Stromverbrauch/Waschgang (bei 60°C) 0,8 kWh. In Wien kostet 1 kWh Strom zurzeit 8,34c (= € 0,0834). 121 x 0,8 x 8,34 sind 807,312 Cent. Also würde ich im Jahr nur  € 8,10 Strom für die Windelwäsche zahlen.

Pro Waschgang braucht die Waschmaschine ca. 40 Liter Wasser. Der Preis in Wien pro Kubikmeter ist € 1,73. Dann rechnen wir mal: (40 x 121 x 1,73) / 1000 = 8,3732, gerundet auf die Zehntelstelle: € 8,40 Wasser/Jahr.

Oho! Überzeugt!

BumGenius wird gleich ausgetestet. Soeben bestellt!
Eines meiner Lieblingsbücher ist Kinder fördern nach Montessori von Tim Seldin. 

Das Buch ist einfach zu lesen und wegen der schönen Fotos verweilen die Augen gerne auf den Seiten. Es zeigt wie man Montessori im Alltag von der Geburt an anwenden kann. Auch Zuhause in den eigenen vier Wänden, aber auch in der Natur, in der Gesellschaft oder in der Schule. 


Warum es mir so gefällt?

Weil der Text aktuell, einfach, sympathisch geschrieben und logisch erklärt ist. Weil die Bilder schön und vielsagend sind und nicht zuletzt: wirklich tolle Tipps verraten.

Viele denken, die Montessori-Pädagogik sei sehr alternativ. Dabei geht es nur darum, den Kindern wahre Werte zu zeigen. So lernen sie die Natur, das Leben und die Ökosysteme zu schätzen, haben Spaß am Lernen und Freude beim Mithelfen im Haushalt. Sie lernen Selbstständigkeit, auf ihre eigenen Sachen und auf die der anderen aufzupassen, sie lernen, wie man höflich und hilfsbereit ist. Durch diese Pädagogik werden sie starke, selbstbewusste und freie Menschen. Klingt doch gut, oder?

Was wir als Eltern tun können, um aus unseren Kinder solche Persönlichkeiten zu formen, genau das zeigt dieses Buch. Ohne seitenlange trockene Theorien, ohne "chinesische" Zeichen (es sei denn, ihr liest die chinesische Ausgabe). Auch für die verständlich, die das erste Mal über Montessori-Pädagogik lesen.

Es ist seinen Preis auf jeden Fall wert!


"Nein, ein Mädchen!"

Wie oft ich diesen Satz schon sagen musste. An und für sich macht es mir ja nichts aus, dass die meisten sie für einen Bub halten. Sie hat tatsächlich keine "Ultra-Mega-Extra" langen Wimpern und auch keine große Rehäuglein. (Dafür aber die blonden Haare, fast schon weiß! In diese Haare bin ich richtig verliebt!) Naja, auf jeden Fall denkt wirklich jeder, sie sei ein er, einige sind sich nicht ganz sicher und fragen höflich nach: "Eine 'sie', oder?"



Damit ich nicht den Anschein erwecke, ich hätte mir einen Buben gewünscht, ziehe ich ihr mittlerweile sogar schon rosa Sachen an (vererbte, nicht gekaufte). Und ich hasse Rosa. Rot, gelb, grün, weiß, orange, mit Blümchen, mit Vögelchen, gestreift, gepunktet, fröhlich und einfach...so stelle ich mir süße Kinderklamotten vor. Nur bitte nicht rosa! Aber im Grunde genommen ist es mir egal, was Wildfremde in ihr sehen, für mich ist sie die SüßestE, HüpschestE und HerzallerliebtE auf der ganzen Welt. Sie ist die Fröhlichkeit in Person. Ein kleines Energiebündel mit unglaublich viel Humor.

Gut, ich habe ihr eine rosa-violette-grüne Winterjacke gekauft. Hat allerdings auf das Wiener Publikum trotzdem keine Wirkung gezeigt, nach wie vor muss ich tagtäglich dieselbe Frage beantworten: "Ist es ein Bub?" Tztz...



Heute habe ich die Spielsachen von Julia wieder neu sortiert. Ein wenig Abwechslung schadet nie. Die Lieblingsspielsachen bleiben auf dem Regal, wie üblich, die anderen wechsle ich in etwa jeden Monat. Diesmal in den Körbchen:

  • Küchenutensilien
  • Gegenstände, die rasseln
  • Tierfiguren
Den Schneebesen liebt sie abgöttisch. Ich weiß nicht warum, aber Gegenstände die aus Metall sind, steckt sie sofort in den Mund. Für mindestens eine halbe Stunde.


Die Schleich-Figuren waren ziemlich teuer. Ich war perplex, wie viel so eine Figur kostet. Zumindest im Geschäft, da kosten sie ab €5,-/ Stück. Der Grund: Sie wurden alle Handgemacht. Aber von dem Schwein hat sie dennoch großen Respekt. Zu rosa? 

Übrigens, ich arbeite schon ganz fleißig an meinem nächsten Projekt. Ich bastle wieder mal was für die kleine Maus. Was genau das ist, verrate ich noch nicht, nur so viel, dass ich bereits die Holzstäbe beim Baumarkt gekauft und gleich zuschneiden lassen habe. Morgen werden die Löcher gebohrt, bald der 2-Meter Stoff genäht. Und dann ist es fertig, das Z............

Ja, auch alleine aus einem Becher zu trinken muss gelernt werden. Auch, wenn die halbe Wohnung danach überflutet ist.
Und ja, ich weiß, Melamingeschirr... aber das Glas traue ich ihr noch nicht ganz zu. Sie schmeißt den Becher (voll mit Wasser) immer wieder auf den Boden und haut ihn gegen den Esstisch. Und draußen können wir auch nicht üben: es hat Minusgrade! ABER, sie hat's geschafft aus dem Becher zu trinken, ganz ohne meine Hilfe. Und sie hat's unendlich genossen!

Ja, es gibt wirklich Tage an denen Julia und ich uns langweilen. Damit wir diese langweiligen Stunden überbrücken, habe ich mich im Internet schlau gemacht und nach guten Ideen gesucht und wurde fündig: die Baby-Knetmasse.

Eigentlich hätte ich selber daran denken können, denn auch ich habe mit solchen selbstgemachten Knetmassen gespielt, als ich noch ein kleines Kind war.


Natürlich wollte sie die Knetmasse in den Mund stecken, aber im großen und ganzen hat sie eher hineingezwickt, darauf getrommelt und sie in die Hand genommen um sie zusammenzudrücken.

Man kann diese Knetmasse für ein paar Tage im Kühlschrank ohne weiteres aufbewahren. Man kann natürlich experimentieren und sie aus Vollkornmehl oder Dinkelmehl herstellen und sogar Lebensmittelfarbe dazugeben.



Julia ist in dem Alter, wo sie unsere gesprochene Sprache noch nicht richtig verstehen kann. Es kann ganz schön schwierig sein, ihr gewisse Grenzen klar zu machen. Denn ein "Nein" oder ein "Nicht" versteht sie ja noch nicht. 

Also muss ich darauf achten, dass das "Nein" nicht nur verbalisiert wird, sondern auch vom Gesichtausdruck ablesbar, von der Tonlage heraus zu hören ist. Damit meine ich nicht, dass ich so böse schaue und so laut schreie, wie es nur geht :-), nein, damit meine ich eher, dass ich nicht sanft und lächelnd "Nein" sage, sondern bestimmt. Nicht erschreckend, sondern überzeugend.

Natürlich reicht das im Alltag nicht aus. Man muss sich gewisse Strategien aneignen, die auch die gewünschte Wirkung erzielen aber gleichzeitig erlauben, unsere Kleinen mit Respekt zu behandeln. Folgende Strategien helfen mir da aus dem Buch Kinder fördern nach Montessori von Tim Seldin:

"Geben Sie ihrem Kind Alternativen. Wann immer möglich, suchen Sie nach Wegen, Ihr Kind zwischen zwei gleichermaßen akzeptablen Alternativen wählen zu lassen."

Wenn Julia einen Gegenstand findet, die sie interessant findet, jedoch Verletzungsgefahr besteht, biete ich ihr andere Spielsachen an, die ähnlich interessant sind.

"Geben sie nicht einfach nach. Suchen sie Kompromisse"

"Reservieren sie das >>Nein<< für wirklich wichtige Dinge, bei denen ihr Kind sich oder andere verletzen oder Schaden verursachen könnte."

Statt ein "Nein" versuche ich den Satz positiv und mit Ich-Botschaften zu formulieren, damit ich sie nicht bewerte: "Das sind meine Bücher. Ich möchte, dass Du meine Bücher in Ruhe lässt."
Das ist für mich übrigens eine echte Herausforderung, Sätze positiv zu formulieren. Oft gerate ich in Situationen, wo mir wenig Zeit bleibt genauer darüber nachzudenken, was ich sage, da ich schnell handeln muss. Oder, dass ein bewertender Satz einfach so rausrutscht. Diese Art des Kommunizierens braucht eben etwas Übung.

Ich zitiere weiter aus dem Buch:

"Babys und Kleinkinder reagieren nicht auf Disziplin, Regeln und Bestrafung, aber sie regieren auf bedingungslose Liebe. 

Eines der Geheimnisse  eines glücklichen Lebens mit sehr jungen Kindern besteht darin, das zu verstehen, was sie uns durch ihr Schreien mitteilen wollen. Das Schreien und Weinen ist eines ihrer wenigen Kommunikationsmittel. Es kann bedeuten, dass sie hungrig sind oder aufstoßen müssen; vielleicht liegen sie unbequem oder brauchen eine frische Windel.
Denken Sie daran: Auch Babys sind Menschen. Sie können Angst haben. Sie können Langeweile haben oder sich einsam fühlen. Sie können schlecht träumen. Beobachten Sie genau und hören Sie gut zu. Wenn Sie Ihrem Kind Aufmerksamkeit schenken, werden Sie bald wissen, was es Ihnen sagen will. Das Verhalten von Babys und Kleinkindern ist von inneren Impulsen getrieben, und sie verfügen nur über eine beschränkte Fähigkeit, selbst grundlegende Regeln zu befolgen. Auch wenn sie immer ein gutes Vorbild sind und erklären, warum ein bestimmtes Verhalten erwartet wird, seien Sie nicht überrascht, wenn Ihre Worte ungehört bleiben.

In einem Klima der Liebe und des Respekts entwickeln Kleinkinder die Fähigkeit, unsere Worte und Wünsche zu verstehen, und sie werden bald bewusst darauf reagieren. Mit der Zeit werden sie unser höfliches Verhalten imitieren und >>kooperieren<<."

    Friedrich Fröbel, Lehrer und Erfinder des Kindergartens fasste es kurz in zwei kleinen Sätze zusammen: "Erziehung ist Beispiel und Liebe. Sonst nichts".

    Nach Montessori streben die Kinder von Natur aus nach Selbstständigkeit. Sie dursten regelrecht nach Wissen, sie wollen lernen und üben. Sobald die ersten Zähnchen kommen, wollen sie beißen. Wenn sie krabbeln können, wollen sie ihrer eigenen "Nase" folgen. Wenn sie kommunizieren lernen, wollen sie sich verständigen. Sie werden mit all diesen Fähigkeiten immer unabhängiger von uns. 
    Doch nun zurück zum Thema "beißen".

    Montessori beobachtete, dass Kinder gegen Ende ihres ersten Lebensjahres sich selbst bedienen und alleine essen wollen . Natürlich machen sie dabei viel Dreck, immerhin sind sie mit dem Hantieren von Besteck noch ungeschickt und experimentieren für ihr Leben gern mit der Nahrung. Das Streben nach Selbstständigkeit verlangt also ihr Opfer, die Reinlichkeit.

    Wie gesagt, mit einem Löffel essen zu können verlang nach einer gewissen feinmotorischen Kontrolle. Damit meine Kleine diese Fähigkeit erlernt, muss ich ihr es wiederholt langsam vorführen, wie es geht. Um das zu üben brauchen die Kleinen Zeit, unsere Liebe und Geduld ... und noch mehr Geduld.
    Nun ist es soweit. Wir müssen einen Treppenhochstuhl anschaffen, denn Julia klettert überall, wo sie nur kann, hoch. Also, her mit dem Treppenhochstuhl!

    Ich habe mich schon ein wenig umgeschaut, welche Treppenhochstühle im Angebot sind. Ich hatte ja keine Ahnung, dass es so viele Modelle gibt. Hier ein paar aus dem Sortiment:


    1. BabyDan DanChair. Bildquelle und Angebot hier.
    2. Hauck Alpha mit Einlage. Bilquelle und Angebot hier.
    3. Childhood Outdoor Teak. Bildquelle und Angebot hier.
    4. Herlag Tipp-Topp Comfort. Bilquelle und Angebot hier.
    5. Roba Sit Up III. Bilquelle und Angebot hier.

    Uns ist wichtig, dass
    • die Fußablage und Sitzhöhe mehrmals verstellbar sind, damit sie ab sofort selbstständig hochklettern kann, (wir erinnern uns)
    • der Stuhl stabil steht und nicht wegrutscht,
    • ein Sicherheitsgurt bei den Beinen das Rausrutschen verhindert,
    • ein Sicherheitsbügel vorhanden ist, den man später abmontieren kann,
    • er bequem ist,
    • strapazierfähig ist,
    • er ohne Tablett und somit Platz beim Familienesstisch hat,
    • er ästhetisch ist und
    • aus Holz.
    Die Preise variieren stark, ab ca. €50,- geht es nur noch aufwärts. Bei der Online-Bestellen müsst ihr bedenken, dass man die Stühle selbst montieren muss. Solltet ihr lieber fertig zusammengebaute Stühle beforzugen, kann ich Euch in Österreich die Möbelhäuser Kika und Leiner empfehlen, sonst Geschäfte wie Babywalz, Babybutt oder Jako-o.
    Solltet Ihr für mich einen guten Kauftipp haben, scheut Euch nicht mir Bescheid zu sagen. Wäre für gute Tipps dankbar.
    Erst einmal, was genau sind Montessori-Materialien?

    Gegenstände, die aus Rohstoffen wie Holz, Textil u.Ä. hergestellt werden. Sie singen nicht, quietschen nicht, auch die grellen leuchtende Knöpfe findet man an Montessori-Materialien nicht. Dafür bieten sie den Kindern eine Möglichkeit, Bewegungen einzustudieren, Unterschiede zu erforschen, nachzudenken und auf Zusammenhänge selber draufzukommen. Auch nicht schlecht, oder?

    Sie sind entweder mit wenig ganz natürlichen Farben bemalt oder überhaupt "farblos" belassen, damit die Farben die Kleinen nicht von anderen wichtigen Eigenschaften ablenken, die sie entdecken sollen. Montessori-Materialien werden gezielt eingesetzt um alltägliche Handlungen, wie Zuknöpfen oder Sortieren zu lernen, um die Sinne zu verfeinern oder die Konzentration zu üben. Aber auch um zu rechnen, lesen oder buchstabieren.

    Für jede Altersstufe sind entsprechende Materialien vorhanden. Für meine 11 Monate alte Tochter könnte ich mir zum Beispiel diese Lernmaterialien vorstellen:
    (Bildquelle: www.pruefl.com)


    1. Farbige Ringe auf farbigen Stiften
    2. Formenbox mit Schublade
    3. Rahmen mit Klettverschluss
    Mit diesen Materialien werden vor allem die Feinmotorik geübt, die Sinnenwahrnehmung verschärft und Alltagshandlungen erprobt.

    Das einzige Manko an solchen Materialien ist, dass sie leider teuer sind.

    Wenn ich es mir aber recht überlege, kosten die Spielsachen die leuchten, singen und erschreckende Geräusche machen auch nicht weniger, wenn sie sogar nicht teurer sind. Dafür bieten sie den Kindern so gut wie gar keine Möglichkeit wichtige Tätigkeiten zu üben, wodurch sie selbstständig und somit selbstbewusster werden würden.

    Meine Kleine hat gerade entdeckt, wie man Schubladen und Türen auf und zu machen kann. Ihr ist egal was sich hinter der Tür oder in der Schublade befindet, es geht nur um die Bewegung des Auf- und Zumachens. Schieben und Ziehen. So eine Formenbox mit Schublade (2.) bietet eine gute Möglichkeit sich auch diese Handlung anzueignen. 

    Wo bekommt man solche Materialien?

    Folgende Online Shops habe ich entdeckt:

    Solche Materialien kann man aber auch mit ein wenig Geschick selbst herstellen, wie etwa: einfache Memorys, Rahmen mit Klettverschluss oder mit Knöpfen. Ich hab mir vorgenommen, solche Materialien selbst zu basteln, die ich Euch natürlich samt Bastelanleitung herzeigen werde. ;-)

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