Also über die Waldorfpädagogik weiß ich nicht viel, nur das, was ich aus meinem Studium mitgenommen habe. Aber die Waldorfpuppen haben es mir auf den ersten Blick angetan! Ganz besonders eine, die ich in "dem Mama-Nähbuch" von Meg McElwee gefunden habe:


Das Buch ist echt klasse! Kann ich für alle nähbegeisterten Mamis und Papis wärmstens empfehlen! Und die Puppe!!! So goldig, oder? Die vielen rot-braunen Haare, die süßen rosa Wangen, die grünen Augen...und das Outfit! Ach, oh Gott! Und das Mädchen auf dem Foto könnte sogar meine kleine blonde Maus sein! ;)
Ach ja, Meg McElwee ist noch dazu eine Bloggende Montessori-Mama, ist ja logisch, dass ich alle ihre Beiträge mit Argusaugen verfolge!

Diese Puppe hat also mein Herz erobert und als wäre das Schicksal bereits geschrieben, fand ich diese Woche auf einem anderen tollen Blog, nämlich auf dem von Caro ein cooles Gemeinschafts-Nähprojekt, das sie gerade eben ins Leben gerufen hat: Das (Waldorf-) Puppen Sew Along. In 6 Monaten eine (Waldorf-)Puppe nähen.


Einmal im Monat berichtet jeder über die Nähfortschritte bei seiner Puppe. Man kann Erfahrungen austauschen, sich Hilfe holen oder natürlich solche leisten. Hah! Na klar mache ich da mit! Wird eine tolle Übung für mich und ein wunderschönes Geschenk für meine Kleine! Nun, beim ersten Online-Treffen konnte ich nicht pünktlich dabei sein, ich hoffe, zu dem nächsten schaffe ich es rechtzeitig. Und ja, meine Mission hat bereits einen Namen: Heidi. Und hiermit erkläre ich meine Heidi-Mission für gestartet! :)

Heute kam sie mit ihren Matroschkapuppen und einem aufgerollten Montessori-Spielteppich zu uns, sie möchte spielen. :)
Heute bekam ich zu meinem Lernturm-Post von Gestern tolle Kommentare (Danke Euch!), so auch von der lieben Sara (du Soleil dans le Coeur). Sie sprach unter anderem die Problematik des Hoch- und Runterkletterns von diesem Lernturmes an und auch, dass das natürlich nicht wirklich der Montessori-Philosophie entsprechen würde, wenn man die Kleinen ständig rein- und rausheben würde. Ja, das stimmt, das würde gar nicht in den Rahmen der Montessori-Methode passen. Für mich war das natürlich keine Frage: Das Hochklettern und Runtersteigen muss Julia ganz alleine schaffen und das geht so:

raufklettern


und wieder runter


Ist das Schutzgeländer nicht ein wenig übertrieben?

Vor allem die, die sich mit der Montessori-Methode mehr auseinandergesetzt haben, könnten meinen, dass so ein Schutzgeländer doch ein wenig übertrieben ist. Und ich gebe ihnen sogar Recht wenn man dabei bedenkt, dass mein Kind so nicht die Möglichkeit hat, die Gefahr, runterzufallen kennenlernt. 

Andererseits kann sie sich beim Helfen in der Küche auf das Wesentliche konzentrieren, ohne dabei von uns ständig abgelenkt zu werden um sie darauf immer wieder hinzuweisen, dass sie sich zu nah am Rand bewegt. Auch ich kann mich nun besser auf sie konzentrieren. Beim Hochklettern und wieder runtersteigen kann sie sich viel besser anhalten und ja, ich gebe ganz ehrlich zu, mein Mutterherz ist dadurch auch viel beruhigter.

Andere selbstgemachte Lerntürme findet Ihr übrigens hier, hier, sowie hier und auch hier.


Wenn ich in der Küche etwas koche, backe, kommt sie sofort zu mir. Früher wollte sie, dass ich sie auf den Arm nehme, damit sie sehen kann, was da "oben" passiert. Bisher musste ich also etweder mit einer Hand weiterkochen, was dann natürlich auf Dauer nicht funktionierte, oder sie ablenken, was mir allerdings auch nicht gefiel, denn sie zeigte Interesse und diese Neugierde wollte ich nicht im Keim ersticken lassen. Was tun?

Unsere Lösung: der sogenannte "Lernturm" (orig.: Learning Tower). Selbstgemacht, versteht sich. Man nehme diesen Tritthocker und bastelt ein wenig daran (das heißt, ein Schutzgeländer zusammenbauen und daraufschrauben, sodass für genug Sicherheit gesorgt ist, wenn die Kleinen oben stehen). Et voilà!


Insgesamt hat uns der Turm 30 Euro gekostet und einen lustigen Bastelnachmittag an einem wunderschönen Sonntag. Ja gut, die Stehfläche ist nicht höhenverstellbar, wir sind dennoch sehr zufrieden mit unserem Turm. Sie kann nun nicht nur zuschauen was wir in der Küche machen, noch besser: sie kann nun ganz aktiv mithelfen! Perfekt!
Uuuund schon wieder ist eine super-sportliche Woche vorüber. Nein, diesmal meine ich das nicht sarkastisch, diese Woche habe ich wirklich Sport getrieben. Allerdings war ich nicht direkt laufen, sondern mit einer anderen Freundin wieder einmal Badminton spielen und das sogar beide mit Kind & Kegel Ehemann.


Mein Ziel
Mein Ziel bei der Mama Challenge war in 50 Tagen 60 km zu laufen. Das würde heißen, 10 km pro Woche was ich, wie ich merke, nicht schaffe. Zeitlich schon gar nicht. Das ist aber halb so schlimm, denn die liebe Katharina von Küken & Nest motiviert mich auch so Woche für Woche was für meinen Körper zu tun und so entdeckte ich für mich das Badminton und das Beste daran: Es lässt sich sogar mit dem Familienleben wunderbar vereinbaren.

Voll in Äktschn!

Das habe ich in dieser Woche geschafft
Ich habe mich ordentlich ausgetobt und ganze 2 Stunden lang so richtig in die Federn gehauen! Huiii, das war toll! Dabei hatte ich sogar Fans, die mich anfeuerten und mir sogar meinen Schläger hinterherbrachten als ich schon kapitulieren wollte.


Der Schweinehund?
Dem kann ich nur ausrichten: Äääätsch! :P

Wie habe ich mich nach dem Sport gefühlt?
Guuuuuut! Wie immer. :) Und das Badminton macht mir mit jedem Mal mehr Spaß! Nächste Woche möchte ich mehr Nervenkitzel ins Spiel bringen und mit 2 Bällen gleichzeitig spielen. Das wird der Hammer!

Und hier könnt ihr über die 6. Woche der Mama Challenge meiner Mitstreiterinnen lesen:
Pretty


Herrlich oder? Ein Meer aus Blumen und blühenden Gräsern! (Natürlich nichts für Allergiker.)

Funny


Am Starnd beobachtete sie ganz erstaunt, wie 2 Mädchen lachend mit dem Seil herumsprangen. Es ist erstaunlich, wie interessiert Kinder andere Kinder beim Tun beobachten können. Als gebe es zwischen ihnen eine magische Verbindung.

Happy


Sie ist ein Stadtkind, was gewisse Nachteile hat. Sie hatte sehr lange großen Respekt vor Tieren, ganz besonders vor Vierbeinern. Nun scheint sie sich auch für diese mehr zu interessieren, was mich sehr freut. Auch Insekten sind zurzeit sehr spannend.

Real


Schon den ganzen Tag bekomme ich diesen Song nicht aus dem Kopf. Und wenn Ihr jetzt auf den Link geklickt habt, Ihr wahrscheinlich auch nicht. ;)


Idee von Montessori Messy

Dieses Labyrinth habe ich für Euch gemacht, denn meine Kleine kann damit noch nicht wirklich was anfangen. Sie fand das Abkleben spannend, hat auch immer wieder versucht das Tape ab zu ziehen und das wird dann unser Spaß bei diesem Spiel sein. ;)

Aber nun zum Labyrinth. Man braucht lediglich ein wenig Platz und Papierklebeband. 

 

Das Labyrinth ist schnell aufgeklebt und man kann es ganz beliebig gestalten: leichter oder schwieriger, länglich oder rund, Hindernisse hineinbauen oder ...


... lustige Aufgaben ausdenken: zum Beispiel einen Ball oder eine Ziehente aus dem Labyrinth befreien.


So. Jetzt wird es für uns erst richtig spannend, denn es heißt: Alles wieder runterziehen! ;) Euch viel Spaß beim Abkleben!

Wenn wir spazieren gehen, scheint die Zeit komplett stehen zu bleiben. Zumindest scheint mir das so, für sie natürlich nicht. Wenn ich irgendwo hingehe, habe ich ein bestimmtes Ziel vor Augen zu welchem ich hinkommen möchte. Wenn sie unterwegs ist, ist der Weg das Ziel. Sie bleibt immer wieder stehen, schaut sich um, beobachtet das Geschehen auf der Straße oder auf der Wiese, nimmt die Hand mit Kieselsteinchen voll und begutachtet die fleißigen Ameisen am Rande des Gehsteiges.
Sie hat Freude am Gehen und lässt sich gar nicht mehr tragen, sie will nicht einmal meine Hand halten. Sie will alleine laufen und sich hinhocken, stehen bleiben wenn sie das möchte und die Richtung einnehmen, die ihr sympathisch erscheint.

Montessori schreibt dazu in ihrem Buch "Kinder sind anders" (als Erwachsene):

Die mit "Freude begrüßten ersten Schritte stellen tatsächlich einen Triumph dar und kennzeichnen den Übergang vom ersten zum zweiten Lebensjahr. Er bedeutet sozusagen die Geburt des aktiven Menschen, der an die Stelle des untätigen tritt. Mit ihm hebt für das Kind ein neues Leben an. [...]

Nur durch lange Übung kann die Sicherheit des Ganges und der Gleichgewichtserhaltung gewonnen werden und so kommt es hier auf das individuelle Bemühen des Kindes an. Man weiß, mit welchem unwiderstehlichen Schwung und Mut sich das Kind in seine Gehversuche stürzt. Es will gehen, kühn, um jeden Preis [...]. Der Erwachsene sucht das Kind vor der Gefahr zu beschützen und umgibt es daher mit Schutzvorrichtungen, die richtige Hindernisse darstellen. Da wird das Kind in Laufställchen eingeschlossen oder im Kinderwagen festgeschnallt und herumgefahren, obwohl es schon längst stramme Beine hat.
Das geschieht deshalb, weil der Schritt des Kindes kürzer ist als der des Erwachsenen und weil es auf längeren Spaziergängen weniger Ausdauer besitzt. Der Erwachsene aber ist nicht imstande, auf seinen eigenen Gehrhythmus zu verzichten.

Im Alter von anderthalb bis drei Jahren vermag ein Kind kilometerweit zu Fuß zu laufen und dabei schwierige Strecken, Steigungen und Treppen zu überwinden. Nur ist der Zweck seines Gehens von dem unseren völlig verschieden. Der Erwachsene geht, um ein äußeres Ziel zu erreichen, und strebt dieses unentwegt an. [...] Hingegen geht das Kind, um seine Gehfunktion zu entwickeln, und sein Zweck liegt somit im Gehen selber. Es ist langsam, es hat weder einen Schrittrhythmus noch ein Ziel. Die Dinge ringsum ziehen es von Fall zu Fall an und treiben es weiter. Die Hilfe, die ihm der Erwachsene zu gewähren hat, besteht darin, dass er auf den eigenen Rhythmus, auf die gewohnte Zielstrebigkeit ein für allemal verzichtet."


Okay, ich weiß, ich habe viel aus dem Buch zitiert, wollte aber nichts weglassen. Denn ein zu eins erlebe ich das mit ihr, hier und jetzt. Sie will einfach nicht getragen werden, sie will gehen und entdecken. Sie hat so viel Freude am Gehen und an ihrer neu erworbenen Freiheit, dass man das glatt beneiden müsste.

Ganz so einfach ist das aber in einer Großstadt nicht. Denn es gibt viel zu viele Menschen, viel zu viele Autos und das Leben in so einer Stadt ist viel zu schnell. Manchmal sogar für mich. Also unternehmen wir so gut wie jeden Tag Spaziergänge verbunden mit viel Natur und Ruhe. Und während für sie die Welt immer spannender wird und in ihr eine Art Lernexplosion stattfindet, heißt das für mich auf "Standbymodus" schalten.
Auch wenn man noch so klein ist, braucht man manchmal ein kleines Ventil um überflüssige Energie und aufgestaute Gefühle, um Wut los zu werden. Aber wie, wenn man noch nicht hüpfen, springen oder schnell herumrennen kann? Ein ziemlich einfacher Weg ist das "Rausschreien" (wird bei uns auch ganz gerne praktiziert). Auch das Polstertreten, -schmeißen, -hauen kann helfen, Dampf abzulassen und auch so kann man sich etwas auspowern:


Papier in kleine Stücke reißen.
Wie gerne würde ich Euch darüber berichten wie viele Kilometer ich in dieser Woche für die Mama Challenge der lieben Katharina gelaufen bin, wie toll das Badmintonspiel war und überhaupt, wie unglaublich "Sport-vorbildlich" ich war. Aber leider, leider...
Obwohl ... so ganz unsportlich war ich ja dieser Woche auch nicht. Ähnlich wie auch Kathi, habe ich eine neue Sportart für mich entdeckt und werde sie wahrscheinlich sehr lange ausüben müssen:


Es nennt sich " Nach-Dem-Rutschrad-Samt-Kind-Hinterher-Rennen" und ist gar nicht so leicht, wie es klingt. Da kommt man wirklich ins Schwitzen und ich glaube, auch ein wenig Muskelkater zu haben?!

Mein Ziel
Mindestens 60 km in 50 Tagen zu laufen. Ich muss allerdings gestehen, bei dieser neuen Sportart habe ich die Kilometer gar nicht mehr mitgezählt. Ohweia!

Das habe ich in dieser Woche geschafft:
Mein Kind vor den Brennesseln gerettet nachdem sie gedroht hat hinein zu stürzen, sämtliche Kilometer auf dem Asphalt mit einem Rucksack auf dem Rücken in Windeseile zurückgelegt und den Spuren der 4 Räder und 2 winzigen Füßen gefolgt und (Gott sei Dank) eingeholt! Und das 4x in der Woche, das ist doch was, oder?

Der Schweinehund?
Oh, bei dieser Sportart bleibt einem gar keine Zeit an Pause zu denken, man ist ständig auf der Lauer und in Bewegung, von Haustür zur Haustür.

Wie habe ich mich nach dem Sport gefühlt?
Ich brauchte unbedingt eine Fußmassage (die ich auch großzügig bekam), aber davon abgesehen herrlich ausgelaugt. 

Und für alle die es noch nicht wissen, bei dieser Mama Challenge machen folgende Mamis mit:


Sie möchte unbedingt beim Geschirrspüler Ein- und Ausräumen mithelfen. Damit sie zum Beispiel einen Kochlöffel wieder auf seinen Platz in diese Sammelbox stecken kann und das Besteck in den Besteckkorb, lud ich sie zum Üben ein. Hier, bei ihrem Tisch konnte sie in aller Ruhe üben.

Diese ganzen Montessori-Übungen sehen auf den ersten Blick sicher für Einige etwas komisch aus. Wozu  soll das Löffeln von Mais oder das Sortieren von Knöpfen denn gut sein? Und wozu diese Tabletts, wo alles sorgfältig vorbereitet ist? Warum nicht alles dem Zufall überlassen? Darüber möcht ich beim nächsten Post erzählen. Bis dahin: meine Seite über Montessori habe ich einem kleinen Update unterzogen.

Dieses Foto habe ich vorgestern zu meinem 'Foto des Tages' Album hinzugefügt, wollte aber doch mehr darauf eingehen. Dieser Moment, wo sie das davon gerollte Hirsebällchen wieder aufsammelte und auf ihren Teller zurücklegte faszinierte mich. Ich weiß, dass das an und für sich nichts Beeindruckendes ist, für sie ist das aber ein großer Entwicklungsschritt.


Am Nachmittag passierte dann etwas, was mich viel mehr faszinierte. Sie baute eifrig den rosa Turm auf und legte dann oben wie gewohnt den letzten Baustein darauf. Der aber ragte zur Hälfte heraus und drohte runterzufallen worauf sie ihn mit einer gezielten Handbewegung zu Recht rückte. Es hat mich umgehauen. Wenn sie spielt und übt, mische ich mich nur dann ein, wenn sie wirklich Hilfe benötigt. Bei dem rosa Turm war das noch nie der Fall. Dass sie also ihr Tun korrigierte, kam ganz alleine von ihr.

Nach Montessori gibt es 4 Stufen des Tuns:
  1. Tun um des Tuns willen
  2. Tun um der Genauigkeit willen
  3. Tun um des Ergebnisses willen
  4. Tun um der Gemeinschaft willen

Eigentlich suchte ich ziemlich lange nach einer alten Version des Stokke Tripp Trapp Hochstuhls, bei dem der Bügel nicht aus Plastik, sondern aus Holz ist. (Ich weiß nicht, wie stabil die neue Version ist, ich fand, sie kann sich am Holzbügel vielleicht besser anhalten und hochziehen.) Aber mittlerweile schafft sie das Hochklettern auch ohne sich dabei an diesem Bügel fest halten zu müssen. Sogar auf dem Stuhl sitzt sie ganz ohne Schutz und hat dabei keine Angst. Nicht so wie ich, ich traue mich dann gar nicht von ihrer Seite zu weichen. Ich muss mich überwinden und ihr mehr zutrauen.


Mittlerweile essen wir wieder zusammen, zumindest beim Frühstück und beim Mittagessen. Dass wir eine Weile das Zusammenessen gelassen habe, fand ich nachhinein nicht besonders gut. Für mich ist das Zusammenessen ja sehr wichtig. Es ist für mich ein Symbol der Familienzusammengehörigkeit.
Unter der Woche essen wir zu zweit, am Wochenende genießen wir dann die Mahlzeiten zu dritt. Ihre Jause nimmt sie allerdings an ihrem eigenen kleinen Tisch ein. Sie sitzt dann auf ihrem winzigem Stuhl, mal steht sie auf und kniet dann wieder auf der Sitzfläche.

Mit ihren beiden angepassten Stühlchen (siehe Post hier) macht sie oft "Turnübungen" und es kommt schon mal vor, dass sie samt diesen Stühlen umkippt. Zum Glück ist aber nie was wirklich gefährliches passiert und sie konnte die Erfahrung mit dem Balancieren auf 2 Stuhlbeinen erproben. Sie ist seitdem nicht nur vorsichtiger, sie ist auch um eine wichtige  Erfahrung reicher geworden.

Diese Woche war ich so faul wie ein Bär im Winter. Kein Laufen (zumindest nicht als Sportart), kein Trainieren, dafür habe ich aber mein erstes Eis gegessen (gleich eine "Magnumportion") und heute die Hälfte einer Tafel Milkaschokolade, die ich von Julia zum Muttertag bekommen habe. Ich spielte sogar mit dem Gedanken, einen leckeren Kuchen zu backen, war aber sogar dazu zu faul.


Na gut, okay, heute war ich dann doch wieder in der Halle Badminton spielen. Eineinhalb Stunden lang habe ich alles gegeben .... und doch kein einziges Spiel gewonnen. Das kann nur noch besser werden. Was soll man da machen? Meine Spielpartnerin ist unschlagbar!


Wer's noch nicht weiß, ich mache bei der Mama Challenge, die die liebe Katharina ins Leben gerufen hat mit und dies sind meine Mitstreiterinnen:

Zwei Daumen haben eine Brücke gebaut.
Viele Finger haben dabei zugeschaut (dabei mit den Fingern zappeln)
Da sind die Maus und der Floh darübergekrochen.
Dann ist die Brücke ... zusammengebrochen. "Klatsch!"

Liebe Frau Montessori! 

Heute ist es 61 Jahre und 4 Tage her, dass Sie von uns gegangen sind. Wobei das "von uns" nicht ganz stimmt, denn damals gab es mich ja noch nicht. In Ihren 82 Lebensjahren haben Sie etwas ganz Bewegendes ins Leben gerufen, etwas, was so vielen Pädagogen, Eltern und ganz besonders den Kindern überall auf der Welt unheimlich viel gegeben hat: Mehr Selbstvertrauen, Respekt, Würde und Freiheit!

Wenn man ein Kind auf seinem Lebensweg begleitet, weiß man allerdings: man braucht auch Geduld, gute Nerven und eine gute Portion gesunden Humor. Ohne diesen "überlebt" man die Erziehung kaum! Denn manchmal muss man als Kind auch Stolpersteine des Lebens bewältigen und das kann ziemlich an den Nerven zerren. Verstehen Sie, was ich meine?
Ich komme zum Punkt: Meine Tochter muss zurzeit so einen Stolperstein bewältigen. Sie merkt, dass die Welt sehr groß ist, dass es so vieles zu entdecken gibt und das sie durchs Gehen mobiler ist denn eh und je. Sie kennen diese Phase bei Kleinkindern bestimmt. Sie traut sich immer weiter weg von uns in die große weite Welt hinaus und ja, doch, das beunruhigt sie auch offensichtlich: sie klammert sich an uns auch gleichzeitig ganz, ganz, ganz fest. Da muss ja doch ein Zusammenhang bestehen?!
Und diese Wutanfälle, wenn etwas nicht so geschieht, wie sie es möchte... Gott im Himmel! ...

Manchmal bin ich dann ratlos und unsicher, wie ich auf dieses Verhalten reagieren soll? Also habe ich versucht auszumachen, was Sie mir wohl raten würden. Und wobei ich mir ganz sicher bin, Sie hätten mir als erstes geraten, gelassen und geduldig zu bleiben. Ja, das ist ein guter Rat, in gewissen Situationen allerdings eine echt große Herausforderung! Sie hätten mir auch höchstwahrscheinlich geraten, mein Kind genau zu beobachten um es besser zu verstehen. Und Sie hätten mir geraten, meinem wütenden und tobenden Kind in Augenhöhe zu begegnen und seine Gefühle zu verbalisieren.

Gelassenheit und Ruhe, Respekt und Verständnis sind wirklich beherzigende Ratschläge, auch wenn Sie manchmal verdammt schwer in die Tat umzusetzen sind. Was Sie mir aber auf jeden Fall noch gesagt hätten: "Setzen Sie ihrem geliebten Kind auch Grenzen! Denn ohne Grenzen ist man wie ein bodenloses Fass, wie ein einsames Schiff am Meer ohne Kapitän." Wie wahr!

Mit freundlichen Grüßen,
Anna
Zurzeit pickt sie ganz gerne kleine Spielsachen auf und sammelt sie in Körbchen. Warum das nicht gleich ins Alltagsgeschehen übertragen?


Jause nehmen, ...


... in das Tuppergeschirr stecken, ...


... zuma- ...oh, hoppala ...


... zumachen. ;)

Schon lange her, dass ich Euch eine Spielidee der Woche gezeigt habe. Dabei habe ich schon lange darauf gewartet, Euch dieses Spiel vostellen zu können, ist nämlich eines meiner Lieblingsspiele.
 
Mit Julia habe ich das Spiel mit dem geheimnisvollen Beutel das erste Mal ausprobiert. Wie das Spiel funktioniert musste ich ihr gar nicht großartig zeigen und sie hatte so viel Freude damit! Aber welches Kind mag nicht geheimnisvolle Spiele? Ein Beutel voller unbekannter Schätze: Was steckt wohl darin? Das eine fühlt sich spitz an, das andere rund und wieder etwas anderes fühlt sich etwas weicher an. Meine Kleine kann zwar den Beutelinhalt oder dessen Eigenschaften noch nicht beim Namen nennen, allerdings kennt sie die Gegenstände ganz genau, immerhin spielt sie mit diesen tagtäglich.  

Dieses Spiel fördert in erster Linie die Feinmotorik und den Tastsinn und so glaube ich, dass man gewisse Eigenschaften nur durchs Fühlen manchmal eben besser wahrnehmen kann, als durchs Betrachten.

Was man dazu braucht:
  • einen größeren Beutel
  • und viele unterschiedliche (wenn möglich natürliche) Gegenstände, wie Tannenzapfen, Bausteine, Korken, Schneckenhaus usw.


Die Gegenstände habe ich vor ihren Augen in den Beutel gesteckt. Dann steckte sie ihre kleine Hand in die Öffnung, zog einen Gegenstand heraus und hat ihn dann genauer untersucht. Danach legte sie ihn zum Sammeln auf das Tablett, das ich ihr vorbereitet habe. So ging es eben weiter, bis der Beutelinhalt gänzlich ausgefischt wurde.


Ich kann mir gut vorstellen, später, wenn sie schon größer ist und reden kann, ihr unbekannte Sachen in den Beutel zu stecken, die sie dann durch Ertasten erraten und diese sogar nach ihren Eigenschaften sortieren kann.

Ich finde, es ist ein lustiges und sehr sinnvolles Spiel. Man kann es während einer Autofahrt spielen, im Warteraum beim Zahnarzt, nach einem Spaziergang im Wald mit den gefundenen Schätzen... und dabei sehr sehr sehr vieles entdecken!