
Als meine Tochter noch im Kindergartenalter war und wir ihr Zimmer nach Montessori einrichteten, dabei ihre Spielsachen stark reduzierten und diese wenigen Sachen geordnet auf ihr Regal stellten, warern wir erstaunt, wie diese vorbereitete Umgebung auf sie wirkte: sie räumte ihre Spielsachen selbstständig wieder auf ihren Platz zurück. Und wenn sie mal doch mehrere Sachen bespielte und dabei ein kleines Chaos entstand, räumten wir mit ihr gemeinsam das Zimmer auf und das klappte einfach super!

Vom Mathe-Loser zum Mathe-Studium: meine Geschichte
Mathematik stand bei mir in der Grundschule ziemlich weit unten auf der Beliebtheitsskala. Lesen und Schreiben mochte ich sehr, aber was Mathe betraf, verstand ich oft nur Bahnhof. Die Mal-Reihen auswendig lernen, die Uhrzeit auf der analogen Uhr abzulesen und mit 2-stelligen Zahlen als Divisor dividieren - wie machten das die anderen so schnell? Ich schaffte es einfach nicht, mitzuhalten und fühlte mich dumm.
Ich hoffe, Ihr habt einen wunderschönen Start in den Mai - und damit auch in den Frühling! Seit meinem letzten Blogbeitrag ist ziemlich genau ein Jahr vergangen. Puh! Eine lange Zeit, ich weiß. Um so mehr bin ich für Eure Lesetreue dankbar!
Seit mittlerweile 6 Jahren gestalte ich am Laptop für Julia einen Linear-Kalender, worauf sie sich auch heuer sehr gefreut hat! Sie ist bald 9 Jahre alt und kann inzwischen den Kalender selbstständig gestalten und auch ohne Hilfe ablesen.

Und dann, wenn ich Jakob, der jetzt 2,5 Jahre alt ist, beim Spielen beobachte oder aber bemerke, wie er sich in etwas vertieft, bewundere ich, mit welcher Freude er den Moment lebt. Nur im Hier und Jetzt. Und welches große Geschenk es doch ist, vom Gewicht der Zeit so unbelastet zu sein.
Interessanterweise erlebe ich das sogar noch bei Julia (bald 8 Jahre alt) sowie bei den 6-9-jährigen in der Montessori-Schule. Denn auch wenn sie schon wissen, warum es die Jahreszeiten gibt, was ein Kalender ist und sie auch die verschiedensten Zeitleisten entdecken, und obwohl sie den Tagesplan schon sehr selbstständig einhalten können, haben sie noch diese Gabe, das Hier und Jetzt zu genießen und dabei weder an später noch an früher zu denken.

Und gleichzeitig, wenn ich dann das Schulhaus am Nachmittag wieder verlasse, frage ich mich, ob Kindern in dieser zu turbulenten und schnelllebigen Welt wirklich genug Zeit gelassen wird, alles in ihrem eigenen Tempo zu entdecken. Ob sie das Lesen, Schreiben und das Rechtschreiben tatsächlich in ihrem eigenen Tempo entdecken und erlernen dürfen? Ob ihnen wirklich ausreichend Zeit für mehr Bewegung an der frischen Luft, für spannende Gespräche untereinander, für Ausflüge oder für ihr Streben nach Unabhängigkeit gelassen wird? Ob ihrem inneren Bauplan in dieser, zu sehr auf schnelle Ergebnisse fokussierten Welt überhaupt vertraut wird? Oder ob ihnen reichlich Zeit gelassen wird, diese wunderbare Gabe zu bewahren, im Hier und Jetzt zu leben?
Was ich durch Montessori verstehen und schon so oft erleben durfte, ist die Tatsache, wie unglaublich wertvoll doch Zeit ist. Wie unglaublich wichtig es ist, weniger auf Ergebnisse fokussiert zu sein, vielmehr dem Prozess selbst zu vertrauen. Auch wenn diese über Jahre lang dauern kann. Als Julia vor 3 Jahren, damals noch im Kinderhaus, mit dem Material zur analogen Uhr arbeitete weil diese sie interessierte, sie dennoch die Uhr nicht ablesen konnte, fragte ich mich: Warum kann sie die Uhr nicht ablesen, wenn sie doch im Kinderhaus mit dem Material selbstständig arbeiten kann?
Und Jahre danach machte es einfach bei ihr Klick und sie las die analoge Uhr ab. Aber vielleicht kam es nur mir so vor, als wäre es einfach nur ein Klick bei ihr gewesen und in Wirklichkeit saugte sie all die Jahre alles in sich auf. Stück für Stück. All die kleinen Erkenntnisse durch diese wunderbar durchdachten Montessori- Materialien, oder durch die Erfahrungen mit der Uhr im Alltag, durch mein Vertrauen und ganz einfach... durch mehr Zeit. Denn was ich damals vor 3-4 Jahren nicht bedacht habe, ist, dass das Konzept der Zeit etwas sehr abstraktes ist und es braucht tatsächlich mehr Zeit und vor allem mehr Erfahrung für Kinder, ein Zeitgefühl zu bekommen - zu verstehen, was 10 Minuten, was morgen, gestern und heute bedeuten oder wie die Uhr und wie ein Kalender funktionieren.

Bereits während der Weihnachtszeit wurde ich angeschrieben, ob ich unseren Linear-Kalender für Kinder auch für 2020 hochladen würde. Selbstverständlich, denn ich liebe diesen Kalender und habe ihn auch diesmal für Julia aktualisiert! Wohlgemerkt, einen sogenannten Montessori-Linear-Kalender gibt es eigentlich nicht. Da aber dieser Kalender so schlicht und übersichtlich gestaltet ist (Isolation der Eigenschaft), die Zeit tatsächlich linear darstellt, finde ich ihn ganz im Sinne der Montessori-Pädagogik. Außerdem fand ich es immer so schön, dass Julia den Kalender mit ihren eigenen Zeichnungen (und mit ihren eigenen Ideen) selbst gestalten bzw. wegen der linearen Anordnung der Tage auch immer wieder nachzählen konnte, wie oft sie noch bis zu einem bestimmten Ereignis schlafen musste.

Die 4 bunten Punkte markieren die Tage zur Sonnenwende, die Wochen machte ich durch stärkere Linien sichtbar. Auch die Buchstaben sind in einem anderen Design, die auch für Erstlesekinder geeignet sind, da die Buchstaben "l" und auch "t" besser erkennbar sind. Und da dieses Jahr ein Schaltjahr und daher etwas ganz besonderes ist, habe ich auch den 29. Februar extra markiert. Hier könnt ihr, wie gewohnt, unseren Linear-Kalender für 2020 kostenlos herunterladen.






Ich empfahl Julia, Hagebuttentee zu machen, denn diese sind voll mit Vitamin C (perfekt in dieser Jahreszeit!), außerdem sind im Park neben unserem Haus jede Menge Wildrosensträuche, die alle bis zum Rand voller Früchte sind. Also machten wir einen Spaziergang und sammelten 2 Handvoll, rot leuchtende Hagebutten.






- gefaltete Stern-Laterne
- feste Handcreme aus Shea Butter
- gefädelte Sterne-Anhänger aus Holzperlen
- DIY Kräutersalz
- selbstgemachte Bommel als Schlüsselanhänger
- handgewebter Schal
- selbstgenähte Lavendelsäckchen für den Kleiderschrank
- Scherenschnitt-Schneeflocken aus Papier
- selbstgerollte Bienenwachskerzen
- DIY Badesalz
- Seifenbällchen
- Back mich!-Zutatenmischung im Glas

Um ehrlich zu sein, fällt es mir viel leichter, für Julia (bald 8 Jahre alt) Geschenkideen zu finden. Einerseits, weil sie sich für alles mögliche interessiert, aber auch, weil mir das Angebot an schönen Büchern und sinnvollen Spielsachen für ältere Kinder größer erscheint, als für jüngere Kinder. Hier meine Ideensammlung für dieses Weihnachten, wobei ich allerdings auch an meine Neffen und Nichten gedacht habe:
- Mit dem Spirograph* lassen sich unglaublich schöne und kreative Muster und Mandalas zeichnen. Zusätzlich hilft er auch, die Schreibhände zu lockern.
- Diese Spiegelkugel* fand ich zufällig im Netz und war sofort begeistert! Als Kind experimentierte ich auch unheimlich gerne mit Spiegeln und Spiegelbildern, doch die einzigen kugelförmigen hingen am Weihnachtsbaum. Diese hier können jedoch überall hin mitgenomen werden und auch als Dekoration auf dem Regal sind sie ein Blickfang.
- Ein sogenanntes Gyroskop aus Metall* schaut nicht nur edel aus, es kann auch ein Balancier-Spiel und Experimentier-Werkzeug für spannende physikalische Entdeckungen sein.
- Spielzeug und Wissenschaft in einem: ein 110-teiliges Bauset* für ein durch Luftdruck angetriebenes Automodell.
- Julia bekam bereits das Buch: Das ist kein Biobuch - und Physik ist auch nicht drin!* und war so begeistert, dass ich gleich auch eines für meinen Neffen bestellt habe. Im Buch sind spannende Experimente über optische Täuschungen, mathematische Knobeleien und auch Vorlagen zum Ausschneiden. Es gibt aus der gleichen Serie auch Das ist kein Mathebuch* und auch Das ist auch kein Mathebuch*, beide vollgestopft mit interessanten Experimenten.
- Da Julia gerne konstruiert und gleichzeitig auch gerne experimentiert, fand ich dieses Bauset* perfekt!
- Julia liebt nach wie vor nähen an der Nähmaschine! Allerdings sind bereits 2 ihrer Nähmaschinen kaputt gegangen. So ließ ich mich diesmal fachlich beraten und bekam den Tipp für diese kleine Nähmaschine. Ihr Großonkel möchte sie damit überraschen, so wird diese hübsche, türkise Singer-Nähmaschine* unter nnderem für sie unter dem Christbaum liegen. (In Rosarot* gibt es sie übrigens auch.)
- Ein wunderschöner Bausatz aus über 60 Teilen, mit dem sich Leonardo Da Vincis Luftschraubenkonstruktion* aus Holz mit Geduld und Geschick nachbauen lassen kann.
- Die mittlerweile klassischen Story Cubes* finde ich auch als ein sinnvolles und nettes Geschenk für ältere Kinder.
- Das Buch Bäume für Kenia* fand ich auf der Suche nach Biografien für Kinder und habe es sofort für Julia bestellt. Es erzählt die wunderschöne Geschichte der Mangari Waathmai, einer Kennianerin, die ihrem Land beibrachte, das Land wieder aufzuforsten.
- Da Julia seit September regelmäßig an Wildnis-Wanderungen teilnimmt (was so unglaublich cool ist!) wo sie nicht nur auf Bäume klettern, einfache Holztippis bauen und durch Schlamm waten, sondern wo sie die Natur hautnah erleben und entdecken kann, besorgte ich ihr für ihre Ausflüge so ein praktisches Taschenmikroskop*.
- In Julias Montessorischule steht dieses Buch auf dem Regal, das ich (nicht nur) für Kinder, die gerne zeichnen, unglaublich spannend finde: Der magische Bleistift*. So unscheinbar auch ein Bleistift sein mag, so kann man mit ihm die unglaublichsten Bilder zeichnen. Das Buch erzählt aber auch darüber, wer ihn erfunden hat und wie er von Künstlern eingesetzt wird. Hier auch eine Leseprobe.
- Ich habe euch schon öfter Julias kleines Nähkästchen* gezeigt. Ich muss allerdings gestehen, dass mit der Zeit dieser hübsche Nähkasten für Julia zu klein wurde. Noch haben wir diesen nicht ausgetauscht, aber falls ihr auf der Suche nach einem Nähkästchen für Kinder seid, würde ich euch ein etwas größeres* empfehlen.
- Meine Neffen (beide über 10) sind verrückt nach Lego! Da sie aber bereits jede Menge Lego-Bausteine haben, gleichzeitig aber auch sehr gerne experimentieren, bekommen sie von uns dieses Jahr Lego-Bücher, die spannende Experimente beinhalten. Einer meiner Neffen bekommt das Buch Geniale Maschinen*, der andere das Buch Kettenreaktionen*.






Wenn sie nicht gerade näht, fädelt oder webt, baut sie an ihrem Lego-Roboter* weiter, den sie ebenso zu Weihnachten bekommen hat. Aus dem Set kann sie 7 verschiedene Modelle bauen, dementsprechend besteht es aus unglaublich vielen Teilen. Damit sie diese beim Zusammenbauen schneller finden kann, sortierte sie die Teile nach ihrer Farbe in kleine Boxen und Schälchen. Es gibt so oft Momente, bei denen ich merke, wie sehr sie von den Montessori-Materialien profitiert. Nicht nur wegen dem freudvollen Entdecken und Be-Greifen können. Ich sehe es auch daran, wie sie Dinge im Alltag angeht: strukturiert und mit einem Plan.

Was Jakob betrifft, ist er mitten drin in der "Phase" maximaler Anstrengung. Auch beim Tischdecken beteiligt er sich jeden Tag und während Julia die Teller und das Besteck anrichtet, trägt er den Krug voller Wasser hoch konzentriert zum Esstisch.







"Wenn das Kind wandert, bietet sich ihm die Welt selbst dar. Veranlassen wir das Kind zu wandern, zeigen wir ihm die Dinge in ihrer Wirklichkeit, anstatt Gegenstände anzufertigen, die Begriffe darstellen, und sie in einen Schrank einzuschließen." - Maria Montessori
Obwohl wir in einer Großstadt leben, verbringen wir so gut wie jeden Tag Zeit, draußen in der Natur. Wir besuchen Wasserfälle, wandern durch Wälder am Stadtrand oder spazieren durch den Park gleich in unserer Nähe. Neulich fragte mich Julia gleich nach dem Aufstehen, ob wir wieder mal den Morgentau anschauen könnten. Also zogen wir um 7 Uhr in der Früh Schuhe und Jacken an und gingen zu dritt los in den Naturpark.




Wir fanden einige leere Nussschalen und überlegten uns, welches Tier wohl diese Nüsse gegessen hat und wie es sie aufbrechen konnte. Wir entdeckten interessante Pflanzen und beobachten deren Blätter, um später in unseren Büchern nachzusehen, wie sie heißen. Wir staunten über Blumen, die noch immer blühen und während wir reife Hagebutten naschten, stellten wir fest, aus welchen Teilen der Wildrose die saftigen Früchte herangewachsen sind.

Wir entdeckten auch netzartig gelöcherte Blätter und stellten uns vor, wie wohl der Park aussehen würde, wenn es diese winzigen Lebewesen, die abgefallene Blätter abbauen, nicht geben würde. Und waren dann dankbar, dass es sie gibt.
Auch ich fühle mich dann am wohlsten, wenn ich von viel Natur umgeben bin. Die Natur ist für mich ein Ort der Freiheit, der Ordnung, der Kraft und Harmonie des Lebens. Schon früher wanderte ich viel und interessierte mich für Tiere und Pflanzen, aber jetzt mit Kindern bekommen für mich diese Spaziergänge eine ganz andere Bedeutung. Als würde ich die Natur durch die Augen meiner Kinder neu entdecken und schätzen lernen. Es ist so schön zu sehen, mit welch Begeisterung die beiden die Welt entdecken und wie ihre Liebe zur Natur wächst, je mehr sie über sie erfahren.


Bevor ich im nächsten Beitrag Julias Zimmer zeige, wollte ich noch einige unserer aktuellen Lieblingsbücher verbloggen - und das eigentlich schon seit fast 2 Wochen! Die Tage verfliegen hier unglaublich schnell und wenn ich nicht gerade an meinem Vortrag arbeite (ich schreibe bald mehr dazu), nutzen wir das schöne Wetter und machen entweder die Terrasse hübsch oder sind unterwegs. Aber heute nahm ich mir fest vor, einige unserer Kinderbücher, die wir zurzeit oft lesen und vorlesen, Euch unbedingt herzuzeigen:








Bei uns in der Nähe am Teich wohnt eine Biberfamilie und immer wenn wir spaziergehen, entdecken wir die angenagten Baumstämme rund um den Teich. Umso größer war meine Freude, als ich dieses entzückende Buch in einem kleinen Buchladen entdeckte: Am Biberteich* von Eva Sixt. Ich mag nicht nur die schönen Bilder, sondern auch die respektvolle Art, wie dieses Buch Wissenswertes über diese Tiere vermittelt. Dass die Biber dennoch nicht überall willkommen sind und sich Förster und Landwirte auch oft über sie ärgern, beschreibt das Buch allerdings auch und lädt auch dazu ein, verschiedene Ansichten zu respektieren.





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