das Kleinkind
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Was mich an solchen Montessori-Einrichtungen am meisten beeindruckt, ist diese große Sorgfalt und Liebe, mit der sie eingerichtet werden. Für mich zeigt das nicht nur das Vertrauen in die Fähigkeiten der jungen Kinder, sondern auch einen riesengroßen Respekt ihnen gegenüber. Denn wer sagt, dass Babys und Kleinkinder keine Vorliebe für schöne Dinge hätten?

Heute möchte ich Euch diese wunderschöne Montessori Spielgruppe mitten in Wien vorstellen: ILSA, die ihren Namen von ihren 2 Gründerinnen bekam, Iliana und Sabine. Beide sind Montessori-Pädagogen aus Leidenschaft und bieten durch diese Spielgruppe sowohl jungen Kindern als auch Eltern eine traumhaft schöne Montessori Umgebung.


Liebe Iliana, liebe Sabine, was ist ILSA und wie kam es eigentlich zu dieser Montessori Spielgruppe?

Sabine: Montessoripädagogik war lange Zeit auf Kinderhaus und Schule begrenzt. Für mich war klar, dass es etwas davor geben muss. Bei der Gründung von ILSA war es mir wichtig, die Eltern bereits in der Schwangerschaft zu begeistern und ihnen eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie anders man mit Kindern leben kann. Ilsa soll einerseits Begegnungsraum sein, aber auch einen Beitrag dazu leisten, Eltern sensibler für die wirklichen und grundsätzlichen Bedürfnisse ihrer Kinder zu machen.

Iliana: Im Rahmen meiner Arbeit im Kleinkinderhaus merkte ich, dass die Kinder, die mit ihren zarten 12 Monaten zu uns kommen, bereits geprägt von ihren Erfahrungen im ersten Lebensjahr sind. So wendete sich mein Blick stärker und immer mehr zu dieser ersten Zeit, die die Kinder zu Hause mit ihren Eltern verbringen. Die Wertschätzung und die Achtung, die ich zu den Kindern spüre, empfinde ich auch für die Eltern und da fühlte ich mich berufen, Eltern zu unterstützen, in diese wichtige Rolle zu wachsen und einen Ort zu schaffen, wo sie und ihre Kinder sich wohl- und willkommen fühlen.

ILSA ist ein richtig gemütlich und praktisch eingerichtetes Haus, in dem Mütter und Väter wertvolle Zeit mit ihren Babys oder Kleinkindern verbringen können. ILSA ist ein besonderer Lebensort für junge Kinder und Eltern mit vielen Komponenten aus der häuslichen Umgebung, wie Bilder, Pflanzen, ein gemütlicher Stillsessel, Sofas für Groß und Klein, Kunst- und Naturobjekte, Küche mit Nahrungsmitteln, Tee und Kaffee, Kinderwaschbecken, Büchern, Spiele, einem Neugeborenenbereich und noch vielem mehr.

Mein Wunsch ist, dass die Eltern und die Kinder durch die Begegnungen und die Erfahrungen, die sie im ILSA mit der Montessori-Pädagogik und anderen Menschen machen, einfach zu sich selbst finden, ihren eigenen Wert entdecken. Jedes Kind, überhaupt jeder Mensch, ist wertvoll und wundervoll so wie es/er ist, weil es ein einmaliges und einzigartiges Individuum dieser Schöpfung ist. Es kommt vor, dass solch philosophische Eingebungen uns in den Sinn kommen im Rahmen einer Montessorispielgruppe.

 
Wie seid ihr eigentlich zu der Montessori-Pädagogik gekommen?

Sabine: Ich habe mit legasthenen Kindern im Altersbereich 9 - 14 Jahre gearbeitet, nach alternativen Lehrmethoden gesucht und bin so zur Montessoripädagogik gekommen. Deshalb habe ich zuerst die Montessori-Schulausbildung bei der ÖMG besucht. Im Laufe meiner Arbeit wurde mir immer klarer, dass man viele Probleme verhindern könnte, wenn man bereits anders mit jungen Kindern arbeiten würde. Daraus entstand 2008 das Montessori KIDS Kinderhaus in Wien

Iliana: Mein Montessori-Weg begann, als ich das erste Mal in einem Montessori-Kinderhaus in Wien stand, auf der Suche nach einem Betreuungsplatz für mein erstes Kind. Es war mir damals nicht bewusst, aber dieser Moment war für mich schicksalshaft, mein Leben nahm eine Wende, die mich bis heute bereichert. Das war vor 14 Jahren. Die liebevolle und reichhaltige Lernumgebung, die den Kindern zur Verfügung stand und das pädagogische Team in diesem Kinderhaus haben mich tief beeindruckt. Ich war schon zu der Zeit ausgebildete Kindergartenpädagogin und arbeitete selbständig als Tagesmutter. Es folgten zwei Diplomausbildungen für das Alter 0-3 und 3-6 Jahre, zwei Zertifikatlehrgänge und unzählige Fortbildungen in der Montessoripädagogik, sowie die Gründung des Montessori Kleinkinderhauses „Grashalm“ und die Geburt meines zweiten Sohnes.


Was spricht Euch am meisten an der Montessori-Philosophie an? 

Sabine: Die Art und Weise, wie kompetent und respektvoll ein Kind gesehen wird und wie viel Vertrauen dem Kind entgegengebracht wird, damit es sich in einer guten Umgebung optimal entwickeln wird. 

Iliana: Für mich ist Montessori mehr als eine anspruchsvolle pädagogische Richtung, die wissenschaftlich fundiert und genial durchgedacht ist, Montessori ist für mich eine Haltung - allen Menschen, Lebewesen und im allgemeinen der Welt und dem Leben gegenüber. Montessoris Vision für den Weltfrieden und die Überwindung der Unterschiede zwischen den Menschen berührt mich zutiefst und gibt mir Kraft, in meinem kleinen Rahmen zu versuchen, diese Mission in unserer aktuellen Zeit fortzusetzen. Meinen kleinen Beitrag zu dieser großen Idee sehe ich einfach in der Aufgabe, die Menschen in meiner Umgebung die Liebe, den Respekt, das Vertrauen, den Glauben und alle die guten Gefühle spüren zu lassen, die es so gibt.


Was beeindruckt Euch am meisten an Eurer Arbeit mit der Altersgruppe 0-3?

Sabine: Wie kompetent so junge Menschen von Anfang an sind und wie viel und schnell sie Dinge erlernen. Auch diese Wissbegierde und Beharrlichkeit, an Dingen dran zu bleiben. Ich nehme als Beispiel gerne die Bewegungsentwicklung: wie oft versucht ein Kind aufzustehen und fällt wieder hin und gibt nicht auf bis es gehen kann. 

Iliana: Ich liebe es, still junge Kinder zu beobachten, während sie vertieft mit Hingabe in einer Beschäftigung versunken sind. Dann leuchten ihre Gesichter und Körper durch einen einzigartigen Ausdruck der Glückseligkeit, Freude, Konzentration und innerer Harmonie. Mich begeistert es zu sehen, wie junge Menschen sich gerne anstrengen und scheinbar unüberwindbare Hürden bewältigen. Manchmal überraschen sie ihre Eltern und sich selbst mit ungeahnten Fähigkeiten, die sie in sich entdecken. Gemeinsam mit diesen kleinen spontanen Forschern die Welt zu bestaunen, lässt mich die Zeit vergessen und denken, dass ich den schönsten Beruf auf dieser Erde habe.

Außerdem finde ich im allgemeinen die Arbeit mit Kindern im Alter von 0-3 für unsere Gesellschaft essentiell und äußerst verantwortungsvoll. Die ersten drei Jahre dienen als Basis für das menschliche Leben.


Wie sieht so eine Montessori „Spielgruppe“ bei ILSA aus? 

Die Kinder in der Spielgruppe entdecken in ruhiger und friedvoller Atmosphäre neue Dinge und sammeln für Ihre Entwicklung kostbare Erfahrungen mit den ersten Montessori-Materialien. Die Eltern staunen oft, wie die Kinder in der liebevoll vorbereiteten Umgebung aufblühen und wie sich ganz neue Verhaltensweisen offenbaren. Maria Montessori schrieb: „Kooperation ist Folge eines freien Lebens mit freier Aktivität“ (aus dem Buch: Spannungsfeld Kind-Gesellschaft- Welt).

Die Montessori-Materialien haben einen sehr starken Aufforderungscharakter und geben dem Kind eine Orientierung, sodass der Erwachsene fast überflüssig wird. Die Kinder, die schon gehen können und ihre Hände frei haben, können Obst und Gemüse für die gemeinsame Jause schälen, schneiden, Pflanzen gießen, Tische waschen usw. Für diejenigen, die sich gerne bewegen, stehen Treppen, eine kleine Rutsche, Kletterkisten mit Bällen und eine Hängematte zur Verfügung. Wir versuchen in unseren Spielgruppen eine „schöne, heile und heitere Welt“ zu erschaffen, denn die Kinder in diesem zarten Alter brauchen das Gefühl der „allumfassenden Sicherheit“. Das gemeinsame Essen einer gesunden Jause in unserer Küche wird bei uns jedes Mal zelebriert, mit hübsch gedecktem Tisch und Blumendekoration. Die Schönheit umgibt die Kinder überall. Als Abschluss der Spielgruppe sitzen wir gemeinsamen im Kreis, in dem gesungen und getanzt wird.

Das pädagogische Wissen für das Alter 0-3 Jahre, das durch ILSA verbreitet wird, ist in dieser Form für Österreich noch einzigartig und relativ neu. Dank der Montessori-Akademie in Wien, wo alle Kolleginnen im ILSA ihre Ausbildung abgeschlossen haben, wurde diese schon lang existierende und fundierte Praxis nach Österreich gebracht. Ich empfinde es als Privileg, gemeinsam mit meinen Kolleginnen im ILSA diese ersten Schritte in einer Pionierbewegung in Österreich gehen zu dürfen. Natürlich wünschen wir uns für die Zukunft für alle Kinder noch mehrere solche Häuser.


Liebe Iliana, liebe Sabine, ich bedanke mich bei Euch für das schöne Interview und für Clara von Luftikus für die tollen Fotos.

Am kommenden Montag, dem 23. September findet übrigens bei ILSA (Straußengasse 14, 1050 Wien) von 10-17 Uhr ein Tag der offenen Tür, mit vielen tollen Programmen und spannenden Vorträgen statt.

Das Programm im Überblick:

11 Uhr - Singspatzen
12 Uhr - Babyyoga
13 Uhr - Vortrag: „Ein Tag mit meinem Kind“
14:30 Uhr - Kreativangebot
15:30 Uhr - Trageworkshop
16 Uhr - Vortrag: „Essen, Schlafen, Trockenbleiben“


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Letztes Jahr wurde ich zu einem Montessori Kongress (AMI 0-3) in der Schweiz eingeladen, wo ich nicht nur einen Vortrag halten durfte, sondern unglaublich viele wertvolle Bekanntschaften schließen konnte. Unter anderem mit Katelynn, eine AMI Montessori Pädagogin für 0-3 aus den USA, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. In besuchte ihren Workshop, wo sie wunderbare Tipps zur Vorbereiteten Umgebung zu Hause für die Allerjüngsten gab und auch mit unglaublich viel Respekt und Liebe über Kinder sprach.

Katelynn lebt in Berlin und eröffnete kürzlich dort Deutschlands erstes Montessori Frühbildungszentrum: Montessori Mother ELC wo sie für junge Kinder und Eltern Montessori "Spielgruppen" anbietet. Katelynn ganz bald in Berlin zu besuchen steht bereits auf meiner ToDo-Liste, dennoch wollte ich Euch ihre schöne Einrichtung nicht so lange vorenthalten und bat sie um einige Fotos und um ein Interview.


Liebe Katelynn, wie bist Du eigentlich zu Montessori gekommen?

Mein Montessori Weg begann in Moskau, Russland als mir eine andere Lehrerin eine Kopie von „The Secret of Childhood*“ ("Kinder sind anders*“ auf Deutsch) von Dr. Maria Montessori gab. Einige Jahre später erhielt ich mein AMI 0-3 Diplom in St. Petersburg. Zurück in Moskau arbeitete ich privat mit Babys und Kleinkindern und half, die vorbereitete Umgebung einzurichten. Ich erstellte ein Instagram Profil, wo ich hauptsächlich Tipps zur Vorbereiteten Umgebung für zu Hause gab und Montessori Mother war geboren.


Was spricht Dich am meisten an der Montessori Philosophie an?

Das ist eine schwierige Frage, da ALLES an der Montessori Philosophie mich zutiefst anspricht. Aber vielleicht zusammengefasst das, dass Montessori eine Friedenspädagogik ist. Seit 100 Jahren haben Montessori Einrichtungen das Ziel, die Welt zu einem besseren Ort zu gestalten. All die Montessori Pädagogen geben ihr Wissen, ihr Herz und Vertrauen jeden Tag, damit Kinder zu frei denkenden, verantwortungsbewussten und kreativen Individuen heranwachsen können. Zu Persönlichkeiten, die ihren Platz in der Welt kennen und Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten haben.

Wenn ich mit Kleinkindern arbeite, erlebe ich das tagtäglich. Ich begleite in einer der Gruppen 10 Kinder, die in 10 verschiedenen Ländern geboren wurden und 10 verschiedene Sprachen lernen - und alle sitzen zusammen am Gruppentisch, geben das gleiche schöne Gebrabbel von sich, teilen Brot und Bananen und kümmern sich nicht um die Barrieren, die es auf der Welt gibt.


Möchtest Du uns erzählen, wie Du dazu gekommen bist, Deine eigene Montessori "Spielgruppe" zu eröffnen?

Als ich nach Berlin kam, war ich erstaunt, wie wenig hier Montessori verbreitet war. Ich konnte keine einzige Schule oder ein Zentrum finden, wo eine gute Montessori Umgebung für Kinder unter 3 Jahren angeboten worden wäre. Ich fragte in einer lokalen Facebook Gruppe, ob jemand Interesse an einer Montessori "Spielgruppe" hätte und traf auf eine Gemeinschaft aus enthusiastischen und unterstützenden Eltern.

Ein Jahr später startete ich mit meinen sogenannten "Pop-Up" Montessori Kursen, was bedeutet, dass ich die Materialien und Ausstattung bei jedem Treffen in den gegebenen Räumlichkeiten selber mitnehmen und neu herrichten musste. Das war eine schwierige Zeit. Denn ich musste die komplette vorbereitete Umgebung mehrmals am Tag durch die ganze Stadt transportieren. Ich verbrachte mehr Zeit damit, Dinge in meinem Auto zu verstauen, dann alles wieder auszuräumen und im Gruppenraum zu arrangieren als ich Zeit als Pädagogin verbrachte. Und auch, wenn ich wusste, dass ich mit dieser vorbereiteten Umgebung vielen Kindern ein wertvolles Lernerlebnis ermöglichte, musste ich mich sehr darauf beschränken, wie viele Möbel und Materialien in mein Auto passten.

Das wollte ich ändern und suchte einen Ort in zentraler Lage, an dem ich eine beständige, schön vorbereitete komplette Montessori Umgebung anbieten konnte. Am 20. März dieses Jahres war es dann soweit und ich eröffnete endlich das Montessori Mother ELC für 56 Familien und bin unglaublich froh darüber.


Was ist zurzeit Deine liebste Aktivität mit den Kindern in Deinem Gruppenraum?

Ich liebe es, eine Umgebung zur Verfügung zu stellen, in der die Kinder ihren Interessen folgen und neue Möglichkeiten entdecken können. Ein Material, auf das ich besonders stolz bin, ist unsere Werkbank, die von meinem Ehemann Chad gebaut wurde.

Ich wusste bis vor Kurzem nicht einmal, wie man eine Säge richtig benutzt. Nun haben die Kinder die Möglichkeit, ihrem Interesse zu folgen und erfolgreich mit echtem Werkzeug zu arbeiten in einer sicheren Vorbereiten Umgebung. Es gibt 4 einzelne ausführliche Aktivitäten: Nägel hämmern, schrauben und Schrauben wieder entfernen, Löcher bohren und Holz sägen.


Wie sieht so eine "Spielstunde" in Deiner Gruppe aus? 

Ich biete Montessori "Spielgruppen" für Babys (2-16 Monate) und für Kleinkinder (16 Monate bis 4 Jahre) an. Jede Stunde ist eine Kind-orientierte Arbeitsstunde mit Montessori Material, ein gemeinsames Essen am Gruppentisch und ein Musikkreis, bei dem Eltern und Kinder gemeinsam singen.

Ich biete in meinem Zentrum 5 Räumlichkeiten an, die an die Kinder angepasst sind. Wir haben einen Garten, eine Küche, ein Badezimmer und 2 große Räume, in denen mit Material gearbeitet wird. Der erste ist für Aufgaben des täglichen Lebens, Kunst und Sprache. Der zweite ist für die Entwicklung groß- und feinmotorischer Fähigkeiten.

Es war wichtig für mich, dass Eltern und Kinder einen schönen Ort zum Arbeiten haben, der an die Bedürfnisse beider gerichtet ist. Wo nicht nur die Kinder die Welt für sich entdecken, sondern wo auch Eltern sie dabei beobachten, bestaunen können und dadurch auch mehr Einblick in die Montessori Philosophie gewinnen können.


Falls ihr in Berlin oder Umgebung wohnt und ein Kleinkind oder Baby zu Hause habt, kann ich Euch Katelynns Montessori "Spielgruppe" am Berlin-Prenzlauer Berg von ganzem Herzen empfehlen! Schon alleine wegen den Workshops, die sie Eltern anbietet und die Konzerte, die sie für die jungen Kinder vor Ort organisiert.

Aber auch wenn ihr nicht in Berlin wohnt oder nicht einmal in Deutschland, findet ihr auf Katelynns Instagram Seite, auf ihrem Blog und auf ihrer Facebook Seite regelmäßig Einblicke in ihre Arbeit und viele wertvolle Tipps und Gedanken für Montessori zu Hause.

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Pinsel in die Leimdose tunken, den Leim mit dem Pinsel auf einem Stück Papier verteilen, eine bunte Papierform daraufkleben und dann die ganze Prozedur von neuem beginnen. Das fasziniert Jakob zurzeit sehr. Er klebt oft lange Minuten ganz still und konzentriert, bis alles Papier verbraucht ist.

Auch in der Montessori Kleinkindgruppe, wo ich tätig war, gehörte das Kleben mit dem Klebekasten zu den beliebtesten Arbeiten der Kinder. Es ging dabei aber weniger darum, bunte Collagen zu gestalten, sondern um den Prozess des Klebens selbst.


Seine Klebebox ist sehr simpel und selbstgemacht. Ich nahm dazu ein einfaches Christbaumschmuck-Kästchen aus Holz, in dem unsere Strohsterne waren (ähnlich wie diese* oder diese hier*), und schnitt mit dem Stanleymesser hier und da das weiche Holz etwas kürzer. Damit auch die Pinsel in der Box einen Platz bekommen, klebte ich mit Holzleim ein Stück vom Holz wieder an, so dass eine neue Abtrennung entstand.


Die Kreise, Quadrate und Dreiecke schnitt ich aus buntem Papier aus, aber ihr könnt auch gerne diese hier zum Ausdrucken herunterladen. Wichtig war mir, dass der Pinsel zum Klebstoffauftragen nicht zu lang, dafür aber eher dünn ist. So kann Jakob diesen gut in seiner kleinen Hand halten und damit den Leim auftragen. Auch das kleine Glas für den Leim ist recycelt und dort, wo früher Marmelade drinnen war, ist nun ungiftiger und selbstgemachter Klebstoff.


Ich habe schon einige Klebstoff-Rezepte ausprobiert, die auch alle recht gut funktionierten, aber ich suchte diesmal nach einem ohne Zugabe von Zucker und fand hier eine tolle Anleitung. Das Rezept ist denkbar einfach:

  • 125 g Speisestärke (oder Maisstärke)
  • 1 Esslöffel Essig (keine Essigessenz!)
  • 1 Teelöffel Salz
  • und 500 ml kochendes Wasser

Ich bin schwer begeistert von diesem Rezept! Der Klebstoff klebt einwandfrei Papier, tröpfelt aber nicht beim Auftragen, ist dazu auch noch ungiftig und vor allem wasserlöslich. Das schont nicht nur die Pinsel und den kleinen Tisch, sondern auch die Kleidung. Wir haben eine größere Menge Bastelkleber gemischt und in ein Einmachglas gefüllt, welches wir nun auf einem der oberen Küchenregale ungekühlt lagern.


Der Klebekasten ist wirklich schnell gemacht und auch der Leim war blitzschnell zubereitet. Für diejenigen von Euch, die so einen Klebekasten doch lieber kaufen möchten, kann ich diesen und diesen, aber auch diesen hier wärmstens empfehlen.


* mit Sternchen markierte Links sind Affiliate. Das bedeutet, dass ich eine kleine Provision erhalte, wenn Du das Produkt über diesen Link erwirbst, für Dich entstehen dabei jedoch keine höheren Kosten.

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Jakob beginnt den Tag, wie auch der Rest der Familie, mit einem Frühstück und genießt dabei die Freiheit, sich selbst etwas auf den Teller legen und dann auch selbstständig etwas vom Teller nehmen zu können. Am Ende sieht natürlich alles etwas verwüstet aus, der Tisch ist vielleicht überflutet und das Glas (und der Boden) voller Essenstücke. Aber was ist schon ein bisschen Chaos am Esstisch im Vergleich zu diesem Gefühl, sich selbst entscheiden, sich selbst nehmen und auch selbst essen zu können.


Nach dem Essen wäscht er, wie immer, seine Hände und erforscht dabei das Wasser. Noch gieße ich ihm das Wasser in die Schüssel und wirklich nur wenig, worin er dann seine Hände abwechselnd hineintauchen kann. Allerdings bleibe ich bei ihm und zeige ihm auch jedes mal, wozu der Waschtisch dient, wie er hier seine Hände waschen, die Schüssel später selbst ausleeren und seine Hände abtrocknen kann. Es ist nicht einfach nur Plantschen. Es ist ein Ritual.


Seit er stehen kann, will er auch beim Windelwechseln stehen und hält sich dabei am Rand der Badewanne fest. Nicht nur, um mehr zu sehen, sondern auch um mitmachen zu können. Es hat schließlich so viel Zeit und Anstrengung gekostet, endlich stehen zu können. Wer mag es dann schon, beim Wickeln wieder liegen zu müssen und dabei auch noch alles, was es da zu sehen gibt, zu verpassen?


Nach dem Windelwechseln laden wir gemeinsam die Waschmaschine ein wonach er dann noch lange der rotierenden, schaumigen Wäsche zuschaut.


Doch wenn er merkt, dass ich das Bett im Nebenzimmer mache, ist er blitzschnell bei mir. Dann klettert er aufs Bett und strengt sich dabei körperlich so richtig an. Doch nach nur einer kurzen Verschnaufpause, sucht er wieder den Weg nach unten. Um dann wieder raufklettern zu können. Und dann wieder runter....


Er sucht sich ein Material vom Regal und krabbelt damit zu seinem kleinen Tisch. Ja, das Krabbeln geht auch so, dabei stützt er sich, statt der Handfläche, auf seine Faust. Beim Tisch stellt er das Material ab, schiebt mit einer Hand den Sessel etwas weg und setzt sich hin. Damit er bequem arbeiten kann, rücke ich den Sessel dann noch etwas für ihn zurecht. Das liest sich vielleicht recht einfach, aber für ein junges Kind, das gerade mal 14 Monate alt ist, steckt dahinter jede Menge Arbeit.


Wenn er fertig ist, zeige ich ihm, wie das Material zusammengesteckt werden kann und lade ihn freundlich dazu ein, es wieder auf das Regal zu stellen.


Dann spaziert er entlang unserer Möbel, weil es sich gut anfühlt, die Beine auszustrecken und sich dabei zu spüren. Und um zu sehen, was es sonst noch alles zu entdecken gibt.


Seine Jause isst er an seinem kleinen Tisch und genießt es, die winzigen Happen mit 2 Fingern behutsam aufzupicken. Mal isst er beim Sitzen, mal im Stehen, Hauptsache, er kann es selbst entscheiden.


Wenn er von seinem Vormittagsschlaf erwacht, ruft er nicht nach uns, stattdessen krabbelt er selbst von seinem "Bett" runter und sucht nach uns in der Wohnung.


Am liebsten ist er nämlich dort, wo auch wir sind und noch lieber tut er das, was auch wir tun. Sei es, den Geschirrspüler ausräumen, ...


... Apfelspiralen schneiden (und naschen), ...


... oder die Schränke putzen. Einen nach dem anderen mit mir gemeinsam. Aber nicht, um mir zu helfen. Sondern um Teil zu haben. Produktiv zu sein.


Wenn Julia auch zu Hause ist, sucht er meist ihre Nähe. Egal wo sie ist, egal was sie tut, er beobachtet sie und versucht, mit ihr mitzumachen.


Aber oft findet er selbst eine Arbeit, in die er sich gänzlich vertiefen kann. Sei es das Erforschen vom Gemüse mit all seinen Sinnen, das wir vorher gemeinsam auf der Terrasse für das Mittagessen geerntet haben, ...


... oder ein Korb, den er mit Freude ausleert und (auf seine Art und Weise) wieder einräumt,...


... oder eine einfache Metalldose, die er immer und immer wieder auf und zu macht und ganz fasziniert ist, wie ein Messlöffel tief darin verschwinden kann. Den Deckel auf die Dose zu stecken klappt ihm zwar nicht immer auf Anhieb, worüber er sich auch mal laut ärgert. Aber er will nicht, dass ihm jemand diese Arbeit abnimmt (und das könnte auch niemand), denn sein Ziel ist es nicht nur einfach den Deckel auf die Dose zu kriegen sondern es selbst zu meistern.


Beim Mittagstisch beobachtet er uns ganz genau. Wie wir das Besteck benutzen, wozu und wie wir Gegenstände gebrauchen und wie wir miteinander sprechen. Er versteht wahrscheinlich noch nicht alles, was wir tun oder sagen, aber er saugt alles in sich auf wie ein Schwamm und macht uns nach. Wenn er um etwas bittet, so reicht er seine Handfläche hin und wenn wir ihm etwas geben, sagt er "Tanke".


Er beobachtet uns auch, wie wir nach dem Mittagessen den Tisch abwischen und macht unsere Bewegungen mit seinem eigenen kleinen Schwamm nach, ...


... und er beobachtet uns auch, wenn wir ihn an- und ausziehen und je langsamer und durchdachter unsere Bewegungen sind, umso aktiver wird auch er dabei. So streckt er uns seine Beine entgegen wenn wir ihm das Hosenbein hinhalten und zieht auch sein T-Shirt alleine über seinen Kopf.


Aber genau so gerne, wie in seiner vertrauten Umgebung zu Hause, ist er auch draußen in der Natur. Sandspielsachen interessieren ihn allerdings kaum, viel mehr die krabbelnden Ameisen, kleine Stöcke und bunte Steine. Wie es sich anfühlt, die Wärme der Sonne, der nasse Sand am Strand und der Wind auf seiner Haut.


Er ist den ganzen Tag in Bewegung und auch wenn er mal hinfällt, sich wehtut, sich einklemmt oder seine Knie blutig reibt, nimmt er erneut Anlauf und arbeitet an seiner Selbstentfaltung unermüdlich weiter. Alles was er dazu braucht, sind Menschen, die ihm dabei die Zeit geben, ihm vieles zutrauen und ihn achtsam begleiten sowie eine vorbereitete Umgebung und jede Menge Freiheit.

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Montessori-Materialien müssen nicht unbedingt teuer erworben werden, auch nicht für Kleinkinder und besonders nicht für Zuhause. Manches lässt sich auch aus ganz einfachen Mitteln recht schnell selbst herstellen, wie zum Beispiel diese Box mit einem gehäkelten Ball zum Hineinquetschen in die Box. So simpel und dennoch ein Material, das eine Menge zu bieten hat.


Jakob pickt mit Vorliebe winzige Steine und Krümmel auf, aber ebenso gerne liebt er es, durch Zusammenquetschen und Pressen sich so richtig anzustrengen, um seine eigene Kraft zu spüren. Bei diesem Material kann er seine Kraft nicht nur gezielt einsetzen, sondern auch erleben, dass Dinge auch dann weiterhin existieren, wenn diese außerhalb seiner Sichtweite sind.


Diese schöne Box fand ich beim Möbelschweden und ist eigentlich Teil eines Sets. Mit dem Bastelmesser schnitt ich eine Öffnung in den Deckel, wo der Ball hineingequetscht werden kann. Der Deckel lässt sich zwar ganz einfach auf- und wieder zuklappen, aber Jakob schaffte es nur, die Box zu öffnen und wollte den Ball immer wieder bei offenem Deckel durch das Loch quetschen. Quasi von unten. Das funktionierte aber nicht und er verlor das Interesse.


Daher klebte ich den Deckel zu und schnitt stattdessen noch eine, etwas größere Öffnung in die Seite der Schachtel. So kann er den Ball wieder herausnehmen und seine Arbeit ohne mein Eingreifen beliebig oft wiederholen. So ein kleiner Unterschied kann doch so bedeutend sein!


Falls ihr noch nie einen Ball selbst gehäkelt habt, möchte ich Euch unbedingt ermutigen, es dennoch zu probieren. Auch für mich war dies das erste mal und ich war sehr überrascht, wie schnell und einfach so ein Ball gehäkelt werden kann. Ihr findet im Netz eine Menge Anleitungen dazu. (Achtet aber darauf, dass der Ball einen größeren Durchmesser hat, als das Loch in der Box.)


Aus der kleineren Schachtel machte ich Jakob eine Box mit einem Schlitz im Deckel und besorgte dazu runde Holzscheiben mit 5 cm Durchmesser*. Die sind groß genug, so dass Jakob diese ohne Gefahr auch mit dem Mund erkunden kann.


Für den Anfang stellte ich ihn jedoch nur eine einzige Holzscheibe bereit, damit er nicht gleich überfordert ist.


In der gleichen Abteilung, wo ich auch die Pappschachteln gefunden habe, sah ich diesen Bilderrahmen mit Schiebedeckel aus Plexiglas. Auf dem Deckel montierte ich einen größeren Holzknauf, den Jakob mit seinen Fingern gut ergreifen und den Deckel so aufziehen und zuschieben kann, was für ihn eine spannende Herausforderung ist.


Um zu verhindern, dass der Deckel beim Öffnen jedes Mal gänzlich herausgeschoben wird, klebte ich auf dessen Unterseite kleine Bodengleiter als Stopper. Um die Box noch interessanter zu machen, legte ich auch einige kleine Gegenstände hinein, wie Muscheln und Schneckenhäuser oder kleine Tierfiguren, die er dann gerne erforscht. Es muss aber nicht unbedingt diese Box vom Möbelschweden sein, eine einfache Schachtel mit Schiebedeckel, wie auch diese hier*, ist, wie ich finde, genauso wunderbar geeignet.


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