"Nein, ein Mädchen!"

Wie oft ich diesen Satz schon sagen musste. An und für sich macht es mir ja nichts aus, dass die meisten sie für einen Bub halten. Sie hat tatsächlich keine "Ultra-Mega-Extra" langen Wimpern und auch keine große Rehäuglein. (Dafür aber die blonden Haare, fast schon weiß! In diese Haare bin ich richtig verliebt!) Naja, auf jeden Fall denkt wirklich jeder, sie sei ein er, einige sind sich nicht ganz sicher und fragen höflich nach: "Eine 'sie', oder?"



Damit ich nicht den Anschein erwecke, ich hätte mir einen Buben gewünscht, ziehe ich ihr mittlerweile sogar schon rosa Sachen an (vererbte, nicht gekaufte). Und ich hasse Rosa. Rot, gelb, grün, weiß, orange, mit Blümchen, mit Vögelchen, gestreift, gepunktet, fröhlich und einfach...so stelle ich mir süße Kinderklamotten vor. Nur bitte nicht rosa! Aber im Grunde genommen ist es mir egal, was Wildfremde in ihr sehen, für mich ist sie die SüßestE, HüpschestE und HerzallerliebtE auf der ganzen Welt. Sie ist die Fröhlichkeit in Person. Ein kleines Energiebündel mit unglaublich viel Humor.

Gut, ich habe ihr eine rosa-violette-grüne Winterjacke gekauft. Hat allerdings auf das Wiener Publikum trotzdem keine Wirkung gezeigt, nach wie vor muss ich tagtäglich dieselbe Frage beantworten: "Ist es ein Bub?" Tztz...



Heute habe ich die Spielsachen von Julia wieder neu sortiert. Ein wenig Abwechslung schadet nie. Die Lieblingsspielsachen bleiben auf dem Regal, wie üblich, die anderen wechsle ich in etwa jeden Monat. Diesmal in den Körbchen:

  • Küchenutensilien
  • Gegenstände, die rasseln
  • Tierfiguren
Den Schneebesen liebt sie abgöttisch. Ich weiß nicht warum, aber Gegenstände die aus Metall sind, steckt sie sofort in den Mund. Für mindestens eine halbe Stunde.


Die Schleich-Figuren waren ziemlich teuer. Ich war perplex, wie viel so eine Figur kostet. Zumindest im Geschäft, da kosten sie ab €5,-/ Stück. Der Grund: Sie wurden alle Handgemacht. Aber von dem Schwein hat sie dennoch großen Respekt. Zu rosa? 

Übrigens, ich arbeite schon ganz fleißig an meinem nächsten Projekt. Ich bastle wieder mal was für die kleine Maus. Was genau das ist, verrate ich noch nicht, nur so viel, dass ich bereits die Holzstäbe beim Baumarkt gekauft und gleich zuschneiden lassen habe. Morgen werden die Löcher gebohrt, bald der 2-Meter Stoff genäht. Und dann ist es fertig, das Z............

Ja, auch alleine aus einem Becher zu trinken muss gelernt werden. Auch, wenn die halbe Wohnung danach überflutet ist.
Und ja, ich weiß, Melamingeschirr... aber das Glas traue ich ihr noch nicht ganz zu. Sie schmeißt den Becher (voll mit Wasser) immer wieder auf den Boden und haut ihn gegen den Esstisch. Und draußen können wir auch nicht üben: es hat Minusgrade! ABER, sie hat's geschafft aus dem Becher zu trinken, ganz ohne meine Hilfe. Und sie hat's unendlich genossen!

Ja, es gibt wirklich Tage an denen Julia und ich uns langweilen. Damit wir diese langweiligen Stunden überbrücken, habe ich mich im Internet schlau gemacht und nach guten Ideen gesucht und wurde fündig: die Baby-Knetmasse.

Eigentlich hätte ich selber daran denken können, denn auch ich habe mit solchen selbstgemachten Knetmassen gespielt, als ich noch ein kleines Kind war.


Natürlich wollte sie die Knetmasse in den Mund stecken, aber im großen und ganzen hat sie eher hineingezwickt, darauf getrommelt und sie in die Hand genommen um sie zusammenzudrücken.

Man kann diese Knetmasse für ein paar Tage im Kühlschrank ohne weiteres aufbewahren. Man kann natürlich experimentieren und sie aus Vollkornmehl oder Dinkelmehl herstellen und sogar Lebensmittelfarbe dazugeben.



Julia ist in dem Alter, wo sie unsere gesprochene Sprache noch nicht richtig verstehen kann. Es kann ganz schön schwierig sein, ihr gewisse Grenzen klar zu machen. Denn ein "Nein" oder ein "Nicht" versteht sie ja noch nicht. 

Also muss ich darauf achten, dass das "Nein" nicht nur verbalisiert wird, sondern auch vom Gesichtausdruck ablesbar, von der Tonlage heraus zu hören ist. Damit meine ich nicht, dass ich so böse schaue und so laut schreie, wie es nur geht :-), nein, damit meine ich eher, dass ich nicht sanft und lächelnd "Nein" sage, sondern bestimmt. Nicht erschreckend, sondern überzeugend.

Natürlich reicht das im Alltag nicht aus. Man muss sich gewisse Strategien aneignen, die auch die gewünschte Wirkung erzielen aber gleichzeitig erlauben, unsere Kleinen mit Respekt zu behandeln. Folgende Strategien helfen mir da aus dem Buch Kinder fördern nach Montessori von Tim Seldin:

"Geben Sie ihrem Kind Alternativen. Wann immer möglich, suchen Sie nach Wegen, Ihr Kind zwischen zwei gleichermaßen akzeptablen Alternativen wählen zu lassen."

Wenn Julia einen Gegenstand findet, die sie interessant findet, jedoch Verletzungsgefahr besteht, biete ich ihr andere Spielsachen an, die ähnlich interessant sind.

"Geben sie nicht einfach nach. Suchen sie Kompromisse"

"Reservieren sie das >>Nein<< für wirklich wichtige Dinge, bei denen ihr Kind sich oder andere verletzen oder Schaden verursachen könnte."

Statt ein "Nein" versuche ich den Satz positiv und mit Ich-Botschaften zu formulieren, damit ich sie nicht bewerte: "Das sind meine Bücher. Ich möchte, dass Du meine Bücher in Ruhe lässt."
Das ist für mich übrigens eine echte Herausforderung, Sätze positiv zu formulieren. Oft gerate ich in Situationen, wo mir wenig Zeit bleibt genauer darüber nachzudenken, was ich sage, da ich schnell handeln muss. Oder, dass ein bewertender Satz einfach so rausrutscht. Diese Art des Kommunizierens braucht eben etwas Übung.

Ich zitiere weiter aus dem Buch:

"Babys und Kleinkinder reagieren nicht auf Disziplin, Regeln und Bestrafung, aber sie regieren auf bedingungslose Liebe. 

Eines der Geheimnisse  eines glücklichen Lebens mit sehr jungen Kindern besteht darin, das zu verstehen, was sie uns durch ihr Schreien mitteilen wollen. Das Schreien und Weinen ist eines ihrer wenigen Kommunikationsmittel. Es kann bedeuten, dass sie hungrig sind oder aufstoßen müssen; vielleicht liegen sie unbequem oder brauchen eine frische Windel.
Denken Sie daran: Auch Babys sind Menschen. Sie können Angst haben. Sie können Langeweile haben oder sich einsam fühlen. Sie können schlecht träumen. Beobachten Sie genau und hören Sie gut zu. Wenn Sie Ihrem Kind Aufmerksamkeit schenken, werden Sie bald wissen, was es Ihnen sagen will. Das Verhalten von Babys und Kleinkindern ist von inneren Impulsen getrieben, und sie verfügen nur über eine beschränkte Fähigkeit, selbst grundlegende Regeln zu befolgen. Auch wenn sie immer ein gutes Vorbild sind und erklären, warum ein bestimmtes Verhalten erwartet wird, seien Sie nicht überrascht, wenn Ihre Worte ungehört bleiben.

In einem Klima der Liebe und des Respekts entwickeln Kleinkinder die Fähigkeit, unsere Worte und Wünsche zu verstehen, und sie werden bald bewusst darauf reagieren. Mit der Zeit werden sie unser höfliches Verhalten imitieren und >>kooperieren<<."

    Friedrich Fröbel, Lehrer und Erfinder des Kindergartens fasste es kurz in zwei kleinen Sätze zusammen: "Erziehung ist Beispiel und Liebe. Sonst nichts".

    Nach Montessori streben die Kinder von Natur aus nach Selbstständigkeit. Sie dursten regelrecht nach Wissen, sie wollen lernen und üben. Sobald die ersten Zähnchen kommen, wollen sie beißen. Wenn sie krabbeln können, wollen sie ihrer eigenen "Nase" folgen. Wenn sie kommunizieren lernen, wollen sie sich verständigen. Sie werden mit all diesen Fähigkeiten immer unabhängiger von uns. 
    Doch nun zurück zum Thema "beißen".

    Montessori beobachtete, dass Kinder gegen Ende ihres ersten Lebensjahres sich selbst bedienen und alleine essen wollen . Natürlich machen sie dabei viel Dreck, immerhin sind sie mit dem Hantieren von Besteck noch ungeschickt und experimentieren für ihr Leben gern mit der Nahrung. Das Streben nach Selbstständigkeit verlangt also ihr Opfer, die Reinlichkeit.

    Wie gesagt, mit einem Löffel essen zu können verlang nach einer gewissen feinmotorischen Kontrolle. Damit meine Kleine diese Fähigkeit erlernt, muss ich ihr es wiederholt langsam vorführen, wie es geht. Um das zu üben brauchen die Kleinen Zeit, unsere Liebe und Geduld ... und noch mehr Geduld.
    Nun ist es soweit. Wir müssen einen Treppenhochstuhl anschaffen, denn Julia klettert überall, wo sie nur kann, hoch. Also, her mit dem Treppenhochstuhl!

    Ich habe mich schon ein wenig umgeschaut, welche Treppenhochstühle im Angebot sind. Ich hatte ja keine Ahnung, dass es so viele Modelle gibt. Hier ein paar aus dem Sortiment:


    1. BabyDan DanChair. Bildquelle und Angebot hier.
    2. Hauck Alpha mit Einlage. Bilquelle und Angebot hier.
    3. Childhood Outdoor Teak. Bildquelle und Angebot hier.
    4. Herlag Tipp-Topp Comfort. Bilquelle und Angebot hier.
    5. Roba Sit Up III. Bilquelle und Angebot hier.

    Uns ist wichtig, dass
    • die Fußablage und Sitzhöhe mehrmals verstellbar sind, damit sie ab sofort selbstständig hochklettern kann, (wir erinnern uns)
    • der Stuhl stabil steht und nicht wegrutscht,
    • ein Sicherheitsgurt bei den Beinen das Rausrutschen verhindert,
    • ein Sicherheitsbügel vorhanden ist, den man später abmontieren kann,
    • er bequem ist,
    • strapazierfähig ist,
    • er ohne Tablett und somit Platz beim Familienesstisch hat,
    • er ästhetisch ist und
    • aus Holz.
    Die Preise variieren stark, ab ca. €50,- geht es nur noch aufwärts. Bei der Online-Bestellen müsst ihr bedenken, dass man die Stühle selbst montieren muss. Solltet ihr lieber fertig zusammengebaute Stühle beforzugen, kann ich Euch in Österreich die Möbelhäuser Kika und Leiner empfehlen, sonst Geschäfte wie Babywalz, Babybutt oder Jako-o.
    Solltet Ihr für mich einen guten Kauftipp haben, scheut Euch nicht mir Bescheid zu sagen. Wäre für gute Tipps dankbar.
    Erst einmal, was genau sind Montessori-Materialien?

    Gegenstände, die aus Rohstoffen wie Holz, Textil u.Ä. hergestellt werden. Sie singen nicht, quietschen nicht, auch die grellen leuchtende Knöpfe findet man an Montessori-Materialien nicht. Dafür bieten sie den Kindern eine Möglichkeit, Bewegungen einzustudieren, Unterschiede zu erforschen, nachzudenken und auf Zusammenhänge selber draufzukommen. Auch nicht schlecht, oder?

    Sie sind entweder mit wenig ganz natürlichen Farben bemalt oder überhaupt "farblos" belassen, damit die Farben die Kleinen nicht von anderen wichtigen Eigenschaften ablenken, die sie entdecken sollen. Montessori-Materialien werden gezielt eingesetzt um alltägliche Handlungen, wie Zuknöpfen oder Sortieren zu lernen, um die Sinne zu verfeinern oder die Konzentration zu üben. Aber auch um zu rechnen, lesen oder buchstabieren.

    Für jede Altersstufe sind entsprechende Materialien vorhanden. Für meine 11 Monate alte Tochter könnte ich mir zum Beispiel diese Lernmaterialien vorstellen:
    (Bildquelle: www.pruefl.com)


    1. Farbige Ringe auf farbigen Stiften
    2. Formenbox mit Schublade
    3. Rahmen mit Klettverschluss
    Mit diesen Materialien werden vor allem die Feinmotorik geübt, die Sinnenwahrnehmung verschärft und Alltagshandlungen erprobt.

    Das einzige Manko an solchen Materialien ist, dass sie leider teuer sind.

    Wenn ich es mir aber recht überlege, kosten die Spielsachen die leuchten, singen und erschreckende Geräusche machen auch nicht weniger, wenn sie sogar nicht teurer sind. Dafür bieten sie den Kindern so gut wie gar keine Möglichkeit wichtige Tätigkeiten zu üben, wodurch sie selbstständig und somit selbstbewusster werden würden.

    Meine Kleine hat gerade entdeckt, wie man Schubladen und Türen auf und zu machen kann. Ihr ist egal was sich hinter der Tür oder in der Schublade befindet, es geht nur um die Bewegung des Auf- und Zumachens. Schieben und Ziehen. So eine Formenbox mit Schublade (2.) bietet eine gute Möglichkeit sich auch diese Handlung anzueignen. 

    Wo bekommt man solche Materialien?

    Folgende Online Shops habe ich entdeckt:

    Solche Materialien kann man aber auch mit ein wenig Geschick selbst herstellen, wie etwa: einfache Memorys, Rahmen mit Klettverschluss oder mit Knöpfen. Ich hab mir vorgenommen, solche Materialien selbst zu basteln, die ich Euch natürlich samt Bastelanleitung herzeigen werde. ;-)