Das Glockenspiel

Versteckspiele sind einfach herrlich! Versteckspiele aller Art. Sie mag es ganz besonders sich zu verstecken, aber heute versteckten wir gemeinsam auch diese kleine Glocke und suchten dann nach ihr. Alles wurde durchgerüttelt um die kleine Glocke ausfindig zu machen: die Schaukel, sämtliche Behälter und Körbchen, es flogen sogar die Polster. Und als wie sie endlich gefunden hatten, wurde sie natürlich auch noch einmal kräftig zum Läuten gebracht. Etwas nicht zu sehen aber sehr wohl zu wissen, wo es sich befindet, ist eine faszinierende Entdeckung auch für meine Kleine. Ich glaube, es gibt kaum Kinder auf der Welt, die Versteckspiele nicht kennen oder diese nicht heiß lieben. :)

 

Tierfarm + Stiefelchen putzen

Eigentlich hatte ich vorgestern mit diesem Papierklebeband was ganz anderes vor, aber sie hatte eine bessere Idee...


...und reihte alles Mögliche darauf auf. Nüsse, Kastanien, Muscheln und Korken, dann wurde der ganze Korbinhalt von den Schleich-Figuren auch noch darauf gestellt.


Ich schaute und hörte ihr einfach nur zu, wie sie alle Tiere aufstellte und auch laut benannte und genoss diesen Anblick sowie ihre liebliche Stimme. Ich klebte noch zusätzlich 2 kleinere Vierecke auf und so schauten sie dann 5 Minuten später aus. Besiedelt.

Und heute bereiteten wir uns auf Morgen vor und putzten gemeinsam unsere Stiefeln. Sie ihre und ich meine (und auch die vom Papa natürlich). :)


Ein lautes "Nein!" ertönt wenn ich ihr helfen möchte, die Strumphose anzuziehen, ohne dass sie mich darum gebeten hätte. "Nein! Ich! Julia!" Dann schnappt sie sich die Strumpfhose und macht sich eifrig an die Arbeit. Alleine.


"Fertig!" - schreit sie dann und lacht dazu aus ganzem Herzen. Es fühlt sich einfach unglaublich schön an, wenn man etwas ganz alleine geschafft hat. Man fühlt sich stark und fähig. Ich liebe dieses Gefühl und ich liebe es, wenn sie dieses Gefühl durchlebt und über das ganze Gesicht voller Freude strahlt.

 

Und dann geht es natürlich weiter mit der Hose. Unaufhaltsam.

 Mit bunten Tüchern beschwingt tanzen
...und dabei gemeinsam fröhlich singen. :)


Das Obst-Ratespiel

Heute bereitete ich ihr einen Korb voller Früchte, die Sie bereits beim Namen nennen kann, und ein Tuch auf dem Boden vor. Ich deckte die Früchte mit dem Tuch ab und lud sie ein, unter das Tuch zu greifen. Sie ertastete das Obst und schrie freudig auf "Nanane da!". Sie ertastete und zog alle Früchte eins nach dem anderem aus, manchmal riss sie auch das Tuch runter und wickelte die Leckereien fest darin ein.


Alles ist puzzletauglich

Seitdem ich wieder arbeite, scheint mir Zeit kostbarer denn eh und je. Meiner Kleinen ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken ist daher für mich das wichtigste und deshalb "bastelte" ich ihr einen "Zeit-für-Dich" Adventskalender.
Heute, am ersten Adventsonntag nahmen wir die Zug-Kiste hervor. Diese 4 unterschiedlichen Schienenteile von Julias Holzeisenbahn, deren Umrisse auf 4 Papierbögen und 5 Minuten haben gereicht, ein tolles Puzzlespiel herzustellen. Kaum habe ich ihr den Korb hingestellt und die Bögen auf dem Parkett platziert, legte sie sofort los. Oder besser gesagt: aus. Ich liebe es zu beobachten, wie meine Kleine voller Elan an etwas arbeitet. Ich liebe diese schlichte Art von Montessori.


Heute bin ich etwas tiefer in meinen Gedanken versunken. Ja, heute bin ich so richtig philosophisch drauf. Jedes Mal wenn ich einen Beitrag verfassen möchte, verfalle ich in ein Dilemma mit mir selbst: "Spiel" oder "Arbeit"? Tut Julia spielen oder arbeiten, wenn sie sich in eine Tätigkeit vertieft? Macht es wirklich einen Unterschied? Und wenn ja, welchen?

Arbeiten.
Bei diesem Wort fiel mir nie viel positives ein. Arbeit war für mich immer mit Anstrengung und Pflicht verbunden. Es liegt wahrscheinlich an unserer Gesellschaft, dass "Arbeit" nicht unbedingt ein positives Gefühl hervorruft. Beim Wort bekam ich sofort ein Bild und ein mulmiges Gefühl, mir fielen gleich dazu die Wörter "Zwang" und "Pflicht" ein. Etwas, was ich kaum machen würde, wenn ich es nicht unbedingt müsste. Arbeit. Etwas, was schlicht und einfach gemacht werden muss.So oder so.

Und spielen? Was ist mit spielen? Ist es einfach ein netter Zeitvertreib oder bedeutet Spielen erforschen und lernen, experimentieren und üben? Aber ist es dann noch ein Spiel? Denn: Ist das Spiel ernst zu nehmen oder ist spielen eben nur ein Spiel? Man kann ja Fußball spielen, ein Gesellschaftsspiel spielen, so tun, als würde man etwas machen, also Schauspielen oder Rollenspielen. Aber tun Kinder wirklich so oft spielen, wie wir es glauben?


"...Unterscheidet die Natur zwischen Arbeit, Spiel, Beschäftigung und dem Rest? Beobachten Sie doch die ununterbrochend fließenden Bäche oder die wachsenden Bäume. Die Brandungen der Ozeane, die permanente Bewegung der Erde, der Planeten, der Sonne und Sterne. All diese Schöpfungen leben, sind in Bewegung, sie arbeiten. Was ist mit unserem Herz, unserer Lunge und unserem Blutkreislauf die pausenlos arbeiten, von unserer Geburt an bis zu unserem Tod. Fragen diese etwa nach einer Pause? Nicht einmal wenn wir schlafen sind sie inaktiv. Was ist mit unserem Geist, der ununterbrochen arbeitet während wir schlafen oder wach sind." - Dr. Maria Montessori, 'Child’s Instinct to Work', AMI Communications 

Ich nahm mir die Freiheit das Zitat von Montessori zu übersetzen, da ich es auch nach langer Recherche auf Deutsch nicht finden konnte. Das Zitat ist so schön, so passend, so wahr!
Denn ist es nicht so, dass Kinder gar nicht so oft spielen, sondern das, was sie machen sogar sehr ernst machen? Ich meine, sie arbeiten ja unermüdlich an etwas, einen Deckel aufzuschrauben, Schubladen rauszuziehen, sie arbeiten ständig an ihrer Entwicklung und daran, ihre Fähigkeiten zu verbessern. Sie versuchen Zusammenhänge zu verstehen, die Welt zu verstehen  indem sie probieren und üben. Und das ist alles, nur kein Spiel für sie. Oder? Nichts, was sie tun, tun sie ohne Zweck. Das Kind erforscht, übt, schafft und entdeckt. Es arbeitet pausenlos daran, selbstständig zu werden, es genau so zu machen, wie die Großen.

Ich fand dieses Thema, über das ich vor kurzem im Buch Das kreative Kind von Maria Montessori las, unglaublich interessant. Und noch immer aktuell. Mehr denn je!

"In Europa und in Amerika, wo die stetige Dynamik der Zivilisation die Menschheit immer mehr von der Natur entfernt hat, bietet die Gesellschaft dem Kind, um seine Bedürfnis nach Tätigkeit zu entsprechen, eine Unzahl von Spielzeugen, anstatt ihm die Mittel zu Verfügung zu stellen, die seine Intelligenz anregen. In diesem Alter (Kleinkindalter) neigt das Kind dazu alles anzufassen, während die Erwachsenen es nur wenige Dinge berühren lassen und es ihm bei vielen verbieten.
...
In den Ländern, in denen die Spielwarenindustrie nicht so fortgeschritten ist, sind die Kinder ganz anders: sie sind ruhiger, gesünder und fröhlicher. Sie inspirieren sich an den Aktivitäten aus ihrer Umgebung. Es sind normale Wesen, die die Gegenstände, die von den Erwachsenen benutzt werden, anfassen und verwenden." - Maria Montessori: Das kreative Kind
 

Oder vielleicht sollte man das Spiel bei Kindern doch als Spiel bezeichnen, allerdings sehr wohl ernst nehmen und keineswegs unterschätzen. Denn Spielen ist die "Arbeit" des Kindes an sich selbst. Was meint ihr?

"Spielen ist eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann." - Jacques-Yves Cousteau

"Spiel ist nicht Spielerei, es hat hohen Ernst und tiefe Bedeutung." - Friedrich Fröbel

"Wenn Kinder eine Arbeit so gesammelt ausgeführt haben, scheinen sie immer ausgeruht und innerlich gestärkt zu sein. Es ist, als ob für die Kräfte, die in ihrer Seele ruhten, ein Weg frei geworden wäre, ihre besten Seiten kommen zum Vorschein." - Maria Montessori

Ich gehe fast jeden Tag neben einem großen Adventskalender im Supermarkt vorbei und auch im Internet findet man wunderschöne Ideen zum Selberbasteln. Ich war schon dabei, so einen Kalender für Julia zu basteln, doch dann überlegte ich mir: was genau soll da hinein?

Auch wenn sie vom Advent noch nicht viel versteht, möchte ich eine Tradition in unserer Familie einführen und "bastelte" daher Julia lieber einen ganz speziellen Adventskalender. Ich möchte ihr statt Süßigkeiten und Spielzeug, Zeit, Aufmerksamkeit und Freude schenken und schrieb eine kleine Liste mit 24 einfachen Spielideen bzw. (gemeinsamen) Aktivitäten.

Diesen speziellen Adventskalender möchte ich allerdings auch mit Euch teilen und "öffne" auch hier im Blog jeden Tag ein neues Spielidee-Türchen (oder vielleicht mal an einem Tag keines und am nächsten dafür 2 ;)). Vielleicht findet ihr dabei auch was Passendes für Euch und Eure Kleinen oder Ihr bekommt Lust bei dieser Idee mitzumachen und "bastelt" auch so einen speziellen Adventskalender für Eure Familie.