22.11.2015

In den letzten Wochen


Wochen lang war es hier im Blog ruhig. Ich brauchte Zeit um mich wieder ein wenig zu fangen. Denn vor 4 Wochen musste ich von meinem größten Vorbild, das mir das Leben schenkte, zu früh und für immer Abschied nehmen. Von meiner Mama. An jenem Abend stand für mich die Welt plötzlich still. Meine Freunde, meine kleine Familie und meine beiden Geschwister geben mir viel Kraft, aber auch lange Spaziergänge in dieser wunderschönen Jahreszeit tun mir zurzeit besonders gut.


Julia spricht oft über ihre Oma, erzählt über all ihre Erinnerungen an sie, singt Lieder, die ihr meine Mama beigebracht hat und bedauert, nie wieder ihre köstliche Gemüsesuppe essen zu können. Neulich, als sie mir aus Wut weh tat und ich sie dennoch trösten wollte, brach sie in Tränen aus und hörte nicht auf, sich bei mir zu entschuldigen. Ich versuchte sie zu beruhigen, dass ich ja gar nicht wütend bin, dass ich sie halte und liebe, egal was sie tut, aber sie wiederholte schluchzend "Schuldigung!". Sie sagte, sie will nicht, dass ich nun sterbe, weil sie mir wehgetan hat. Ich spürte ihren Schmerz und es zerbrach mir das Herz. Ich nahm sie in meinen Arm und hielt sie so lange fest, bis sie einschlief. Ich musste der Tatsache ins Auge sehen, dass mein bald 4 Jahre altes Kind nicht nur trauert, sondern auch sehr wohl versteht, was Sterben und Verlust bedeutet.


Die Arbeit lässt mich von meiner Trauer ein wenig aufatmen - auch wenn ich mich manchmal innerlich gegen eine Ablenkung wehre. In den letzen 4 Wochen hielt ich zusätzlich zu meinem Job zwei Vorträge für Eltern über Montessori für zu Hause. Einmal in der Grashalm Kleinkindergruppe im Rahmen unserer Montessori Eltern-Kind-Gruppen, und auch in einem Kinderhaus mitten in der Stadt. Diese Abende waren für mich eine tolle Erfahrung und ich konnte ganz wunderbare Menschen kennenlernen.


Die Adventzeit steht schon vor der Tür und wie in den letzen 2 Jahren, bastele ich auch diesmal einen "Zeit-Für-Dich-Adventskalender" für meine kleine Familie. Statt Schokolade oder Spielsachen stecke ich kleine Hinweise in die Tüten, was wir an diesem Tag gemeinsam machen werden. Auf dem Plan stehen vorwiegend solche Programme, die Julia besonders mag. So bekommt sie dann an einem Tag 8 Bücher vorgelesen, an einam anderen basteln wir gemeinsam Kerzen, backen Kekse, besuchen das Haus des Meeres hier in Wien oder machen einen ausgiebigen Waldspaziergang. Ich liebe es, solche Geschenke auszudenken und kann es kaum erwarten, Euch den fertigen Kalender und die Tütcheninhalte zu zeigen!

Kommentare:

  1. Sehr rührende Worte! Mein Beileid.
    Die Adventskalender Idee find ich super und Werd ich für meine Kinder übernehmen. Danke dafür.

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  2. Mein Beileid und viel Kraft, Geduld und Licht für die kommende Zeit.

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  3. Liebe Anna!
    Ich bin vor einigen Tagen auf deinen Blog gestoßen und finde ihn großartig. Ich fange gerade erst an (mein Sohn ist fast 17 Monate alt), mich für Montessori zu interessieren und mich damit zu befassen und lasse mich hier inspirieren.
    Dein heutiger Eintrag hat mich allerdings sehr berührt, da auch ich vor ziemlich genau 5 Jahren meine Mama viel zu früh verloren habe. Sie war für mich die wichtigste Person in meinem Leben. "An diesem Abend stand für mich die Welt plötzlich still." - so ging es mir auch, ganz genau so. Es war eine sehr schwere Zeit und ich kann mir vorstellen, was du durchmachst. Ich wünsche dir dafür sehr viel Kraft und schicke dir viel Energie.
    Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen - auch wenn es blöd klingt - es wird leichter. Es geht nicht ganz vorbei, aber es wird leichter. Auch heute noch, denke ich ganz oft an sie und sie fehlt mir in so vielen Situationen, besonders bei meiner Hochzeit und seit der Geburt meines Sohnes.
    Auch jetzt in diesem Moment. Aber ich kann mittlerweile auch wieder ganz oft fast ohne Trauer und mit viel schönen und lustigen Erinnerungen an sie denken.
    Das wünsche ich dir auch!
    Fühl dich gedrückt von einer unbekannten Person :-)
    Alles Liebe,
    Jasmin

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  4. Ich hab mich schon gewundert, warum auch hier die Zeit still steht.

    Wir alle wissen, dass unsere Eltern nicht ewig da sein werden, aber ich glaube niemand rechnet mit einem plötzlichen Todesfall mitten im Leben. Schicksalsschläge sagt man dann, wenn etwas passiert, was noch gar nicht hätte sein sollen.
    Plötzlich ist ein geliebter Mensch weg und gerade vor Weihnachten ist man noch betrübter und fassungslos, weil das Familienfest nun ganz anders sein wird.

    Ich wünsche Euch viel Kraft und Energie für die nächste Wochen. Und auch Zeit für schöne Erinnerungen, Gedanken, Bilder, Dinge aus ihrem Leben. Denn eine Mutter vergisst man nie...

    ein Beileid <3

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  5. Mein Beileid und alles alles Gute und viel Kraft. Danke für deine immer tollen und schönen Beiträge.
    Michaela, eine stille Mitleserin seit ca. 1,5 Jahren

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  6. Mein Beileid. Dein Bericht, hat mir Tränen in die Augen getrieben. Ich wünsche Euch viel Kraft um gemeinsam diesen Verlust zu bewältigen. Alles Liebe

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  7. Wie traurig! Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft!
    Danke für deine vielen Ideen!
    Angela

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  8. Mein herzliches Beileid und viel Kraft für die nächste Zeit!
    LG, Micha

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  9. Ich wuensche dir und deiner Familie ganz viel Kraft. Vorallem auch deiner Tochter. Kinder beginnen in diesem Alter zu verstehen, was Tot bedeutet und sie haben vorallem meist oft auch viele Aengste, dass auch andere geliebte Personen sterben koennten. Ich wuensche euch viele schoene Erinnerungen an deine Mutter, die euch auf dem weiteren Weg begleiten werden.
    Der Adventskalender ist sehr schoen und eine tolle Idee. Wuensche euch eine schoene Adventszeit trotz allem. Liebe Gruesse, Rahel

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  10. Liebe Anna,
    es tut mir aufrichtig leid, dass deine Mama sterben hat müssen. Gut, dass du so eine liebe Familie und Freunde hast, die zu dir halten. Ich wünsche euch viel Mut, um weiterzugehen. Und ich bin sicher, dass du auch Julias größtes Vorbild bist, so wie du das von deiner Mama schreibst. Genieße deine kleine Familie.
    Alles Liebe euch,
    Sophia und Emil
    (und ja, ich will dir nicht auf die Nerven gehen, indem ich immer wieder schreibe. Ich kann nur nicht zu diesem Post nichts sagen. Dann aber gebe ich ruhe. Viel Glück)

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  11. Liebe Anna,
    Von ganzem Herzen ein fester Drücker für dich! Schrecklich zu früh Abschied nehmen zu müssen, deine Mama wird sicher immer einen festen Platz in deinem Herz haben und ich hoffe, dass bald der Tag kommt, an dem ihr auch in dankbarer Erinnerung zurück blicken und über schöne Momente schmunzeln könnt.
    Ich wünsche euch viel Kraft und nur das Beste!
    Viele Grüße

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  12. Ach Du Liebe, das tu tmir so leid. Von Herzen mein Beileid, viel Kraft und Liebe in Deiner kleinen Familie. Schön das Du Wege findest Kraft zu tanken und Dich zu stärken, schön das Du so aufgefangen wirst. Die Natur und die Menschen die man liebt tun in solchen schweren Momenten besonders gut.
    Fühl Dich umarmt.... MamaMia

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  13. Liebe Anna, mein Beileid. Die Endlichkeit des Lebens wird auch mir klarer seit ich Kinder habe. Dein Blog inspiriert mich sehr als Mutter. Ich freue mich auf mehr und wünsche Dir Kraft für die Zukunft. Danke für Deine Worte und Teilen Deiner Erfahrungen.

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  14. Liebe Anna,
    mein herzliches Beileid. Worte können den Schmerz leider nicht nehmen ((( <3)))
    Soeben haben ich Deinen Blog entdeckt und fühle mcih auf Anhieb wohl.
    Das liegt sicher an den Bildern, die eine unglaubliche Leuchtkraft haben. Überzeugt von Montessori war ich bereits.
    Herzliche Grüße
    Suse

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  15. Liebe Anna,
    bisher nur stille Leserin, möchte ich Dir heute und hier mein Beileid und mein Mitgefühl ausdrücken zum Tod Deiner geliebten Mama. Immer wieder habe ich Deine Sätze gelesen. Und ich habe mich gefragt, ob meine beiden noch kleinen Kinder so denken werden, wenn es irgendwann mal so weit ist und ich von dieser Welt gehen muss. So groß der Schmerz für Dich wohl im Moment ist, so großartig ist die Beziehung zwischen Euch gewesen, so liebevoll wie Du von Deiner Mama schreibst. Vielleicht findest Du irgendwann die Kraft hier im Blog aufzuschreiben, welche Begebenheiten es waren, die Dir solch eine Liebe und Verbundenheit mit Deiner Mama, Deinem größten Vorbild, bescherten. Vielleicht hilft uns das, die Bedürfnisse und Perspektive unserer Kinder auch im Alltag wieder mehr zu achten. Wenn meine Kinder, wenn sie selbst einmal erwachsen sind, so von unserer Beziehung zueinander denken würden wie Du die Beziehung zu Deiner Mama beschreibst... das wäre das Schönste was ich mir vorstellen könnte.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute und danke Dir für all die wunderbaren Dinge, die Du hier im Blog beschreibst. Herzlichst, Susan

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  16. Liebe Anna, ich habe lange überlegt, ob ich hier etwas schreiben soll, weil ich eigentlich eher still mitlese, mich über Anregungen freue und die schöne Atmosphäre genieße. Aber du hast öffentlich geschrieben, was dir passiert ist, und deswegen möchte ich dir meine Anteilnahme aussprechen. Ich wünsche dir, dass du über diesen Verlust hinwegkommst und die Sehnsucht irgendwann zu bewältigen ist. Ganz herzliche Grüße Linnea

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