20.07.2017

In den letzten Wochen


Unser Alltag mit zwei Kindern ist nie langweilig. Es herrscht immer reges Leben in unserem Zuhause, denn mit einem weiteren Kind wächst nicht nur die Familie, auch die Bedürfnisse werden mehr. Andererseits genieße ich die Zeit mit diesen beiden sehr. Julia ist nach wie vor begeistert von ihrem kleinen Bruder, von Eifersucht ist keine Spur zu sehen. Sie umarmt, küsst, liebkost und singt für ihn und er wiederum lächelt sofort, wenn er sie sieht. Da ich selbst Geschwister habe, weiß ich, sie werden sich nicht immer so gut verstehen, aber ich hoffe dennoch, dass sie immer zusammenhalten werden.


Was das Zusammenhalten betrifft, so feierten wir letzte Woche unseren 10. Hochzeitstag. Noch bevor wir Eltern wurden, verbrachten wir unsere Hochzeitstage in einem schicken Restaurant. Diesmal in der Gesellschaft dieser beiden wunderbaren Kindern bei einem gemütlichen Picknick im Park. Das war auch Jakobs allererstes Picknick und er hat es sichtlich genossen, die Natur in aller Ruhe zu beobachten und zu spüren.


Zuhause hängte ich vor gut zwei Wochen das Gobbi Mobile über seinen Spielbereich. Für mich sehr spannend zu beobachten, dass er sämtliche Mobiles genauso gerne im Spiegel betrachtet, als auch von unten. Allerdings sind bei uns diese Mobile kein Dauerangebot. Es gibt Tage, wo er wirklich konzentriert diese Mobiles anschaut, aber auch solche, wo er keinerlei Interesse daran zeigt. Diese Woche werde ich ihm die Tänzer anbieten, aber ich denke, allzu lange werden ihm diese Art von Mobile nicht mehr ausreichen, denn letzte Woche entdeckte er zum ersten Mal seine kleine Faust.


Dieser Altersunterschied zwischen Jakob und Julia ist sehr interessant. Der eine ist gerade erst in der ersten Entwicklungsperiode angekommen, während die andere auf dem Sprungbrett zur zweiten ist. Julia kommt nächstes Jahr in die Schule und ich merke ganz stark, was das bedeutet. Sie interessiert sich immer weniger für ihr Spielregal, umso mehr für zwischenmenschliche Beziehungen. Sie verbringt viel Zeit in unserer Gesellschaft, möchte bei unseren alltäglichen Gesprächen teilhaben und sie stellt auch immer mehr in Frage, was gerecht ist und was nicht. Wenn wir also Zeit miteinander verbringen, kommen ganz oft spannende Gespräche zustande die mich zwar manchmal ganz schön herausfordern, die ich aber dennoch genieße.

Zur Zeit ist sie Feuer und Flamme, mit der Nähmaschine zu arbeiten. Neulich nähten wir für den Sohn unseres Nachbarn, der gerade mal 1,5 Jahre alt ist, diese Reis-, Kichererbsen- und Linsensäckchen womit er seiner Vorliebe für das Werfen auch Zuhause nachgehen kann. Julia nähte die Einfärbigen, ich die Karierten und Gemusterten.


Diese hübschen Kaleidozyklen bastelten wir vorgestern. Ich liebe solche mathematischen Besonderheiten. Kaleidozyklen (Flextangles) sind Ringe die aus einer geraden Anzahl von Tetraedern bestehen und die unendlich lang gedreht werden können. Wenn sie auch noch bunt angemalt sind, ergeben sie beim drehen ein schönes Muster. Auf Instagram habe ich ein kurzes Video darüber hochgeladen, wie sie ausschauen, wenn sie gedreht werden. Wenn ihr Lust habt, diese auch auszuprobieren: hier ist die Vorlage, die wir dazu verwendet haben.

Kommentare:

  1. Ach du meine Güte! Sind das wieder wunderbare Fotos!:)
    Ich gratuliere euch sehr herzlich (nachträglich) zum Hochzeitstag!
    Danke für die tolle Vorlage wieder!! - wird auf jeden Fall ausprobiert:)
    Liebe Grüße
    Katrin

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  2. Eine Frage zu den Mobiles, da Du ja auch die Hände erwähnst... ich weiss, die Pikler-Pädagogik ist nicht dieselbe wie Montessori, aber es gibt doch Ähnlichkeiten? Auf jeden Fall habe ich gelesen, dass man den Babys möglichst wenig anbieten soll, Trapeze z.B. am besten gar nicht, weil eben die Hände das erste Spielzeug sind und nichts anderes das Baby davon ablenken soll... was meinst Du dazu?

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    1. Ich hatte diese Frage in einer Montessori Facebook Gruppe gestellt. Die Antwort die ich daraus gezogen habe ist: die Mobiles sind toll, damit die kleinen an "berechbaren" Objekten, das Fixieren und Scharfstellen üben können. Wodurch das Auge trainiert wird. Aber die Mobiles sollten nicht ständig über dem Kind hängen, damit das Kind eben auch das "ab und an vorbeifliegnede Objekt Hand" entdecken und erkunden können. Dadruch lernen sie auch nicht von klein auf dauer bespaßt zu werden. Das wird bei Jakob finde ich toll umgestzt. Es gibt Mobiles nur im Spielbereich. Nicht über dem Bett, nicht über den Wickeltisch nicht in anderen Bereichen in denen sich der Kleine aufhält. Selbst am Spielbereich hängt nicht immer eins, also hat Jakob genug Zeit seine Hand zu finden oder seine Familien Mitglieder zubeobachten oder anderes zu entdecken.

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    2. Ja, das kenne ich auch so. Emmi Pikler war der Meinung, Babys mit Mobile nicht von der Entdeckung der Hände abzulenken. Nach Montessori braucht es eben diese 11-14 Wochen (aus dem einfachen Grund, dass das Gehirn vorher kaum in der Lage ist, mehr Infos über die Hände aufzunehmen), bis Babys ihre Hände entdecken und die Mobiles sind bis dahin tolle Materialien um die Sinne anzuregen. Ich bin der Meinung, was Babys Entwicklung und Entdeckungen wirklich begünstigt, ist die Bewegungsfreiheit und die ungestörte Zeit um sich selbst und ihre unmittelbare Welt zu erforschen.

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  3. Ich habe mit Freude diesen Artikel gelesen. Meine Kinder werden den selben altersabstand haben und ich mach mich verrückt vor Sorge das die Eifersucht groß sein wird und ich den Kindern nicht gerecht werden kann.

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  4. Wieder einmal ein toller Bericht! :-) Meine zwei Töchter sind nun fast 5 und 3. Die Große hat viel Ähnlichkeit mit deiner Julia. ;-) Lässt du Julia mit deiner Nähmaschine nähen? Oder hat sie eine Kinder-Nähmaschine? Wenn ja, welche? Dein Blog ist echt fantastisch! Gruß Julia

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    1. Ich lasse sie an meiner Nähmaschine arbeiten, diese ist aber recht unkompliziert. Es ist eine etwas ältere Singer-Maschine. Das Erlernen geht damit prima! :)

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