28.07.2017

Jakob entdeckt seine Hand


Vor wenigen Wochen entdeckte Jakob seine rechte Hand. Bis dahin nuckelte er nur genüsslich an seiner Faust, doch dann begann er die Hand mit den Augen zu fixieren und immer ruhiger vor seinem Gesicht zu halten. Er war so fasziniert von seiner Entdeckung, dass er jede Gelegenheit dafür nutze, diese kleine Hand ganz genau zu betrachten.

Seit einigen Tagen versucht er bereits nach Gegenständen zu greifen. Zunächst war es mein Gesicht, das er versuchte zu erreichen während ich mich mit ihm "unterhielt", aber als ich merkte, dass er seine kleine Hand auch bereits aufmachte, hielt ich ihm in greifbarer Nähe seine kleine Rassel hin und verharrte in dieser Distanz. Er probierte immer wieder, die Rassel zu berühren, hob die Hand zielgerichtet bis es ihm, nach einigen Versuchen schließlich auch gelang, diese zu packen. Ich mag diese Rassel, weil sie einfach ist und die perfekte Größe für kleine Babyhände hat. Und ich liebe dieses Foto! Ist diese Konzentration in seinem Gesicht nicht wunderbar?


Interessanterweise ist es deutlich zu merken, dass er gleichzeitig zu seiner neuen Errungenschaft auch viel weiter sehen kann als bisher. Auch wenn er auf seiner Decke liegt, ich aber stehe, lächelt er zurück und schaut auch viel interessierter aus dem Tragetuch, wenn wir mit der U-Bahn unterwegs sind.

"Als unentwickeltes Werkzeug kann die Hand des Kindes zuerst nur unpräzise Bewegungen ausführen. Diese Bewegungen passen annähernd zu dem Grad der Information, den das Gehirn des Kindes aufzunehmen in der Lage ist: zuerst nur das Gefühl der Oberflächenstruktur von Dingen und die Empfindung seines Daumens im Mund. Deshalb passt der Grad der Muskeltätigkeit und -koordination zum Grad der geistigen Entwicklung, und Hand und Gehirn arbeiten in Übereinstimmung." - Polk Lillard / Lillard Jessen, Montessori von Anfang an


Seitdem ist, sobald er wach ist, seine Hauptbeschäftigung, seine kleinen Hände zu erforschen. Also bastelte ich ihm diese Woche ein taktiles Mobile: das Mobile mit den 3 primärfarbenen Bällen. Üblicherweise sind die "Bälle" aus Holz, da ich aber keine Möglichkeit hatte, diese aus Holz anzufertigen, bastelte ich sie aus dickem Filz. Filz ist zwar nicht ganz so schwer wie Holz, aber ich dachte, so kann Jakob unterschiedliche Texturen spüren und auch die Bälle knallen nicht so laut aufeinander.

Ich fand keine Anleitung im Internet, also fragte ich Julias Kinderhaus-Pädagogin um Rat, welche auch das AMI-Diplom für 0-3 absolvierte und musste mir auch etwas selbst einfallen lassen, wie ich diese Bälle ohne Klebstoff fixieren konnte. Aber das lange Überlegen hat sich gelohnt und ich schaffte es, das Mobile innerhalb eines Vormittages fertig zu stellen. Ich kann Euch gerne eine Anleitung schreiben, denn das Mobile ist wirklich fantastisch!


Diese taktile Mobile hängen klarerweise tiefer als die bisherigen, visuellen Mobile, außerdem hängen sie an einem elastischen Band, damit sie nachgeben können, wenn das Baby daran zieht.

Ich habe Euch ein Video gemacht um zu zeigen, was dieses Mobile kann. Bitte beachtet diesen wunderbaren Eifer, den Augenblick, als er seine Faust bewundert und seine zielgerichtete Bewegung, wie er verucht, den roten Ball zu berühren. Dieser mitgegebene innere Bauplan ist bewundernswert!


"Irgendwann, wenn das Kind nach einem Objekt schlägt und danach greift, kreuzen seine Hände seinen Blick. Es entdeckt etwas, das noch Interessanter ist als das Objekt, das es erreichen wollte. Er hat seine Entdeckung der menschlichen Hand begonnen, mit ihren erstaunlichen Fähigkeiten als Werkzeug und als Quelle von Informationen über die Welt." - Polk Lillard / Lillard Jessen, Montessori von Anfang an

Kommentare:

  1. Einfach soooo soooo herrlich! Und entzückend ! (-richtiger Babygusto macht sich breit...!!)

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  2. Liebe Anna, das ist sehr beeindruckend!Tolle Arbeit!

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