Rund ums Schlafen

Ich wollte für Jakob von Anfang an einen Platz in der Wohnung, der wirklich nur ihm gehört. Sei es nur eine Ecke in unserem Schlafzimmer oder gar ein ganzer Raum. Er verbringt zwar die meiste Zeit bei uns im Wohn- und Essbereich, aber tagsüber sind wir doch auch oft in seinem Zimmer, besonders wenn es für ihn zu turbulent wird. Hier ist es ruhig und alles an ihn und seine Bedürfnisse angepasst.


Abends schläft er bei uns im Bett, tagsüber oft im Tragetuch oder hier auf seinem Bodenbett. Für letzteres nahm ich eine einfache Matratze fürs Kinderbett, so kann ich mich auch zu ihm hinlegen und ihn gegebenenfalls im Liegen stillen. Er hat von dort freie Sicht auf den Raum und wenn er später mobiler wird, kann er selbstständig rauf- und runterkrabbeln. Sollte er mal beim Schlafen runterrollen, landet er sanft auf einem Schaffell. Ich kann mich erinnern, dass ich damals Julia ein paar Mal so vorgefunden habe: friedlich auf ihren Schaffell schlafend vor ihrem Bodenbett.


Er ist fasziniert von seinem Spiegelbild und immer, wenn er sich selbst erblickt, lächelt er das Gesicht an, das er dort sieht. Er beobachtet im Spiegel auch oft die Bewegungen seiner Beine. Auch der Ring am Band hängt noch hier an einer, an die Wand montierten, höhenverstellbaren Regalkonsole. Vor einigen Wochen hat sich Jakob noch geärgert, wenn der Ring zwischen seinen Händen durchrutschte, jetzt schnappt er ihn bereits während der Ring noch baumelt und das sogar mit beiden Händen gleichzeitig - und quietscht dabei so herzhaft. Ich habe das sogar gefilmt, aber ich bin noch immer nicht dazu gekommen, dies hier zu zeigen.


Ich habe lange nach so einem niedrigen Regal gesucht (siehe Foto ganz oben) und bin so froh, eins in Leens Manine Montessori Shop gefunden zu haben. Es ist sehr niedrig, so dass Jakob bereits jetzt sehen kann, was auf dem untersten Regalboden steht. Immer wieder rollt er hin, wenn er etwas dort erblickt.


Das Regal ist sehr stabil, so dass sich Jakob später daran hochziehen kann um zu sehen, was sich auf dem oberen Regalboden befindet. Welche Materialien er zurzeit da stehen hat, zeige ich dann bald in einem anderen Beitrag.


Die Bilder an seiner Wand hängte ich recht niedrig, so dass er diese bereits jetzt gut sehen kann. Ich habe einfache, jedoch ganze Tiermotive ausgesucht, weil ich weiß, dass er bereits jetzt alles unbewusst absorbiert.


Das Foto zeigt Jakobs Blick vom Boden auf diese Bilder. Auch damals in Julias Zimmer habe ich die Bilder für sie über ihrem Spielregal aufgehängt, denn so konnte sie diese gut sehen, aber nicht erreichen.


Vorgestern kam auch endlich Jakobs neuer Kleiderschrank an. Ist er nicht herrlich? Ich habe ihn bereits vor dem Urlaub bestellt und mich schon so darauf gefreut. Die alte Wickelkommode musste also weg und diesem Kleiderschrank Platz schaffen.


Ich mag diese Kombination von einzelnen Fächern und auch eine Kleiderstange, weil es einerseits praktisch ist, aber auch, weil es übersichtlich bleibt, besonders für Kinder. Die Bodys und Hosen legte ich hintereinander statt gestapelt, so ist es viel einfacher, ein Stück auszusuchen und zu entnehmen.


Später stelle ich Jakob auch noch einen niedrigen Stuhl bereit, wo er sich beim An- und Ausziehen hinsetzen kann, jetzt aber liegt dafür noch eine Wickelauflage auf dem Boden. Hier wird er aber wirklich nur an- und ausgezogen, wickeln tun wir ihn im Badezimmer.

Auch ich bin gerne in diesem Raum, er strahlt so viel Ruhe aus! Da das Zimmer wirklich an ihn angepasst ist, kann ich mich entspannt hinsetzen und ihn beim Entdecken beobachten - und es genießen.

P.S.: Gestern zeigte auch Kylie von How We Montessori einen kleinen Einblick in das Babyzimmer von ihrem dritten Sohn, Otto. Ich liebe ihre Garderoben-Idee und diese friedliche und stimmige Atmosphäre des Zimmers. Schaut es Euch unbedingt an!


Seit sie in die Montessori Kinderkrippe geht hat sie sich irgendwie verändert. Ob die Veränderung tatsächlich mit der Kinderkrippe zu tun hat, kann ich nur vermuten, Fakt ist, dass sie anders ist.

Vorgestern, nachdem sie am Nachmitag ausgiebig gespielt hat, kam sie ca. um 18:30 zu mir und wollte meine Hand nehmen. Sie führte mich zur Stiege und sagte "Oben, baden." Also gingen wir baden. Nach dem Baden zogen wir wie üblich den Pyjama an, sie schaute mich an und sagte "Bedd." und ging auf eigenen Füßen in ihr Zimmer um sich auf ihr Matratzenbett zu legen. Die Krönung war, dass sie noch schnell die dicke Decke nahm und versuchte sich selbst zuzudecken. Die Nacht schlief sie praktisch durch. Was ist da los? Auch gestern und heute spielte es sich ähnlich ab. Sie legt sich auf ihr Bett und WILL schlafen.

Ich wollte es genau wissen und fragte in der Krippe nach. Dort erfuhr ich, dass sie sich dort sogar ganz alleine hinlegt und einschläft. Wie die meisten Kinder auch. (Auch dort schlafen sie auf Matratzen auf dem Boden.) Wie ich das hörte, dass sie sich ganz alleine zum Schlafen hinlegt, war ich völlig aus der Fassung. Unglaublich!

Auch beim Spielen bemerke ich seit gut einer Woche, dass sie sehr konzentriert und vertieft arbeitet. Gestern baute sie sogar ihre Eisenbahn ganz alleine ohne jegliche Hilfe auf und spielte fast 40 Minuten. Alleine! Und heute wollte sie den rosa Turm wieder aufbauen. Immer und immer wieder. (Einmal hat sie sogar die Steine nach ihrer Größe gestapelt. Siehe Foto auf Facebook und Foto des Tages.)

Ich freue mich gerade über diese unglaubliche Änderung und frage mich dabei: Was ist passiert?


Das Gitterbettchen hat bei uns sehr früh ausgedient. Es war nicht nur die Tatsache, dass sie gerne kletterte, das Bett schien einfach zu klein geworden zu sein. 

Wir besorgten ihr also eine größere Matratze und legten sie auf den Boden ins Kinderzimmer. Ich richtete alles genau so, als wäre das ihr Bett und genau genommen war es das auch. Ich legte ihr eine dicke Decke aufgerollt zwischen Matratze und Wand hin und legte ein Schaffell vor die Matratze hin. Auch wenn sie runterrollen sollte, landet sie nun sanft und kann in Ruhe weiterschlafen. Vorher schlief sie Tag und Nacht in unserem Bett, sie fing an sich viel zu bewegen und ich entschloss mich, dass es Zeit war daran was zu ändern. Schön langsam in ihrem Tempo, aber dennoch. 

Zuerst nur für den Schlaf tagsüber, später, also heute bereits auch für die Nacht. Sie spürt gerne meine Nähe beim Einschlafen, also lege ich mich neben sie hin, sie kuschelt zu mir (klammert sich an meinen Arm), ich streichle ihr ein paar Mal liebevoll über die Haare und den Rücken und lass sie dann selbst einschlafen. Die Tür wird zugelehnt, sodass sie ihre Ruhe hat, jedoch rauskommen kann, wenn sie wieder wach wird (wir haben endlich eine passende Gittertür gefunden, die wir bei der Treppe montiert haben, so konnten wir die alte aus dem Türrahmen entfernen). Meistens bleibt sie jedoch in ihrem Zimmer und fängt an zu spielen.


Heute schläft sie auch nachts dort, jedoch landet sie auch oft bei uns im Bett. Entweder kommt sie mitten in der Nacht selbst rüber und klettert zu uns ins Bett (unser Ehebett ist niedrig) oder wir holen sie rüber wenn sie aufweint und wir am nächsten Tag arbeiten müssen. Zu zweit ist es auf ihrer Matratze nämlich nicht so gemütlich. ;)

Sie mag ihre Matratze sehr. Oft legt sie sich einfach hin und gönnt sich eine Verschnaufpause, ehe sie wieder weiterturnt oder schaut sich dort ein Buch an. Sie hüpft und tollt gerne auf ihrem Bett herum und sie weiß mittlerweile, dass sie bei der Wand aufpassen muss. Sie probiert gerne verschiedene Liegepositionen aus und legt auch in der Nacht ihren Polster mal hier oder mal dort auf der Matratze ab. Auch wenn sie ein Glas Milch trinken möchte, bedient sie sich ganz einfach, indem sie aufsteht und zum Nachttisch rübergeht.

Auch ich mag diese Matratze sehr und bereue, dass wir sie nicht von Anfang an verwendet haben. Sie ist herrlich unkompliziert! Sie bietet meiner Kleinen viel Bewegungsfreiheit und mir die Möglichkeit, sie schnell wieder beruhigen zu können, sollte sie mal einen schlechten Traum haben. Diese einfache Lösung ist wirklich ein großer Segen für ihr Schlafverhalten.

Unser Schlafritual im Alter von 11 Monaten


Man hört ja so viele Ratschläge, wenn es um das Schlafritual des Babys geht. Von den Ratschlägen habe ich manche beherzigt, einige komplett ignoriert und letztendlich bin ich draufgekommen:  Mein Ratgeber ist und bleibt mein eigenes Herz. Und mein Hausverstand.

Wie sich bereits auch Isa in einem ihrer Post (hier) dazu geäußert hat, halte auch ich nicht allzu viel von irgendwelchen "Schreien-Lassen-Methoden", obwohl ich die Verzweiflung der Eltern durch aus verstehen kann. Bei uns gibt es dennoch keine solchen Methoden, ganz im Gegenteil!

Von Anfang an habe ich mich von meiner Kleinen leiten lassen: Ich beobachtete sie immer genau, sodass ich mittlerweile erkenne, ob sie schon müde ist, auch ohne Augenreiben. Ich lasse sie dann noch spielen, oder spiele mit ihr noch ausgiebig bevor wir dann baden gehen. Beim Baden achte ich darauf, dass sie so viel wie möglich selbst macht: Sie kann bereits ihren Body über den Kopf ziehen, Zähneputzen und ab und zu zeigt sie auch schon Interesse, sich selbst die Haare zu kämmen. Zäheneputzen und Haarkämmen machen wir übrigens vor dem Spiegel. 

Viele Ratgeber meinen, man sollte das Kind schon Stunden vorher, bevor man es schlafen legt, zur Ruhe bringen. Aber warum? Ein lebendiges, aufgewecktes Kind muss seine Energie los werden. Und bekanntlich werden sie gerade am Ende eines Tages besonders aufgedreht. Warum sollte sich mein Kind nicht auspowern und so einen tieferen, süßeren Schlaf finden? 

Nach dem Baden legen wir uns alle auf das große Ehebett und je nach ihrem Bedarf wird entweder gekuschelt und gestillt (dann ist sie aber schon wirklich erledigt) oder nach dem Stillen noch einmal ordentlich getobt, gelacht, Spaß gemacht, bis sie dann zu mir kommt, sich auf meinen Bauch legt und einschlummert.
Es gibt natürlich Tage, wo sie etwas schwieriger einschläft, dann warte ich, bis sie zu mir kommt und halte sie nicht zu fest, aber bestimmt eng an meinen Körper gedrückt.

Manche würden meinen, das ist verwöhnen. Wir sagen, das ist einader respektieren. Abgesehen davon ist es doch so viel schöner, sich mit Mama und Papa in den Schlaf zu lachen, oder?