26-29 Monate alt
09.05.2019
Die Entdeckung des eigenen Willens - über Frustration & Wut und wie ich dabei mein Kleinkind auf dem Montessori-Weg begleite

Gemäß der Datenschutzverordnung kennzeichne ich diesen Beitrag mit Werbung
"Das Alter von 18 Monaten bis 3 Jahren ist die Zeit, die in unserer Kultur respektlos als 'Trotzalter' etikettiert wird. Möglicherweise denken manche in so abschätzigen Begriffen über diese neue Phase des Selbstaufbaus, weil sie hierfür so unvorbereitet sind und haben keine Ahnung, warum kleine Kinder, die bisher vergleichsweise kooperativ waren, auf einmal so unmöglich erscheinen und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen." - Lillard/Jessen, Montessori von Anfang an, S. 201
Vor ein paar Tagen hatten wir einen wichtigen Arzttermin und waren schon ziemlich spät dran. Da Jakob seit einem halben Jahr sowohl den Kinderwagen als auch die Trage vehement ablehnt, gingen wir wie üblich zu Fuß zur U-Bahn. Bei der Haltestelle angekommen, wollte er unbedingt die Stufen nehmen, doch als ich auf meine Uhr und dann auf die 110 Stufen vor mir blickte, ahnte ich schon, wie das ausgehen würde. Ich sagte ihm, dass ich ihn tragen müsste und nahm die Stufen in Windeseile mit einem tobenden Kleinkind auf meinem Arm.
Er schrie und zappelte die ganze Fahrt hindurch. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir einen Sitzplatz ergattern konnten, denn der Waggon war voller Menschen. Gegenüber saß eine ältere Dame und beobachtete uns. Nach einer Weile wandte sie sich zu mir und fragte, ob ich mit ihr Platz tauschen möchte, da neben ihr der Platz frei wäre und meinte noch "... damit es für Sie weniger stressig ist."
Er schrie und zappelte die ganze Fahrt hindurch. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir einen Sitzplatz ergattern konnten, denn der Waggon war voller Menschen. Gegenüber saß eine ältere Dame und beobachtete uns. Nach einer Weile wandte sie sich zu mir und fragte, ob ich mit ihr Platz tauschen möchte, da neben ihr der Platz frei wäre und meinte noch "... damit es für Sie weniger stressig ist."
Das saß. Die Dame meinte es nett, ich weiß, aber ihre Anmerkung traf mich wie ein Blitzschlag. Denn ich war tatsächlich mehr damit beschäftigt, was Jakobs Geschrei mit mir machte und wie mich all die Menschen in der U-Bahn anschauten, als mit der Tatsache, wie ich ihm helfen könnte. Klar war er laut und zappelte wild. Aber eigentlich war er es doch, der in Not war, nicht ich?!

Das in diesem Moment so zu sehen, war so eine Erleichterung! Plötzlich war es mir egal, was die Menschen um uns herum über uns dachten und sah auf einmal dieses 2 jährige Kind vor mir, das einfach nur deshalb tobte, weil es genau wusste, was es wollte. Es wollte doch nichts anderes, als seinem inneren Bauplan Folge zu leisten, da es aber erst 2 Jahre alt ist und im Hier und Jetzt lebt, konnte es noch nicht nachvollziehen, warum es diesmal von seiner großen Arbeit abgehalten wurde. Und dann war auch noch dieses überwältigende Gefühl, die Wut. Seine letzte Chance, um sich zu verteidigen, doch die es gleichzeitig so unglaublich hilflos fühlen ließ!
Vielleicht ist es wirklich nur eine Sache des Blickwinkels. Statt es einfach als eine "Trotzphase" abzutun und dabei den Fokus mehr auf die eigene Sichtweise und Unbehaglichkeit zu richten, sich lieber darauf zu konzentrieren, was hinter diesen Wutausbrüchen steckt: ein unglaublich großer Entwicklungsschritt! Ich erlebe Jakob nicht weniger kooperativ, wie bisher, immerhin möchte er dazugehören. Nur dass er jetzt auch etwas wichtiges zu verteidigen versucht, das er für sich endlich entdeckt hat: nämlich seinen eigenen Willen!
Auf jeden Fall blieb ich erstaunlich gelassen und obwohl Jakob bis zur Arztpraxis sehr unrund war, kamen wir sogar pünktlich zu unserem Termin. Während ich dort meine E-Karte aus der Tasche fischte, fragte mich der Herr beim Empfang, was passiert war, warum Jakob denn so knautschig wäre. Und während sich Jakob fest an mich klammerte und ich ihn umarmte, antwortete ich: "Es ist alles in Ordnung. Er weiß eben, was er will."

Solche Wutanfälle gibt es bei uns natürlich öfters. Und auch wenn es mir nicht immer gelingt, Jakob dabei mit so viel Gelassenheit zu begegnen, wie ich es möchte, versuche ich, mich darauf zu fokussieren, wie ich ihm helfen kann:
- In dem ich seine Gefühle akzeptiere. Ich weiß, dass er noch keine Impulskontrolle hat und ich ihn gar nicht davon abhalten könnte, seine Wut rauszulassen. Und um ehrlich zu sein, wollte ich das auch nicht. Worauf ich jedoch achte, ist, dass er dabei weder sich, noch andere verletzen kann.
- In dem ich seine Gefühle respektiere. Wenn er so in Rage kommt, lässt er sich weder umarmen, noch berühren, was ich absolut nachvollziehen kann. Wenn wir nicht gerade in einer Situation sind, wo ich ihn doch halten muss, bleibe ich zwar bei ihm, aber ich warte, bis er mir signalisiert, dass er getröstet werden möchte.
- In dem ich seine Gefühle bestätige und ihm so zeige, dass ich ihn wahrnehme. Dennoch vermeide ich es, ihn ständig daran zu erinnern, was der Auslöser seiner Wut war um ihm so die Möglichkeit zu geben, auf andere Gedanken zu kommen.
- In dem ich meine innere Ruhe bewahre und geduldig bleibe. Sei der Auslöser seiner Wut in meinen Augen noch so irrational. Aber ich merke, wie viel leichter es ihm dann fällt, mit seiner Frustration klar zu kommen und die Situation zu akzeptieren. Und um ehrlich zu sein, geht es mir nicht anders, wenn ich wütend bin. Die größte Hilfe sind dann für mich nicht die Ratschläge, das Mitleid von anderen oder gar Ignoranz, sondern jemand, der für mich einfach da ist und mir das Gefühl gibt, der sichere Hafen in stürmischer See zu sein.

Es gibt allerdings einiges, worauf ich im Alltag achte, wodurch uns schon so manche Wutanfälle erspart blieben und ich gleichzeitig auch Jakobs Bedürfnis nach mehr Unabhängigkeit gerecht werden kann:
- Die "Nein"-s möglichst vermeiden. Und seine Aufmerksamkeit lieber auf das zu lenken, was er machen kann. (siehe in einem früheren Beitrag: Mein Kleinkind liebevoll begleiten, ohne Nein zu sagen)
- Ihm keine Fragen stellen, wenn ich ihm bei etwas nicht die Wahl überlassen möchte. Statt ihn also zu fragen, ob er sich die Zähne putzen mag, lade ich ihn einfach dazu ein ("Jetzt kannst Du Deine Zähne putzen."). Aus demselben Grund habe ich mir auch die "Ja-Fragen" am Ende meiner Sätze abgewöhnt.
- Die Umgebung für ihn passend vorbereiten, so dass er die Möglichkeit hat, sich aktiv und sinnvoll in den Familienalltag einzubringen. Echte Aufgaben rund um den Haushalt sind so bereichernd für junge Kinder, auch wenn dadurch die Aufgaben nicht unbedingt schneller erledigt werden. Aber genau diese Aktivitäten ermöglichen ihm, eine Balance zwischen seinen Impulsen und seiner Selbstbeherrschung zu finden.
- Ihn in seiner Konzentration nicht (unnötig) stören! (siehe hier: Konzentration ist wesentlich! Bitte nicht unterbrechen!)
- Ihm so oft, wie möglich, die Möglichkeit geben, eigene Entscheidungen zu treffen. Das bedeutet für mich aber nicht, dass er jederzeit tun kann, was immer er will, immerhin kann er noch nicht die Verantwortung für seine eigene Sicherheit und Gesundheit übernehmen und auch nicht für die von anderen. Aber es gibt unzählige Situationen im Alltag, wo ich ihm einfach 2 Optionen zur Auswahl anbieten kann, zwischen denen er sich selbst entscheiden kann.
- Ihm mit einem regelmäßigen Tagesablauf das Gefühl von Sicherheit bieten und ihm die "Übergänge" rechtzeitig vorankündigen, damit er sich auf diese neue Situation vorbereiten kann.
- Die Dinge möglichst positiv sehen und mit mehr Leichtigkeit und Humor nehmen. Einerseits, weil lachen verbindet und uns dadurch schon einige unnötige Stresssituationen erspart blieben. Andererseits, weil ich denke, dass ich meinen Kindern beim Positiven Denken ebenso ein Vorbild sein kann. Ich kann sie nicht vor Frustration bewahren. Aber durch eine positive Einstellung sie darin stärken, die Dinge dennoch optimistisch anzugehen und an ihre eigenen Fähigkeiten zu glauben.


Die Produkte in diesem Beitrag sind selbst erworben und ich zeige und
empfehle sie aus Überzeugung, aber aufgrund der neuen
Datenschutzgrundverordnung und Markensichtbarkeit kennzeichne ich diesen Beitrag mit
WERBUNG
___________________________________________________
Beide meine Kinder lieben Puzzles! Schon als Kleinkind verbrachte Julia mit ihren Lieblingspuzzles viel Zeit und nun tut das Jakob mit seinen auch.
Puzzles werden zwar auf eine ganz bestimmten Art und Weise bespielt, trotzdem sind sie ein Kreativspielzeug. Sie fördern das logische Denken, die Feinmotorik und Kinder lieben es, wenn sie herausfinden, wie die einzelnen Teile wieder zu einem Ganzen zusammengefügt werden können.

Wenn ich Ausschau nach Puzzles für Jakob halte, suche ich vorwiegend ganz schlichte. Je einfacher, desto besser. Ich achte auch darauf, dass die Motive realistische Bilder darstellen, damit Jakob diese gut erkennen kann. Und nicht zuletzt bevorzuge ich Greifpuzzles mit großen Knäufen, so kann er die Puzzleteile mit dem 3-Finger-Griff herausheben und zurückstecken und dabei seine Hände geschickt einsetzen.

Es gibt so viele wunderschöne Greifpuzzles für junge Kinder! Hier meine Favoriten, die ich bei der Suche nach einem schönen Puzzle für Jakob gefunden habe:
- Einfache (Montessori) Puzzles mit jeweils einem Kreis, einem Quadrat, einem kleineren Kreis und einem Dreieck, die bereits Kindern unter einem Jahr angeboten werden können. Allerdings haben sie einen schicken Preis, daher lohnt es sich diese auch auf dem Flohmarkt zu suchen.
- (Montessori) Puzzles für Kleinkinder mit 3 Motiven.
- Wunderschön und schlicht: Puzzles mit einem geteilten Kreis (für ältere Kinder)
- und eines mit 4 unterschiedlichen Formen.
- Ein Puzzle mit einem Seehund-Motiv.
- Ein Puzzle mit 3 Bären, das zurzeit auch auf Jakobs Regal steht.
- Wunderschöne Puzzles mit 4 Motiven von einem meiner liebsten Puzzle-Hersteller. Das eine Puzzle ist mit Obst-Motiven*,
- das andere mit Haustieren*. Ich entdeckte auch eins mit Musikinstrumenten* (hier nicht abgebildet), das ich ebenso wunderschön finde.
- Von der gleichen Firma: ein Puzzle mit einigen Gegenständen aus dem Badezimmer*
- und eines mit Motiven rund um den Garten*. (Auch schön: mit einigen Werkzeugen*.)
- Ein Greifpuzzle mit unterschiedlichen Fahrzeugen*.
- Puzzles mit realistischen Tier-Motiven für Kinder ab ca. 18-20 Monate: Ein Hahn-Puzzle
- und ein Hasen-Puzzle.
- Ein Giraffen-Puzzle aus 5 Teilen, das ich auch für Jakob ausgesucht habe.

* mit Sternchen markierte Links sind Affiliate. Das bedeutet, dass ich eine kleine Provision erhalte, wenn Du das Produkt
über diesen Link erwirbst, für Dich entstehen dabei jedoch keine höheren Kosten.

Da ich oft gebeten werde, auch für ganz junge Kinder Materialien und Körbchenideen zu zeigen, habe ich noch vor Weihnachten im Grashalm Montessori Kleinkinderhaus einige Fotos geknipst um dieser Bitte nachzukommen.
Ich habe mir vorwiegend solche Materialien aus den Regalen ausgesucht, die von den Kindern besonders oft genommen werden. So zum Beispiel auch dieses Entdeckungskörbchen. Es beinhaltet ganz einfache, bekannte Gegenstände aus dem Alltag: Ein Schneckenhaus, eine Muschel, ein Honiglöffel, eine Stilleinlage aus Wolle, eine Gesichtsbürste aber auch eine Nagelbürste aus Plastik, damit die Kinder ganz unterschiedlichste Texturen befühlen können.
Ich habe mir vorwiegend solche Materialien aus den Regalen ausgesucht, die von den Kindern besonders oft genommen werden. So zum Beispiel auch dieses Entdeckungskörbchen. Es beinhaltet ganz einfache, bekannte Gegenstände aus dem Alltag: Ein Schneckenhaus, eine Muschel, ein Honiglöffel, eine Stilleinlage aus Wolle, eine Gesichtsbürste aber auch eine Nagelbürste aus Plastik, damit die Kinder ganz unterschiedlichste Texturen befühlen können.


Eine hübsche, stabile Pappbox mit einem kleinen Schlitz auf dem Deckel, dazu ein Korb mit dünnen Holzchips. So einfach und doch lieben es die Kinder! Sie verbringen damit oft lange Minuten in voller Konzentration.

Auch ein Favorit: der Korb mit wunderbar einfachen Musikinstrumenten zum Schütteln und mit ganz unterschiedlichen Klängen.
Im Korb sind: ein kleines Glöckchen auf einem Stiel
1, ein kleine, handliche Maraca1, ein kleines Rassel-Ei
1, ein Bambus Klapper (Tok Tok's) der durchs Schütteln klappende Töne erzeugt, ein wunderschönes Glockenbrettchen mit sanftem Klang und eine Holzrassel.

Selbstgenähte Sandsäcke zum Tragen, sich Drauflegen, auf den Körper
legen, aber auch zum Bauen oder sich einfach einen Weg aus ihnen legen.
Kinder tragen die unterschiedlich schweren Säckchen ganz begeistert durch den Raum. Je schwerer, umso spannender. Auch für Julia habe ich damals zu Hause solche Säckchen genäht und füllte statt Sand, Reis und Linsen hinein.

Der Holzkasten mit Ball und Schublade. So wie jedes Montessori-Material ist auch dieses
einfache Kästchen ge-ni-al! Der hineingeworfene Ball rollt nur dann in die Schublade nach
vorne, wenn diese zugeschoben ist. Wenn sie jedoch offen bleibt, bleibt der Ball ganz oben stecken. So wird die Schublade möglichst oft auf- und zugemacht und somit auch die kleinen Hände fleißig beschäftigt. Zu Erwerben zum Beispiel hier, hier oder hier.

Ein weiterer Entdeckungskorb mit unterschiedlichen Bürsten aus dem Alltag. Zum Ausräumen, Befühlen, Benennen und wieder Einräumen.

Ein Zuordnungsspiel mit Vogel Schleich-Figuren, dazu Bildkarten. Die Karten samt den Fotos habe ich gemacht und es war jede Menge Arbeit, dafür sind sie genau so geworden, wie ich sie mir vorgestellt habe. Zuerst boten wir im Kleinkinderhaus nur drei der Karten und Figuren an und wählten dazu einheimische Vogelarten aus, für ältere Kinder kamen dann weitere 4 Figuren sowie Karten dazu. Gerne könnt ihr die Karten für das Spielregal zu Hause hier herunterladen und nachbasteln.

Auf einem der Regale stehen auch A5 große Fotokarten als Sprachmaterial über Obst- und Gemüsesorten
, Tiere, Möbelstücke
oder Bekleidung
, die nach einigen Wochen durch neue ausgetauscht werden. Solche Karten kann man aber auch ganz einfach mit Bildern aus dem Internet selbst basteln.
1Dieser Beitrag enthält einige Affiliate Links.

Nach meinem Beitrag über Geschenkideen für den 3. Geburtstag wurde ich gebeten, einige Ideen auch für den 2. Geburtstag zu präsentieren. Leider komme ich erst jetzt dazu, dieser Bitte nachzugehen, aber vielleicht findet ihr auch einige Ideen dabei als Ostergeschenk. Viele dieser Sachen haben wir auch zu Hause erprobt und einige hatte meine Tochter in ihrer damaligen Montessori-Kinderkrippe, daher möchte ich Euch diese Auswahl ganz besonders ans Herz legen:
- Einfache Puzzle-Spiele mit Quadraten und Kreisen aus Holz.
- Ein Fädel-Käse
aus Holz um die Feinmotorik zu fördern.
- Ein Obst-Puzzle, das beim Herausnehmen der Obstsorten auch das Innere der Früchte Preis gibt (siehe Foto unten).
- Ein Sortierspiel für das erste Zählen
von 1-4 und ohne Ziffern.
- Eine handgerechte Gießkanne
um Zimmerpflanzen und Garten zu pflegen.
- Eine Lieblingsausstattung von uns: Ein Wäscheständer, Nostalgie Wäscheklammern
für das einfache Stecken, und damit das Ganze komplett ist, noch ein kleiner Wäschekorb
dazu.
- Eine kleine Emaille Schüssel
und eine kleine Gießkanne (16 cm) für die tägliche Waschroutine. Als Ergänzung passen dazu eine kleine Schale mit einem kleinen Stück Seife sowie ein kleines Handtuch.
- Ein Glockenspiel aus Holz, dessen Stäbe man einzeln runternehmen kann um sie dann wieder nach der Größe anzuordnen.
- Eine Champignon-Bürste
fürs gemeinsame Zubereiten von Speisen, die auch kleine Hände gut greifen und benutzen können.
- Eine Spiegelecke um Spiegelbilder von diversen Objekten zu erforschen.
- Ein absoluter Favorit: die Schleich-Figuren
. Für den Anfang hatten wir nur 3-4 davon, dazu kann man eventuell auch passende Fotos von den Tieren zum Zuordnen dazugeben, ist aber kein Muss. Die Fotos kann man auch aus dem Internet zusammensuchen und ausdrucken, oder wie wir es machten, die Karten von einem Tiermemory
verwenden.
- Ein praktischer Eierschneider, der auch bei uns ganz oft im Einsatz ist.
- Kreative, naturbelassene Hotz Bauklötze
die viel Geschicklichkeit und Ausdauer erfordern und für jede Menge Spaß sorgen. Wir lieben diese Bauklötze!

(Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links.)

Schon lange her, dass ich zu dieser kleinen Serie Möbelschwede feat Montessori gezielt einen Beitrag verfasste. Gestern jedoch, wie ich auf den Gängen im Möbelhaus meine Runden drehte, erfasste mich wieder eine Inspirationswelle. Ich fand so viele Produkte, die den Kindern viel Unabhängigkeit ermöglichen können, dass ich heute diese Serie unbedingt aus dem Tiefschlaf wecken musste. Diesmal möchte ich mit Euch ein paar Ideen fürs Badezimmer teilen:
1. Eine einfache, dennoch dekorative und dazu auch noch variierbare Wandleiste. So eine Leiste in Kinderaugenhöhe im Badezimmer, wo Kinder ihre Bade- und Handtücher selbst aufhängen und runternehmen können, ist sehr dienlich. Auch einzelne bunte Wandhacken fand ich im Geschäft, die die Aufmerksamkeit der Kinder garantiert auf sich ziehen würden.
2. Eine Emaille Waschschüssel und Gießkanne im Set, wobei mir die Gießkanne für kleine Kinderhände viel zu groß erscheint (Variante: siehe Nr. 7). Hingegen finde ich die Schüssel mit dem einfachen Fischmotiv zum Gesicht- und Händewaschen für geübte Kinderhände recht passend.

3., 4., 8., 9., 14. Wir lieben Körbe und Holzschachteln! Sie sind einfach, dennoch ästhetisch und vor allem so praktisch! Das 3-er Set Körbe mit dem Deckel haben wir auch zu Hause. Der großer Korb steht neben ihrem Töpfchen und hält für sie die Papierrolle griffbereit (ohne Deckel natürlich), die Kleineren befinden sich ebenso im Badezimmer bzw. bei ihrem Waschtisch und dienen als Haarspangen- und Taschentuchspender.
Größere Körbe, wie zum Beispiel diese Servierschale, kann für die Handtücher, eines von den 3-er Set Körben oder von diesen kleinen Körbchen für die Haarbürste, den Haarkamm oder die Taschentücher parat stehen. Diese Holzdosen finde ich sehr raffiniert, denn auch die Deckel kann man für kleine Requisiten, wie etwas Badeschwamm oder Kindernagelschere verwenden.

5. Dieser kleiner Ablagetisch ist eines unserer Lieblings-Ikea-Produkte. Er hat die passende Höhe für Kleinkinder und kann wirklich vielseitig eingesetzt werden. Wir haben ihn sowohl im Vorraum als Frisiertisch, als auch neben dem Badezimmer, wo er unserer Tochter als Waschtisch dient. Es lohnt sich allerdings, die Oberfläche vor dem Gebrauch mit Lein- oder Nussöl zu behandeln, oder noch besser, mit Holzpolitur auf Bienenwachsbasis.
6. Die kleinen Handtücher haben sich bei uns sehr bewährt. Ihre Größe ist optimal für die kleinen Hände unserer Tochter und sie haben auch des öfteren bewiesen: sie sind strapazierfähig.

7. Diese Emaille Gießkanne steht auf Julias Waschtisch und wird jeden Tag zum Wasser holen eingesetzt. Da sie so handlich ist, ist das Wassertragen damit kein Problem. Und beim Gießen funktioniert sie auch einwandfrei.

10. Auch diesen Tritthocker würden wir in unserem Badezimmer nicht missen wollen. Er wird neben, um an den Wasserhahn ranzukommen, von Julia auch als Sitzbank beim Anziehen gerne benutzt.
11. Eine einfache Erfindung, von der Größe her ideal und ungeheuer praktisch für Kleinkinder, wenn man keine Toilette im Badezimmer oder in der Nähe hat.
12. Lange Zeit stand so ein Vergrößerungsspiegel auf ihrem Tisch, den sie nicht nur zum Haarekämmen, sondern liebend gerne auch benutzte um ihre eigenen Grimassen zu studieren. Heute hängt ein Wandspiegel über dem Tisch und den Vergrößerungsspiegel benutze ich. Ein Spiegel für Kinder im Badezimmer bereit zu stellen, zahlt sich wirklich aus! Sie bieten bereits den Kleinsten so viel! Sie können damit experimentieren, sich beim Reden und Artikulieren und auch beim Grimassenziehen beobachten. Sie können die Glasfläche sauberwischen und nicht zuletzt, zum Zähneputzen und Frisieren verwenden.
13. Diese kleine Schüssel aus Feldspatporzellan wird bei uns zwar nicht im Badezimmer, dafür aber in der Küche neben dem Waschbecken eingesetzt. Darin liegen für sie ein kleines Stück Seife und eine kleine Nagelbürste zum Händewaschen bereit.

Sich alleine Anziehen zu können ist eine wirklich große Leistung in ihrem Alter. Sie ist mittlerweile sehr geschickt darin und fragt immer seltener nach unserer Hilfe. Wir helfen ihr daher lieber indirekt, damit sie diese große Aufgabe wirklich alleine meistern kann.
Vieles habe ich der Montessori-Pädagogin aus Julias Kinderkrippe zu verdanken. Sie ermutigte mich damals, meine Tochter im Stehen zu wickeln damit sie alle meine Bewegungen genau beobachten kann. "Probieren Sie es einfach, es ist gar nicht so schwer." - sagte sie zu mir. "Wenn Sie langsame, ruhige und klare Bewegungen machen und ihr sogar vorher mit kurzen Sätzen sagen was als nächstes passiert, wird sie alles, was sie sieht, verinnerlichen. Es wird ihr später eine große Hilfe beim selbstständigen Anziehen sein."
Was sie sagte hatte Hand und Fuß und so verabschiedete ich mich vom Wickeln im Liegen, reduzierte mein Tempo beim Aus- und Anziehen, achtete mehr auf klare Bewegungen und hin und wieder sagte ich Julia in einfachen Sätzen, was ich als nächstes machen werde. Somit hatte ich sie ins Geschehen miteinbezogen und das Wickeln im Stehen wirkte auf sie tatsächlich wie eine Einladung aktiv mitzumachen.

Da ihr Zimmer sehr klein und dort kein Platz für einen eigenen Schrank ist, richtete ich ihr eine Garderobe in einem unserer Einbauschränke ein. Drei Regalböden in ihrer Augenhöhe gehören ihr. Socken, Unterhosen und Hemdchen wurden in Körbchen sortiert, Hosen, T-Shirts, Westen und Pullis in Stapeln. Um ihr auch selbstständigen Zugang zum Kleiderschrank zu ermöglichen, band ich noch eine Schnur an den Schranktürgriff, so konnte sie daran ziehen und die Tür aufmachen.
Sie räumte oft und gerne ihren Kleiderschrank aus und obwohl das für mich nicht immer einfach war, lies ich sie alles erkunden. Damit sie mit der Zeit einen besseren Bezug zu ihrer Garderobe bekommt, lud ich sie immer wieder ein, mir beim Waschmachinenbefüllen, Wäscheaufhängen und Socken sortieren zu helfen und am Abend bat ich sie, ihre schmutzigen Klamotten selbst in den Wäschekorb zu schmeißen. Sie bekam auch einen eigenen Wäscheständer, sowie einen Tritthocker, so konnte sie mir auch helfen, wenn ich den großen Wäscheständer behängte.
Sie ist derzeit im Alter, in dem sie sehr nach Autonomie strebt. Entscheidungen selbst treffen zu dürfen bedeutet ihr daher eine Menge, sollten diese für mich noch so unbedeutend erscheinen. Deshalb boten wir ihr zwei Hosen und zwei T-Shirts an, von denen sie entscheiden konnte, was sie anziehen möchte.
Da sie beim Anziehen alles genau beobachten und mitmachen konnte, wollte sie immer mehr alleine probieren. Sie strengte sich an und solange sich diese Anstrengung nicht in Frustration wendete, mischte ich mich auch nicht ein. Wenn sie mich aber um Hilfe bittet, helfe ich ihr indem ich ihr zeige, wie ich das mache. Manchmal muss ich mir dann langsam durch den Kopf gehen lassen, wie das alles eigentlich geht? Welche Griffe und Finger verwende ich beim Anziehen? Welche Bewegungen führe ich dabei durch?
Die Pädagogen in ihrer Kinderkrippe haben es den Kinder so vorgezeigt, dass die Hosen, Strumpfhosen oder Unterhosen zuerst auf dem Boden vor sich ordentlich ausgelegt wurden. So macht sie das auch zu Hause und richtet alles für sich her. Es hilft ihr, sich besser zu orientieren wo die Füße hineingesteckt werden .... und wo sie wieder rauskommen sollten.
Wenn sie etwas bereits alleine an- oder ausziehen kann, bemühe ich mich sehr, mich kein bisschen einzumischen, ich verlasse sogar oft lieber den Raum. Auch wenn sie etwas verkehrt anzieht korrigiere ich sie nicht, sie ist doch so bemüht, so stolz wenn sie etwas alleine meistern konnte. Das möchte ich ihr nicht wegnehmen indem ich sie auf die Fehler hinweise. Und wenn es ihr wirklich unbequem sein sollte, meldet sie sich sofort und bittet uns um Hilfe.
Wir können sie notwendigerweise nicht bei jeder Gelegenheit sich selbstständig anziehen lassen, aber wir achten darauf, dass es so oft wie möglich vorkommt. Und auch sie will es so, denn sie möchte es alleine schaffen.
Bei ihren T-Shirts oder Tops bat sie uns immer um Hilfe. Seit es ihr einmal gelungen ist ihre Hände durch die Öffnungen zu stecken, gibt sie sich sehr viel Mühe es selbst zu schaffen. Es klappt nicht immer, aber wenn sie es schafft, dann strahlt sie vor Freude, ist gut gelaunt durch ihren Erfolg und ein gutes Stück unabhängiger.

Sie räumte oft und gerne ihren Kleiderschrank aus und obwohl das für mich nicht immer einfach war, lies ich sie alles erkunden. Damit sie mit der Zeit einen besseren Bezug zu ihrer Garderobe bekommt, lud ich sie immer wieder ein, mir beim Waschmachinenbefüllen, Wäscheaufhängen und Socken sortieren zu helfen und am Abend bat ich sie, ihre schmutzigen Klamotten selbst in den Wäschekorb zu schmeißen. Sie bekam auch einen eigenen Wäscheständer, sowie einen Tritthocker, so konnte sie mir auch helfen, wenn ich den großen Wäscheständer behängte.

Sie ist derzeit im Alter, in dem sie sehr nach Autonomie strebt. Entscheidungen selbst treffen zu dürfen bedeutet ihr daher eine Menge, sollten diese für mich noch so unbedeutend erscheinen. Deshalb boten wir ihr zwei Hosen und zwei T-Shirts an, von denen sie entscheiden konnte, was sie anziehen möchte.
Bis vor 3-4 Wochen funktionierte das auch wunderbar. Dann aber begann sie alles abzulehnen, was wir ihr anboten und wollte sich ganz alleine aus ihrer Garderobe bedienen. Sie wollte bei strahlendem Sonneschein und 31°C eine dicke Hose anziehen und bei kaltem, windigen Wetter ein dünnes Kleid. Sie ist zur Zeit sehr am Wetter interessiert und deshalb sortierte ich mit ihr gemeinsam ihren Kleiderschrank neu. Wir trennten ihre Kleidung nach kühler und warmer Wetterlage und klebten ihr sogar kleine Bilder als Orientierungshilfe dazu.

Da sie beim Anziehen alles genau beobachten und mitmachen konnte, wollte sie immer mehr alleine probieren. Sie strengte sich an und solange sich diese Anstrengung nicht in Frustration wendete, mischte ich mich auch nicht ein. Wenn sie mich aber um Hilfe bittet, helfe ich ihr indem ich ihr zeige, wie ich das mache. Manchmal muss ich mir dann langsam durch den Kopf gehen lassen, wie das alles eigentlich geht? Welche Griffe und Finger verwende ich beim Anziehen? Welche Bewegungen führe ich dabei durch?

Die Pädagogen in ihrer Kinderkrippe haben es den Kinder so vorgezeigt, dass die Hosen, Strumpfhosen oder Unterhosen zuerst auf dem Boden vor sich ordentlich ausgelegt wurden. So macht sie das auch zu Hause und richtet alles für sich her. Es hilft ihr, sich besser zu orientieren wo die Füße hineingesteckt werden .... und wo sie wieder rauskommen sollten.

Wenn sie etwas bereits alleine an- oder ausziehen kann, bemühe ich mich sehr, mich kein bisschen einzumischen, ich verlasse sogar oft lieber den Raum. Auch wenn sie etwas verkehrt anzieht korrigiere ich sie nicht, sie ist doch so bemüht, so stolz wenn sie etwas alleine meistern konnte. Das möchte ich ihr nicht wegnehmen indem ich sie auf die Fehler hinweise. Und wenn es ihr wirklich unbequem sein sollte, meldet sie sich sofort und bittet uns um Hilfe.
Wir können sie notwendigerweise nicht bei jeder Gelegenheit sich selbstständig anziehen lassen, aber wir achten darauf, dass es so oft wie möglich vorkommt. Und auch sie will es so, denn sie möchte es alleine schaffen.

Bei ihren T-Shirts oder Tops bat sie uns immer um Hilfe. Seit es ihr einmal gelungen ist ihre Hände durch die Öffnungen zu stecken, gibt sie sich sehr viel Mühe es selbst zu schaffen. Es klappt nicht immer, aber wenn sie es schafft, dann strahlt sie vor Freude, ist gut gelaunt durch ihren Erfolg und ein gutes Stück unabhängiger.

Nachdem ich alles vorbereitet hatte, einen größeren Korb mit einer Holzscheibe, ein ausgestopftes Herz, einen kleinen Schwamm, ein Stück Plüschstoff, eine Wachskreide und eine Muschel, dazu auch noch zwei weitere kleinere Körbchen, lud ich sie zu einem Sortierspiel ein.

Ich nahm das ausgestopfte Herz und rieb es, wie einen kuscheligen Polster, an meiner Wange. Ich befühlte es dann auch mit meinen Händen und sagte: "Hmmm, das ist weich." und legte es in eines der kleineren Körbchen. Dann nahm ich die Wachskreide, rieb auch diese an meiner Wange, machte eine überraschte Miene, befühlte sie dann auch mit den Händen und sagte: "Oh! Das ist hart." und legte sie in das andere kleine Körbchen hinein.

Sie kapierte sofort und wollte es auch gleich ausprobieren. Das Reiben an der Wange fand sie besonders lustig.


Obwohl sie diese Gegenstände schon gut kennt, begutachtete sie diese trotzdem genau. Auf einmal war da ein wesentlicher Unterschied, der ihr jetzt erst so richtig bewusst wurde: die einen Gegenstände waren weich, die anderen hart. Und sie konnte diesen Unterschied auf der Haut fühlen.

Dann kamen auch alle andere Gegenstände dran und wurden an die Wange gerieben, mit den Händen befühlt, an manchen sogar gerochen und was weich war, auch noch zusammengedrückt und schließlich dann in den kleinen Körbchen sortiert.
Durch dieses kleine Spiel hat sie nicht nur neue Wörter gelernt, sondern auch eine ganz neue Erfahrung gemacht: sie hat den wesentlichen Unterschied zwischen etwas weichem und hartem erfahren. Und das Wichtigste überhaupt: sie hatte Spaß dabei!

Durch dieses kleine Spiel hat sie nicht nur neue Wörter gelernt, sondern auch eine ganz neue Erfahrung gemacht: sie hat den wesentlichen Unterschied zwischen etwas weichem und hartem erfahren. Und das Wichtigste überhaupt: sie hatte Spaß dabei!

Abonnieren
Posts (Atom)


Social Icons