
Nachdem ich alles vorbereitet hatte, einen größeren Korb mit einer Holzscheibe, ein ausgestopftes Herz, einen kleinen Schwamm, ein Stück Plüschstoff, eine Wachskreide und eine Muschel, dazu auch noch zwei weitere kleinere Körbchen, lud ich sie zu einem Sortierspiel ein.

Ich nahm das ausgestopfte Herz und rieb es, wie einen kuscheligen Polster, an meiner Wange. Ich befühlte es dann auch mit meinen Händen und sagte: "Hmmm, das ist weich." und legte es in eines der kleineren Körbchen. Dann nahm ich die Wachskreide, rieb auch diese an meiner Wange, machte eine überraschte Miene, befühlte sie dann auch mit den Händen und sagte: "Oh! Das ist hart." und legte sie in das andere kleine Körbchen hinein.

Sie kapierte sofort und wollte es auch gleich ausprobieren. Das Reiben an der Wange fand sie besonders lustig.


Obwohl sie diese Gegenstände schon gut kennt, begutachtete sie diese trotzdem genau. Auf einmal war da ein wesentlicher Unterschied, der ihr jetzt erst so richtig bewusst wurde: die einen Gegenstände waren weich, die anderen hart. Und sie konnte diesen Unterschied auf der Haut fühlen.

Dann kamen auch alle andere Gegenstände dran und wurden an die Wange gerieben, mit den Händen befühlt, an manchen sogar gerochen und was weich war, auch noch zusammengedrückt und schließlich dann in den kleinen Körbchen sortiert.
Durch dieses kleine Spiel hat sie nicht nur neue Wörter gelernt, sondern auch eine ganz neue Erfahrung gemacht: sie hat den wesentlichen Unterschied zwischen etwas weichem und hartem erfahren. Und das Wichtigste überhaupt: sie hatte Spaß dabei!

Durch dieses kleine Spiel hat sie nicht nur neue Wörter gelernt, sondern auch eine ganz neue Erfahrung gemacht: sie hat den wesentlichen Unterschied zwischen etwas weichem und hartem erfahren. Und das Wichtigste überhaupt: sie hatte Spaß dabei!


Schon seit langem plante ich für Julia so ein Memory-Spiel selbst zu nähen. Kleine Stoffsäckchen mit einem Kordelzug, damit sie den Inhalt nicht nur riechen und betasten, sondern auch anschauen kann. Nun endlich, endlich hatte ich mehr Zeit und bastelte ihr aus 12 solchen Säckchen ein Gewürz- und Fühlmemory.

Die Säckchen habe ich aus einfachen Rechtecken, an den Seiten ver- und oben am Bund zurückgenäht, Kordel reingesteckt und dann mit Lavendel, Zimtstangen, Vanilleschoten, Anis und anderen intensiv duftenden Gewürzen befüllt. Obwohl Julia die Säckchen gleich öffnen kann, um nachzuschauen, ob sie wirklich zwei mit demselben Inhalt gefunden hat, nähte ich sicherheitshalber Stoffreste als Markierungen auf die Säckchen, paarweise natürlich die gleichen Farben.

"Was ist das?" fragt sie mich und natürlich werden alle Säckchen beschnuppert, dann aufgemacht, ihr Inhalt noch genauer untersucht und benannt.

Auch als Fühlmemory finde ich diese Säckchen fantastisch. Kichererbsen, Reis, Nudeln und Ähnliches mit den Fingern ertasten ist eine neue Erfahrung und es kommen ganz neue Eigenschaften des Säckcheninhaltes zur Geltung.
Einkaufen gehört zu unserem Alltag. Meistens gehen wir gemeinsam einkaufen, zu dritt oder zu zweit, denn für uns war es wichtig, dass Julia auch in diesem Teil unseres Alltags aktiv miteinbezogen wird. Einfach ist es allerdings nicht immer. Es gibt Tage, wo ich mitten im Supermarkt beruhigende Atemübungen durchführen muss um nicht "auszuzucken".
Es sind diese Momente, in denen sie sich den Einkaufswagen schnappt und davonläuft, kreischend und lachend in der Hoffnung, dass ich ihr hinterhereile und wir zwischen den Regalen Fangen spielen können. Oder diese, wo sie, egal was ich zu ihr sage, mit einem lauten "Neiiiiin!" antwortet. Es sei denn, es geht um ihren geliebten Kakao. Wenn man es gerade eilig hat oder mal nach 17.00 einkaufen gehen muss und das in einer Großstadt, dann bringen mich diese Momente ganz schön ins Schwitzen.

Und dennoch finde ich viele andere Gründe, warum ich trotz solcher
Situationen das gemeinsame Einkaufen befürworte. Sie schaut gerne alles an, Obst und Gemüse werden gelegentlich sogar beschnuppert. Und ich lasse sie das auch in aller Ruhe machen. Sie will ja doch nur das, was sie sieht, auch mit den Händen und anderen Sinnen wahrnehmen, danach legt sie alles wieder zurück. Oft bekommt sie dadurch auch Gusto auf etwas bestimmtes und bittet mich, ein Stück davon zu kaufen. Heute war es zum Beispiel eine einzige Tomate.

Sie schaut sich alles an und fragt immer wieder, wie die Produkte heißen und wozu sie gut sind. Dabei merke ich immer wieder, wie interessiert sie eigentlich an Allem ist. An Allem, was sie umgibt.

Es mag vielleicht seltsam klingen, aber ich bin mir absolut sicher: sie liebt das Gefühl des Sich-Orientieren-Könnens. Jeder fühlt sich doch dabei (selbst)sicherer, wenn er weiß, wo er sich befindet und andere Sachen finden kann! Egal, ob in einer fremden Stadt, auf einem Flughafen oder einfach nur in einem Supermarkt. Mittlerweile kennt sie unseren Supermarkt um die Ecke in- und auswendig und wenn ich dann zu ihr sage, ich brauche noch Nudeln, dann weiß sie haargenau bei welchem Regal sie abbiegen muss.
Oft bitte ich sie sogar mir noch eine Butter oder eine Milch zu nehmen und in den kleinen Einkaufswagen zu legen. Alles Waren, die in ihrer Augenhöhe sind und die sie sehr gut kennt. Ich liebe diese Freude, die diese einfache Aufgabe auf ihr Gesicht zaubert. Bei der Milch erzählt sie dann oft von unserem Bauernhofurlaub, von den Kühen die gemolken wurden und von denen letztendlich diese Milch kommt.
Oft bitte ich sie sogar mir noch eine Butter oder eine Milch zu nehmen und in den kleinen Einkaufswagen zu legen. Alles Waren, die in ihrer Augenhöhe sind und die sie sehr gut kennt. Ich liebe diese Freude, die diese einfache Aufgabe auf ihr Gesicht zaubert. Bei der Milch erzählt sie dann oft von unserem Bauernhofurlaub, von den Kühen die gemolken wurden und von denen letztendlich diese Milch kommt.

Wenn sie die Gummibärchen sieht, versucht sie jedes Mal ihr Glück und fragt, ob sie welche haben darf. Das geht natürlich nicht immer. Ihre Frage beantworte ich dann mit einem ruhigen "Ich will heute keine Gummibärchen kaufen". Wenn sie etwas wirklich, wirklich, wirklich haben will, dann bitte ich sie, nur eine Ware auszusuchen was oft bedeutet, dass sie ihren kleinen Kakao zurücklegen muss. Erstaunlicherweiße klappte das bisher wirklich gut.
Bei der Kassa legen wir die Waren gemeinsam auf das Förderband und sie wartet erstaunlich geduldig, dass wir an die Reihe kommen. Vor 10 Monaten musste ich sie bei dieser Stelle auf den Arm nehmen damit sie nicht davonrennt. Aber heute kennt sie den Ablauf ziemlich gut. Nach dem Bezahlen wird der Einkauf gemeinsam weggeräumt, der Kakao oder die Gummibärchen sofort beschlagnahmt und verschlungen.

Den Einkaufswagen bedient sie mittlerweile absolut selbstständig und ich weiß, dass sie das ein ganzes Stück Arbeit gekostet hat. Sie lässt sich ihren Stolz aber nicht durch unsere Hilfe nehmen und will das bei jedem Einkauf selbst machen.
Wie gesagt, es gab schon mühsamere Einkaufsaktionen, aber danach wusste ich, ich hätte sie an dem Tag besser einschätzen sollen. Aber der gemeinsame Einkauf bereichert sie auch gewaltig, sie lernt neue Wörter, sie lernt sich zu orientieren, sich anzupassen und den Ablauf. Und ich hoffe, dass sie dadurch auch einen gesunden Bezug zum Geld bekommt. Das ist mir die Mühe wert. Und eines sind die Einkäufe seitdem ganz sicher nicht: sie sind kein bisschen langweilig.
Wie gesagt, es gab schon mühsamere Einkaufsaktionen, aber danach wusste ich, ich hätte sie an dem Tag besser einschätzen sollen. Aber der gemeinsame Einkauf bereichert sie auch gewaltig, sie lernt neue Wörter, sie lernt sich zu orientieren, sich anzupassen und den Ablauf. Und ich hoffe, dass sie dadurch auch einen gesunden Bezug zum Geld bekommt. Das ist mir die Mühe wert. Und eines sind die Einkäufe seitdem ganz sicher nicht: sie sind kein bisschen langweilig.

Kinder machen manchmal die seltsamsten Dinge.
Sie ziehen sorgfältig alle Taschentücher aus der Box heraus, binnen Minuten verwandeln sie das Badezimmer in einen Swimmingpool und lassen mit der Kinderschere auf dem Perser-Teppich ihrem künstlerischen Geist freien Lauf. Und ein paar Mal muss man auch dann ordentlich schlucken, wenn man die großzügigen Filzstift-Signaturen seines Kindes auf den Seiten seines Buches - eine echte Rarität noch dazu - entdecken muss.
Sie ziehen sorgfältig alle Taschentücher aus der Box heraus, binnen Minuten verwandeln sie das Badezimmer in einen Swimmingpool und lassen mit der Kinderschere auf dem Perser-Teppich ihrem künstlerischen Geist freien Lauf. Und ein paar Mal muss man auch dann ordentlich schlucken, wenn man die großzügigen Filzstift-Signaturen seines Kindes auf den Seiten seines Buches - eine echte Rarität noch dazu - entdecken muss.
Kinder machen aber auch die erstaunlichsten Sachen.
Wenn sie etwa 20 Minuten lang voller Motivation damit beschäftigt sind, ihre Schuhe auf- und wieder zuzuschnüren. Oder wie sie ganz konzentriert entlang eines schmalen Sockels herum balancieren können und wenn sie aus den einfachsten Gegenständen etwas ganz neues kreieren können. Oder wenn sie beim Aufbruch unbedingt und um jeden Preis ihre Sachen in ihrem eigenen Rucksack verstauen und dann tragen möchten und während wir die Haustür zusperren, kommen sie plötzlich auf die Idee, dann unbedingt und um jeden Preis doch ohne Rucksack gehen zu wollen. Oder wenn sie uns den ganzen Tag nur Löcher in den Bauch fragen.
Warum tun sie all diese Dinge?
Wenn sie etwa 20 Minuten lang voller Motivation damit beschäftigt sind, ihre Schuhe auf- und wieder zuzuschnüren. Oder wie sie ganz konzentriert entlang eines schmalen Sockels herum balancieren können und wenn sie aus den einfachsten Gegenständen etwas ganz neues kreieren können. Oder wenn sie beim Aufbruch unbedingt und um jeden Preis ihre Sachen in ihrem eigenen Rucksack verstauen und dann tragen möchten und während wir die Haustür zusperren, kommen sie plötzlich auf die Idee, dann unbedingt und um jeden Preis doch ohne Rucksack gehen zu wollen. Oder wenn sie uns den ganzen Tag nur Löcher in den Bauch fragen.
Warum tun sie all diese Dinge?
Kinder machen die geheimnisvollsten Sachen.
Sachen, für die wir keine Erklärung finden. Und nach denen wir auch gar nicht suchen sollten. Denn alles, was Kinder machen, ist das Prinzip ihres eigenen Werdens. Sie wissen zwar nicht so genau, warum sie etwas machen, aber sie machen es ganz einfach. Es ist ihre Natur. Weil sie von Neugierde, von einem Entdeckungs-, Erforschungs- und Erprobungsdrang angetrieben werden, welcher genauso natürlich für ihren Geist ist, wie das Wachsen ihres Körpers. Wir können ihnen zuschauen, sie bewundern, aber was immer sie machen und warum sie dies machen, bleibt ganz alleine ihr Geheimnis.
Und wenn das Bücherregal nicht zum Klettern, die Raritätenbücher nicht zum Ausmalen, das Waschbecken nicht für Wasserexperimente und der Perser-Teppich nicht für künstlerische Laune geeignet sind, dann brauchen Kinder halt Alternativen. Es wäre völlig sinnlos, sie von diesem seltsamen, erstaunlichen und geheimnisvollen Tun gänzlich abhalten zu wollen. Ich habe es ein paar mal gewagt. Geht nicht.
Was sie statt dessen brauchen, sind Alternativen, womit sie ihren Drang, den sie so stark verspüren, nachgehen können. Einen Ort oder passende Gegenstände, wo und womit sie das, was sie wirklich bewegt, ausleben können. Wo sie in Ruhe an ihrem "Werden" arbeiten können. Völlig ungestört. Befreit von unserem ständigen Eingreifen. Befreit von unseren nervigen Bemerkungen, Besserwisser- und Fragerei.
Sachen, für die wir keine Erklärung finden. Und nach denen wir auch gar nicht suchen sollten. Denn alles, was Kinder machen, ist das Prinzip ihres eigenen Werdens. Sie wissen zwar nicht so genau, warum sie etwas machen, aber sie machen es ganz einfach. Es ist ihre Natur. Weil sie von Neugierde, von einem Entdeckungs-, Erforschungs- und Erprobungsdrang angetrieben werden, welcher genauso natürlich für ihren Geist ist, wie das Wachsen ihres Körpers. Wir können ihnen zuschauen, sie bewundern, aber was immer sie machen und warum sie dies machen, bleibt ganz alleine ihr Geheimnis.
Und wenn das Bücherregal nicht zum Klettern, die Raritätenbücher nicht zum Ausmalen, das Waschbecken nicht für Wasserexperimente und der Perser-Teppich nicht für künstlerische Laune geeignet sind, dann brauchen Kinder halt Alternativen. Es wäre völlig sinnlos, sie von diesem seltsamen, erstaunlichen und geheimnisvollen Tun gänzlich abhalten zu wollen. Ich habe es ein paar mal gewagt. Geht nicht.
Was sie statt dessen brauchen, sind Alternativen, womit sie ihren Drang, den sie so stark verspüren, nachgehen können. Einen Ort oder passende Gegenstände, wo und womit sie das, was sie wirklich bewegt, ausleben können. Wo sie in Ruhe an ihrem "Werden" arbeiten können. Völlig ungestört. Befreit von unserem ständigen Eingreifen. Befreit von unseren nervigen Bemerkungen, Besserwisser- und Fragerei.
Kinder machen manchmal Sachen, die einem den Verstand rauben. Aber nur, weil sie falsch verstanden wurden bzw. werden. "Unser Part ist es, Hilfe zu geben wenn wir gebeten werden. Wenn wir achtgeben, nicht in kindliche Aktivitäten und Interessen einzugreifen, so lange sie nicht schädlich sind, wird die Schöpfung für die Entwicklung des Kindes sorgen. Lassen Sie sie ihr kindliches Geheimnis wahren. Und durch die Jahre werden Sie sehen, wie das Geheimnis ihrer Kindheit zu erwachsener Stärke des Charakters und echter Unabhängigkeit heranwächst." (Maria Montessori)

Übungen des praktischen Lebens
Was mich immer wieder bei Julia fasziniert, ist ihr Eifer, mit dem sie versucht ihren Alltag zu meistern. Was für mich bereits Gewohnheit ist, ist für sie eine spannende Herausforderung. Egal was ich zu Hause mache, kommt von ihr jedesmal der gleiche Ausruf: "Ich will auch mal!". So war das beim Sockenanziehen, beim Lichtschalter betätigen, beim Eier pellen und auch beim Butterbrot schmieren.
Sie will am Alltag teilnehmen, die Aufgaben geschickt und ohne meine Hilfe meistern, daher versuche ich, so oft es nur geht,
sie im Haushalt miteinzubeziehen. Auch wenn ich dann mit der Arbeit (wesentlich) langsamer vorankomme. Aber für sie sind ihre Bemühungen eine echte Arbeit, die
sie mit vollem Ernst verrichtet. Immer und immer wieder. Am
liebsten würde sie dann 5-6 Butterbrote schmieren, alle Hemden im
Schrank auf- und wieder zuknöpfen, alle Socken anziehen und kiloweise Eier pellen. Ihr ist egal, was das Ziel ist,
sie will einfach nur diese Bewegungen üben. Tun um des Tuns willen.
Es gibt viele Gelegenheiten im Alltag, wo sie diesem Bedürfnis nachgehen kann, doch ist für sie bei vielen dieser Gelegenheiten nicht immer ersichtlich, ob und wo sie einen Fehler gemacht hat. Sie liebt es zu gießen und ich weiß genau, sie übt auch, damit sie in der Bewegung geschickter wird. Auch Wasser in der Badewanne oder Sand in der Sandkiste liebt sie hin- und her zu schütten, doch bleibt ihr jedes Mal die Herausforderung erspart. Denn wenn sie Sand schüttet und dabei etwas Sand daneben geht, merkt sie das vielleicht auch gar nicht, immerhin ist die ganze Kiste voll mit Sand. Wozu dann die Mühe?
Der Alltag steckt voller Übungsmöglichkeiten: Stecken, fädeln, rollen und falten, löffeln, ergreifen, gießen und schütten, tragen und halten, ziehen und schieben aber auch drehen und schrauben nur um ein paar Beispiele zu nennen. Hier ein paar Ideen aus unserem Alltag:
Es gibt viele Gelegenheiten im Alltag, wo sie diesem Bedürfnis nachgehen kann, doch ist für sie bei vielen dieser Gelegenheiten nicht immer ersichtlich, ob und wo sie einen Fehler gemacht hat. Sie liebt es zu gießen und ich weiß genau, sie übt auch, damit sie in der Bewegung geschickter wird. Auch Wasser in der Badewanne oder Sand in der Sandkiste liebt sie hin- und her zu schütten, doch bleibt ihr jedes Mal die Herausforderung erspart. Denn wenn sie Sand schüttet und dabei etwas Sand daneben geht, merkt sie das vielleicht auch gar nicht, immerhin ist die ganze Kiste voll mit Sand. Wozu dann die Mühe?
Der Alltag steckt voller Übungsmöglichkeiten: Stecken, fädeln, rollen und falten, löffeln, ergreifen, gießen und schütten, tragen und halten, ziehen und schieben aber auch drehen und schrauben nur um ein paar Beispiele zu nennen. Hier ein paar Ideen aus unserem Alltag:

Als sie 13 Monate alt war, fädelte sie gerne die dicken Holzscheiben von ihrem IKEA-Turm auf dessen Ständer. Doch jedes Mal, wenn sie damit anfing zu arbeiten, schmiss sie kurzerhand die Holzscheiben uninteressiert durch die Gegend. Ich hatte das Gefühl, als wäre das für sie keine Herausforderung mehr. Ich stellte ihr eine CD-Spindel und einen Korb mit ein paar CDs hin um diese aufzufädeln. Eine echte und sinnvolle Herausforderung, ganz besonders die Aufgabe, die CDs danach wieder runterzukriegen. Sie übte damit sehr vertieft und wirklich lang.

Mit 15 Monaten stand sie permanent in der Küche um beim Ausräumen des Geschirrspülers zu helfen. Sie wollte immer etwas in den Besteckkorb stecken, doch mir war das nicht so recht, da waren auch echt scharfe Messer dabei. Also bot ich ihr diese Übung an: Kochlöffel in relativ schmale Behälter stecken, ohne das dieser umkippt. Geht aber auch mit Strohhalm und einer Vase o.Ä.

Tischtennisbälle mit einem Sieb aus einer Schüssel Wasser zu fischen macht nicht nur Spaß, es schult auch die gezielte Bewegung des Handgelenks. Noch schwieriger wird die Übung mit einem Schöpflöffel oder gar einem Esslöffel, denn hier wird dann Wasser transportiert und der Ball auch noch balanciert.

Auch beim Essenzubereiten half sie bereits mit 15 Monaten mit. Mit der Gemüsebürste ein paar Karotten abschrubben war eine tolle Koordinationsübung für die Hände: Etwas festhalten, gleichzeitig leicht abdrücken und dazu auch noch hin- und herbewegen.

Kurz vor ihrem 2. Geburtstag kaufte ich ihr diesen Nussknacker, damit sie das Schrauben üben kann. Später, ungefähr mit 26 Monaten stellte ich ihr Walnüsse in einer Schale dazu und zeigte ihr, wie das geht. Langsam und deutlich, dennoch mit fließenden Bewegungen. Für ein kleines Kind eben nachvollziehbar. Auch war ich sehr wortkarg um sie nicht unnötig von meinen Händen abzulenken.

Ein Tablett voller unterschiedlicher Dosen und Gläser, dazu einen Korb mit dem passenden Deckel - ein wenig Puzzlespiel, ein wenig Erforschen und ganz viel Üben.

Mit 20 Monaten übte sie dann das erste Mal einen Schwamm auszudrücken, so, dass dabei das Wasser von einer Schüssel in die andere transportiert wurde. Übungen mit dem Wasser findet sie bis heute besonders lustig.
Den Wasserhahn auf- und zudrehen und mit einem kleinen Stück Seife Hände zu waschen erfordert nicht nur viel Konzentration, es fördert auch die Geschicklichkeit.

Gewisse Küchenarbeiten erachtet sie bereits als ihren eigenen Posten. Wenn es darum geht, Champions zu schälen, Suppenwürfel auszupacken, Butterbrote zu schmieren oder Erbsen auslösen, ermahnt sie mich immer wieder: "Ich mach das!" Ich liebe, wie sie die Erbsenschoten beim auslösen studiert.

Schüttübungen mit zwei identen Bechern und Linsen mag sie auch gerne. Das Geräusch, das die Linsen dabei erzeugen aber auch die Herausforderung, keine der Linsen dabei zu verlieren findet sie ungemein spannend. Die Übung geht aber auch mit 2 Kännchen oder Reis, Mais o.Ä. Aber noch mehr Herausforderung ist es dann mit Wasser.
Eine Arbeit mit der Zuckerwürfelzange um die Zusammenarbeit der Finger zu üben, wobei im Wasser schwimmende Korken herausgefischt und ins Trockene gerettet werden.

Eine Löffelübung mit Kichererbsen. Den Löffel legte ich ihr zwischen die zwei Schüsselchen, damit sie sich entscheiden kann, mit welcher Hand sie löffeln möchte. Die Kichererbsen füllte ich in der linken Schale, damit sie nach rechts löffelt, eben so, wie wir in unserer Kultur lesen und schreiben.

Ich bastelte ihr einen Knopfrahmen mit großen Knöpfen und stellte ihr diesen auf ihr Regal, als sie anfing überall Knöpfe auf- und zuzumachen. Es muss aber kein Rahmen sein, wo Kinder üben können. Ein Korb mit 1-2 Hemden mit relativ großen Knöpfen passt genau so.

Socken paaren ist für sie eine lustige Puzzlearbeit. Manchmal wünschte ich mir, ich hätte auch so viel Spaß dabei, wie sie.

Auch den Tisch deckt sie sehr gerne, oft entfernt sie dann alles wieder um erneut von vorne beginnen zu können.

Eine Übung, die sie vor kurzem entdeckte: Fingernägel bürsten. Sie war so begeistert, als sie sah, wie ich meine Nägel schrubbte, also besorgte ich ihr eine kleinere, handlichere Bürste. Ihre Lieblingstelle bei dieser Übung war die Bürste ordentlich mit Seife einzureiben.
Es ist für mich aber wichtig zu erwähnen, dass ich sie zu keiner dieser Übungen gezwungen habe, im Gegenteil: Diese Arbeiten waren ihre Interessen, die sie verrichten wollte und die ich für sie deshalb zugänglicher gestaltet habe. Ich mischte mich auch nie in ihre Arbeit, egal ob sie das halbwegs so machte, wie ich es gezeigt hatte oder lieber auf ihre eigene Art und Weise vorging. Sie machte diese Übungen, weil ihr diese Freude bereitet haben. Und letztendlich geht es doch bei Montessori genau darum: es soll einfach Spaß machen!

Tiere erfährt man am Besten, indem man sich um sie kümmert, sie beobachtet und im Alltag hautnah erlebt. Obwohl Julia an Kühen, Schweinen und Co. tierisch interessiert ist, haben wir in der Großstadt oder in unserer Umgebung kaum die Möglichkeit sie wirklich so nah und so intensiv zu erleben. Daher entschieden wir uns auch heuer für einen Bio-Bauernhofurlaub in der Heimat und auch diesmal haben wir es nicht bereut.
Seit bereits 3 Tagen genießen wir schon unseren wohlverdienten Urlaub, die frische Bergluft, die herrliche Aussicht und das pure Bauernhofleben. Es ist wirklich ein großartiges Erlebnis für uns alle zu sehen, was es
bedeutet sich um Tiere zu kümmern, sie zu pflegen und diese zu füttern.
Auch wenn man sowas in Kinderbüchern sehen kann oder Streichelzoos besuchen kann, sieht und erlebt man vieles nicht so intensiv wie hier. Die Milchkühe werden 2 mal am Tag gemolken, die Tiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Katzen, das Pony, die Ziegen, die Hühner, Hängebauch- und Hausschweine sowie Schafe gemeinsam von den kleinen aber auch großen Gästen gefüttert. Gestern beobachteten wir ganz lang, wie ein Kalb von der Mutterkuh Milch getrunken hat und heute kam hier auf dem Bio-Bauernhof sogar ein anderes Kalb auf die Welt.

Tiere erleben ist eben etwas wesentlich anderes als diese nur in Büchern
zu sehen. Man kann sie riechen, hören, ihr Verhalten beobachten und sehen, wie sie wirklich leben. Und da Julia sie so hautnah erlebt, ist für sie auch das Schwein bereits nicht nur ein Schwein, sondern ein Hängebauchschwein oder ein rosa Hausschwein und die Kuh die Milch gibt, ist nicht nur einfach eine Kuh, sondern eben eine Milchkuh. Ich
merke aber auch, dass sie den Kühen mit viel Respekt begegnet, ich
glaube, sie hat sich diese etwas kleiner vorgestellt. Ein Grund mehr,
warum mir so ein jährlicher Bauernhofurlaub vorschwebt.

Wir genießen diesen Urlaub trotz dem immer wiederkehrenden Regen und kalten Wind in vollen Zügen. Die Berge sind atemberaubend schön, die Wiesen und Wälder leuchtend grün und die Täler einfach märchenhaft. (Weitere Bilder unter "Foto des Tages".)

Seit einigen Wochen hat sie ein neues Faible: sie spielt gerne alleine. Vorher wollte sie immer ganz in unserer Nähe sein, jetzt aber schaut sie nur gelegentlich nach, wo wir sind und was wir machen, sonst hat sie ihre eigene Arbeit.
Manchmal langweilt sie sich auch ein wenig und ich finde das großartig, wenn ich ehrlich bin. Ich beobachte sie aus der Küche oder dem Badezimmer während ich die Hausarbeit erledige und bin immer wieder fasziniert, welch kreative Ideen genau aus dieser Langeweile heraus erfunden werden.
Manchmal langweilt sie sich auch ein wenig und ich finde das großartig, wenn ich ehrlich bin. Ich beobachte sie aus der Küche oder dem Badezimmer während ich die Hausarbeit erledige und bin immer wieder fasziniert, welch kreative Ideen genau aus dieser Langeweile heraus erfunden werden.
Aber im Großen und Ganzen ist sie immer beschäftigt. Entweder schließt sie sich mir in der Hausarbeit an oder geht ihren eigenen Interessen nach. Zurzeit sucht sie sich wieder vermehrt Tätigkeiten aus, bei denen sie ihre Fingerfertigkeit üben kann. Vor ein paar Wochen habe ich deshalb ihr Regal umgeräumt:
1.
Selbstgemachtes Sinnesmaterial: jeweils 2 Stoff-Rechtecke aus Leder, Baumwolle, Cord, Satin und diversen anderen Materialien, die gepaart werden. Sie befühlt gerne die kleinen Rechtecke und fragt auch gelegentlich, wie diese heißen.
2.
Auch selbstgemacht: eine Holzplatte mit 5x5 Schrauben drinnen, dazu eine kleine Schale mit Gummiringen. Sie spannt die Gummiringe absolut begeistert rauf, nebenbei entstehen die verschiedensten geometrischen Figuren. Die Gummiringe sind nicht gleich groß, damit auch wirklich unterschiedliche Figuren in unterschiedlichen Größen gespannt werden können.

3.
Stoffservietten aufrollen und in einen Serviettenring stecken fasziniert sie auch. Ich weiß, es wirkt etwas zu unkompliziert, aber das Aufrollen per se scheint sie sehr zu fesseln. Auch Palatschinken werden des öfteren auf- und wieder eingerollt.
4.
Eine kleine Holzschachtel, die ich mit relativ großen naturfarbenen Holzperlen und Holzknöpfen befüllt habe. Dazu ein kleiner Korb mit 3 unterschiedlich großen Wollnadeln (mit abgerundeten Spitzen) und natürlich Garn zum Fädeln.
5.
Ein Nagel-Spiel mit echten kleinen Nägeln, einem Korkbrett und einem Holzhammer. Im Korb befinden sich verschiedene geometrische Figuren aus dünnen Holzscheiben mit einem winzigen Loch in der Mitte. Sie legt keine Bilder aus, sie will dabei einfach nur die kleinen Nägel durch das Loch ins Brett hämmern.
6.
Sie probierte bei Gelegenheit, Knöpfe von Hemden und Blusen zuzumachen, schaffte es aber nicht die feinen Handbewegungen koordiniert durchzuführen. Ich stellte ihr dann den selbstgemachten Knopfrahmen auf ihren Tisch und am nächsten Tag kam sie mit dem Rahmen tatsächlich zu mir: "Ich brauch Hilfe!". Ich setzte mich hin, so dass sie mich gut beobachten konnte und begann, die großen Knöpfe mit ruhigen Bewegungen zuzuknöpfen. Ich sprach dabei kein Wort, nicht dass ich sie damit unnötig ablenkte. Ich musste 12x auf- und zuknöpfen bis sie sagte, dass nun sie will. Und sie arbeitete damit konzentriert ohne Übertreibung 20 Minuten lang. Alles aufmachen und dann wieder zuknöpfen, immer und immer wieder.

7.
Dominosteine aus Holz. Ein Mitbringsel aus Thailand. Sie legt sie gerne aus (Farbe zu Farbe, nicht Zahl zu Zahl) oder sie baut mit den Dominosteinen einfach Türme.
8.
Sie liebt ihr neues Atelier, ganz besonders ihre Aquarellstifte und ihre Pinseln.

9.
Ihre Schleichfiguren sind nach wie vor sehr beliebt. Auch ich habe sie gerne, muss ich zugeben. Sie sind richtig gut und naturtreu angefertigt, was mir sehr wichtig ist. Tiere sind in dem Alter ein interessantes Thema und sie will wirklich alles genau wissen:
Es interessiert sie, wo das Gorillababy bei seiner Mama Milch trinken kann. Heute hat sie beobachtet, dass die Gorillamama ihre Brüste, wie wir Menschen, "oben" hat, die Zebramama hingegen eher "weiter hinten" am Bauch. Diese Figuren sind wirklich detailliert dargestellt, so dass sie alles genau beobachten und auch nachspielen konnte: "Schau Mama, das kleine Zebra trinkt Milch!".


Das Leben ohne Windeln ist so viel einfacher. Seit gut 2 Monaten trägt Julia überhaupt keine mehr und dadurch fühlt sie sich (und auch wir uns) sehr befreit. Ich hatte immer Sorgen, es könnte eine schwierige und mühsame Zeit werden von den Windeln wegzukommen, aber wie so oft, hätte ich meiner Kleinen viel mehr vertrauen sollen.
Es begann damit, dass sie im Warteraum beim Zahnarzt zu mir kam und sagte, sie müsste mal und ich soll sie bitte auf die Toilette begleiten. "Da ist es!" dachte ich mir. "Das Zeichen!" und bat am nächsten Tag die Montessori-Pädagogin aus ihrer Kinderkrippe um ein Beratungsgespräch. Dieses Gespräch hat uns enorm viel geholfen, daher möchte ich ihre Tipps auch mit Euch teilen.
Interesse und Bereitschaft
Wann die Kinder bereit sind, sollten sie entscheiden! Wann dieser Zeitpunkt kommt, ist aber von Kind zu Kind ganz unterschiedlich. Es gibt Kulturen, wo die Familien auch ohne Windeln klar kommen und das sogar von Anfang an, aber es gibt auch Kleinkinder, die sich mit dem Töpfchengehen etwas länger Zeit lassen. Was ich jedoch wichtig finde ist, das Zeichen für die Bereitschaft wahr und auch ernst zu nehmen und die Kleinen während ihrer Erfahrungssammlung respektvoll zu begleiten.
Die vorbereitete Umgebung
Damit Julia jederzeit, ganz selbstständig ihre Angelegenheit erledigen kann, richtete ich ihr (erneut) das Töpfchen mit einem Teppich als rutschfeste Unterlage, einen kleinen Eimer und einen Korb mit Toilettenpapier her. Sie hatte oft die Gelegenheit zu beobachten, wozu und wie das Toilettenpapier benutzt wird und deswegen freute sie sich total, als auch sie ihre eigene Papierrolle bekam. Sie rollte sie am Anfang öfters ab, aber nach ein paar Tagen hatte sie genug davon. Heute reißt sie das Papier geschickt ab und verwendet es, wie wir es ihr gezeigt haben.

Zeit lassen und vertrauen
Wie lang Kleinkinder benötigen, ihre Körperfunktionen besser zu spüren und zu kontrollieren, ist auch unterschiedlich. Doch wenn sie Interesse zeigen, sind sie motiviert und wollen dies lernen, dazu brauchen sie aber auch unsere Geduld, Gelassenheit und unser Vertrauen in ihre Fähigkeiten. Die Pädagogin aus der Kinderkrippe gab mir hierbei den Tipp, die Windeln komplett wegzulassen. Unbedingt auch nächtens! "Es verwirrt die Kleinen, wenn sie einmal Windeln anhaben und dann wiederum keine. Lieber am Anfang das Kind immer wieder daran erinnern, dass es nun keine Windeln anhat." In den ersten 2 Tagen ohne Windeln ging natürlich alles daneben und es störte sie auch. Aber genau das gab ihr letztendlich zu verstehen, dass da was passiert ist und so konnte sie es besser wahrnehmen.
Auch in der Nacht ohne Windeln
Die Nächte ohne Windeln waren am Anfang gar nicht so einfach. In den ersten 2-3 Wochen mussten wir sie nachts immer wieder im Schlaf umziehen. Wir kauften mehrere Nässeschutzunterlagen für ihr Floorbed und auch für unser Familienbett, wir wollten ihr eben trotz des nächtlichen Nässelns keine Windeln anziehen. Ich bekam auch den Rat, darauf zu achten, dass meine Kleine vor dem Schlafengehen nicht allzu viel Wasser oder Tee trinkt, denn dies führt garantiert zu nassen Bettlaken. Ihre Matratze blieb danach nachts tatsächlich trocken und mittlerweile wacht sie sogar auf und geht alleine aufs Töpfchen.
Die Klamotten und das Ausziehen
Wir besorgten ihr eine Menge bequeme Unterhöschen und T-Shirts, die Bodys mit ihren (in der Hitze des Gefechts) umständlichen Druckknöpfen haben somit ausgedient. Anfangs sagte sie immer wieder, dass die Unterhöschen ihre Windeln sind und es musste einige Male daneben gehen, bis sie darauf kam, dass diese eine andere Funktion haben, als die Windeln.
Damals, als ich meine 16 Monate alte Tochter regelmäßig zur Spielegruppe ihrer jetzigen Kinderkrippe brachte, gab mir die Montessori-Pädagogin den Rat, sie im Stehen zu wickeln. "So kann sie nicht nur beobachten was passiert, sondern auch aktiv mitmachen."
Ich muss ehrlich gestehen, damals konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich diese Aufgabe bewältigen sollte, aber ich gab mir viel Mühe. Nach einer Woche lief dann doch alles wie am Schnürchen, ich übte die Handgriffe und Julia dann das Aus- und Anziehen. Es funktionierte wirklich! Und dies kommt ihr natürlich jetzt beim Töpfchengehen zu Gute.
Körperzeichen wahrnehmen
Am Anfang fragte ich sie ziemlich oft, ob sie aufs Töpfchen müsse, auch wenn ich damit etwas lästig war, dies musste sein. Ich war mir nicht immer sicher, ob ihr bewusst war, dass sie nun keine Windeln mehr anhatte. Ich beobachtete sie und wenn sie (zB.) die Kniescheiben zu oft zusammenpresste oder die Knie oft hochhob, ahnte ich schon was kommen wird. Es ging immer wieder was daneben, vor allem, wenn wir unterwegs waren oder sie in ihr Tun sehr vertieft war. Aber auch sie lernte mit der Zeit - vielleicht genau durch diese Erfahrungen - ihren eigenen Körper besser zu beobachten und zu kontrollieren.
Niemals ungeduldig oder verärgert sein, wenn was daneben geht
und schon gar nicht schimpfen oder loben. Es sollte doch kein Trauma auslösen, wenns mal daneben geht, andererseits ist es doch das natürlichste der Welt, seinen Körper kennenzulernen und zu kontrollieren.
Manchmal geht noch was daneben, wenn sie es zu spät signalisiert, dass sie müsste und es nicht mehr halten kann, daher haben wir auch immer noch Wechselgewand dabei. Doch manchmal, wenn wir zum Beispiel im Supermarkt sind, hat sie ihren Körper so gut unter Kontrolle, dass sie sogar die lange Schlange bei der Kassa abwarten kann. Es ist eben ein Lernprozess, der seine Zeit braucht und viel Gelassenheit.
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