Das neue Jahr starteten wir mit hohem Fieber und unzähligen kleinen juckenden Bläschen. Windpocken. Das Schlimmste haben wir bereits überstanden und Julia geht es auch viel besser, aber 12 Tagen unter Quarantäne sind eine sehr lange Zeit. Und sie ist noch nicht ganz zu Ende. Wir versuchen, diese Tage mit Büchern, Bausteinen, gemeinsamen Kochen, Papierbasteleien und mit einigen Handarbeiten zu überbrücken. 

1. In dieser Woche entdeckte sie das Stricken für sich. Auch die Kinder in der Montessori-Schule liebten diese Arbeit und strickten sich, vor allem die Buben, 15-20 Meter lange "Schläuche" um einen Rekord aufzustellen. Weil ich dachte, für den Anfang fällt es ihr leichter, zeigte ich Julia zuerst das Handstricken, aber sie bevorzugt dennoch lieber die Strickgabel. Ich denke, sie mag es, wenn sie beide Hände "frei" hat.


Zu ihrer Strickgabel habe ich ihr ein Körbchen mit kleinen bunten zugeschnittenen Wollbällchen vorbereitet und ihr auch gezeigt, wie sie eine Arbeit beginnen kann. Das einzige, wo sie meine Hilfe braucht, ist beim Knotenbinden, wenn sie ihre Arbeit mit neuer Wolle verlängern möchte. Hier eine Schritt für Schritt Anleitung wie die Strickgabel funktioniert, hier die Strickgabel die Julia zurzeit benutzt und hier eine Vorlage zum Herunterladen, um so eine Strickgabel selbst zu basteln.


2. Auch ein selbstgemachter Bommel ist für die meisten Kinder etwas ganz besonderes. Die Arbeit ist recht unkompliziert, da die Wolle größtenteils nur um die beiden Papier-Ringe gewickelt werden muss, es verlangt allerdings etwas Geduld und Ausdauer. Hier eine Anleitung und auch eine Vorlage für die Schablonen zum Herunterladen.


3. Perlen zu fädeln mochte sie schon mit 2 Jahren, damals bot ich ihr dazu eine große, abgerundete Wollnadel und große Holzperlen an, heute arbeitet sie mit einer kleineren Wollnadel und kleineren Perlen. Auch den Faden steckt sie ganz alleine in das Nadelöhr, dazu nähte ich ihr ein hübsches Nähkissen, besorgte eine Nadelhilfe und zeigte ihr, wie das geht. Seitdem macht sie das alleine, nur zum Schluss den Knoten auf den Faden mache nach wie vor ich.


4. Im Herbst kaufte ich ihr einen kleinen Webrahmen und fing an, Wolle in den verschiedensten Farben zu sammeln. Sie liebt es damit zu arbeiten und vor allem die Farben häufig zu wechseln. Was mir besonders gut an solchen Handarbeiten gefällt, ist, dass die Hände die Bewegungen ständig wiederholen. So auch hier: Das Schiffchen wird zwischen den Fäden rauf und runter gesteckt und dann mit der anderen Hand in die andere Richtung wieder zurück geführt. Eine wunderbare Herausforderung und Übung. Diesen kleinen Teppich begann sie übrigens noch im November. Er ist zwar noch nicht ganz fertig, aber schon jetzt eine Freude anzuschauen, finde ich. Hier noch eine kurze Anleitung für den kleinen Webrahmen.


5.Auch Sticken ist eine wunderbare Arbeit. Dazu besorgte ich ihr einen Stickrahmen und grobgewebten Stoff. Gestickt hat sie mit der großen, abgerundeten Wollnadel. Am Anfang hat sie die Nadel von hinten nicht zurückgestickt, sondern seitlich zurückgeführt. Mit der Zeit gelang es ihr mit ein wenig Übung aber immer besser.


6. Nassfilzen macht großen Spaß! Ich denke, es gibt kaum Kinder, die nicht gerne mit Wasser arbeiten und die Hände in Schaum tauchen. Nassfilzen ist wirklich eine spannende Sinneserfahrung und mehr als ein Stück Seife, Wasser, Handtücher und Filz braucht man gar nicht dazu. Wir haben zu viel Schaum benutzt, aber die Bälle sind uns dennoch gelungen. Tolle Anleitungen zum Nassfilzen fand ich hier und auch hier.


Dieser Beitrag enthält einige Affiliate Links.

Da ich oft gebeten werde, auch für ganz junge Kinder Materialien und Körbchenideen zu zeigen, habe ich noch vor Weihnachten im Grashalm Montessori Kleinkinderhaus einige Fotos geknipst um dieser Bitte nachzukommen.

Ich habe mir vorwiegend solche Materialien aus den Regalen ausgesucht, die von den Kindern besonders oft genommen werden. So zum Beispiel auch dieses Entdeckungskörbchen. Es beinhaltet ganz einfache, bekannte Gegenstände aus dem Alltag: Ein Schneckenhaus, eine Muschel, ein Honiglöffel, eine Stilleinlage aus Wolle, eine Gesichtsbürste aber auch eine Nagelbürste aus Plastik, damit die Kinder ganz unterschiedlichste Texturen befühlen können.


Eine hübsche, stabile Pappbox mit einem kleinen Schlitz auf dem Deckel, dazu ein Korb mit dünnen Holzchips. So einfach und doch lieben es die Kinder! Sie verbringen damit oft lange Minuten in voller Konzentration.


Auch ein Favorit: der Korb mit wunderbar einfachen Musikinstrumenten zum Schütteln und mit ganz unterschiedlichen Klängen.


Im Korb sind: ein kleines Glöckchen auf einem Stiel1, ein kleine, handliche Maraca1, ein kleines Rassel-Ei1, ein Bambus Klapper (Tok Tok's) der durchs Schütteln klappende Töne erzeugt, ein wunderschönes Glockenbrettchen mit sanftem Klang und eine Holzrassel.


Selbstgenähte Sandsäcke zum Tragen, sich Drauflegen, auf den Körper legen, aber auch zum Bauen oder sich einfach einen Weg aus ihnen legen. Kinder tragen die unterschiedlich schweren Säckchen ganz begeistert durch den Raum. Je schwerer, umso spannender. Auch für Julia habe ich damals zu Hause solche Säckchen genäht und füllte statt Sand, Reis und Linsen hinein.


Der Holzkasten mit Ball und Schublade. So wie jedes Montessori-Material ist auch dieses einfache Kästchen ge-ni-al! Der hineingeworfene Ball rollt nur dann in die Schublade nach vorne, wenn diese zugeschoben ist. Wenn sie jedoch offen bleibt, bleibt der Ball ganz oben stecken. So wird die Schublade möglichst oft auf- und zugemacht und somit auch die kleinen Hände fleißig beschäftigt. Zu Erwerben zum Beispiel hier, hier oder hier.


Ein weiterer Entdeckungskorb mit unterschiedlichen Bürsten aus dem Alltag. Zum Ausräumen, Befühlen, Benennen und wieder Einräumen.


Ein Zuordnungsspiel mit Vogel Schleich-Figuren, dazu Bildkarten. Die Karten samt den Fotos habe ich gemacht und es war jede Menge Arbeit, dafür sind sie genau so geworden, wie ich sie mir vorgestellt habe. Zuerst boten wir im Kleinkinderhaus nur drei der Karten und Figuren an und wählten dazu einheimische Vogelarten aus, für ältere Kinder kamen dann weitere 4 Figuren sowie Karten dazu. Gerne könnt ihr die Karten für das Spielregal zu Hause hier herunterladen und nachbasteln.


Auf einem der Regale stehen auch A5 große Fotokarten als Sprachmaterial über Obst- und Gemüsesorten, Tiere, Möbelstücke oder Bekleidung, die nach einigen Wochen durch neue ausgetauscht werden. Solche Karten kann man aber auch ganz einfach mit Bildern aus dem Internet selbst basteln.


1Dieser Beitrag enthält einige Affiliate Links.

Wir genießen die entspannten, gemeinsamen Tage zu Hause. Genau danach sehnte ich mich schon seit Wochen. Kein Wecker in der Früh, keine Termine und keine Eile. Einfach nur Zeit miteinander und für sich selbst zu haben. Und zum Beispiel Sticken...


Am Heilig Abend war ich allerdings richtig aufgeregt. Ich habe es kaum erwarten können, ihre strahlenden Augen zu sehen, wenn sie dieses Puzzle unter dem Christbaum entdeckt. Ich habe ewig lange nach so einem Buchstaben-Puzzle in Europa gesucht und bei M&N endlich auch entdeckt. Es ist kein Montessori-Material, jedoch mit den typischen rot-blauen Montessori Buchstaben und eine tolle Ergänzung für zu Hause. Ich habe gleich die Eigentümerin angerufen um Genaueres über das Puzzle und über ihr Geschäft zu erfahren - und natürlich gleich auch ein Exemplar bestellt.


Sie war ganz begeistert, als sie das Puzzle aus dem Geschenkepapier ausgepackt hatte. "Endlich!" sagte sie. "Endlich habe ich Buchstaben!".


Auch unter dem Christbaum entdeckt: Ein Tangram. Die Steine waren ein Geschenk von M&N, das Säckchen mit Kordelzug und die Vorlagen nähte und bastelte allerdings ich dazu.


Die Vorlagen sind nicht nur selbst geklebt und geschnitten, sondern auch selbst fotografiert. Ich suchte einige Motive im Internet, legte diese mit den Steinen auf weißem Papier aus und machte viele Fotos, die ich dann am Computer bearbeitete. Ja, es war viel Arbeit, aber die Mühe war es mir Wert. Sie hat sich so gefreut! Für den Fall, dass bei Euch auch gerne Tangram gespielt wird: hier unsere Tangram Karten zum Herunterladen.


Von meinem Bruder bekam sie ihr erstes, eigenes Mikroskop. Aus Holz. Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt. Die Lupengläser lassen sich auf dem Stift drehen und nach oben und unten bewegen um so ein größeres, kleineres und vor allem schärferes Bild zu bekommen.


Das neue Mikroskop bekam sofort auf unserem Naturtisch seinen Platz und wurde auch gleich ausprobiert. Dazu gab es auch eine kleine Pinzette um genauer arbeiten zu können und einen praktischen Karabiner, um die Lupengläser bei Ausflügen mitnehmen zu können. 


Bisher fiel hier in Wien noch kein Schnee, dafür sind aber die Tage klirrend kalt. Heute besorgten wir im Supermarkt Kokosfett sowie Mischfutter für freilebende Vögel und bereiteten den Tieren kleine Futterstellen zu, für welche wir am Nachmittag im Park die passenden Stellen suchten - und auch gleich aus der Ferne beobachteten...


"Wenn man vom Kind spricht, besänftigen sich die Seelen; die gesamte Menschheit teilt die tiefe Emotion, die vom Kind ausgeht. Das Kind ist eine Quelle der Liebe. Kommt man mit ihm in Berührung, berührt man die Liebe."1

"Von allen Dingen, ist die Liebe das wichtigste. Diese Energie der Liebe ist uns gegeben, damit jeder sie in sich habe. Sie ist die größte Kraft, über die der Mensch verfügt. Der bewusste Teil, den wir davon besitzen, wird jedesmal erneuert, wenn ein Kind geboren wird... Das Studium der Liebe und ihrer Anwendung führt uns zur Quelle, aus der sie entspringt: das Kind."1

"Kleine Kinder zwischen drei und sechs Jahren haben eine besondere Psychologie. Sie sind voller Liebe..."2

"Die Liebe der Eltern ist die Sicherheit dieses Alters. Ihre Lebensfreude hängt davon ab, dass alle Menschen um sie herum einander lieben. Kleine Kinder brauchen das Gefühl, dass ihre Eltern ohne sie nicht leben können..."2

"Mit dem Kind wird uns die Möglichkeit gegeben, die Liebe anzuwenden, die uns zuteil wurde. Das Kind ist für Erwachsene ein Mittel der seelischen Entwicklung. Dem Erwachsenen, der die seelische Entwicklung des Kindes beobachtet, stellt die Bewunderung, die bei ihm dadurch hervorgerufen wird, die richtige Nahrung für seine Entwicklung bereit, nämlich Liebe."3


1 Maria Montessori, Das kreative Kind
2 Maria Montessori, Die Macht der Schwachen
3 Maria Montessori, Das Kind in der Familie
Werbung / Affiliate-Links

Auch heuer werden bei uns eher wenige Spielsachen unter dem Baum liegen, dafür habe ich mir besonders viel Mühe gemacht, diese treffend auszusuchen. Für mich haben selbstgemachte Geschenke einen ganz besonderen Wert, doch wenn es etwas gekauftes werden soll, dann bevorzuge ich lieber schöne und sinnvolle Geschenksideen, ganz besonders wenn es um Spielsachen geht. Diesmal habe ich es geschafft, alle Geschenke rechtzeitig zu besorgen, aber für diejenigen, die noch verzweifelt suchen, hätte ich einige wunderschöne Ideen:

  1. Blockflöte für Kinder aus Birnenholz. Auch unter unserem Christbaum wird heuer eine Goldon Kinderflöte liegen. Kann es kaum erwarten, diese leuchtenden Kinderaugen zu sehen!
  2. Ein wunderschönes Glockenspiel aus Ahorn und Fichte. Auch wir haben dieses Xylophon zu Hause und wir lieben es! Die Klangstäbe lassen sich einfach runternehmen und dann in der richtigen Reihe zurückstecken. Unter dem Link findet ihr übrigens auch eine Hörprobe.
  3. Global Sounds Musikinstrumente aus aller Welt
  4. das Balancierspiel Wendelino
  5. ein Super-Kreisel für geschickte Hände
  6. Schlosshaus mit unterschiedlichen Schlössern
  7. Eine kleiner, handgerechter Handfeger und Schaufel,
  8. dazu ein Metalleimer.
  9. Ein kleiner Wäschekorb,
  10. dazu passend ein wunderschöner Wäscheständer für Kinder.
  11. Dominosteine mit unterschiedlichen Texturen zum Befühlen und Zuordnen.
  12. Ein wunderschönes, klassisches Holz-Tangram.
  13. Ein großer Regenbogen von Grimm's zum Stapeln, Bauen, Legen und Balancieren.
  14. Ein kreatives Hammer-Nagel-Spiel.
  15. Die HOTZ Bausteine bunt oder naturbelassen. Die bunten Hotz waren schnell ausverkauft, da sie ja ganz neu sind und es nicht allzuviele Musterstücke gab, aber Sebastian war von der Anzahl der Teilnehmer des Giveaways so überwältigt, dass er mir gleich eine Nachricht zugesendet hat: Sie hätten noch einige Restmuster von den bunten Hotz-Bauklötzen, die er auf Anfrage (hier seine Mailadresse) gerne auch für einen Sonderpreis abgeben würde. ;)
  16. Texo Bauelemente aus Holz und Kunststoff fürs geistreiche Konstruieren.
  17. Soja-Wachsmalblöcke im hübschen Stoffbeutel.
  18. Eine Strickgabel aus Holz.
  19. Super-Ferby Buntstifte (eine meiner Lieblingsmarken) mit kräftig-leuchtenden Farben.
  20. Ein kleiner Webrahmen aus Holz.

Wochen lang war es hier im Blog ruhig. Ich brauchte Zeit um mich wieder ein wenig zu fangen. Denn vor 4 Wochen musste ich von meinem größten Vorbild, das mir das Leben schenkte, zu früh und für immer Abschied nehmen. Von meiner Mama. An jenem Abend stand für mich die Welt plötzlich still. Meine Freunde, meine kleine Familie und meine beiden Geschwister geben mir viel Kraft, aber auch lange Spaziergänge in dieser wunderschönen Jahreszeit tun mir zurzeit besonders gut.


Julia spricht oft über ihre Oma, erzählt über all ihre Erinnerungen an sie, singt Lieder, die ihr meine Mama beigebracht hat und bedauert, nie wieder ihre köstliche Gemüsesuppe essen zu können. Neulich, als sie mir aus Wut weh tat und ich sie dennoch trösten wollte, brach sie in Tränen aus und hörte nicht auf, sich bei mir zu entschuldigen. Ich versuchte sie zu beruhigen, dass ich ja gar nicht wütend bin, dass ich sie halte und liebe, egal was sie tut, aber sie wiederholte schluchzend "Schuldigung!". Sie sagte, sie will nicht, dass ich nun sterbe, weil sie mir wehgetan hat. Ich spürte ihren Schmerz und es zerbrach mir das Herz. Ich nahm sie in meinen Arm und hielt sie so lange fest, bis sie einschlief. Ich musste der Tatsache ins Auge sehen, dass mein bald 4 Jahre altes Kind nicht nur trauert, sondern auch sehr wohl versteht, was Sterben und Verlust bedeutet.


Die Arbeit lässt mich von meiner Trauer ein wenig aufatmen - auch wenn ich mich manchmal innerlich gegen eine Ablenkung wehre. In den letzen 4 Wochen hielt ich zusätzlich zu meinem Job zwei Vorträge für Eltern über Montessori für zu Hause. Einmal in der Grashalm Kleinkindergruppe im Rahmen unserer Montessori Eltern-Kind-Gruppen, und auch in einem Kinderhaus mitten in der Stadt. Diese Abende waren für mich eine tolle Erfahrung und ich konnte ganz wunderbare Menschen kennenlernen.


Die Adventzeit steht schon vor der Tür und wie in den letzen 2 Jahren, bastele ich auch diesmal einen "Zeit-Für-Dich-Adventskalender" für meine kleine Familie. Statt Schokolade oder Spielsachen stecke ich kleine Hinweise in die Tüten, was wir an diesem Tag gemeinsam machen werden. Auf dem Plan stehen vorwiegend solche Programme, die Julia besonders mag. So bekommt sie dann an einem Tag 8 Bücher vorgelesen, an einam anderen basteln wir gemeinsam Kerzen, backen Kekse, besuchen das Haus des Meeres hier in Wien oder machen einen ausgiebigen Waldspaziergang. Ich liebe es, solche Geschenke auszudenken und kann es kaum erwarten, Euch den fertigen Kalender und die Tütcheninhalte zu zeigen!