15.01.2014

Das Mysterium des Tabletts


Schon auf den ersten Blick fallen diese sorgfältig angerichteten Tabletts auf den Regalen auch in der Montessori-Kinderkrippe meiner Tochter auf. Auf ihnen findet man manchmal nur ein paar Kärtchen, manchmal Gläser oder Schälchen, Dosen mit kleinen Öffnungen oder bunte Glöckchen. Aber wozu sind sie eigentlich gedacht? Was für eine Rolle spielen sie?

Wenn sich ein Kind für ein Material interessiert, nimmt es das entsprechende Tablett vom Regal, tragt es zu einem Tisch oder legt es auf den Boden und arbeitet damit. Wenn das Material, zum Beispiel eine Sortierübung, wo drei kleine Gefäße gefüllt werden müssen, einfach frei auf dem Regal stehen würde, müsste das Kind mindestens drei mal hingehen und drei mal die Sachen zum Tisch tragen um sich damit beschäftigen zu können. Das macht doch keinen Sinn. Auf einem Tablett angerichtet kann es aber alles auf einmal herunternehmen und ebenso auch später zurücktragen. Und dies ist sehr wichtig, denn die Kinder lernen dadurch eine Aufgabe von Anfang bis zu Ende durchzuführen.


Die Tabletts können aber mehr als das. Sie dienen auch als Arbeitsfläche, als eine Art "Arbeitsrahmen" wo das Material oben bleibt. Ich bin auch zu Hause jedes mal verblüfft, wie toll das funktioniert. Am Anfang, als ich ihr was auf dem Tablett angerichtet habe, hat dies natürlich noch nicht ganz funktioniert, auch das brauchte etwas Übung. Heute könnte ich das nicht mehr wegdenken: weder Bohnen noch geschnipseltes Papier werden in der Wohnung verteilt. Sogar wenn sie was anmalen oder zeichnen möchte, lege ich ein Tablett unter das Papier und so bleiben auch die Filzstiftspuren auf dieser Arbeitsfläche.


Es ist aber nicht ganz egal, was für ein Tablett verwendet wird, immerhin soll es für kleine Kinderhände leicht tragbar sein, also nicht zu breit und auch nicht zu schwer und wenn möglich, nicht unbedingt aus Glas. Und damit es nicht vom Wesentlichen, von der eigentlichen Arbeit ablenkt, eher schlicht und eifach.


Ich liebe diese Tabletts, genau so wie die Körbchen und den Arbeitsteppich, der auch als Arbeitsfläche dient. Es ensteht nur selten Chaos wenn meine Kleine an etwas arbeitet und wenn doch, kann es eben so schnell wieder weggeräumt werden. In einer sorgfältig vorbereiteten Umgebung sorgen sie für leichten Zugang, für Überblick, Ordnung und Struktur.

Sie sind allerdings manchmal ganz schön teuer. Ich sah und kaufte welche aus Holz beim Möbelschweden für einen guten Preis und sogar im Doppelpack, auf der Homepage sind sie aber leider nicht verfügbar. Sonst bekommt man welche

Kommentare:

  1. Hallo liebe Anna,
    vielen Dank noch mal für die Erklärung mit den Tabletts. Ich merke gerade, dass mir der Sinn der Tabletts noch nicht so ganz klar war.
    Wie alt war Julia, als du die Tabletts eingeführt hast? Und wie viele Tabletts habt ihr insgesamt?
    LG
    Karin

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  2. Herzlichen Dank für die Erklärung. Jetzt verstehe ich mehr den Sinn der Tabletts.

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  3. WOW ! Ich bin total begeistert von diesem Block. Da steckt soviel Herzblut und Liebe drin...das spürt man richtig beim Lesen!
    Ich bin Mutter eines fast 8 Monate alten Jungen.
    Da er heute mal friedlich schläft, hatte ich genügend Zeit mir deinen Block ausführlich durchzulesen. ..
    Ich habe dabei total die Zeit vergessen. ..
    Viele deiner Anregungen werde ich umsetzen, wenn mein Sohn soweit ist.
    Auch für meine pädagogische Arbeit im Kindergarten.... ( wenn ich irgendwann wieder starte) konnte ich sehr viel mitnehmen. Einige deiner Anregungen setzen wir bereits um, z.b die Arbeit mit den Körbchen und Tabletts. Und das obwohl wir kein Montessori Kindergarten sind.
    Es tat so gut in deinem Blog zu stöbern. Ich freue mich auf deine weiteren Einträge.
    Lieben Gruß Mareike

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    1. Liebe Mareike,
      vielen lieben Dank für diesen lieben Kommentar! Ich bin richtig beeindruckt, dass auch nicht Montessori-Kinderhäuser die Körbchen- und Tablett-Idee umsetzen! ♥ :) Suuuper! Ganz liebe Grüße, Anna

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