11.04.2014

Montessori für Einsteiger - Teil 1

 

Wenn ich Montessori in die Suchmaschine eingebe, kommt eine gewaltige Informationswelle auf mich zu. Adressen von Kinderhäusern und Schulen, Aufsätze über die pädagogischen Ansätze, unzählige Zitate und spannende Aktivitäten. Die Auswahl ist regelrecht überwältigend. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Bücher auf dem Markt, dennoch kommt einem die Frage, wenn man sich mehr mit Montessori beschäftigen möchte: Wo fängt man da am besten an? Was genau soll man da tun um "es montessorisch" zu machen?

Mit diesem kleinen Serienbeitrag möchte ich denjenigen, die in dieser Informationsflut regelrecht versinken, einen Rettungsanker zuwerfen und zeigen, wie wir damals mit praktischem Montessori zu Hause gestartet haben. Schritt für Schritt.

Körbchen, Tabletts und offene Regale 

Die Berge von Spielsachen und das Chaos, das sie verursachen, kann zu Hause schnell zum Problem werden. Es lohnt sich daher in geflochtene Körbchen, in Tabletts und niedrige Regale zu investieren. Der Spielzeugchaos hält sich somit um einiges besser in Grenzen, wenn die Sachen für das Kind übersichtlich sind. Erstens, weil die Kleinen schneller finden wonach sie suchen, zweitens, weil sie dafür nicht alles auf den Kopf stellen müssen. Die Körbchen auf den Regalen sind außerdem hübsch und die Spielsachen wirken auch im Wohnzimmer ordentlich.

 

Kleine Tabletts, wie zum Beispiel die Doppelpackung Holztabletts von IKEA, sind ebenso vielseitig wie praktisch. Sie können als Knet- und Zeichenunterlage eingesetzt werden und für die Übungen des praktischen Lebens. Solche mit Tragegriff können die Kinder mit Leichtigkeit tragen und abstellen. Man braucht gar nicht viel, wir haben 3 Tabletts: eins für die Knete, eins für Übungen wie Wasser austeilen und eins für ein Steckspielzeug.

 

Die niedrigen und offenen Regale sind sogar für Krabbbelbabys leicht zugänglich und mit den geflochtenen Körbchen sind sie sogar ein richtiger Blickfang. Nicht nur, dass die Kleinen leichter an ihre Sachen herankommen, ebenso können sie diese auch wieder wegräumen.  Solche Körbchen, Tabletts und Regale müssen aber gar nicht teuer sein, man bekommt sie für einen guten Preis auf Flohmärkten, bei IKEA (als Regale gut geeignet sind zum Beispiel die LAVIA TV-Bank oder das BILLY Buchregal) oder in Korbläden.

Kommentare:

  1. Wie toll! Diese Serie kommt uns total gelegen,da wir gerade unsere ersten Gehversuche in Sachen Montessori machen. Unsere Tochter ist knapp zehn Monate alt und hat nun, seit sie krabbeln kann, ihr erstes Regal (Ikea, Modell "Borgsjoe") mit Koerbchen, die sie bislang allerdings nur ausraeumt. Ich zeige ihr immer wieder geduldig, wie es geht. Wisst ihr noch, ab wann eure Tochter selbst eingeraeumt hat? Gibt es da vielleicht sogar einen heissen Tipp? :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Nina,
      meine Kleine räumt bis heute (2 Jahre) nicht immer alles auf, obwohl sie dies auch aus ihrer Montessori-Kinderkrippe kennt. :D Geduld haben! Ganz viel davon! Und Ausdauer! ;)
      Herzlichst, Anna

      Löschen
  2. Danke für deinen Blog. Wir tasten uns gerade an Montessori ran und dein Blog ist super hilfreich.

    AntwortenLöschen
  3. Danke für den tollen Artikel. Bei uns sind letzte Woche beim Schweden auch einige Holztabletts in den Einaufswagen gewandert. Außerdem gab es bei uns ein paar Eiswürfel-Förmchen, die sich nun der Windelpirat unter den Nagel gerissen hat. Vielleicht interessiert euch ja, was man mit denen so alles anstellen kann. Sie sind ein sehr vielseitiges Spielzeug :-) und das für 99 Cent!

    http://gluecksfluegel.blogspot.de/2014/04/spielsachen-aus-alltagsmaterial.html

    AntwortenLöschen
  4. Toll toll toll.....;) Sehr schöne Idee.

    AntwortenLöschen
  5. Gerade eben habe ich meinen heutigen Artikel hochgeladen und dann sehe ich deinen Beitrag .. ! Gedankenübertragung. Es ist sehr schön wieder von dir zu lesen. Ich möchte dir auf diesem bescheidenem Wege danken und dir sagen, dass du unseren Montessori-Stein ins rollen gebracht hast.
    Tausend Dank dafür.

    Liebst, Mathilda

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Mathilda,
      es freut mich so sehr, dass ihr diesen Weg geht und wünsche Euch von ganzem Herzen eine wunderbare Zeit des (Zusammen)Wachsens. Freue mich bereits über weitere Erfahrungen und Umsetzungen bei Dir zu lesen! :)

      Liebste Grüße,
      Anna

      Löschen
  6. Hallo Anna,
    schön, wieder etwas zu lesen von euch. Wir haben auch das Spielzeugchaos immer wieder einmal, weil wir so viel geschenkt bekommen und dann dauert es immer etwas, bis wir wissen, was wir wie und wohin einordnen (und was kurzzeitig aus dem Regal kommt).
    Ich hoffe, es geht euch gut,
    liebe Grüße, Sophia und Emil

    AntwortenLöschen
  7. Toller Artikel!

    Werden die Tabletts hinterher immer aufgeräumt und beim nächsten Mal wieder leer angeboten, oder habt ihr z.B. auf einem Tablett immer die Knete? Wie "lagert" ihr z.B. Bastelmaterialien? Also Papier, Schere, Kleber usw. Auch in Körben?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo. Ja, die Knete ist meistens dann wochenlang (so lange meine Kleine Interesse zeigt) auf dem Tablett. Dann wird sie gegen was anderes getauscht oder das Tablett weggestellt. Für Papier (auch im Korb) und Schere (in einem Keramikbecher) und Co. steht für sie ein kleines Regal in der Nähe ihres Tisches, sodass sie sich selbst bedienen kann. ;)
      Alles Liebe,
      Anna

      Löschen
  8. Vielen, vielen Danke für diesen tollen Artikel und euren tollen Blog. Ich freue mich schon sehr aus die weiteren Artikel dieser Serie. Denn ich finde Montessori extrem faszinierend und lasse mich gerne davon inspirieren, für meinen Sohn.

    AntwortenLöschen
  9. Hallo, der Blog ist echt toll und die Ideen auch. Wir suchen gerade ein Steckspielzeug, da sind die Tablets super!
    Liebe Grüße Lena

    AntwortenLöschen
  10. Hallo Anna,
    dein Blog ist großartig, ich mag die schönen Fotos sehr und die Texte sowieso. Meine Kinder sind 1 und 3 Jahre alt und besuchen beide ein Montessori Kinderhaus.
    Eines brennt mir unter den Nägeln: Tust du wirklich ALLES in Körbe und Schachteln? Jedes Spiel? Warum lässt du bspw. das Hammer- und das Steckspiel nicht im originalen Karton? Liegen die Dinge dann dauerhaft auf den Tabletts?
    Die vorbereitete Umgebung mit ihren niedrigen Regalen und aufgeräumten Dingen ist hübsch anzusehen und auf deinen Fotos auch immer toll inszeniert aber ein Blick in unser Kinderzimmer verrät, dass es mit der Realität wenig zu tun hat. Offene Regale für die große Schwester sind toll, aber es gibt einen kleinen Bruder der Steck- und Hammerspiel zu gern in allen hunderten Teilen durch die Gegend wirft oder sich Dinge in Mund und Nase steckt. Von daher funktioniert dieses Prinzip hier nur sehr eingeschränkt. Nicht alles kann, auch aus Sicherheitsgründen, offen zugänglich gemacht werden, oder doch?
    Auf deinen Fotos sieht immer alles sehr übersichtlich aus. Aber wo bewahrt ihr Kuscheltiere auf? Puzzlekartons? Gesellschaftsspiele usw.? Bunte Umverpackungen und andere unordentliche Dinge sind auf deinen Bildern nie zu sehen. Ist das wirklich so oder fotografierst du sie nur nicht?
    Und was tust du mit unliebsamen Spielsachen (Geschenke von Oma usw.) die dein Kind aber nun mal sehr mag. Nicht immer kann man mit höchsten Ansprüchen die Dinge für sein Kind selbst aussuchen.
    Gespannt auf eine Antwort verbleibe ich mit besten Grüßen,
    Franzi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Franzi!
      Ich verstehe Deine Überlegung Spielsachen in der Originalverpackung zu lassen, damit der Jüngere nicht so leicht an die Sachen kommt. Wenn Du das Gefühl hast, dass es Euch so besser passt, dass Du Dich so unbesorgter fühlst und deine Tochter die Schachtel ohne Probleme öffnen und zumachen kann, dann spricht ja nichts dagegen. Du hast recht, ich mag keine Originalverpackungen. Das Plastik und einen schrill-bunten Karton finde ich nicht nur unschön, sondern auch chaotisch. Die kleinen Körbchen auf dem offenen Regal mit sortierten Spielsachen sind bei uns daher Realität. Auch Kinder lieben schöne Sachen und haben eine Vorliebe für das Ordentliche. Es müssen aber nicht immer offene Körbe sein: es gibt auch schöne Rattankästchen mit schließbaren Deckeln. Kleine Nägel kann man auch in einem Einmachglas mit Schraubdeckel lagern. Kuscheltiere hat unsere Tochter 2 auf ihrem Bett, viel Interesse hat sie an ihnen allerdings nicht. Wir haben auch einen großzügigen Abstellraum, auch da wird vieles verstaut und gelegentlich mit dem Körbcheninhalt ausgewechselt.
      Dieses Problem, wie man am besten die Spielsachen von unterschiedlich alten Geschwisterkindern lagert, ist nicht selten. Ich denke, eine Lösung wäre, die Spielsachen von Deiner Tochter auf dem Regal höher zu stellen.
      Mit den Geschenken verfahren wir so, dass wir ihr nichts wegnehmen, was ihr sehr lieb ist, allerdings halten wir mit der Familie Absprache, denn ganz ehrlich: ich finde vieles auf dem Markt einfach nur unnötiges Zeug und Geldmacherei. Und sowieso bin ich der Meinung, dass Kinder nicht ständig Spielzeuggeschenke bekommen sollten. Ein Ausflug in einen Naturpark, in einen Streichelzoo, eine Reise mit dem Zug sind tausend mal mehr wert und spannender. Auch mit Oma und Opa. ;)
      Ganz liebe Grüße,
      Anna

      Löschen
  11. hallo liebe anna! ich bin so begeistert von deinem blog. hab deine seite erst heute "per zufall" entdeckt. und lese schon seit stunden! das taugt mir. ich wollt dich fragen, woher du die regale fürs kinderzimmer hast. auf denen die körbe stehen. irgendwie finde ich gerade keine passenden. auch nicht online beim schweden. vielleicht hast du ja einen tipp. das wäre großartig :-) danke für all deine wunderbaren ideen und inspirationen! ich bleibe treue leserin! alles liebe & gute nacht, kerstin.

    AntwortenLöschen
  12. Ich finde das Kisten Prinzip super, vielen Dank! Ich wollte schon längst mal geschrieben haben :-) Das wichtigste ist, das wirklich alles seinen Platz hat, aber das ist manchmal ganz schön schwer...

    AntwortenLöschen