20.05.2017

Die ersten Wochen mit einem Neugeborenen


"Über die Hände erfährt das Kind die erste Verbindung mit der Welt. Hände nehmen es hoch, legen es hin, waschen es, ziehen es an. Wie anders kann es sein, was für ein anderes Bild von der Welt bekommt das Kind, wenn ruhige, geduldige, sorgfältige und doch sichere und entschlossene Hände sich seiner annehmen - und wie anders erscheint die Welt, wenn diese Hände ungeduldig, grob oder hastig ... und nervös sind. Am Anfang sind die Hände alles für ein kleines Kind. Die Hände sind der Mensch, die Welt." - Emmi Pikler

Diese ersten Wochen nach der Geburt von Jakob sind zwar irgendwie magisch, ich empfinde sie aber auch recht turbulent. Gefühle der Freude und der Dankbarkeit mischen sich mit Erschöpfung, Müdigkeit .... und immer wieder Müdigkeit. Dennoch sind für uns diese ersten Wochen unglaublich wichtig. Es ist diese kostbare Zeit des Ankommens, des ersten Kennenlernens, der Anpassung und des Vertrauens. Der Beginn einer spannenden Reise mit diesem kleinen Wesen, der für mich mein ganzes Leben lang zu den wichtigsten Menschen gehören wird.

In diesen ersten Wochen musste ich auch lernen, auf ihn einzugehen um ihn besser zu verstehen. Ich beobachte ihn, wenn ich ihn stille, wenn er sich auf etwas konzentriert, wenn er etwas unruhig erscheint oder gar weint. Ich versuche auch bei Letzterem ruhig zu bleiben und ihn wirklich aufmerksam zu beobachten um zu verstehen, welches Bedürfnis hinter seinem Unbehagen stecken könnte. Tagsüber funktioniert dies wunderbar und ich habe auch das Gefühl, seine Zeichen bereits deuten zu können, die Nächte sind allerdings noch etwas anstrengend, da ich mich vor lauter Müdigkeit nur schwer konzentrieren kann.


Ich singe ihm oft Lieder vor, erzähle ihm meine Gedanken und was um ihn herum passiert und er beobachtet dabei ganz gebannt mein Gesicht und meine Lippen. Auch bei Julia fiel es mir damals leicht, mit ihr in einer einfachen und dennoch ehrlichen und langsamen Sprache zu sprechen. So, wie ich mit einer Freundin oder wie mit einem Freund reden würde.

Auch bei der Körperpflege ziehe ich ihn aktiv ins Geschehen mit ein und erzähle ihm, was ich als nächstes machen werde. Ich sage ihm noch vorher, wenn ich ihn hochnehmen möchte oder wenn ich ihn hinlegen werde, wenn er etwas nasses oder warmes auf der Haut spürend wird, wenn ich ihn an- und ausziehen möchte. Ich glaube fest daran, dass bereits Neugeborene die Sprache absorbieren und ich bin auch der Meinung, dass eine respektvolle Beziehung mit einer achtsamen Kommunikation beginnt. Bereits von Anfang an.

Kommentare:

  1. Sehr schön. Bin auch deiner Meinung und wir machen es genau so.
    Zu friedene Babys zu friedene Mütter von Emmi Pikler. Kann man nur weiter empfehlen

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    1. Ja,absolut. Kann das Buch auch nur empfehlen. Natürlich muss man beachten in welcher Zeit es geschrieben wurde aber bis auf ein zwei Situation, stimme ich diesem Buch sehr zu und bin dankbar über die Pädagogik vom Emmi Pikler :)

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  2. Ach Anna! Bei euch fühlt man sich soooo sehr zuhause! Es ist so wunderschön, an eurem Leben und eurem Miteinander teilhaben zu dürfen!:) Danke, Danke, danke !
    Herzlichste Grüße
    Katrin

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  3. Seid ich eure Seite entdeckt habe,bin ich sehr inspirit worden mich mehr und mehr mit der Erziehung nach Montessori zu befassen.
    Es ist wirklich sehr schön, dass wir an eurem Leben Teil haben dürfen.

    Da ich selbst kleine Kinder habe, wollte ich fragen ob ihr Stoffwindeln benutzt?

    Liebe Grüße

    Steffi

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