21.08.2017

Die Montessori Mobiles - eine Zusammenfassung und ein Erfahrungsbericht


Ich habe es zwar versucht die Mobiles hier auf dem Blog einzeln zu zeigen, aber neben dem Familienalltag habe ich es einfach nicht geschafft, mich selbst einzuholen. Also zeige ich lieber gleich alle Mobiles auf einmal, die ich Jakob angeboten habe. Dies ist aber nicht nur eine Zusammenfassung, sondern auch ein Erfahrungsbericht. Doch bevor ich die Mobiles kurz zeige, möchte ich etwas, für mich wirklich wichtiges anmerken:

  • Ich liebe diese Mobiles und sehe auch, was sie einem Baby bieten können. Dennoch sind es meiner Meinung nach nicht wirklich diese Mobiles, die Montessori für Babys in erster Linie ausmachen. Es kann sein, dass einige Familien nur einige dieser Mobile dem Neugeborenen anbieten und es gibt auch Familien, die keines von diesen haben. Und das ist in Ordnung.
  • Diese Mobile hängen weder über dem Bett noch über dem Wickeltisch, denn sie dienen nicht als Ablenkung und auch nicht als Einschlafhilfe. Sie werden dem Baby in einem Bereich angeboten, wo es diese konzentriert beobachten und sich dabei frei bewegen kann.
  • Es ist ratsam pro Mobile die Figuren auf 5 zu beschränken und dabei solche auszuwählen, über die das Baby etwas von der realen Welt erfahren kann, wie etwa Schmetterlinge, Vögel oder Heißluftballons.


Das Munari Mobile

Die ersten 2 Wochen nach der Geburt waren die Zeit des Ankommens. Besonders für Jakob, aber auch für mich war diese Zeit eine große Umstellung. Daher bot ich ihm das Munari Mobile erst in seiner 3. Lebenswoche an. Was ich über das Munari Mobile weiß und wie ich es gebastelt habe, schrieb ich bereits hier.

Ich hing das Mobile zwar ca. 25 cm hoch über seinen Bauch, aber ich wollte wissen, was er von unten eigentlich sieht und legte mich auch selbst mal unter das Mobile. Zu meiner Überraschung sah ich viel weniger von den Figuren, als von der Seite betrachtet und plötzlich fiel mir ein, dass Jakob das Munari mit Vorliebe durch den Spiegel angeschaut hatte. Er hatte so einen völlig anderen Blick darauf.


Die Oktaeder

Die Oktaeder bot ich ihm an, als er bereits 6 Wochen alt war. Ein wirklich wunderschönes Mobile das er gerne betrachtet hatte. Hier ein Video über Jakob mit dem Oktaeder-Mobile und auch einige Gedanken sowie eine Bastelanleitung dazu.


Das Gobbi Mobile

Dieses Mobile (nach Gianna Gobbi benannt) besteht aus 5 Styroporkugeln (jeweils 4 cm Durchmesser) die in 5 Abstufungen der gleichen Farbe an einem Stab (32 cm) hängen. Jakob war 2 Monate alt, als ich ihm das Mobile angeboten habe und er verfolgte den dunkelsten Ball am liebsten mit seinem Blick. Die Styroporkugeln wurden durch ein Loch durch die Kugel mithilfe einer langen Nadel  fest mit Garn umwickelt, bis das Loch oben und unten nicht mehr sichtbar war. Der dunkelste Ball hängt am längsten, der hellste Ball am kürzesten. Die Steigung beträgt 45°. Es ist ein visuelles Mobile, das Erfahrungen mit Farbabstufungen bietet. Das Mobile hing, wie auch die anderen Mobiles bisher, ca. 25-30 cm über der Brust von Jakob.


Die Tänzer

Wie die Wochen so vergingen, merkte ich, dass er seine Umgebung immer interessierter beobachtete und unsere Bewegungen im Wohnzimmer mit zu verfolgen versuchte. Daher wechselte ich auch das Mobile. Er war 9,5 Wochen alt, als ich ihm die Tänzer gezeigt habe. Dieses visuelle Mobile bewegt sich mehr und auch schneller als die bisherigen, denn die einzelnen Teile der Figuren bewegen sich alle unabhängig von einander. 

Die Tänzer lassen sich wirklich einfach herstellen. Sie bestehen aus metallischem Papier* in 3 Farben, wobei immer 2 Farben aufeinander geklebt werden, so dass die Vorder- und Rückseite der Figuren unterschiedlich sind. Damit die Tänzer sich wirklich schön bewegen, würde ich einen dünnen Perlonfaden* empfehlen. Hier noch eine Vorlage zum Ausdrucken.


Das Mobile mit den 3 primärfarbenen Bällen

Ich wollte Jakob eigentlich noch ein Mobile mit schönen Vögeln basteln, doch er beschloss lieber, seine Hände zu entdecken. So ließ ich es mit dem Vogel-Mobile lieber bleiben und bastelte ihm sein erstes taktiles Mobile. Wie ich bereits hier schrieb, ist dieses Mobile eigentlich aus Holz, doch ich bastelte es aus dickem Filz (3 mm)*. Benötigt habe ich noch eine Puppennadel*, festen Garn, einen Zirkel und Schere, ein Stück Gummiband*, einen Holzstab und Perlonfaden* sowie einen D-Ring oder Schlüsselring. Und da ich es versprochen habe, hier eine Anleitung dazu:


(2) Kreis-Schablonen aus Pappe anfertigen (mit 4 cm Durchmesser) und den Umriss auf das Filz aufbringen. Ausschneiden. (3) Bei jedem Kreis jeweils einen Radius mit der Schere einschneiden. (4) Die 2 Scheiben zusammennähen, sodass die Nadel einmal durch den 3mm dickem Filzstoff geführt wird (praktisch durch den Durchmesser). (5) Die Scheiben ineinanderfügen (6) und den Garn mit der Nadel ein paar mal um den Stab wickeln, sowie fest zuknoten. Der Mittlere Ball hängt dabei etwas tiefer, als die anderen zwei. (7) Damit die ineinander gefügten Scheiben nicht wegrutschen, die Nadel wie am Bild einmal durch den Stoff und wieder zurück führen, die Garnenden gut miteinander verbinden. Dasselbe auch am "anderen Ende" wiederholen. (8) Wichtig ist, das das Mobile an einem Gummiband befestigt wird. Denn wenn das Baby es ergreift und daran zieht, soll das Mobile nachgeben können.


Das Mobile wird klarerweise so aufgehängt, dass das Baby die Bälle ergreifen kann. Wenn ihr nur einige dieser Mobile nachbasteln möchtet, dann würde ich euch gerne dieses hier ans Herz legen. Es war so schön zu beobachten, mit welchem Eifer Jakob die Bälle zu erreichen versuchte und wie sich diese dabei gedreht haben. Hier noch das Video von Jakob unter diesem Mobile.


Die Schelle und der Ring am Band

Aktuell (mit 3,5 Monaten) sind bei Jakob die Schelle und der Ring am Band. Er liegt gerne unter diesen Mobiles und versucht mit wirklich viel Ausdauer mit seiner Faust die Schelle zu erwischen. Er ist so fasziniert davon, so ein schönes Geräusch selbst erzeugen zu können. Den Ring versucht er mit offenen Händen zu ergreifen und wenn ihm das gelingt, rüttelt er wild daran. Daher ist es auch bei diesen beiden Mobiles wichtig, dass am Ende des Bandes zusätzlich ein Gummiband angenäht wird.

Ich habe beide Mobiles hier gekauft, doch im Grunde genommen lassen sie sich auch einfach selbst herstellen. Oder ihr bestellt welche bei meiner Schwester, die die Schelle und Ring am Band ebenfalls anfertigt (mit Versand aus Österreich. Aber bitte habt ein wenig Geduld wenn sie nicht sofort antwortet, sie ist noch mit ihrer Familie im Urlaub).

Wann, wie oft und für wie lange?

Die Mobiles bot ich Jakob dann an, wen ich den Eindruck hatte, dass es gerade passen könnte. Vielleicht 1-3 mal am Tag. Mal war das direkt nachdem er wach wurde, oder aber nach dem er bereits 3 Stunden wach war. Einmal schlief er sogar unter einem der Mobiles binnen weniger Sekunden ein, ohne einen Mucks zu machen und ohne dass ich es sofort gemerkt hätte. Wenn ihn die Mobiles sichtbar interessierten, blieb ich zwar in seiner Nähe, bemühte mich aber, still zu sein um ihn nicht abzulenken. Da lag er dann unter dem Mobile mal 10 Minuten, mal nur 5 Minuten und mal sogar eine halbe Stunde lang.

Es gab aber auch Tage, wo er überhaupt kein Interesse zeigte und sofort den Kopf weggedreht hatte und sein Unbehagen kund tat. Die meiste Zeit verbringt er ohnehin im Wohnzimmer unter uns auf seiner Krabbeldecke und obwohl ich diesen Spiegel in seinem Bewegungsbereich mag, finde ich einen schlichten aber robusten Spielbogen für diese Mobiles im Wohnzimmer, wo das Baby bei der Familie sein kann, als eine wunderbare Idee.

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Kommentare:

  1. Einfach wunderschön. Wie habt ihr das Mobile im Wohnzimmer aufgehängt oder verwendet ihr das Mobile nur im Kinderzimmer?

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  2. Liebe Anna! Ich bin am grübeln wie/wo ich die Mobile aufhangen werde. Du hast als Alternative vom Spielbogen geredet. Meinst du, dass hier genug Abstand vom Kind-Mobile vorhanden ist? Zweite Frage: Wie schaut denn die weiße Regalkonsole aus, auf der du das jeweilige Mobile befestigt? Wäre es dir möglich davon ein Foto zu posten?
    Liebe Grüße Nina

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