Möbel
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"Schließlich krabbelt das Kind durch das ganze Haus und untersucht alles aus eigenem Antrieb. Jetzt ist es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, wie alles im Haus organisiert ist. Ergibt alles einen Sinn? Ist es einfach und funktionell geordnet? Ist es schön? Jetzt ist Gelegenheit, 'einen Platz für alles und alles an seinem Platz' zu etablieren, bevor das Kind sich selbst daranmacht, alles nach seinem Gutdünken umzuräumen." - Paula Polk Lillard; Lynn Lillard Jessen; Montessori von Anfang an (S. 66)

Jakob nimmt am Alltag immer aktiver Teil. Er beobachtet uns nicht nur beim Tun, er macht auch unsere Bewegungen nach. Auch beim An- und Ausziehen macht er immer mehr mit und mag es daher umso weniger, beim Liegen gewickelt zu werden. Da auch Julias Zimmer dringend mehr Struktur gebraucht hat und auch andere Bereiche in unserer Wohnung nicht mehr praktisch eingerichtet waren, habe ich die letzten Wochen damit verbracht, in den Räumlichkeiten alles unter die Lupe zu nehmen um es an die Kinder besser anzupassen. Und wie unser Zuhause heute aussieht, möchte ich Euch in einigen Blogbeiträgen gerne zeigen.

Auch in Jakobs Zimmer hat sich einiges getan. Er ist zwar meistens in meiner Nähe, verbringt aber auch viel Zeit in diesem Raum, der direkt neben dem Wohnzimmer und der offenen Küche liegt und wo ich ihn deshalb gut im Blickfeld habe.


Sein Bodenbett ist nach wie vor sehr simpel und wird nur tagsüber benutzt. In der Nacht, da ich ihn auch noch dann stille, schläft Jakob neben mir im Familienbett. Wenn er untertags von seinem Nickerchen erwacht, krabbelt er alleine runter und haltet nach mir Ausschau und wenn er mich "ruft", setze ich mich neben sein Bodenbett, begrüße und streichle ihn, warte aber bis er ganz munter wird und lasse ihn selbst von der Matratze runterkrabbeln.


Früher war hier ein Spiegel an der Wand und eigentlich hatte ich vor, vor diesem Spiegel eine Stange zu montieren an der sich Jakob hochziehen kann. Aber da ich dafür keine gute Lösung fand, dafür aber Jakob sich sonst überall in der Wohnung geschickt aufstellt und entlang der Möbeln trippelt, ließ ich das mit der Stange lieber bleiben. Stattdessen bekam er einen gemütlichen Weidenkorb* zum Hineinkuscheln und auch zum Rein- und Rausklettern. Auch Julia liebt diesen Korb und ganz oft finde ich die beiden hier vor, wie sie ihm Bücher vorliest.


Direkt neben dem Korb montierten wir ihm eine Bilderleiste als Buchregal, wo gerade mal 3-4 Bücher Platz haben und was für Jakob völlig ausreicht. Diese Bilderleiste ist etwas schmaler als die vom Möbelschweden und ragt daher nicht so hervor, was ich persönlich schöner finde. Wir montierten die Leiste sehr niedrig, so dass Jakob sogar beim Sitzen an seine Bücher kommt. Das war mir wichtig, weil er sich sonst hier hochziehen würde, was mir, trotz tadelloser Montage vom Ehemann, nicht sehr sicher erschien.


Er liebt seine neue Kugelbahn die er von seinem Großonkel geschenkt bekommen hat. Sie ist schlicht und unglaublich schön und auch nicht zu hoch, so dass Jakob sie bereits jetzt bespielen kann. Sie ist auch sehr robust, aber als Jakob versuchte, sich daran hochzuziehen, merkte er ganz schnell, dass das keinen sicheren Halt gibt. So kniet er nun meistens davor, um die Kugel oben in das Loch stecken zu können. Ich bestellte ihm (unglücklicher Weise) auch eine Holzkugelbahn, die allerdings noch zu groß ist, die ihm aber später, wenn er bereits gehen kann, sicher auch viel Freude bereiten wird.


Er klettert zurzeit unglaublich gerne und weil wir in der Wohnung keine Treppen haben, stellte ich zum Klettern den Hocker vom Möbelschweden mitten in sein Zimmer. Der Hocker ist stabil und die Höhe perfekt und Jakob klettert mittlerweile schon  geschickt rauf und wieder runter. Manchmal vorwärts, aber manchmal auch rückwärts und ertastet den Boden dabei ganz behutsam mit den Füßen.


Ich nähte ihm einige Säckchen mit Bohnen, Kichererbsen und Reis gefüllt um zu Werfen, zu Befühlen und auch um diese aus dem Korb aus- und dann wieder in den Korb einzuräumen. Dabei nahm ich den Stoff doppelt und nähte die Rechtecke zuerst mit Zickzack- dann zusätzlich mit einfachen Stichen auch noch einmal zu. Sicher ist sicher. Gerne schreibe ich dazu noch eine genauere Anleitung.


Sein Spielregal steht nach wie vor an derselben Stelle, lediglich tauschte ich seine Materialien um. Manchmal arbeitet Jakob direkt am Regal, manchmal räumt er alles nacheinander aus. Darum ist sein Regal natürlich nicht immer so aufgeräumt wenn er gerade alles erkundet, es dauert jedoch keine 2 Minuten hier wieder alles auf seinen Platz zu stellen (was ich am Tag auch mindestens 4-5 mal mache).


Seinen Kleiderschrank habe ich an die andere Wand rübergeschoben damit gleich daneben auch ein Sessel zum An- und Ausziehen und ein Korb für Schmutzwäsche Platz haben. Für den Würfelhocker, den ich selbst gebaut habe, ließ ich mich von der lieben Ellen von Chez Mama Poule inspirieren, nahm lediglich nur andere Maße. Die Sitzhöhe beträgt nur 13 cm, so dass Jakob hier wirklich bequem sitzen aber auch alleine wieder runterklettern kann. Das An- und Ausziehen ist so viel entspannter, seitdem er dabei hier sitzen kann. So kann er auch, besonders bei den Hosen und Socken aktiv mitmachen und mir seine Füße entgegenstrecken.

Es war mir wichtig, dass sein Zimmer viel Ruhe ausstrahlt und trotz weniger Dekoration (und der überschaubaren Menge an Materialien), schön und einladend wirkt. Wenn Jakob sein Zimmer erkundet, schaut es öfters mal so aus wie auf diesem letzten Foto, aber weil hier alles seinen eigenen Platz hat, ist es ebenso schnell auch wieder aufgeräumt.


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Als Julia noch sehr jung war, besuchte ich mit ihr eine Montessori Spielgruppe, in welcher die Kinder jedes mal, nachdem sie den Raum und die Materialien ausgiebig erkunden konnten, eine kleine Jause bekamen. Ein niedriger Tisch war für sie ganz liebevoll angerichtet, an dem bereits Krabbelbabys auf kleinen Stühlen saßen. Sie konnten selbstständig etwas auf ihren Teller nehmen und essen und es war jedes mal so beeindruckend für mich zu sehen, wie sehr sie diese Freiheit genossen haben. Erst seitdem ist mir auch wirklich bewusst, was eine Vorbereitete Umgebung für ein so junges Kind bedeutet.

Daher habe ich Jakob gleich neben der Küche auch seinen eigenen kleinen Essplatz eingerichtet. Die Hauptmahlzeiten essen wir natürlich gemeinsam am Familientisch, aber seine kleine Nachmittagsjause biete ich ihm hier an.


Sein Essbereich besteht eigentlich aus zwei Würfelhockern in unterschiedlichen Größen, die ich (wie bereits so vieles andere auch) in Leens Manine Montessori Shop gefunden habe. Die Hocker sind ungemein praktisch, weil sie jeweils zwei Sitzhöhen haben und sie Jakob so noch lange verwenden kann. Solange er aber zum Sitzen noch den kleineren Würfelhocker benutzt, dient der größere Sessel als sein Tisch.


Den Tisch habe ich so platziert, dass dieser nicht wegrutscht wenn Jakob sich samt Sessel wegschiebt. Allerdings störte es mich, dass er dann eine leere Wand vor sich hat, daher suchte ich ihm ein Bild mit einem passenden Motiv. Dieses Aquarellbild mit den Äpfeln von Markus Kolp fand ich besonders schön und interessant, auch, weil ihn der Künstler mit dem Mund gemalt hat. Das sagt für Jakob noch nicht viel, aber Julia und ich waren davon unglaublich fasziniert.

Neben seinem Tisch habe ich auch einen kleinen Hocker hingestellt, weil ihm Julia bei der Jause gerne Gesellschaft leistet und wenn wir nur zu zweit zuhause sind, auch ich mich zu ihm hinsetzen kann.


Hier zu sitzen, ganz ohne Schutzbügel, dabei den Boden unter seinen Füßen zu spüren und seinen ganzen Körper viel bewusster wahrzunehmen ist so viel anders, als im Hochstuhl. Dadurch, dass er sich frei entscheiden kann, wann er genug hat und er sich dann vom Tisch wegschieben und vom Sessel "runterklettern" kann, gewinnt er eine Menge Erfahrungen, besonders darüber, wozu er in der Lage ist. Ich bin zwar immer bei ihm, versuche aber so wenig einzugreifen wie es nur geht um ihn dieses Gefühl, etwas alleine zu bewältigen und sich dadurch stärker zu fühlen, ja nicht zu nehmen. Weil Selbstvertrauen eben mit "Selbst" beginnt.


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Da wir gerade dabei sind, für unseren Erdling Nr. 2 das Zimmer passend einzurichten, statten wir dem Möbelschweden öfters einen Besuch ab und ich muss gestehen, ich liebe es, dort zu bummeln! Das Sortiment wechselt zwar immer wieder, was einerseits Schade ist, aber es hat auch Vorteile, denn ich finde so auch immer neue Ideen, die ich in unserem Montessori-Zuhause umsetzen kann:


1.// Eigentlich sind diese quadratischen Körbchen in der Badezimmerabteilung anzufinden, aber sie passen auch wunderbar auf das Spielregal im Kinderzimmer und nehmen wegen ihrer quadratischen Form viel weniger Platz im Regal weg.

2.// Auch diese Holzboxen mag ich, weil sie in kleinere Fächer aufgeteilt sind, so sind sie für Zahnbürsten, Pinseln, Stifte, Kinderscheren und Stickers oder in der Küche um das Kinderbesteck zu sortieren wunderbar geeignet.


3.// In solchen ähnlichen Vorratsdosen bewahren wir Wikki Stix, Bügel- und Holzperlen auf Julias Kunstregal auf. Die Dosen sind nicht allzu groß, so dass sie von Kinderhänden leicht zu halten und zu tragen sind und auch der Deckel lässt sich einfach, ohne Schraubbewegung öffnen. Und nicht zuletzt sind sie ein echter Hingucker auf dem Regal.

4.// Kinder lieben es, sich zu bewegen um sich zu spüren, sich herauszufordern und um geschickter zu werden. Daher liebäugele ich schon lange mit dieser Balancebank, doch leider hat sie bei uns im Kinderzimmer keinen Platz mehr. 

5.// Ein "Bücherregal" ganz nach meinem Geschmack: Es passen zwar nicht allzu viele Bücher rein, dafür sind aber die Cover sichtbar und viel übersichtlicher für Kinder (und auch das Wegräumen fällt ihnen so viel leichter).

6.// Wir lieben die Malfarben vom Möbelschweden! Zum Set gehört auch eine praktische Halterung, um Farben zu portionieren oder gar zu mischen und wo die Tuben später wieder zurückgesteckt werden können. Zu den Malfarben gibt es auch eine kleine Anleitung zum Farben mischen, diese habe ich allerdings gleich am Anfang rausgenommen, damit Julia eigene Entdeckungen machen kann.

7.// Die kleine durchsichtigen Dosen (Bild ganz oben) habe ich vor ein paar Monaten entdeckt und sie gleich im Kinderzimmer eingesetzt. Julia liebt ihren Knüpfstern, es fiel ihr aber recht schwer, 7 unterschiedliche Faden in der gleichen Länge zu zuschneiden. Die Dosen haben auf dem Deckel ein Loch, so dass sich die Faden alle zusammen durchfädeln und so einfach portionieren lassen. In der größeren Box bekamen kleine Papierreste zum Basteln ihren Platz und da sie durchsichtig ist, sieht Julia auch gleich, was sie sucht.

8.// Wir haben zwar ein Kindermesser von Opinel, aber auch dieses Kindermesser-Set vom Möbelschweden ist wunderbar und funktioniert einwandfrei. Allerdings würde ich das Messer wegen seiner Größe nicht für Kinder unter 3 Jahren empfehlen. Am besten gleich im Geschäft schauen, ob es gut in der Kinderhand liegt. Auch den Kugelausstecher kann ich wärmstens empfehlen. Er ist nicht nur ein tolles Werkzeug um das Handgelenk zu lockern, Melonen oder Avocados damit auszuschaben macht den Kindern auch garantiert Spaß!

9.// Ich finde, auch ins Kinderzimmer gehören Pflanzen, am besten ungiftige und solche, die nicht beleidigt sind, wenn sie nicht allzu oft gegossen werden. Auch Julia hat einige auf ihrem Regal und sie werden von ihr liebevoll gepflegt. Früher hatte sie eine Aloe Vera, später, wo ich schon wusste, dass sie die Blätter nicht in den Mund stecken würde, auch Kakteen, Orchideen und viele weitere. Ich achte darauf, ihr vielseitige Pflanzen in Augenhöhe zu stellen, so dass sie sie gut beobachten und pflegen kann.


10.// Neulich entdeckte ich diese hübschen kleinen Vasen und konnte einfach nicht widerstehen. Sie sind genau richtig für kleine Hände und zum Blumen arrangieren.

11.// Diese kleine Bank fand ich nicht nur unglaublich hübsch, sondern auch recht vielseitig. Sie ist 53 cm hoch und somit auch als Waschtisch geeignet, aber auch als Gartentisch für junge Gärtner oder als Ablagetisch in der Küche für junge Köche.


12.// Als ich eine Freundin (4 fache Mama und Montessori-Pädagogin) zu Hause besuchte, fiel mir sofort auf, dass in keinem der Kinderzimmer "Krimskrams" herumlag. Meine Freundin verriet mir ihr Geheimnis und erzählte mir, dass jedes Kind 2 Boxen hat, wo sie ihre kleinen Schätze, die sonst keinen Platz hätten, sammeln können. Ich besorgte für Julia auch 2 solche Boxen. Eine für kleine Schätze und die andere für ihre Kunstwerke und Selbstgebasteltes und ich muss gestehen, es funktioniert wunderbar! Sie liebt es, darin herumzuwühlen und wenn die Deckel nicht mehr auf die Schachtel passen, sortiert sie ihre Sachen noch einmal auf das für sie Allerwichtigste aus.

13.// Ein kleines, praktisches Regal, das für Spielsachen aber auch als Kleiderschrank für die ganz jungen Kinder umgebaut werden kann.


14.// Diese kleine Boxen sind wunderbar! Sie sind klein genug für kleine Hände und die praktischen Griffe erleichtern das Tragen erheblich. Julia bewahrt in ihrer Box ihr Geschirrspül-Set auf.

15.// Ganz neu beim Möbelschweden sind dieser Übertopf und diese Gießkanne. Der Übertopf ist ideal als kleiner Eimer für Kinder geeignet und die Gießkanne, weil sie einen praktischen Henkel hat, auch für kleine Gärtner leicht zum Tragen und zum Kippen.



Ich liebe solche Kleiderschrank-Ideen im Kinderzimmer. Sie schaffen Übersicht im Kleiderkasten, haben die passende Höhe für Kinder und ermöglichen somit bereits den allerjüngsten beim An- und Ausziehen mehr Selbstständigkeit. Ab dem Moment, wo Julia gehen und Schranktüren öffnen konnte, richteten wir ihr auch einen passenden Kleiderschrank ein. In ihrem damaligen Mini-Zimmer war kein Platz für einen Schrank, so bekamen ihre Klamotten die 3 untersten Regale in einem der  Einbauschränke in unserem Zimmer. Nach unserem Umzug besorgten wir ihr dann endlich einen SUNDVIK Kleiderschrank vom Möbelschweden, wo sie ihre Kleider und Westen ganz praktisch aufhängen konnte.

Für uns funktioniert der Kinder-Kleiderschrank mit der Kleiderstange wunderbar und wir würden es nicht mehr missen wollen! Die Kleiderstange macht den Schrankinhalt viel übersichtlicher und auch Julia fällt es so leichter bei ihren Klamotten Ordnung zu halten. Damit sie aber die Kleiderstange wirklich problemlos erreichen kann, sägten wir die Beine des Schrankes erheblich kürzer.


Wie jedes Jahr, beginne ich vor dem Frühlingsbeginn (und vor dem Wintereinbruch) ihren Schrank auszusortieren, so dass sie entweder Klamotten für die warme oder eben nur für die kalte Jahreszeit vorfinden kann. Ich mag dieses System, denn es schafft viel Raum in ihrem Kleiderschrank und macht unseren Alltag viel reibungsloser wenn sie sich selbst Klamotten zum Anziehen aussucht oder ihre Klamotten wieder wegräumen will. Bereits als Kleinkind haben wir sie beim alltäglichen Wäschewegräumen so oft wie möglich miteingebunden und auch beim Anziehen selbst hatten wir oft die Gelegenheit zu Bbesprechen, zu welchem Wetter oder Anlass welche Klamotten passen.


Es hat wirklich alles seinen Platz. Kleider und Westen hängen auf praktischen Kleiderhaken, Röcke, Leggings, Hosen und ihre Pyjamas sowie ihre Badeanzüge liegen sortiert in Körbchen bereit. Letztere zwei sind im oberen Regal, da sie diese nicht so oft braucht. Wenn sie sich jedoch einen neuen Pyjama oder einen ihrer Badeanzüge holen möchte, nimmt sie sich als Hilfe den Tritthocker aus dem Badezimmer nebenan.


In der Schublade sind Unterwäsche und auch ihre T-Shirts in praktischen Stoffkörben sortiert. Ich legte auch eine kleine Seife in die Schublade, wie es auch einst meine Mama immer machte. So bekommt die Wäsche immer einen zarten, lang anhaltenden Duft.

Damit sie nicht jeden Korb ständig herausziehen muss, um zu sehen, was drinnen ist und auch alles wieder alleine wegräumen kann, kleben bis heute kleine Bilder über den jeweiligen Kleidungsstücken auf den Körbchen und auf der Kleiderstange - und es funktioniert prima! (Hier unsere Bilder zum Herunterladen.) Genauso gut können aber die Klamotten nach Jahreszeiten oder Wetterbedingunegn sortiert werden, (wie wir dies früher aus Platzmangel gemacht haben) und dabei kleine Fotos über das Wetter anbringen.


"Das Beste was wir für unsere Kinder tun können, ist, ihnen eine wunderschöne Umgebung vorzubereiten, die besten Materialien zur Verfügung stellen und ihnen dann aus dem Weg gehen." - Susan Mayclin Stephenson

Um das Kinderzimmer zu Hause nach Montessori zu gestalten, braucht es weder viel Geld, noch besonders viel Platz, ja nicht einmal die berühmten Montessori-Materialien selbst. Von letzteren gibt es zwar einige wenige, die ich auch für zu Hause empfehlen kann, aber die meisten gehören in die Montessori-Einrichtungen und letzten Endes machen nicht diese das Kinderzimmer zu Hause "montessorisch". Allerdings lässt sich vieles anderes aus den Montessori-Häusern wunderbar auch im Kinderzimmer umsetzen. Daher lege ich eher Wert darauf, das Zimmer gemütlich und einladend aber auch simpel und übersichtlich zu gestalten. Es sollte meiner Tochter Selbstständigkeit ermöglichen, praktisch sein sowie ihren Interessen, ihrer Körpergröße und ihrem Alter angepasst sein.

Spielregal
Spielsachen und Materialien stehen in Körbchen, Tabletts und Holzschälchen sortiert auf einem offenen Regal. Diese Übersichtlichkeit hilft ihr enorm! Nicht nur, weil sie so mit nur einem Blick sehen kann, welche Auswahl ihr zur Verfügung steht, sondern weil dies einen Sinn für Wertschätzung schöner Dinge vermittelt und gleichzeitig einen Sinn für Ordnung weckt, so dass sie ihre Spielsachen nachher selbst einfach wieder wegräumen kann.


Als sie noch um einiges jünger und dementsprechend kleiner war, stand in ihrem Zimmer ein viel niedrigeres LAIVA Regal vom Möbelschweden, das für sie in der richtigen Höhe war und wo nicht allzu viele Spielsachen Platz hatten. Damals räumten wir meistens gemeinsam alles wieder weg oder manchmal auch nur ich alleine. Wenn ich dann merkte, dass das Wegräumen sogar mir zu lang und mühsam wurde, reduzierte ich ihre Spielsachen erheblich.

Als sie jedoch wuchs, wuchs auch ihr Spielregal mit ihr mit, so dass sie heute dieses hier in ihrem Zimmer stehen hat. Es gibt viele offene Regale, die sich wunderbar für solche Spielkörbchen eignen. Ich persönlich bevorzuge solche, auf denen mehrere Spielkörbchen nebeneinander Platz  haben, so dass die Körbchen mit den Händen gut ergreifbar sind und vor allem solche, die die passende Höhe haben, so dass Kinder wirklich zu allem, was darauf steht, freien Zugang haben. Auch was das Wegräumen betrifft, räume ich nur noch ganz selten hier auf, normalerweise macht sie das. 

In Sachen Spielsachen ist es mir besonders wichtig, ihr sorgsam Hergestelltes und Sinnvolles anzubieten,  das sie zur Aktivität und Kreativität anregt. Mehr dazu schrieb ich in diesem Beitrag.


Wenn Geschwister sich ein Zimmer teilen, denke ich, hängt vieles vom Alter der Kinder ab. Wenn eines der Kinder jünger als 18-20 Monate ist, würde ich ihm separat noch ein eigenes, niedrigeres Regal mit nur einigen wenigen Spielsachen anbieten. Wenn es im Zimmer auch so zu "eng" wird, das Spielregal des Jüngeren (und Spielsachen, die gemeinsam bespielt werden,) für den Anfang eventuell ins Wohnzimmer verlagern.


Aus der gleichen Serie, nur etwas niedriger, ist ihr Regal für Kunstmaterialien und ihren CD-Player, den ich noch vor Jahren beim Hofer (Aldi) ergattert habe und den sie wunderbar alleine bedienen kann. Ihre CDs stecken auf einer kleinen CD-Spindel gleich daneben.

Arbeits- und Spielbereiche
Neben ihrem Regal mit den Kunstmaterialien steht ihr Schreibtisch wo sie bequem basteln und werken kann. Tisch und Stühle in passender Höhe sind mir besonders wichtig, damit sie eine gute Haltung entwickeln kann. Aus dem Grund hatte sie früher als Schreibtisch einen niedrigeren Couchtisch und einen Sessel mit abgesägten Beinen. Was sich jedoch bis heute nicht geändert hat, ist ihr Wunsch nach einer Tischdekoration. Diesmal: eine wunderschöne, rosarote Blüte des Kurkuma.


Neben dem Spielregal stehen ihr in einem großen Korb unterschiedliche Tischunterlagen und - da sie auch liebend gerne auf dem Boden arbeitet - zwei kleine, rutschfeste Teppiche griffbereit.


Ihre Arbeiten aus dem Kinderhaus, oder die, welche sie zu Hause zeichnet und bastelt und ihr lieb sind, sammelt sie in einer Türaufbewahrung mit vielen kleinen Fächern. 

Sie hat auch diesen kleinen Tisch in ihrem Zimmer stehen, den ich so wie auch ihren Frisiertisch, selbst weiß lasiert habe. Es ist ihr Naturtisch wo zurzeit ihre Lupe, ihr Fernglas, Gesammeltes aus der Natur und demnächst auch ihr Mikroskop seinen Platz finden wird.


Das Bett
Als Kleinkind hatte sie als Bett eine Matratze auf dem Boden liegen, wo sie problemlos hinein- und wieder hinauskrabbeln konnte und auch beim Schlafen viel Bewegungsfreiheit hatte. Als sie zirka 2,5 Jahre alt wurde, diente bei uns das Bodenbett aus und wir tauschten es auf ein einfaches Kinderbett um.



Kleiderschrank
In der alten Wohnung hatte sie ihre Klamotten in einem Einbauschrank, denn in ihrem kleinen Zimmer mit gerade mal 6 Quadratmedern gab es keinen Platz für so große Möbelstücke. Nun bekam sie ihren eigenen Kleiderschrank, endlich auch mit einer Kleiderstange. So ist es viel leichter für sie, sich etwas zum Anziehen auszusuchen oder ihr Gewand wieder zurück zu hängen. Kurze Hosen und T-Shirts kamen jeweils in Körbchen. Ich achte darauf, dass wirklich nur solche Klamotten im Schrank sind, die gerade zur Jahreszeit passen. Wie auch damals, klebte ich kleine Bilder auf die Körbchen und über die Stange, damit sie sich besser orientieren und Ordnung halten kann. Einige unserer Bilder für den Kleiderschrank könnt ihr gerne hier herunterladen.


Wenn ich das Kinderzimmer einrichte oder umgestalte, achte ich immer darauf, es aus der Augenhöhe meines Kindes zu betrachten. Ist das Zimmer auch aus dieser Höhe schön, so dass es sich hier wohlfühlen lässt? Ist es übersichtlich genug, so dass sich mein Kind zurecht finden kann? Ist das Zimmer auch praktisch, so dass es alles ohne Hilfe erreichen und nutzen kann? Mir war es wichtig, dass meine Tochter auch als Kleinkind die Türklinge, Schranktür und auch den Lichtschalter ohne meine Hilfe erreichen konnte, also stellte ich damals einen kleinen Tritthocker unter den Lichtschalter und band gut greifbare Schnüre an Schrank- und Zimmertüren. Heute sind diese natürlich nicht mehr notwendig und daher auch nicht mehr in ihrem Zimmer vorhanden.


Bücher
Ihre kleine Leseecke. Diesen hellen und gemütlichen Platz nutzt sie aber nicht nur um ihre Bücher anzuschauen, sondern auch um Musik zu hören und um Handarbeiten zu machen, wie Sticken oder Stricken, alles ebenso gleich greifbar auf ihrem Regal. Sie hat auch eine Leseecke im Wohnzimmer, wo ihre restlichen Bücher ebenso in einem Korb aufbewahrt sind. 

Aber wie sehr ich auch darauf achte, dass das Kinderzimmer schön, funktional und passend für ihr Alter und ihre Interessen ist, finde ich es genau so wichtig, dass sie den Raum auch nach ihrer eigenen Persönlichkeit und ihrem Geschmack gestalten kann. Immerhin ist es ihr Rückzugsort.


Im Internet gibt es mittlerweile jede Menge Inspiration für Eltern zum Thema Montessori. Bilder von hübschen Spielregalen, spannende Materialien und unzählige Spielideen. Doch so schön die Materialien und spannend die Spielideen auch sind, sie allein machen Montessori für zu Hause noch nicht aus. Montessori ist ein Lebensstil. Es ist die Art, wie wir Kindern begegnen. Wie wir sie in ihren Fähigkeiten stärken und auf ihrem Weg achtsam begleiten. Doch das allerschönste an Montessori für zu Hause ist: es ist FÜR ALLE umsetzbar! 

Schon eine ganze Weile plane ich, eine Serie zu starten, eine Art Leitfaden um zu zeigen, worauf es uns als Eltern bei Montessori wirklich ankommt. Wer Lust hat, kann gerne auch in unserer Facebook-Gruppe aktiv mitmachen. Schritt für Schritt.


Die Vorbereitete Umgebung für zu Hause 

Etwas ganz ohne Hilfe selbstständig zu meistern, gibt Kindern ein unglaublich starkes Selbstwertgefühl. Es ist dieses ganz bestimmte Gefühl die kleinen Hürden des Alltages alleine bewältigen zu können. Das Gefühl wichtig und fähig zu sein. Daher war es uns wichtig unsere neue Wohnung so einzurichten, dass unsere Tochter möglichst ohne Hilfe zurecht kommen kann und haben die Räumlichkeiten ihren Bedürfnissen und ihrer Größe angepasst.

Die Küche
Da sie beim Kochen so gut wie immer mit dabei ist, war es für uns besonders wichtig, die Küche gleich nach unserem Umzug für sie "anzupassen". Es war wirklich keine große Sache, ihr einen Bereich einzurichten, wo sie jederzeit beim Kochen bequem mithelfen kann. Er besteht aus diesem kleinen Tisch mit Regalboden, einem Tritthocker der meistens direkt am Kühlschrank steht (damit sie sich dort bedienen kann) und aus zwei der unteren Schubladen.


In einer dieser Schubladen liegen für sie ein paar Teller, einige Schüssel sowie Becher, in der anderen Besteck, eine kleine Reibe und andere Kochutensilien parat. Ich habe versucht die Schubladen möglichst übersichtlich einzuräumen, damit wirklich alles (s)einen Platz hat und sie jederzeit leicht an ihre Sachen herankommen kann.


Ihre kleine, selbstgenähte Schürze sowie ihre Putzwerkzeuge bekamen ebenso einen fixen Platz. Es sind nicht viele Werkzeuge, die in ihrer Putzecke für sie bereit stehen, wirklich nur das, was sie im Alltag immer wieder braucht: ein kleiner Eimer, eine Schrubbürste, trockene Lappen sowie Besen, Handfeger und Schaufel. Für zu Hause reichen diese völlig aus.


Wir trennen Müll, daher habe ich ihr nach genauer Recherche passende Bilder auf die jeweiligen Mülleimer geklebt. So kann sie sich (aber auch ich mich) besser orientieren.


Der Vorraum
Was mir beim Einrichten ihres Bereiches im Vorraum wichtig war, dass dieser möglichst simpel aber praktisch ist. Er besteht aus einem kleinen Beistelltisch als Schuhablage, einem Korb für Halstücher und Hauben sowie Haken für Schuhlöffel, für Taschen und Jacken. Junge Kinder haben ja viel kürzere Arme und erreichen ihre eigenen Füße beim Sitzen nur mühsam, daher bekam sie einen Sessel  mit abgesägten Beinen, so kann sie ihre Schuhe viel bequemer an- und ausziehen.


Die Sanitärräume
Wir hatten eine Zeitlang das Problem, dass die Toilette wegen dem viel Papier, das drinnen landete, immer wieder verstopft war. Seitdem ihr dieser Korb mit nur einigen Papierstücken zur Verfügung steht, ist dieses Problem ohne viel Trara aus der Welt geschafft. Dazu müssen wir ihr diesen Korb nur regelmäßig nachfüllen.


Zum Baden liegen ihr ein Naturschwamm, ein Waschlappen, (den ich ihr für ihre Handgröße zurecht genäht habe) und ein Seifenspender mit 2 in 1 Waschgel bereit. Ihr Bademantel, der auch gleichzeitig ihr Badetuch ist, bekam einen Haken auf einer für sie erreichbaren Höhe an der Tür.

Früher, als sie den Wasserhahn beim Waschbecken nicht erreichen konnte, richteten wir ihr einen kleinen Waschtisch ein, den wir tagtäglich fürs Händewaschen und Zähneputzen verwendeten. Sie holte sich mit dem Krug jedes Mal Wasser und nach dem Händewaschen leerte sie die Schüssel selbst in der Badewanne aus. Heute ist der Wasserhahn natürlich kein Thema mehr und mit Hilfe von diesem kleinen Tritthocker kommt sie jederzeit an das Waschbecken heran.


Der passende Spiegel über unserem Waschbecken fehlt leider noch, also bemalte ich einen kleinen Beistelltisch weiß, verpasste ihm einen kleinen Hocker (ein Flohmarktfund) mit einem selbstgenähten Bezug, besorgte noch beim Interio ein unglaublich hübsches Papierkörbchen für 6 Euro und richtete Julia diesen Frisiertisch und eine Nasenputz-Station ein. Ganz nach ihrem Geschmack.

Doch jedes Zuhause und jede Familie ist anders und hat unterschiedliche Ressourcen, daher wird auch die Umsetzung eine ganz individuelle sein. Mit etwas Kreativität lässt sich aber bereits mit wenigen Handgriffen die eigene Wohnung so einrichten, dass auch Kinder möglichst vieles selbstständig bewältigen und im Familienalltag aktiv mitmachen können.

P.S.: Im zweiten Teil meiner Serie zeige ich Euch dann das Kinderzimmer, samt Bett, Garderobe und Spielsachen.

Wir haben einige Lieblingsbücher, die wir nicht mehr missen möchten. Es gibt viele Möglichkeiten solche Lieblingsstücke für Kinder überschaubar, gut erreichbar und einladend aufzubewahren. Ich habe ein wenig im Internet recherchiert und einige schöne Ideen gefunden.


So eine liebevoll eingerichtete Leseecke wirkt einladend und Kinder lieben es, dort zu verweilen. Eine überschaubare Menge und sichtbare Buchcovers, statt bloße Buchrücken erleichtern ihnen die Suche. Ähnliche offene Bücherregale wie in der Vineyard Montessori Schule fand ich hier und hier. So ein praktisches Regal mit Segeltuchfächern fand ich auch in diesem Shop. Und die hübschen Wandregale lassen sich aus den BEKVÄM Gewürzregalen von Ikea ohne viel Aufwand selbst gestalten.


Wir haben ein Korb-System und zwei Leseecken für unsere Tochter eingerichtet. Einen Bereich hat sie im oberen Stockwerk in ihrem Zimmer, den anderen gleich neben unserem Wohnzimmer, da sie gerne in unserer Nähe ist.



Ich mag dieses Korb-System sehr. Es stehen ihr einige Bücher zur Auswahl, allerdings auf mehrere Orte aufgeteilt und diese kleineren Mengen bleiben so für sie überschaubar. Außerdem kann sie die Körbe jederzeit wegschieben oder umstellen und sogar nach ihren allerliebsten Büchern sortieren. Und welche Bücher sie zur Zeit am liebsten hat, zeige ich euch morgen.