05.02.2018

Selbstvertrauen beginnt mit "Selbst"


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Als Julia noch sehr jung war, besuchte ich mit ihr eine Montessori Spielgruppe, in welcher die Kinder jedes mal, nachdem sie den Raum und die Materialien ausgiebig erkunden konnten, eine kleine Jause bekamen. Ein niedriger Tisch war für sie ganz liebevoll angerichtet, an dem bereits Krabbelbabys auf kleinen Stühlen saßen. Sie konnten selbstständig etwas auf ihren Teller nehmen und essen und es war jedes mal so beeindruckend für mich zu sehen, wie sehr sie diese Freiheit genossen haben. Erst seitdem ist mir auch wirklich bewusst, was eine Vorbereitete Umgebung für ein so junges Kind bedeutet.

Daher habe ich Jakob gleich neben der Küche auch seinen eigenen kleinen Essplatz eingerichtet. Die Hauptmahlzeiten essen wir natürlich gemeinsam am Familientisch, aber seine kleine Nachmittagsjause biete ich ihm hier an.


Sein Essbereich besteht eigentlich aus zwei Würfelhockern in unterschiedlichen Größen, die ich (wie bereits so vieles andere auch) in Leens Manine Montessori Shop gefunden habe. Die Hocker sind ungemein praktisch, weil sie jeweils zwei Sitzhöhen haben und sie Jakob so noch lange verwenden kann. Solange er aber zum Sitzen noch den kleineren Würfelhocker benutzt, dient der größere Sessel als sein Tisch.


Den Tisch habe ich so platziert, dass dieser nicht wegrutscht wenn Jakob sich samt Sessel wegschiebt. Allerdings störte es mich, dass er dann eine leere Wand vor sich hat, daher suchte ich ihm ein Bild mit einem passenden Motiv. Dieses Aquarellbild mit den Äpfeln von Markus Kolp fand ich besonders schön und interessant, auch, weil ihn der Künstler mit dem Mund gemalt hat. Das sagt für Jakob noch nicht viel, aber Julia und ich waren davon unglaublich fasziniert.

Neben seinem Tisch habe ich auch einen kleinen Hocker hingestellt, weil ihm Julia bei der Jause gerne Gesellschaft leistet und wenn wir nur zu zweit zuhause sind, auch ich mich zu ihm hinsetzen kann.


Hier zu sitzen, ganz ohne Schutzbügel, dabei den Boden unter seinen Füßen zu spüren und seinen ganzen Körper viel bewusster wahrzunehmen ist so viel anders, als im Hochstuhl. Dadurch, dass er sich frei entscheiden kann, wann er genug hat und er sich dann vom Tisch wegschieben und vom Sessel "runterklettern" kann, gewinnt er eine Menge Erfahrungen, besonders darüber, wozu er in der Lage ist. Ich bin zwar immer bei ihm, versuche aber so wenig einzugreifen wie es nur geht um ihn dieses Gefühl, etwas alleine zu bewältigen und sich dadurch stärker zu fühlen, ja nicht zu nehmen. Weil Selbstvertrauen eben mit "Selbst" beginnt.


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Kommentare:

  1. Das Tischset finde ich toll. Gibt es dafür eine Anleitung?

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  2. Welchen Hocker benutzt Julia? Wir haben etwa den gleichen Altersabstand zwischen unseren Kids und ich hätte so gerne einen Möglichkeit wo sich die beiden zusammen hin setzten könnten.

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  3. Welche Pflanze hat er auf dem Tisch? :)

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  4. Da würde ich mich auch am liebsten dazusetzen! :-) Er sieht sehr zufrieden aus!

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  5. Darf ich Dich fragen warum er nie Lätzchen hat? Wird er nicht immer nass beim Trinken?

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  6. Jetzt habe ich mich endlich durch deinen Blog gewühlt. Es hat vier Wochen gedauert, auch wenn ich erst angefangen habe, als deine Julia ein wenig jünger als mein mittlerweile achtundzwanzig Monate alter Sohn war.

    Vielen Dank für die vielen schönen Inspirationen. Ich hatte zwar schon letztes Jahr das Buch "Kinder sind anders" gelesen und mich in meiner eigenen Haltung darin wieder gefunden. Aber durch deinen Blog ist der Text für mich nun viel lebendiger. Und unser Alltag wieder entspannter. Unsere Wohnung habe ich in den vier Wochen Zimmer für Zimmer an unseren Kleinen angepasst. Es ist noch nicht alles fertig und perfekt wird es wohl niemals sein. Aber unser Kleiner freut sich schon jetzt über die viele Freiheit, die er auch dank dir hinzu gewonnen hat :)

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  8. Hey, ich lese sonst eher still mit, wollte dich aber darauf hinweisen dass die Verlinkungen zu Manine Montessori in diesem Beitrag leider nicht (mehr) funktionieren. Ich vermute dass die Artikel aus dem Sortiment genommen wurden.

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  9. kids dont like to be separated from the parents table it never worked for me how nice how clean i put such a table for them. it feels like a punishment not to sit on the parents table. she likes to exchange and trade food and feed daddy....

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  10. Liebe Anna und Familie,

    Ich lese schon einige Zeit mit und Dein blog ist immer wieder Bestätigung und Inspiration. Ich empfehle ihn allen Freunden und Bekannten! Nicht alles ist gleich umsetzbar, habe ich ihn den letzten Jahren gelernt. 2 Jungs und ein Mädchen haben so Ihre eigene Dynamik...aber von vielen Beispielen konnten wir als Familie enorm profitieren! Herzlichen Dank für Deine grosse Arbeit!
    Eine Frage habe ich, die mir sehr am Herzen liegt: wie macht man es, wenn das Umfeld nicht mitzieht ‘auf den Mars’? Gerade bei Tisch gelten in der Herkunftsfamilie oder anderswo ganz andere Regeln... oder ganz allgemein im Alltag. Da ist viel Konfliktpotential, leider. Soll man erklären und argumentieren oder einfach mal machen?

    Vielen Dank und liebe Grüsse,

    Elena

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  11. Hallo,ich wollte mal fragen, so du denn die tolle Glaskanne her hast.ich bin selbst eine Erzieherin in einer Kita und wir suchen gerade solche, um den Kindern das Eingießen zu ermöglichen. LG Claudi

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