18-21 Monate alt
27.05.2019
Auf Jakobs Regal mit 23-24 Monaten - und warum ich seine Materialien nicht zu oft austausche

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In der Montessori-Kleinkindgruppe, in der ich tätig war, wechselten wir das Materialangebot weniger nach einem Zeitplan, viel mehr aufgrund unserer Beobachtungen und des Entwicklungsbedarfes der Kinder. Manchmal tauschten wir ein Material bereits nach 2 Wochen wieder aus, manches ließen wir aber sogar 4 Wochen oder länger auf dem Regal stehen.
Es war uns wichtig, darauf zu achten, dass das Materialangebot vielseitig ist. Aber für mich bedeutet es nicht unbedingt, dass dieses Materialangebot häufig gewechselt werden müsste. Ich bin sogar dafür, dass das Angebot länger auf den Regalen stehen bleibt, damit junge Kinder tatsächlich die Möglichkeit haben, diese Materialien in ihrem eigenen Tempo zu entdecken und zu erforschen und durch Wiederholungen, die Herausforderungen zu meistern. Manche Materialien werden vielleicht deswegen eine Zeit lang nicht von den Kindern beachtet, weil andere sie gerade mehr fesseln. Oder möglicherweise deswegen, weil die Herausforderung doch zu groß ist. Aber ich denke, auch diese Dinge zu beobachten oder ob ein Material nur ein wenig verändert werden muss, damit die Kinder zurechtkommen, braucht eben Zeit.
Abgesehen davon lag der Fokus in der Kleinkindgemeinschaft viel mehr beim praktischen Alltagsleben innerhalb der Gruppe. Die Kinder schälten lieber Bananen und Eier, deckten den Tisch, wuschen ihre Hände und begossen die Pflanzen im Gruppenraum und im Garten.
Es war uns wichtig, darauf zu achten, dass das Materialangebot vielseitig ist. Aber für mich bedeutet es nicht unbedingt, dass dieses Materialangebot häufig gewechselt werden müsste. Ich bin sogar dafür, dass das Angebot länger auf den Regalen stehen bleibt, damit junge Kinder tatsächlich die Möglichkeit haben, diese Materialien in ihrem eigenen Tempo zu entdecken und zu erforschen und durch Wiederholungen, die Herausforderungen zu meistern. Manche Materialien werden vielleicht deswegen eine Zeit lang nicht von den Kindern beachtet, weil andere sie gerade mehr fesseln. Oder möglicherweise deswegen, weil die Herausforderung doch zu groß ist. Aber ich denke, auch diese Dinge zu beobachten oder ob ein Material nur ein wenig verändert werden muss, damit die Kinder zurechtkommen, braucht eben Zeit.
Abgesehen davon lag der Fokus in der Kleinkindgemeinschaft viel mehr beim praktischen Alltagsleben innerhalb der Gruppe. Die Kinder schälten lieber Bananen und Eier, deckten den Tisch, wuschen ihre Hände und begossen die Pflanzen im Gruppenraum und im Garten.

Ganz ähnlich mache ich das auch zu Hause mit Jakob. Der Fokus liegt eher bei unserem Familienalltag. Aber auch was den Inhalt seines Regals betrifft, ist es mir wichtig, ihm eher weniger und auch seltener etwas neues anzubieten, dafür aber gut überlegte und sinnvolle Materialien:
- Ich beobachte ihn um herauszufinden, welche Interessen bzw. welche Entwicklungsbedürfnisse er hat und versuche dementsprechend, ihm Materialien und Aktivitäten anzubieten. Und wenn er das Angebot annimmt, beobachte ich ihn, wie er mit diesem Material arbeitet. Denn oft merke ich erst dann, wenn das Material noch ein wenig optimiert werden muss, ob es für ihn noch eine zu große oder vielleicht überhaupt keine Herausforderung mehr ist und er schnell das Interesse verliert.
- Ich achte darauf, die Regale übersichtlich zu gestalten und auf diesen wirklich nur wenige Materialien anzubieten. Jakob hat zwei Regale, eines in seinem Zimmer, eines im Wohnzimmer und auf jedem Regal stehen maximal nur 6-7 Materialien. Vor einem Jahr waren es noch weniger, vielleicht nur 4 oder 5. Dadurch, dass so wenig auf seinen Regalen steht, tut er sich leichter, sich etwas vom Angebot auszusuchen, sich auf die Arbeit zu konzentrieren und das Material danach auch wieder selbstständig auf seinen Platz zurück zu räumen.
- Statt ständig etwas neues zu kaufen, stelle ich lieber selbst Materialien her, ändere die bereits vorhandenen ein wenig und biete Jakob auch "ältere", ihm bereits bekannte Sachen erneut an. Er liebt es, diese neu zu entdecken und manchmal kann ein Material einem Kind zu einem späteren Zeitpunkt etwas ganz neues bieten, was es vorher noch nicht konnte. Und wenn ich Jakob dann doch etwas neues kaufen möchte, nutze ich meistens Ostern, Weihnachten und seinen Geburtstag als Gelegenheit und versorge dabei auch die Familie mit Tipps für passende Geschenkideen.

Auf seinen Regalen stehen zurzeit:
1. // Ein Passform-Ständer mit 3 farbigen Passformscheiben, die Jakob geschickt in eine bestimmte Position bringen muss, um sie auf den Ständer raufstecken bzw. wieder runterfädeln zu können.
2. // Ein selbstgenähter sensorischer Beutel mit ein paar Gegenständen aus der Natur, wie zum Beispiel einem Tannenzapfen, einem Stöckchen, einem leeren Weinbergschneckenhaus, einem ungeschliffenen Rosenquarz und eine Frucht der Ahonblättriger Platan. Dazu eine kleine Filzunterlage, um die Gegenstände darauf auslegen zu können. Das Beutelchen ist innen nahtlos, so dass die kleinen Hände wirklich nur den Inhalt ertasten können. Jakob liebt dieses Material und obwohl er den Inhalt bereits kennt, greift er liebend gerne in das Säckchen um die Gegenstände noch einmal zu ertasten und heraus zu räumen.

3. // Ein Holz-Steckspiel*, wobei Jakob die kleinen Holzzylinder mit dem Pinzettengriff in die Vertiefungen steckt. Die kleinen Holzzylinder zum Stecken habe ich allerdings auf nur 9 Stück und 3 Farben reduziert, so kann Jakob diese in einer Reihe auslegen und auch ohne bestimmte Vorgaben sortieren, wenn er möchte.
4. // Eine handbemalte Matroschka Puppe, die er von seiner Schwester vererbt bekommen hat und die er nach wie vor unglaublich spannend findet. Unsere Matroschka Puppen waren ein Geschenk vom Großonkel, die er von einer seiner Reisen mitgebracht hatte, aber sehr schön, klassisch und schlicht finde ich zum Beispiel auch dieses Set*.
5. //Ein kleiner, flacher Korb mit einigen wenigen Hotz-Bauklötzen, die Jakob gerne stapelt, in einer Reihe aufstellt oder ineinander fügt.
6. // Einige Holzschrauben, Holzmuttern und Bauelemente* die nach Herzenslust zusammengeschraubt und dabei auch die kleinen Hände geschickt eingesetzt werden können.

7. // Ein Korb mit verschiedenen Fahrzeugen*,dazu passende Abbildungen als Sprachmaterial. Er ist ganz begeistert von den Fahrzeugen, die er auf der Straße und auf den Baustellen sieht, so kann er diese anhand der Modelle noch einmal genauer anschauen und auch deren Namen wiederholen.
8. // Ein schlichtes Puzzle mit einem Giraffen-Motiv, das ich ihm erneut auf das Regal gestellt habe.

9. // Ein Korb mit Gegenständen, die sich ganz unterschiedlich öffnen und schließen lassen: Eine kleine, selbstgenähte Tasche mit Zippverschluss, eine mit einem Metallbügel, ein Schmuckkästchen mit Druckknopf, ein kleines Glas mit Drehdeckel und eine Schmuckschatulle mit einem Klappdeckel.

10. // Ein bunter Sortier-Kegel, wobei zuerst die inneren Zylinder, dann die äußeren Puzzleteile ihrer Größe nach gestapelt werden können. Eigentlich steht dieser Sortier-Kegel schon seit Weihnachten auf Jakobs Regal, aber er liebt ihn und experimentiert auch gerne beim Zusammenbauen, ob es auch andere Möglichkeiten gibt.
11. // Diesen Sound-Würfel mit Bauernhoftieren* bekam er auch zu Weihnachten und obwohl ich ihm so gut wie nie "Geräusche machende" Spielsachen anbiete, fand ich diesen Soundwürfel richtig spannend. Wenn Jakob die Würfel so nebeneinander stellt, dass dabei ein Tier zu erkennen ist, gibt der Würfel ein echtes Tiergeräusch dieses Tieres von sich. Wir verwenden diese Würfel als ein Sprachmaterial, wobei ich Jakob die Geräusche benannt habe (wiehern, muhen, grunzen...). Ich mag auch die Illustrationen, die sehr realistisch sind, allerdings ist unser Soundwürfel aus Plastik. Dafür entdeckte ich auch welche hier aus Holz*.
12. // Ein Korb mit Schleichfiguren, genauer gesagt mit einheimischen Waldtieren, dazu selbsterstellte Kärtchen, um die Figuren passend zuordnen zu können. Dieses ist auch ein Sprachmaterial, wenn ich also sehe, dass Jakob sich diesen Korb vom Regal holt, setze ich mich zu ihm und benenne ihm die Tiere. Und manchmal sortiert er alleine die Figuren einfach zu den Kärtchen.

13. // Im Wohnzimmer, wo auch sein kleiner Tisch steht, hat er auch einige Kunstmaterialien auf den unteren Fächern des Bücherschrankes stehen, allerdings nie mehr als 3 verschiedene Angebote. Meistens eher nur 2. Zurzeit steht hier wieder die Arbeit mit den Wachsmalblöcken* bzw. ... (15. //) ein winzig kleiner Locher* mit einigen dünnen Papierstreifen. Mehr über seine Kunstmaterialien und wie ich diese anbiete, schrieb ich bereits in diesem Beitrag.
14. // Diese kleine Holzschatulle, die ich auf dem Flohmarkt fand, füllte ich mit einigen größeren Holzperlen und einer dünnen Lederschnur zum Fädeln. Die Fädelperlen sind von Möbelschweden und weil Jakob mit der Bauwollschnur einfach nicht zurecht kam, (weil er diese kaum durch die Löcher stecken konnte,) bot ich ihm lieber diese dünne Lederschnur* an, die viel stabiler ist und die er daher auch viel leichter durch die Löcher führen kann.

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09.05.2019
Die Entdeckung des eigenen Willens - über Frustration & Wut und wie ich dabei mein Kleinkind auf dem Montessori-Weg begleite

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"Das Alter von 18 Monaten bis 3 Jahren ist die Zeit, die in unserer Kultur respektlos als 'Trotzalter' etikettiert wird. Möglicherweise denken manche in so abschätzigen Begriffen über diese neue Phase des Selbstaufbaus, weil sie hierfür so unvorbereitet sind und haben keine Ahnung, warum kleine Kinder, die bisher vergleichsweise kooperativ waren, auf einmal so unmöglich erscheinen und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen." - Lillard/Jessen, Montessori von Anfang an, S. 201
Vor ein paar Tagen hatten wir einen wichtigen Arzttermin und waren schon ziemlich spät dran. Da Jakob seit einem halben Jahr sowohl den Kinderwagen als auch die Trage vehement ablehnt, gingen wir wie üblich zu Fuß zur U-Bahn. Bei der Haltestelle angekommen, wollte er unbedingt die Stufen nehmen, doch als ich auf meine Uhr und dann auf die 110 Stufen vor mir blickte, ahnte ich schon, wie das ausgehen würde. Ich sagte ihm, dass ich ihn tragen müsste und nahm die Stufen in Windeseile mit einem tobenden Kleinkind auf meinem Arm.
Er schrie und zappelte die ganze Fahrt hindurch. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir einen Sitzplatz ergattern konnten, denn der Waggon war voller Menschen. Gegenüber saß eine ältere Dame und beobachtete uns. Nach einer Weile wandte sie sich zu mir und fragte, ob ich mit ihr Platz tauschen möchte, da neben ihr der Platz frei wäre und meinte noch "... damit es für Sie weniger stressig ist."
Er schrie und zappelte die ganze Fahrt hindurch. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir einen Sitzplatz ergattern konnten, denn der Waggon war voller Menschen. Gegenüber saß eine ältere Dame und beobachtete uns. Nach einer Weile wandte sie sich zu mir und fragte, ob ich mit ihr Platz tauschen möchte, da neben ihr der Platz frei wäre und meinte noch "... damit es für Sie weniger stressig ist."
Das saß. Die Dame meinte es nett, ich weiß, aber ihre Anmerkung traf mich wie ein Blitzschlag. Denn ich war tatsächlich mehr damit beschäftigt, was Jakobs Geschrei mit mir machte und wie mich all die Menschen in der U-Bahn anschauten, als mit der Tatsache, wie ich ihm helfen könnte. Klar war er laut und zappelte wild. Aber eigentlich war er es doch, der in Not war, nicht ich?!

Das in diesem Moment so zu sehen, war so eine Erleichterung! Plötzlich war es mir egal, was die Menschen um uns herum über uns dachten und sah auf einmal dieses 2 jährige Kind vor mir, das einfach nur deshalb tobte, weil es genau wusste, was es wollte. Es wollte doch nichts anderes, als seinem inneren Bauplan Folge zu leisten, da es aber erst 2 Jahre alt ist und im Hier und Jetzt lebt, konnte es noch nicht nachvollziehen, warum es diesmal von seiner großen Arbeit abgehalten wurde. Und dann war auch noch dieses überwältigende Gefühl, die Wut. Seine letzte Chance, um sich zu verteidigen, doch die es gleichzeitig so unglaublich hilflos fühlen ließ!
Vielleicht ist es wirklich nur eine Sache des Blickwinkels. Statt es einfach als eine "Trotzphase" abzutun und dabei den Fokus mehr auf die eigene Sichtweise und Unbehaglichkeit zu richten, sich lieber darauf zu konzentrieren, was hinter diesen Wutausbrüchen steckt: ein unglaublich großer Entwicklungsschritt! Ich erlebe Jakob nicht weniger kooperativ, wie bisher, immerhin möchte er dazugehören. Nur dass er jetzt auch etwas wichtiges zu verteidigen versucht, das er für sich endlich entdeckt hat: nämlich seinen eigenen Willen!
Auf jeden Fall blieb ich erstaunlich gelassen und obwohl Jakob bis zur Arztpraxis sehr unrund war, kamen wir sogar pünktlich zu unserem Termin. Während ich dort meine E-Karte aus der Tasche fischte, fragte mich der Herr beim Empfang, was passiert war, warum Jakob denn so knautschig wäre. Und während sich Jakob fest an mich klammerte und ich ihn umarmte, antwortete ich: "Es ist alles in Ordnung. Er weiß eben, was er will."

Solche Wutanfälle gibt es bei uns natürlich öfters. Und auch wenn es mir nicht immer gelingt, Jakob dabei mit so viel Gelassenheit zu begegnen, wie ich es möchte, versuche ich, mich darauf zu fokussieren, wie ich ihm helfen kann:
- In dem ich seine Gefühle akzeptiere. Ich weiß, dass er noch keine Impulskontrolle hat und ich ihn gar nicht davon abhalten könnte, seine Wut rauszulassen. Und um ehrlich zu sein, wollte ich das auch nicht. Worauf ich jedoch achte, ist, dass er dabei weder sich, noch andere verletzen kann.
- In dem ich seine Gefühle respektiere. Wenn er so in Rage kommt, lässt er sich weder umarmen, noch berühren, was ich absolut nachvollziehen kann. Wenn wir nicht gerade in einer Situation sind, wo ich ihn doch halten muss, bleibe ich zwar bei ihm, aber ich warte, bis er mir signalisiert, dass er getröstet werden möchte.
- In dem ich seine Gefühle bestätige und ihm so zeige, dass ich ihn wahrnehme. Dennoch vermeide ich es, ihn ständig daran zu erinnern, was der Auslöser seiner Wut war um ihm so die Möglichkeit zu geben, auf andere Gedanken zu kommen.
- In dem ich meine innere Ruhe bewahre und geduldig bleibe. Sei der Auslöser seiner Wut in meinen Augen noch so irrational. Aber ich merke, wie viel leichter es ihm dann fällt, mit seiner Frustration klar zu kommen und die Situation zu akzeptieren. Und um ehrlich zu sein, geht es mir nicht anders, wenn ich wütend bin. Die größte Hilfe sind dann für mich nicht die Ratschläge, das Mitleid von anderen oder gar Ignoranz, sondern jemand, der für mich einfach da ist und mir das Gefühl gibt, der sichere Hafen in stürmischer See zu sein.

Es gibt allerdings einiges, worauf ich im Alltag achte, wodurch uns schon so manche Wutanfälle erspart blieben und ich gleichzeitig auch Jakobs Bedürfnis nach mehr Unabhängigkeit gerecht werden kann:
- Die "Nein"-s möglichst vermeiden. Und seine Aufmerksamkeit lieber auf das zu lenken, was er machen kann. (siehe in einem früheren Beitrag: Mein Kleinkind liebevoll begleiten, ohne Nein zu sagen)
- Ihm keine Fragen stellen, wenn ich ihm bei etwas nicht die Wahl überlassen möchte. Statt ihn also zu fragen, ob er sich die Zähne putzen mag, lade ich ihn einfach dazu ein ("Jetzt kannst Du Deine Zähne putzen."). Aus demselben Grund habe ich mir auch die "Ja-Fragen" am Ende meiner Sätze abgewöhnt.
- Die Umgebung für ihn passend vorbereiten, so dass er die Möglichkeit hat, sich aktiv und sinnvoll in den Familienalltag einzubringen. Echte Aufgaben rund um den Haushalt sind so bereichernd für junge Kinder, auch wenn dadurch die Aufgaben nicht unbedingt schneller erledigt werden. Aber genau diese Aktivitäten ermöglichen ihm, eine Balance zwischen seinen Impulsen und seiner Selbstbeherrschung zu finden.
- Ihn in seiner Konzentration nicht (unnötig) stören! (siehe hier: Konzentration ist wesentlich! Bitte nicht unterbrechen!)
- Ihm so oft, wie möglich, die Möglichkeit geben, eigene Entscheidungen zu treffen. Das bedeutet für mich aber nicht, dass er jederzeit tun kann, was immer er will, immerhin kann er noch nicht die Verantwortung für seine eigene Sicherheit und Gesundheit übernehmen und auch nicht für die von anderen. Aber es gibt unzählige Situationen im Alltag, wo ich ihm einfach 2 Optionen zur Auswahl anbieten kann, zwischen denen er sich selbst entscheiden kann.
- Ihm mit einem regelmäßigen Tagesablauf das Gefühl von Sicherheit bieten und ihm die "Übergänge" rechtzeitig vorankündigen, damit er sich auf diese neue Situation vorbereiten kann.
- Die Dinge möglichst positiv sehen und mit mehr Leichtigkeit und Humor nehmen. Einerseits, weil lachen verbindet und uns dadurch schon einige unnötige Stresssituationen erspart blieben. Andererseits, weil ich denke, dass ich meinen Kindern beim Positiven Denken ebenso ein Vorbild sein kann. Ich kann sie nicht vor Frustration bewahren. Aber durch eine positive Einstellung sie darin stärken, die Dinge dennoch optimistisch anzugehen und an ihre eigenen Fähigkeiten zu glauben.


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Jakob war noch nicht ganz 15 Monate alt, als ich ihm zum ersten mal eine Kunstaktivität anbot. Jetzt ist er mittlerweile 22 Monate alt und liebt es, zu kleben, zu kneten und er übt auch gerade den Umgang mit seiner kleinen Schere. Aber wie auch bei anderen Aktivitäten, brauchen so junge Kinder viel Begleitung, Achtsamkeit und vor allem Zeit sowie wirklich sorgfältig vorbereitete Materialien. Daher halte ich mir einige Punkte immer vor Augen, wenn ich Jakob eine Kunstaktivität vorbereite:
- Je simpler, desto besser. Ich biete ihm bis heute nur eine Kreide, einen Buntstift oder eine Malfarbe an und bereite die Materialien sehr einfach und übersichtlich für ihn vor. Einerseits, damit er nicht überfordert wird und möglichst selbstständig arbeiten kann, aber auch, um ein unnötiges Chaos zu vermeiden.
- Qualität vor Quantität. Denn mit Materialien in guter Qualität sind auch die Erfolgserlebnisse größer. Nichts ist ärgerlicher und demotivierender, wenn beim Zeichnen ständig die Minen abbrechen oder sich das Papier sofort aufwellt, wenn es beim Malen nass wird.
- Alles auf kleine Tabletts vorbereiten. So sind die Materialien, die Jakob für eine Arbeit braucht, alle auf einem Platz und er kann diese samt Tablett zu seinem kleinen Tisch tragen. Außerdem tut er sich so auch beim Wegräumen leichter. Allerdings achte ich darauf, dass das Tablett wirklich klein und für ihn handlich ist. Die Tabletts, die wir haben, sind daher maximal 20 cm breit.
- Freien Zugang zu den Materialien bieten. Die Freiheit der Wahl ist so wichtig! Auch bei so jungen Kindern. Darum stehen die Kunstmaterialien zurzeit auf seinem offenen Regal im Wohnzimmer. Aber nicht alle auf einmal. 2-3 dieser Aktivitätsangebote gleichzeitig reichen völlig aus, ich wechsle diese dann lieber nach Bedarf.
- Materialien in passender Größe anbieten ist so wesentlich! Früher dachte ich, je kleiner die Hände, umso dicker sollten die Pinsel und Stifte sein, damit Kinder diese gut ergreifen können. Aber wenn ich zum ersten Mal mit einem Werkzeug zu arbeiten versuchte, würde ich mir wirklich leichter tun, wenn dieses groß und klobig wäre? Könnte ich da mit meinen noch ungeübten Händen wirklich lernen, mit diesen Werkzeugen umzugehen? Beim Kauf von Pinseln und Buntstiften greife ich darum lieber zu dünneren und kleineren Produkten und schneide auch das Papier auf eine, für Jakob passendere Größe zu.
- Es geht um den Prozess und um die Bewegungen, nicht um das Ergebnis. In dem Alter geht es weniger darum, konkrete Collagen oder Zeichnungen zu kreieren. Und das Ziel ist es auch nicht, junge Kinder über Kunst zu "unterrichten". Viel mehr geht es dabei um die Bewegungen und das Wiederholen. Darum, dem jungen Kind zu helfen, viele Sinneseindrücke zu sammeln und die Hände sinnvoll zu gebrauchen.


1// Für seine allererste Kunstaktivität besorgte ich für Jakob diese Wachsmalblöcke*, die er bereits damals mit dem 3-Finger-Griff gut halten konnte, sowie eine Pappschachtel* in der ich ihm immer nur einige wenige Wachskreiden zur Verfügung stellte. Ich besorgte ihm auch Papier in guter Qualität*, eine Schreibunterlage* um den Tisch zu schonen und die ich, wie auch das Papier, etwas kleiner zugeschnitten habe und stellte alles auf ein Tablett (das eigentlich der Deckel einer Vorratsdose ist) direkt neben Jakobs Arbeitstisch.
Er fand das Material sehr interessant, so zeigte ich ihm mehrmals am Tag, wie er alles zum Tisch rübertragen und auf dem Tisch arrangieren konnte. Bis er mit dem Herrichten und Wegräumen auch ohne Hilfe zurechtkam, dauerte es allerdings 5-6 Wochen. Jetzt steht das Material bereits auf dem Regal im Wohnzimmer wo ich ihm auch eine kleine Holzbox mit Papier vorbereitet habe. So kann er sich selbst Papier nehmen, wenn er zeichnen möchte.

2// Etwas später, als er ca. 17 Monate alt war, bot ich ihm Ton* an, der in einer kleinen Dose aufbewahrt war, die Jakob ohne Hilfe auf- und zumachen konnte. Ton ist etwas fester als die handelsüblichen Kneten und genau deswegen so spannend für kleine Hände, die nach maximaler Anstrengung suchen. Wir kneteten den Ton mal nur mit der linken Hand, dann nur mit der rechten Hand und ich zeigte Jakob auch, wie er kleine Tonstücke abzwicken und zwischen den Handflächen rollen kann. Das fasziniert ihn bis heute noch!
Allerdings kann Ton recht schnell austrocknen, darum stellte ich auf das Tablett auch eine kleine Schale mit einem Schwamm bereit den ich vorher immer etwas befeuchte. So kann Jakob das Tonstück darauf drücken und dieses so weich halten.


3// Diese Buntstifte*, die ich für Jakob entdeckt habe, kann ich wirklich nur wärmstens empfehlen! Die Farben sind kräftig und auch die Minen brechen nicht so leicht ab. Der Grund, warum auch Julia so gerne mit diesen Buntstiften zeichnet! Die Stifte sind außerdem rund und für so kleine Hände viel angenehmer zu halten, als die mit Kanten. Damit aber Jakob mit den Buntstiften auch wirklich gut arbeiten kann, sägte ich diese gut auf die Hälfte kürzer.
Ich hätte es nie gedacht, dass die Größe des Papiers so einen Unterschied machen kann! Aber das tut es wirklich und weil es in dieser Größe viel handlicher für kleinere Hände ist, kann Jakob, während er mit einer Hand zeichnet, mit der freien Hand das Papier an der Ecke gut festhalten.

4// Diese kleine Schiefertafel, die ich damals in diesem Shop fand, bekam Jakob von seiner großen Schwester vererbt. Leider ist die Tafel in diesem Shop nicht mehr erhältlich, dafür fand ich ähnliche hier* und auch hier.
Zur Schiefertafel stellte ich ihm auch eine winzige Schale mit einer halben Tafelkreide bereit und dazu einen Trockenlappen, womit er die Tafel wieder abwischen kann. Alles ganz simpel und dennoch genau passend für ein 18 Monate altes Kind.


Für die Papierformen besorgte ich eine Mini-Kommode aus der Drogerie. Die Papierformen müssen weder einfärbig noch bestimmte geometrische Formen aufweisen, ich achtete lediglich nur darauf, dass die Rückseite der Papierformen weiß bleibt, damit Jakob weiß, welche Seite er mit Klebstoff anpinseln kann.

6// Jetzt, mit 22 Monaten übt er liebend gerne das Schneiden mit einer kleinen Schere. Die Schere ist gerade mal 10 cm lang und liegt daher perfekt in seiner Hand. Sie war ein Geschenk, darum weiß ich leider nicht, wo sie zu kaufen ist, aber ich habe ja bereits einen Beitrag über passende Scheren für kleine Hände geschrieben und fand außerdem ähnliche Scheren, so wie unsere auf dem Foto, auch hier*, hier* und hier.
Allerdings zeigte ich ihm zuerst, wie er die Schere halten und auf- und zumachen kann. Erst, als er das Werkzeug einigermaßen beherrschte, zeigte ich ihm, wie er die dünnen Papierstreifen damit durchschneiden kann. Wenn er mit der Schere arbeitet, bleibe ich bei ihm, greife aber nur dann in seine Arbeit ein, wenn er etwas anderes als das Papier durchzuschneiden versucht oder die Schere so benutzt, dass er sich verletzen könnte. Und wenn ich merke, dass er zu unkonzentriert ist, dann breche ich die Aktivität sogar ganz ab und lade ihn lieber zu einer anderen Arbeit ein. Denn Sicherheit geht vor.

7// Seit Weihnachten, da sie ein Geschenk war, steht auch eine kleine Staffelei vom Möbelschweden in unserem Wohnzimmer, direkt neben dem Fenster. Die Beine der Staffelei haben wir, wie auch bei sämtlichen anderen Möbeln auch, um gute 15 cm kürzer gesägt, so passt die Höhe der Staffelei auch für Jakob perfekt.
Zum Malen besorgte ich ihm einen sehr dünnen Pinsel*, einen Malbecher mit Auslaufschutz* und diese Malfarben*, wo die einzelnen Farben sehr praktisch herausnehmbar sind. Ich biete Jakob auch hier fürs erste immer nur eine Farbe an und fülle auch in den Malbecher nur sehr wenig Wasser ein. So kann sich Jakob gut auf die Aktivität konzentrieren und die Materialien nach seiner Arbeit auch selbstständig wieder wegräumen.

Was die Schürze betrifft, sieht sie nicht besonders hübsch aus, aber sie ist selbstgenäht und Jakob kann auch nur mit wenig Hilfe in sie hieneinschlüpfen und sie ebenso einfach wieder ausziehen. Sie ist übrigens aus einer wasserdichten, weichen Betteinlage recycelt und war binnen 30 Minuten zugeschnitten und zusammengenäht.

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"Das Ziel der vorbereiteten Umgebung ist es, das heranwachsende Kind so weit wie möglich unabhängig vom Erwachsenen zu machen. Das heißt, es ist ein Ort, an dem es Dinge für sich selbst tun kann, sein eigenes Leben ohne die unmittelbare Hilfe von Erwachsenen leben kann." - Maria Montessori
Jakobs Zimmer hat sich ein wenig verändert seitdem ich es hier das letzte mal gezeigt habe. Denn so wie Jakob wächst und wie seine Fähigkeiten zunehmen und Bedürfnisse sich ändern, so "wächst" auch sein Zimmer mit ihm mit. Aber bevor ich euch in seinem Zimmer herumführe, wollte ich noch etwas wichtiges anmerken.
Ich mag es, mich in meinem Zuhause mit schönen Dingen zu umgeben. Nicht nur, weil ich mich dann einfach wohler fühle, sondern weil ich dann auch mehr Freude daran habe, die Wohnung schön zu halten. Der Grund, warum ich auch die Bereiche meiner Kinder schön ein zu richten versuche. Aber eine gut vorbereitete Umgebung ist nicht die, die "nur" hübsch aussieht. Sondern die, die es dem Kind auch ermöglicht, unabhängig zu sein, die es in seiner Entwicklung fördert und die für diese jeweilige Familie im Alltag gut passt. Daher denke ich, dass es genauso viele und unterschiedliche vorbereitete Umgebungen für zu Hause gibt, wie viele Kinder und Familien es gibt. Hier zeige ich, wie WIR Montessori zu Hause leben und was Montessori für uns bedeutet. Bitte nehmt die Fotos und meine Gedanken nicht als ein Handbuch sondern vielmehr als eine Inspiration.
Den kleinen Rundgang in Jakobs Zimmer beginne ich bei seinem Regal, das bisher an der Wand stand. Es passt von der Größe und Höhe her noch wunderbar, nur dass ich es jetzt so gedreht habe, dass Jakob von beiden Seiten Zugang zu seinen Materialien hat. So wirkt es viel einladender und auch die Bereiche im Raum sind klarer voneinander getrennt.

Jakob ist viel gewachsen in letzter Zeit, so dass die Matratze auf dem Boden als Bett endgültig ausgedient hat. Er hat jetzt ein einfaches, niedriges Bett, das gerade mal so hoch ist, dass er bequem am Rand sitzen und problemlos vom Bett aufstehen kann. Das Bett ist übrigens selbstgemacht. Wenn ihr wollt, kann ich gerne eine Bauanleitung samt Materialliste dazu auf den Blog stellen.

So sieht zurzeit Jakobs Leseecke aus. Früher stand hier ein großer Weidenkorb mit Lammfell und Polster. Von einer lieben Freundin bekamen wir jedoch diesen kleinen Rattansessel von Ikea geschenkt, dessen Beine sogar sie für uns schon kürzer gesägt hatte, so richtete ich Jakob eine neue Leseecke ein. Damit es noch gemütlicher aussieht, stellte ich ihm auch einen Beistelltisch neben seinen Lesestuhl. Das Licht selbstständig ein- und ausschalten zu können macht ein 21 Monate junges Kind nicht nur unabhängiger, sondern auch unglaublich stolz! Und es braucht gar nicht viel dazu, ihm zu mehr Unabhängigkeit zu verhelfen: eine einfache Tischlampe, die er ohne Hilfe ein- und ausschalten kann...

... aber auch ein kleiner Tritthocker direkt unter dem Lichtschalter reicht dazu völlig aus.

Auch der Bereich, wo er sich umkleidet (mehr dazu hier), wird am Tag ganz oft benutzt. Nicht nur am Morgen beim Ausziehen seines Pyjamas, sondern auch tagsüber, wenn sein Gewand nass ist oder bevor wir das Haus verlassen. Den kleinen Sessel könnten wir uns aus dem Bereich gar nicht mehr wegdenken. Er ist so praktisch! Besonders beim Hosen- und Sockenanziehen! Auch der kleine Wäschekorb, gleich neben dem Sessel, ist im Dauereinsatz und wird von Jakob liebend gerne zur Waschmaschine getragen.

Gleich neben dem Kleiderschrank steht ein kleiner Frisiertisch, wo sich Jakob seine Haare bürsten, seine Nase putzen und sein Gesicht mit Salbe eincremen kann. Und ja, auch dieser Tisch ist selbstgemacht. In nur 10 Minuten. Dazu schraubte ich vom Ikea RAST Regal den unteren Regalboden ab und schraubte es stattdessen als Rückwand wieder an. So entstand unterhalb Platz für einen Hocker zum Sitzen, trotzdem blieb der Tisch stabil. Den kleinen, antiken Hocker retteten wir einst vor dem Sperrmüll, ich verschaffte ihm lediglich einen neuen, fröhlicheren Polsterbezug.
Jakob hat auch im Wohnzimmer einen kleinen Bereich nur für sich. Diesen und den Inhalt seiner Regale mit 21 Monaten zeige ich dann in den nächsten Beiträgen.

Jakob hat auch im Wohnzimmer einen kleinen Bereich nur für sich. Diesen und den Inhalt seiner Regale mit 21 Monaten zeige ich dann in den nächsten Beiträgen.

03.02.2019
7 einfache Kleiderschrank-Ideen für das Montessori Kinderzimmer - (und wie ich meinen Kindern helfe in ihren Schränken Ordnung zu halten)

Ich liebe es, unser Zuhause nach Montessori einzurichten und zu sehen, wie viel so eine vorbereitete Umgebung meinen Kindern ermöglichen kann. Vor allem jetzt, wo wir Homeschooling machen und so beide Kinder mit mir zu Hause sind, merke ich, wie sehr uns dies den Alltag erleichtert - vor allem, wenn es um den Kleiderschrank und um das An- und Ausziehen geht.
So ein Kleiderschrank nach Montessori hat so viele Vorteile!
- Er ermöglicht es meinen Kindern, ihre Kleidung selbst auszusuchen und dabei ihre eigenen Entscheidungen zu treffen,
- er ermöglicht ihnen, ihre Kleidung selbst wegzuräumen und so Sorge für ihre Sachen zu tragen,
- Jakob und Julia gewinnen dadurch immer mehr Vertrauen in ihre Fähigkeiten
- und tun sich beim An- und Ausziehen und bei den "Übergängen" im Tagesablauf viel leichter.
Und weil sich so ein Kleiderschrank nach Montessori zu Hause ganz einfach umsetzen lässt, zeige ich hier einige schöne Kleiderschrank-Ideen fürs Kinderzimmer und einige Tipps, die meinen Kindern helfen, in ihrer eigenen Garderobe mehr Ordnung zu halten.

1// Jakobs Garderobe ist ein kleiner, offener Schrank, den wir schon vorletztes Jahr in Leens Manine Montessori Shop gefunden haben. Und wir lieben ihn! Er hat genau die passende Größe für ein Kleinkind und weil er offen ist, hat Jakob jederzeit Zugang zu seinen Sachen.

Jakob ist in dem Alter, wo er gerade seinen eigenen Willen entdeckt. Das ist ein großer Meilenstein und ein wichtiger Prozess, darum ist es mir wichtig, ihm so oft wie möglich im Alltag Entscheidungsmöglichkeiten anzubieten. Auch beim Aussuchen seiner Kleidung.
Mit einem überfüllten Schrank wäre er jedoch restlos überfordert (und auch ich müsste wahrscheinlich mehrmals am Tag alles wieder in die Fächer zurückräumen). Daher richte ich ihm täglich, je nach Jahreszeit, immer jeweils 2 T-Shirts, 2 Langarm-Shirts, 2 Hosen und 2 Socken bereit, von denen er sich etwas zum Anziehen selbst aussuchen kann. Seine restlichen Sachen liegen in dem geschlossenen Kleiderschrank links in der Ecke, den wir beim Möbelschweden gefunden haben und woraus sich Jakob in einigen Jahren schon selbst bedienen kann.
Mit einem überfüllten Schrank wäre er jedoch restlos überfordert (und auch ich müsste wahrscheinlich mehrmals am Tag alles wieder in die Fächer zurückräumen). Daher richte ich ihm täglich, je nach Jahreszeit, immer jeweils 2 T-Shirts, 2 Langarm-Shirts, 2 Hosen und 2 Socken bereit, von denen er sich etwas zum Anziehen selbst aussuchen kann. Seine restlichen Sachen liegen in dem geschlossenen Kleiderschrank links in der Ecke, den wir beim Möbelschweden gefunden haben und woraus sich Jakob in einigen Jahren schon selbst bedienen kann.
2// Einen ganz ähnlichen kleinen, offenen Kleiderschrank fand ich auch beim Möbelschweden. Er hat sowohl eine Stange, als auch einige praktische Fächer. Er ist klein, offen und übersichtlich und meiner Meinung nach ideal für die ersten Jahre.
3// Diese kleine, weiße Garderobe* ist ebenso offen und in passender Höhe für Kleinkinder und hat dazu auch noch einen Ganzkörper-Spiegel an der Seite. Ich kann mir gut vorstellen, wie viel Freude ein Kleinkind daran hat, sich in so einem Spiegel zu betrachten.
Für ganz junge Kinder sah ich auf diversen Blogs einfache Ikea-Hacks aus dem 4-er KALLAX Regal vom Möbelschweden (zum Beispiel hier und auch hier). Auch das ist eine tolle Möglichkeit, bereits ganz jungen Kindern mehr Unabhängigkeit beim Aussuchen der eigenen Kleidung zu ermöglichen.
4// Für Kinder, die sich bei Schranktüren und Schubladen problemlos bedienen können, fand ich diesen entzückenden kleinen Schrank.*. Statt dem einen Einlageboden im Schrank, kann ja auch eine kleine Stange angebracht und an die Tür und die Fronten der jeweiligen Schubfächer Fotos vom Inhalt darauf geklebt werden.
5// Auf diesen schönen Kinder-Kleiderschrank, der ebenso vom Möbelschweden ist, machte mich eine liebe Freundin aufmerksam. Ich finde die Lösung mit der Schiebetür super praktisch und den Schrank, mit den 2 Kleiderstangen und 4 recht großen Fächern sogar für 2 junge Kinder wunderbar.

6// Julias Kleiderschrank ist ebenso vom Möbelschweden. Allerdings mussten wir damals, als wir ihn gekauft haben, die Schrankbeine erheblich absägen, damit Julia an ihre Kleiderstange herankommen konnte. Wir besorgten für sie auch ein einfaches Aufbewahrungssystem, um mehr Stauraum zu schaffen und damit sie ihre Kleidung besser sortieren kann.
Aber auch wenn sie schon 7 Jahre alt ist, braucht sie unsere Hilfe, um in ihrem Kleiderschrank Ordnung halten zu können:
Aber auch wenn sie schon 7 Jahre alt ist, braucht sie unsere Hilfe, um in ihrem Kleiderschrank Ordnung halten zu können:
- Damit der Schrank nicht zu voll ist aber auch, um unnötige Diskussionen zu vermeiden, passen wir den Inhalt ihres Schrankes 2 bis 3 mal im Jahr entsprechend der Jahreszeit gemeinsam an.
- Ich liebe die Tipps von Marie Kondo und falte all unsere Sachen nach ihrer Methode. Ich zeigte auch Julia, wie sie ihre eigenen Klamotten so falten kann und sie tut sich seitdem dabei um einiges leichter. Ihr Schrank sieht so viel ordentlicher aus, als wenn alle Sachen gestapelt wären und auch Julia kommt leichter an diese heran.
- Sie räumt ihre frische Wäsche, die wir gemeinsam zusammenfalten, auch selbst in ihren Schrank. Ich helfe ihr, wenn sie Hilfe braucht. Aber ich denke, wenn sie die Wäsche selbst wegräumt, weiß sie auch genau, wo sie was finden kann und es macht sie wirklich stolz, Verantwortung für ihre Dinge übernehmen zu können.
- Wir versuchen mit dem Wäschewaschen sparsam umzugehen und ziehen die Hosen und Shirts, die wir bereits anhatten und die aber nicht allzu schmutzig sind, am nächsten Tag wieder an. Zu den frischgewaschenen Sachen legen wir diese aber dennoch ungern zurück. Darum steht in Julias Schrank extra ein Korb für diese Wäsche bereit. Sie kann diesen Korb auch Abends ins Badezimmer tragen, da sie sich ja zum Baden dort auszieht. So liegen ihre Klamotten nicht überall herum und sie findet am nächsten Tag alles zum Anziehen schnell wieder an.

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Ich hoffe, ihr hattet alle einen guten Start in das Jahr 2019! Wie bereits in den letzten 12 Jahren, seitdem wir verheiratet sind, unternahmen wir in den ersten Tagen nach Silvester ganz traditionell einen ausgiebigen Neujahresspaziergang. Diesmal allerdings schon zu viert. Jakob hat so viel Freude daran sich zu bewegen und zu spazieren! Beim Wandern bleibt er zwar öfters stehen oder läuft an hügeligen Stellen zig mal die gleiche Strecke auf und ab. Aber er ist keineswegs langsam und hat eine unglaublich große Ausdauer.

In unserem Park, gleich neben dem Feldweg, wohnen ganz viele Meisen im dichten Gebüsch, für die wir jedes Jahr, wenn die eisige Kälte anbricht, kleine Futterstellen aufhängen. Diesmal versuchten wir uns an einfachen, ringförmigen Futterspendern, die wir aus Papprollen formten und machten auch welche aus übriggebliebenen Orangenschalen.

Jakob und Julia hängten die Futterspender dann an den unterschiedlichsten Stellen auf und jedes Mal, wenn wir dann wieder an diesen vorbeispazierten, schauten sie neugierig nach, ob die Vögel schon daran geknabbert hatten. Wir besitzen zwar einige schöne Bücher über einheimische Tiere im Winter, die wir auch liebend gerne lesen, aber solche Futterstellen vorzubereiten und zu beobachten, wie die Meisen daran knabbern, ist für Kinder immer wieder ein spannendes Erlebnis, bei dem auch so viele schöne Gespräche über Tiere und die Jahreszeiten entstehen können.

Vor ca. 3-4 Monaten haben wir Julias Zimmer endlich umgeräumt. Sie ist aus ihrer alten Zimmereinrichtung schlichtweg herausgewachsen. Jetzt ist der Raum optisch etwas größer und mit der Nähmaschine, die Julia zu Weihnachten bekommen hat*, ist auch ihre Näh-Ecke (oder eigentlich kleine Handwerkstatt) endlich komplett.

Wir haben ganz viele Sachen gemeinsam aussortiert, verkauft oder weggeräumt und wirklich nur das auf dem Regal gelassen, was Julia oft benutzt oder woran ihr viel liegt. Es blieben lediglich ihr Lego, einige Gesellschaftsspiele, ihr Mikroskop und ihr Perlen-Set, womit sie zurzeit leidenschaftlich gern Perlenfiguren fädelt. Ein Spielregal wird zuhause nicht dadurch "Montessori", dass es mit zahlreichen und trendigen Spielsachen überfüllt wird. Sondern, wenn die (wenigen) Materialien den Interessen dieses einen Kindes entsprechen, seinen Entwicklungsbedürfnissen gerecht werden, ihm etwas sinnvolles bieten können und für ihn ordentlich, übersichtlich und einladend aufbewahrt werden. In den nächsten Tagen zeige ich noch mehr Fotos über ihr Zimmer und den Inhalt ihrer Regale.

Wenn sie nicht gerade näht, fädelt oder webt, baut sie an ihrem Lego-Roboter* weiter, den sie ebenso zu Weihnachten bekommen hat. Aus dem Set kann sie 7 verschiedene Modelle bauen, dementsprechend besteht es aus unglaublich vielen Teilen. Damit sie diese beim Zusammenbauen schneller finden kann, sortierte sie die Teile nach ihrer Farbe in kleine Boxen und Schälchen. Es gibt so oft Momente, bei denen ich merke, wie sehr sie von den Montessori-Materialien profitiert. Nicht nur wegen dem freudvollen Entdecken und Be-Greifen können. Ich sehe es auch daran, wie sie Dinge im Alltag angeht: strukturiert und mit einem Plan.

Was Jakob betrifft, ist er mitten drin in der "Phase" maximaler Anstrengung. Auch beim Tischdecken beteiligt er sich jeden Tag und während Julia die Teller und das Besteck anrichtet, trägt er den Krug voller Wasser hoch konzentriert zum Esstisch.


Immer mehr beobachte ich, wie er Dinge einander zuordnet oder gruppiert, darum bereitete ich ihm ein passendes Material vor: einen Korb mit einigen Gegenständen aus der Küche, die er bereits kennt, dazu Karten mit passenden Bildern. Die Fotos von den Gegenständen knipste ich dazu von oben und druckte diese in Originalgröße auf Kartonpapier aus. So kann Jakob die Küchenutensilien genau auf die Abbildungen legen. Zu verstehen, dass etwas Konkretes auch als etwas abstraktes abgebildet werden kann, ist ein großer Schritt in diesem Alter und dadurch, dass er die Gegenstände 1:1 auf die Bilder legen kann, für ihn leichter nachvollziehbar.

Er ist in den letzten Wochen so viel gewachsen! Darum mussten wir seinen kleinen Tisch in der Küche auf einen etwas höheren Arbeitstisch tauschen. Hier kann er auch beim Stehen seine Jause zubereiten und sogar Julia bei der Arbeit zuschauen. Ich liebe das YPPERLIG Tisch-Set vom Möbelschweden! Das Set ist so praktisch! Den allerkleinsten Tisch verwendet Jakob als Waschtisch im Badezimmer, den mittleren als Arbeitstisch in der Küche und der größte Tisch steht in Julias Zimmer in ihrer Näh-Ecke.

Mehrmals am Tag bereite ich ihm eine Arbeit auf einem Tablett in seinem Küchenregal vor. Manchmal einfach nur eine Mandarine oder eine Banane zum Schälen, oder Granatäpfelkerne zum Herauspicken aus der Schale oder ein Knäckebrot und etwas Liptauer zum Bestreichen. Er hat jederzeit Zugang zu diesem Tablett, was aber nicht bedeutet, dass er damit tun kann, was er will. Ich begleite ihn dabei und wenn er Hilfe braucht, erinnere ich ihn freundlich daran, wie er das Tablett zum Tisch tragen, den Eimer für die Obstschalen vom Regal holen, das Obst schälen, das Brot bestreichen und die Obstschalen im Müll entsorgen kann.

Ich bekam so viele Nachrichten mit der Bitte, Julias Linear-Kalender auch für dieses Jahr zum Herunterladen online zu stellen. Auch wir lieben diesen Kalender! Er ist übersichtlich, klar und hilft Kindern auch optisch zu verstehen, dass Zeit etwas kontinuierliches ist. Dass es bei Kindern ein Prozess ist, die Zeit nachvollziehen zu können, schrieb ich bereits in diesem Beitrag und zeigte dazu auch einige Kalender-Ideen. Aber einige Gedanken hätte ich noch dazu, die ich auf jeden Fall noch verbloggen möchte. Bis dahin, hier unser Linear-Kalender für das Jahr 2019. Einmal auf Deutsch und einmal auch auf Englisch.

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