16.01.2018

Montessori oder Baby-Led Weaning?

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Ich weiß noch, damals bei Julia war ich recht unsicher, wann und wie ich ihr zum ersten mal Beikost geben sollte. Ich machte mir zu viele Gedanken darüber, ob sie schon bereit war, oder ob wir noch warten müssten. Was, wenn sie davon nicht satt wird? Im Nachhinein denke ich, dass ich zu sehr mit meinen vorgefassten Meinungen beschäftigt war, anstatt auf meine Tochter zu achten. Dabei ist dieser Prozess des Abstillens ein so großer Schritt im Leben eines Babys. Daher beobachte ich Jakob nun ganz genau und lasse mich von ihm leiten. Ich ließ ihn entscheiden, wann er für die Beikost bereit war und lasse es auch ihm über, wie lange dieser Abstillprozess dauern wird.

"Eltern machen sich oft Sorgen, dass sie mit dem Einführen der Beikost (und somit mit dem Abstillen) zu früh oder zu spät beginnen. Im Idealfall wird das Kind nicht 'abgestillt', sondern ihm wird Unterstützung angeboten, damit es so im richtigen Zeitpunkt sich selbst 'abgewöhnt'. Wir bieten an und dann beobachten wir aufmerksam, um das Interesse und die Fähigkeit des Kindes zu erkennen. So werden das Tempo und der Zeitpunkt des Abstillens vom Kind selbst individuell bestimmt.

Wir versuchen nicht das Baby an einen Erwachsenen- oder gesellschaftlichen Zeitplan anzupassen, oder an irgendwelchen vorgefassten Meinungen darüber, wann ein Kind 'lernen' sollte, sich selbst zu ernähren oder mit dem Stillen aufzuhören. Die Fähigkeit selbstständig essen zu können, wird das Kind zu passender Zeit sich selbst aneignen und sich auch selbst entscheiden, wenn es nicht mehr gestillt werden will." - Susan Mayclin Stephenson (AMI Trainer), How I Weaned Myself 


Er war noch nicht ganz 6 Monate alt, als ich merkte, wie neugierig er uns auf die Lippen starrte während wir kauten. Er konnte noch nicht ohne Hilfe sitzen, darum hielt ich ihn während der Mahlzeiten in meinem Schoß wo er uns beim Essen gut beobachten konnte. Da ich es im Hinterkopf hatte, dass um den 5-6. Monat herum eine Sensible Phase fürs natürliche Abstillen beginnt, und weil Jakob offensichtlich Interesse zeigte, bot ich ihm beim Mittagessen saftige Birnenspalten an. Es war wirklich nur ein Angebot, daher hielt ich die Obstspalte ganz vorsichtig vor seinem Mund und wartete ob er überhaupt reagiert. Er öffnete den Mund um die Birne zu kosten und obwohl ihm der Geschmack noch sehr fremd war, seine Neugier war größer.

Je vertrauter er mit dieser neuen Erfahrung wurde und je geschickter er gleichzeitig mit seinen Händen war, umso mehr Gefallen hatte er daran, die Obstspalten selbst zu halten und sie sich in den Mund zu stecken. Bis ich dann irgendwann merkte, dass das Obststück auch tatsächlich weniger wurde.


Seitdem biete ich ihm, mit nur wenigen Ausnahmen, alles mögliche zum Kosten an. Gegarte Gemüse-Sticks, Gurkenstangen, Birnen-, Mango-, Avocado- und Bananenspalten, aber auch gekochten Fisch, Nudeln und Butterbrot. Mir geht es nicht darum, ihn mit Beikost satt zu kriegen, sondern seinen Hunger nach neuen Sinneserfahrungen zu stillen. Denn auch wenn er nicht alles isst, er kostet und erforscht gerne seinen Tellerinhalt.

Er bekommt aber auch Apfelmus und Joghurt und wenn es gerade auf unserem Menüplan steht, auch Kartoffelpüree - und dazu auch ein Besteck, so wie alle anderen am Tisch auch. Den Löffel halte ich ihm hin und entweder macht er den Mund auf und nähert sich dem Löffel, oder er schnappt danach und steckt ihn sich selbst in den Mund. So wird er nicht wirklich von uns gefüttert, sondern entscheidet selbst, was in seinen Mund kommt und was nicht.

"Das Kind sollte immer spüren, dass es die Kontrolle über seinen Mund hat und dort nichts ohne sein Verständnis eindringen kann. Wir sollten nie auch nur die geringste Form von Gewalt dabei anwenden, da es sonst passieren kann, dass das Kind negative Assoziationen mit der Nahrungsaufnahme verbindet, die doch eigentlich stets etwas Schönes in unserem Leben sein sollte." - Dr. Silvana Quattrocchi Montanaro, Das Kind verstehen


Ich liebe dieses gemeinsame Essen am Familientisch. Hier teilen wir nicht nur das Essen miteinander, sondern auch unsere Gedanken und Gefühle. Als Jakob alleine sitzen konnte, bekam er daher gleich einen Hochstuhl, der direkt an den Tisch heran geschoben werden kann und wo er später selbst raufklettern wird können. Allerdings ist es mir auch wichtig, Jakob beim Essen viel Selbstständigkeit zu ermöglichen. Und für mich bedeutet das nicht nur, sich das Essen selbst in den Mund zu stecken.


Für mich bedeutet es auch, dass er diese neue Erfahrung auf seiner Höhe erleben kann. Dass er während des Essens den Boden unter seinen Füßen spürt und nicht nur selbst entscheiden kann, wann er genug hat, sondern sich dann auch selbst vom Tisch wegschieben und vom Sessel runterklettern kann. Daher hat er gleich neben der Küche einen kleinen Essbereich passend für seine Größe und wirklich nur für sich. Sein Essplatz besteht eigentlich aus zwei Würfelhocker die ich im Manine Montessori-Shop entdeckt habe. Wenn ich ihm tagsüber ein Glas Wasser oder am Nachmittag ein wenig Obst anbiete, sitzt er hier auf seinem kleinen Sessel bei seinem kleinen Tisch und genießt diese Freiheit.


"Eine gute Bindung ist die beste Voraussetzung für eine gute Trennung"- Dr. Silvana Quattrocchi Montanaro

Er isst seit 2 Monaten feste Nahrung und ich kann wirklich behaupten, dass er es genießt, dennoch stille ich ihn nach wie vor nach Bedarf. Einerseits, weil ich Beikost wirklich als Bei-Kost verstehe aber auch, weil Stillen so viel mehr ist, als seinen Magen zu füllen. Es stillt auch sein Bedürfnis nach Nähe, nach Geborgenheit und Liebe.

Erst als Julia bereits 9 Monate alt war, las ich zum ersten mal über Baby-Led Weaning und Montessori und ich war mir nicht ganz sicher, was der Unterschied zwischen den beiden ist und wie ich Julia beim Abstillen begleiten möchte. Doch je mehr ich Montessori verstehe, umso mehr denke ich, dass BLW und Montessori mehr gemeinsam haben, als ich früher dachte. Daher mache ich mir keine Gedanken mehr darüber, ob es Montessori ist oder BLW, wie ich Jakob beim Abstillprozess begleite. Für mich gibt es kein "entweder oder", sondern nur einen achtsamen, respektvollen und selbstbestimmten Weg.

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09.01.2018

Julias kleine Nähecke

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Julia ist schon recht selbstsicher an der Nähmaschine, so dass meine alte Singer endgültig bei ihr im Zimmer eingezogen ist. Das gute Stück bekam auch ein nettes Plätzchen auf einem Beistelltisch vom Möbelschweden. Ich dachte, ich müsste ihr eine kleinere Nähmaschine besorgen, aber auf Rat meiner Freundin und meiner Schwester, ließ ich es bleiben. Und ich merke selbst, dass sie an dieser größeren Maschine wunderbar zurechtkommt. Die Nähmaschine hat nur wenige Funktionen, dafür aber genügend Platz um den Stoff unter der Nadel gut führen zu können.


Um ihre kleine Nähecke gemütlicher zu machen, hängte ich über den Tisch ein fröhliches Bild von Carl Olof Larsson (ein schwedischer Künstler), worauf zwei nähende Mädchen zu sehen sind. Unter dem Bild hängt Julias Schere auf einem kleinen Haken, da sie die Schere ja oft benutzt und damit diese immer griffbereit ist.


Der kleine Beistelltisch hat auch ein praktisches Fach, wo auch der Korb mit den verschiedenen Stoffen wunderbar Platz hat. Es sind ungefähr ein Dutzend wunderschöne Stoffe drinnen und alle unterschiedlich gemustert und unterschiedlich groß, aus denen sie nach Lust und Laune etwas kreieren kann.


Da sich die Stecknadeln zum Fixieren des Stoffes als wirklich unpraktisch erwiesen haben, besorgte ich ihr kleine Stoffklammern*. Die sind leicht zu bedienen und stechen auch nicht so unangenehm während der Arbeit. In ihrem kleinen Nähkasten* findet sie zusätzlich noch Garn, Nadeln fürs Handnähen, Knöpfe, einen kleinen Fingerhut, einen Trickmarker* sowie ein Maßband und eine kleinere Schere.


Vor dem Nähen muss der Stoff oft aufgebügelt werden, daher darf auch das kleine Reisebügeleisen und das Bügelbrett aus ihrer Ausrüstung nicht fehlen. Das Bügelbrett von Möbelschweden ist auf ihrem Tisch schnell aufgeklappt, allerdings hat es keine Ablage für das heiße Bügeleisen, daher besorgte ich Julia eine hitzebeständige Unterlage aus Silikon*.


Um die Nähmaschine erst einmal besser kennenzulernen, übte Julia am Anfang nur auf Filz da dieser nicht rutscht und auch nicht zerknittert. Sie tat sich etwas schwer, die Nahtzugabe einigermaßen einzuhalten, darum klebte ich ihr als Orientierungshilfe ein Stück Washi-Tape auf die Stichplatte. So klappt es mit der Stoffführung viel besser und Julia hat auch mehr Erfolgserlebnisse beim Nähen.

Beim Stoffzuschneiden muss ich sie zwar immer wieder an die Nahtzugabe erinnern, aber sie arbeitet größtenteils alleine und näht voller Begeisterung kleine Polster für ihre Holzfiguren, Lavendelsäckchen für den Kleinerschrank oder einfache Kleidungsstücke für ihre Puppe. Ihre Nähausstattung ist nicht allzu groß, dafür ist ihre Nähecke richtig gemütlich und sie findet hier alles Wesentliche, womit sie ihre kreativen Ideen verwirklichen kann.

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07.01.2018

6 Kalenderideen für das Montessori-Kinderzimmer (und 3 davon zum Herunterladen)

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Um ihren 4. Geburtstag herum begann Julia, uns jede Menge Fragen über die Zeit zu stellen. Wie lang ist eine Woche? Was kommt nach Sonntag? Wie lange dauert es bis Oma und Opa wieder zu Besuch kommen und wie lange bis zu ihrem nächsten Geburtstag?

Ich habe ihr nichts großartiges angeboten, viel mehr ging ich auf ihre Fragen ein und wir philosophierten gemeinsam und zählten die Tage, aus denen dann Wochen und schließlich Monate wurden. Auch im Alltag versuchte ich mit ihr die Zeit bewusster zu erleben. Wenn wir zum Beispiel das Haus verlassen mussten, so sagte ich ihr nicht einfach nur, dass wir bald gehen müssen, sondern dass wir in 5 Minuten starten und hielt mich auch daran. Wir sprachen auch oft über Geburtstage, wer in welcher Jahreszeit seinen feiert, über Feste und zählten auch die Nächte, die Julia bis zum nächsten Ereignis schlafen muss.

Zeit ist allerdings etwas sehr abstraktes und war für Julia nicht so leicht nachvollziehbar, daher wollte ich ihr auch einen einfachen Kalender basteln, wo wir die Tage und Wochen auch wirklich abzählen konnten. Schon damals fand ich im Internet viele schöne Kalender-Ideen, die schlicht und übersichtlich sind und wo Kinder die Wochen und Monate selbst erstellen und dabei eine Menge entdecken können.

1. // Dieser Holzkalender ist besonders schön doch was mir am besten gefällt, ist, dass Kinder ihn von Monat zu Monat selbst neu auslegen können.

2. // So simpel kann ein selbstgemachter Kalender aussehen. Ich denke, je schlichter er ist, umso nachvollziehbarer bleibt er für junge Kinder. Ich mag Kylies Kalender aber auch, weil ihn Kinder auch ohne Hilfe ablesen und auch beim Auslegen der Tage nur wenig Unterstützung benötigen.


So ein Kalender ist zudem auch einfach zu erstellen, daher habe ich Euch einen zum Herunterladen angefertigt, den ihr nur noch auf A3 großem Papier ausdrucken, laminieren und ausschneiden braucht. Damit die Kärtchen zwar haften aber auch wieder getauscht werden können, habe ich kleine Klettpunkte* verwendet.

3. // So ein Monatskalender zum Auslegen lässt sich aber auch ganz einfach aus Filz herstellen.

4. // Diesen Holz-Kalender finde ich persönlich am schönsten und hätte ich genügend Zeit, würde ich ihn am liebsten selbst für Julia zusägen.

5. // In der Montessori-Schule wurde so eine Jahreskette kreisförmig auf eine Pinnwand gesteckt und die Geburtstage der Kinder auf kleine Kärtchen notiert und zu den passenden Perlen dazugeordnet. Ich finde, auch zuhause kann so eine Kette das Kinderzimmer verschönern, wo die Geburtstage der Familienmitglieder anhand von Bildern darauf markiert werden können. Was ich an diesem "Kalender" besonders mag, ist die auffallende Perle für den Schalttag, die neugierig macht.

6. // Letztendlich gestaltete ich Julia dann doch lieber einen Linear-Kalender, ähnlich wie diesen hier.


Ich wollte ihr einen Kalender gestalten, der ihr einen Überblick über ein ganzes Jahr verschafft und wo sie auch das Vergehen der Zeit optisch sehen kann. Sie liebt ihren Kalender, daher habe ich ihr auch für dieses Jahr einen erstellt, diesmal jedoch so, dass Julia den Kalnder mithilfe eines Doppelklebebandes selbst gestalten kann.


Die Namen der Monate hat sie dann gleich aufgeklebt, die Streifen mit den Tagen und die leeren Streifen, um Geburtstage und andere Ereignisse zu notieren, aber auch das Klebeband und eine kleine Schere habe ich ihr in einer hübschen Schachtel unter dem Kalender vorbereitet.


Da mich mittlerweile mehrere Nachrichten erreicht haben, ob es auch für 2018 einen Kalender auf dem Blog geben wird: Hier könnt ihr Julias Kalender herunterladen, der aber nicht nur für dieses Jahr, sondern für jedes Jahr passend zugeschnitten werden kann. Aber ihr könnt auch gerne unseren fertig beschrifteten Kalender für das Jahr 2018 mitnehmen.

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30.12.2017

5 Sachen, die ich für mein Kind tun kann ... in seinem 8. Lebensmonat

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In den letzten 2-3 Wochen sind unsere Nächte viel zu kurz. Jakob meldet sich dann im 2 Stunden-Takt und erklärt oft bereits um 05:00 Uhr die Nacht für beendet. Tagsüber beobachte ich gleichzeitig, wie viele neue Fähigkeiten er an sich entdeckt:

Zum Beispiel, dass er eine Stimme hat und deshalb plappert er den ganzen Tag herzig vor sich hin. Daher singe ich ihm auch wieder öfters Lieder vor oder erzähle ihm, was um uns herum passiert, so, dass er dabei meine Lippen ganz genau beobachten kann.


Er arbeitet eine Menge mit seinen Beinen und immer mehr zieht er seine Knie unter den Bauch während er sich mit den Händen in die Höhe stemmt. Vor ein paar Tagen schaffte er es sogar, sich durch einen kräftigen Schwung aufzusetzen. Damit er sich besser spürt und mehr Bewegungsfreiheit hat, lasse ich ihn oft nur in einer Windel oder zumindest ohne Hose und Socken auf dem Boden.


Weil er so gerne die Füße erforscht und riesige Tritte in die Höhe macht, habe ich ihm einen Stoffball aufgehängt, so dass er diesen mit nackten Füßen kicken kann. Ähnlich wie bei der Schelle und Ring am Band, habe ich zusätzlich ein Gummiband angenäht, damit das ganze etwas nachgibt, wenn Jakab daran rüttelt.


Den Tipp mit dem Ball zum Kicken bekam ich von einer guten Freundin, die gerade ein Montessori-Diplom für 0-3 absolviert und vor wenigen Tagen zum 2. Mal Mama geworden ist. Ich liebe auch ihren Blog Das Große im Kleinen wo sie über ihren Montessori- und Pikler-Alltag schreibt. Der Tipp war ein Volltreffer, Jakob hat so viel Freude mit dem aufgehängten Ball.


Er liebt alles was rollt und rund ist. Nicht nur mit beiden Händen gleichzeitig zu halten, sondern auch diese beim Rollen zu beobachten und versuchen das Weggerollte zurückzuergattern. Daher habe ich seinen Korbball mit einer Holzkugel und einem runden Greifling ergänzt und auch die ineinandergreifenden Scheiben daneben hingestellt. Ich bat meine Schwester hierfür einen winzigen Seilkorb zu nähen, so rollen die Scheiben nicht gleich davon, wenn Jakob sie vom Regal nehmen möchte.


Da er bereits beide Hände gleichzeitig und immer geschickter einsetzt, biete ich ihm zu den Mahlzeiten ein kleines Trinkglas an, aus dem er übt, alleine zu trinken. Ich gieße wirklich nur ganz wenig Wasser in sein Glas, so dass er zwar nass werden kann, aber keine Überschwemmung entsteht. Allerdings kann er das Glas noch nicht so hoch heben, damit auch wirklich Wasser in seinen Mund läuft.


Ich versuche ihm allerdings nur so viel zu helfen, dass er dennoch das Gefühl hat, selbstständig zu trinken. Er isst auch seit Wochen mit uns beim Esstisch mit, darüber schreibe ich aber noch demnächst etwas ausführlicher.

Die Nächte sind nicht gerade erholsam, anderereits weiß ich, es ist kein Rückschritt sondern ein Fortschritt und ich versuche, zwar mit Augenringen unter den Augen, seine neuen Fähigkeiten mit ihm mitzufeiern.

21.12.2017

Kleine Köche ganz groß - blitzschnelle Kokoskugeln

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Da Julia am Wochenende Fieber bekam und über Halsschmerzen klagte, blieb sie diese Woche zuhause. Es geht ihr zum Glück schon viel besser, vielleicht auch, weil wir die Zeit mit Geschenke einpacken, Weihnachtslieder hören (und mitsingen) und mit dem Zubereiten von Süßspeißen verbringen.

Heute haben wir unsere blitzschnellen Kokoskugeln gerollt. Diese sind jedes Jahr der Hit bei der Verwandtschaft, besonders bei den Kindern und es macht auch ebenso viel Spaß, diese mit Kindern gemeinsam zuzubereiten. Unsere Kokoskugeln bestehen aus nur 6 Zutaten und die Menge reicht für ca. 30-36 Kugeln:

  • 150g getrocknete Datteln
  • 150g Kekse (Sorte egal, aber auch salzarme Brotstangen sind wunderbar geeignet)
  • 150g Kokosraspeln
  • 3 Esslöffel Mandelmus
  • 3 Esslöffel Kakaopulver
  • ca. 2 dl Mandelmilch


Zunächst hackte Julia die getrockneten Datteln klein und gab sie in eine größere Rührschüssel. Danach steckte sie die Kekse in eine wiederverschließbare Tüte und wälzte mit dem Nudelholz die Kekse in der Tüte zu Krümmeln. Vorher stich ich noch schnell 4 kleine Löcher in die Tüte damit diese beim Rüberrollen mit dem Nudelholz nicht gleich zerplatzt.


Dann kamen auch die restlichen Zutaten in die Schüssel, wie etwa das Mandelmus, das Kakaopulver, die Mandelmilch und auch die Hälfte der Kokosraspeln. Sie rührte die Masse so lange, bis sich die Krümmel mit Flüssigkeit vollgesaugt hatten und die Mischung schön fest wurde. Manchmal geben wir auch geriebene Nüsse hinein, oder einen Schuss Rumaroma, aber auch mit ein wenig Zimt schmecken die Kokoskugeln fabelhaft.


Damit die Kugeln ungefähr gleich groß werden, zeigte ich Julia, wie sie mithilfe eines Teelöffels den Teig praktisch portionieren konnte. Aus diesen Häufchen rollte sie zwischen den Händen kleine Kugeln...


... die sie anschließend in den restlichen Kokosraspeln wälzte und auf einem hübschen Teller anrichtete.

Da diese leckeren Kokoskugel auch mit Kindern gemeinsam schnell und unkompliziert zubereitet werden können (und auch garantiert gelingen), machte ich dazu auch eine Bildanleitung die ihr gerne hier herunterladen und ausdrucken könnt.

18.12.2017

4 einfache Last Minute Geschenkideen - DIY mit Kindern

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Auch dieses Jahr überlegten wir gemeinsam, mit welchen selbstgemachten Geschenken wir unsere Freunde, die Familie und auch Julias Kinderhauspädagogen überraschen könnten. Obwohl ich auch gekaufte mag, sind für mich selbstgemachte Geschenke, wie jede andere Handarbeit auch, etwas ganz besonderes. Solltet ihr noch auf der Suche nach einer einfachen Geschenkidee sein, die auch Kinder umsetzen können, hier unsere 4 DIY-Geschenke und eine schöne Dekoidee dazu.


Da ich jede Menge Wolle habe (jedoch wenig Zeit um mich im Stricken und Häckeln zu üben), machten wir bunte Bommel als Schlüsselanhänger. Die schönsten entstanden aus der mehrfarbigen Wolle. Die Schablonen haben wir auch selber angefertigt und dabei die Umrisse von unterschiedlich großen Bechern auf Karton gezeichnet. Hier eine einfache Anleitung, wobei ich die Öffnung an den Karton-Schablonen etwas größer geschnitten habe, so ging das Wickeln einfacher und flotter.


Wir versuchten uns auch an einigen Schals die wir nur mit den Fingern webten. Dafür brauchten wir nur einen Kochlöffel, verschiedenfarbige dickere Wolle, ein Maßband und eine Schere. Die Idee fand ich auf dieser Seite (samt Anleitung) allerdings nahmen wir dazu nur 8 Stränen und nicht ganz so dicke Wolle.


Unsere Schals wurden zwar nicht ganz gerade und auch das Webbild ist nicht besonders einheitlich, aber Julia war enorm stolz auf ihre Schals. Einen hat sie bereits verschenkt, den anderen wollte sie aber unbedingt behalten.


Letztes Jahr machte uns mein Mann als Weihnachtsessen eine gebratene Gans mit einer selbstgemachten, pikanten Gewürzmischung. Dazu verarbeitete er Zimt, Sternanis, Gewürznelken, Salz und Pfeffer mit dem Mörser zu einer körnigen Mischung. Dieses Jahr machten wir dieselbe Gewürzmischung als Geschenke und verpackten sie in kleine Gläschen, geschmückt mit selbstgemachten Bienanwachsanhängern.


Für ihre Kinderhauspädagogen nähte Julia diesmal kleine Lavendelsäckchen. Dabei nähte sie die Öffnung und den Unterteil der Säckchen in verschiedenen Richtungen zusammen, so dass diese die Form alter Sunkist Verpackungen aus den 70er Jahren bekamen. Dazu malten wir als Christbaum-Anhänger Walnüsse mit goldener, Erdnüsse mit weißer Akrylfarbe an und verpassten Letzteren auch kleine Schals aus Wolle, Augen sowie eine Karottennase.


Nicht als Geschenk, aber als Dekoration für die Verpackung machten wir auch einfache Schneeflocken aus Papier. Die sind so einfach und dennoch wunderschön und wie ich finde, sie machen sich nicht nur als Deko für Geschenke, sondern auch als Anhänger für den Christbaum.

25.11.2017

Bücher über Kindergedichte, die wir lieben

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Schon als Kleinkind liebte Julia Reime, Lieder und Gedichte und daran hat sich bis heute nichts geändert. Sie lernt Gedichte sogar auswendig und hat Gefallen daran, mit den Wörtern zu spielen. Sie ist unglaublich kreativ wenn es um Reime geht und hat richtig Freude an der Sprache. Der Grund, warum wir so gerne Kindergedichte und Reime sammeln.

Eines von unseren allerliebsten Gedichtbüchern für Kinder ist Lustig singt die Regentonne* von Vera Ferra-Mikura. Die Gedichte über Marmeladeflecken im Gesicht, einen Wasserball der verloren ging, blaue Plastilinzwerge die zur Mittag eine Suppe essen, sind voller Humor und laden Groß und Klein zum Philosophieren ein. Ich mag auch die einfachen Bilder dazu, die mal bunt, mal nur schwarz-weiß sind und somit Platz für die Vorstellungskraft lassen.


Die Such-Bücher von Britta Teckentrup, Manche sind anders...* und Wir gehören zusammen!* machen Julia bis heute Spaß, obwohl sie alle Rätsel bereits zig mal gelöst hat. Die Aufgaben werden von Seite zu Seite herausfordernder, bis sich auf der letzten Seite ein Tier versteckt, das bis dahin im Buch noch nicht vorgekommen ist. Julia liebt nicht nur die Rätsel, sondern auch die lustigen Reime und kann fast alle davon bereits auswendig.


Zu meinen allerliebsten österreichischen Kinderbuchautorinnen gehört, neben Vera Ferra-Mikura, auch Mira Lobe. Ihr Gedichtbuch Zwei Elefanten, die sich gut kannten* beinhaltet ihre schönsten Tiergedichte zum Vorlesen, Lauschen und zum Schmunzeln. Da die Gedichte in größeren Buchstaben geschrieben sind, ist das Buch auch für Erstlesekinder wunderbar geeignet. Eines unserer liebsten Gedichte aus dem Buch ist: "Deutsch ist schwer". Egal wie oft wir das lesen, bringt es uns immer zum Schmunzeln.


Die Geschichte von Alice Melvin über Emma, die ihren Einkauf tätigt* ist ebenso in Reimen verfasst. Emma hat 10 ausergewöhnliche Sachen auf ihrer Einkaufsliste, wie etwa ein Metallkazoo, einen Kakadu oder einen grünen Gartenschlauch, die sie sich nach und nach besorgt, bis sie merkt, dass doch nicht alles käuflich ist. Die Seiten des Buches sind jeweils als Leporello aufzuklappen, wodurch auch der Leser Einblick in die Läden bekommt. Eine sehr charmante Geschichte mit einfachen aber netten Wimmelbildern.


Dieses Buch habe ich aus Zufall entdeckt und es sofort lieb gewonnen. Majas kleiner Garten* von Lena Anderson ist nicht einfach ein Kinderbuch über Gartenpflanzen, sondern eine, die in Versen erzählt wird. Wie Maja durch ihren Garten führt, erzählt sie in pfiffigen Reimen alles wissenwertes über ihre Pflanzen, wie man diese anbaut und woher sie kommen.

Es gibt auch ein paar besondere Extras im Buch, wie etwa ein Rezept, eine kleine Kräuterkunde und eine kurze Aufstellung wichtiger Garten-Utensilien. Ein Kinderbuchklassiker über einen ganz besonderen Garten, mit wunderschönen Versen und lustigen, stimmungvollen Illustrationen.

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