21.05.2017

Das Munari Mobile (1) - und eine Anleitung

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Heute ist Jakob genau 3 Wochen alt. In dieser Woche hatte er längere Wachphasen als sonst und studierte nicht mehr nur mein Gesicht, sondern mit großem Interesse auch seine unmittelbare Umgebung. Daher bot ich ihm diese Woche zum ersten Mal das Munari Mobile an, das ich ihm noch während der Schwangerschaft gebastelt habe.

Während meiner Montessori-Ausbildung lernte ich eine Menge über die Entwicklung der Kinder. Unter anderem auch, dass ein Neugeborenes mit seinen Augen zunächst nur starke Kontraste wahrnehmen und nicht weiter als ca. 30 cm sehen kann. Was mich ungeheuer faszinierte, war, dass diese Entfernung die gleiche ist, wie die Entfernung zwischen den Augen der Mutter und ihrem stillenden Baby. (Ist die Natur nicht einfach wunderbar?)
Auch lernte ich, dass Babys zunächst bevorzugterweise einfache, klare Linien mit den Augen verfolgen. Daher besteht auch das Munari Mobile (benannt nach seinem Konstrukteur, Bruno Munari) aus einfachen, schwarz-weißen geometrischen Figuren und einem Geometrischen Körper, der das einfallende Licht zurückreflektiert: eine Glaskugel. Es ist ein kinetisches Mobile, das sich bereits bei leichtester Luftströmung sanft bewegt.

Das Besondere an die Montessori Mobiles ist, dass sie weder den Zweck haben, das Kind während des Einschlafprozesses zu begleiten, noch es beim Wickeln abzulenken, sondern diese werden ihm dann angeboten, wenn es wach und aktiv ist. Sie helfen ihm, sich ungestört zu konzentrieren, mit den Augen langsamen Bewegungen zu folgen und den visuellen Sinn zu entwickeln. Daher hängte ich das Munari Mobile über Jakobs Spiel- und Bewegungsbereich.


Während er unter seinem Munari Mobile lag, blieb ich in seiner Nähe und beobachtete ihn. Er betrachtete die fließenden Bewegungen der schwarz-weißen Formen zuerst nur durch den Spiegel, später drehte er seinen Kopf so, dass er diese auch von unten sehen konnte. Er war wirklich konzentriert und manchmal sogar ganz bewegungslos und studierte das Mobile gute 20 Minuten lang. Ich hätte nie gedacht, dass bereits Neugeborene so konzentriert sein können!


Auch am nächsten Tag und den Tag darauf bot ich im das Munari an wenn er länger wach war und achtete auf ein Zeichen, wann er vom Mobile genug hatte. Dann wurde er unruhiger und wendete seinen Blick vom Munari ab, so dass ich das Mobile wieder vom Haken runternahm. Manchmal ließ ich ihn trotzdem noch eine Weile auf seiner Bewegungsmatte liegen, denn der Spiegel schien ihn sehr anzuziehen.


Es lohnt sich wirklich das Munari Mobile selber zu machen. Einerseits, weil es nach einer bestimmten Formel gebaut wird, dass heißt, die Größen der einzelnen Teile hängen von der Größe der Glaskugel ab, aber auch, weil die Flächen lieber nicht laminiert werden sollten, damit die starken Kontraste gut erkennbar bleiben. Letztlich aber auch, weil es einfach schön ist, etwas für das Baby selbst zu basteln - und es ist wirklich nicht kompliziert.

Was ich zum Munari Mobile gebraucht habe:
  • 2 Kartonpapierbögen, einen in weiß, einen in schwarz und beide mit der Stärke 116mg
  • 3 runde Holzstäbe mit ca. 5mm Durchmesser (aus dem Baumarkt nahm ich einen 1 Meter Stab, den sie mir dort im Geschäft in die 3 passenden Längen zugeschnitten haben)
  • Perlonfaden* (oder weißen Garn)
  • Flüssigkleber
  • ein großes Geodreieck
  • Bleistift
  • Zirkel
  • Schere
  • 2 Fläschchen (Schwarz und weiß) Akrylfarben, matt*
  • Pinsel
  • ein schmales Washi-Tape*
  • und natürlich eine Glaskugel (die in verschiedenen Größen hier erhältlich ist*)

Um die Größen der einzelnen Formen an die Glaskugel anzupassen, fertigte ich diese Excel Datei an. Es muss lediglich nur der Durchmesser der Glaskugel eingeben werden, die restlichen Größen werden automatisch berechnet. Die Formen auf den schwarz-weißen Papierbögen zu konstruieren erfordert zwar viel Genauigkeit, aber mithilfe von dem Geodreieck, sowie ein paar Halbierungslinien und Diagonalen sind diese dennoch leicht konstruierbar. Die genaue Formel, die Diagonalen, Halbierungsgeraden sowie ein Abbild der ganzen Konstruktion findet ihr auf dieser Datei. Für den Stab mit dem Spiralen-Muster: zuerst habe ich den Stab weiß lasiert, gewartet bis die Frabe trocken war, dann das Washi-Tape ganz genau spiralförmig daraufgewickelt und die freie Fläche mit schwarzer Akrylfarbe angemalt. Die Stäbe können allerdings auch alle einfach nur mit schwarzer Farbe lasiert werden. Bitte lasst es mich wissen, wenn ihr etwas in der Anleitung vermisst!


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20.05.2017

Die ersten Wochen mit einem Neugeborenen

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"Über die Hände erfährt das Kind die erste Verbindung mit der Welt. Hände nehmen es hoch, legen es hin, waschen es, ziehen es an. Wie anders kann es sein, was für ein anderes Bild von der Welt bekommt das Kind, wenn ruhige, geduldige, sorgfältige und doch sichere und entschlossene Hände sich seiner annehmen - und wie anders erscheint die Welt, wenn diese Hände ungeduldig, grob oder hastig ... und nervös sind. Am Anfang sind die Hände alles für ein kleines Kind. Die Hände sind der Mensch, die Welt." - Emmi Pikler

Diese ersten Wochen nach der Geburt von Jakob sind zwar irgendwie magisch, ich empfinde sie aber auch recht turbulent. Gefühle der Freude und der Dankbarkeit mischen sich mit Erschöpfung, Müdigkeit .... und immer wieder Müdigkeit. Dennoch sind für uns diese ersten Wochen unglaublich wichtig. Es ist diese kostbare Zeit des Ankommens, des ersten Kennenlernens, der Anpassung und des Vertrauens. Der Beginn einer spannenden Reise mit diesem kleinen Wesen, der für mich mein ganzes Leben lang zu den wichtigsten Menschen gehören wird.

In diesen ersten Wochen musste ich auch lernen, auf ihn einzugehen um ihn besser zu verstehen. Ich beobachte ihn, wenn ich ihn stille, wenn er sich auf etwas konzentriert, wenn er etwas unruhig erscheint oder gar weint. Ich versuche auch bei Letzterem ruhig zu bleiben und ihn wirklich aufmerksam zu beobachten um zu verstehen, welches Bedürfnis hinter seinem Unbehagen stecken könnte. Tagsüber funktioniert dies wunderbar und ich habe auch das Gefühl, seine Zeichen bereits deuten zu können, die Nächte sind allerdings noch etwas anstrengend, da ich mich vor lauter Müdigkeit nur schwer konzentrieren kann.


Ich singe ihm oft Lieder vor, erzähle ihm meine Gedanken und was um ihn herum passiert und er beobachtet dabei ganz gebannt mein Gesicht und meine Lippen. Auch bei Julia fiel es mir damals leicht, mit ihr in einer einfachen und dennoch ehrlichen und langsamen Sprache zu sprechen. So, wie ich mit einer Freundin oder wie mit einem Freund reden würde.

Auch bei der Körperpflege ziehe ich ihn aktiv ins Geschehen mit ein und erzähle ihm, was ich als nächstes machen werde. Ich sage ihm noch vorher, wenn ich ihn hochnehmen möchte oder wenn ich ihn hinlegen werde, wenn er etwas nasses oder warmes auf der Haut spürend wird, wenn ich ihn an- und ausziehen möchte. Ich glaube fest daran, dass bereits Neugeborene die Sprache absorbieren und ich bin auch der Meinung, dass eine respektvolle Beziehung mit einer achtsamen Kommunikation beginnt. Bereits von Anfang an.

13.05.2017

Jakobs Zimmer (0-5 Monate alt)

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Damals, vor 5 Jahren, richteten wir Julias Babyzimmer noch völlig anders ein. Sie hatte einen Wickeltisch, darüber ein Mobile, in der Mitte vom Raum ein Gitterbettchen und irgendwo stand ein Sessel, auf dem ich sie stillen konnte. Doch letztendlich benutzten wir das Gitterbettchen gar nicht, lediglich nur den Wickeltisch und das Zimmer war viel mehr an uns Erwachsene angepasst, als an unsere kleine Tochter. Deshalb habe ich mir diesmal bereits während der Schwangerschaft Gedanken darüber gemacht, wie ich Jakobs Zimmer einrichten möchte.

Nachdem er neun Monate lang in einer perfekten Vorbereiteten Umgebung war, wollte ich ihm auch für die Zeit nach seiner Geburt einen Ort schaffen, der in seiner Einfachheit beruhigend, schön und seinen Grundbedürfnissen angepasst ist - und mehr zu bieten hat, als nur einen Platz zum Wickeln.


Das Zimmer lässt sich in vier Bereiche einteilen: ein Bereich zum Wickeln und zum An- und Ausziehen, den Schlafbereich, den Bereich für Aktivitäten sowie den Bereich zum Stillen. Eigentlich wollte ich den Wickelplatz direkt auf dem Boden einrichten, doch so direkt nach der Entbindung fand ich es dann doch von Vorteil, nicht so oft am Boden sitzen zu müssen.


Der Wickeltisch gehörte noch Julia, allerdings hängt diesmal kein Mobile drüber, denn ich wollte, dass Jakob die Pflege ganz aktiv miterlebt und nicht abgelenkt ist. Während ich ihn wickle oder aus- und anziehe, binde ich ihn jetzt schon in das Geschehen ein, indem ich ihm sage, was als nächstes passieren wird, was er als nächstes spüren wird. Auch wenn er die Wörter noch nicht versteht, die ich zu ihm sage, beginnt für mich ein respektvoller Umgang bereits hier, beim Körperkontakt.  Zum Wickeltisch positionierten wir auch einen Tritthocker, so kann auch Julia bei der Pflege ihres Bruders aktiv mitmachen.


Der Aktivitätsbereich besteht aus einem Spielregal mit einigen wenigen Materialien darauf und einer Bewegungsmatte gegenüber. Dieses wunderschöne Spielregal habe ich von Manine Montessori. Es ist nicht nur ein echter Blickfang, sondern genau in passender Höhe und so robust, dass sich Jakob später daran hochziehen kann. Auch wenn Jakob sein Spielregal noch nicht wirklich erkunden kann, war es mir wichtig, dass es von Anfang an Teil dieser Umgebung ist. Ich suchte auch einige hübsche Aquarellbilder aus dem Internet und platzierte diese eingerahmt in passender Höhe über dem Spielregal.


Auch die Materialien sind größtenteils von Manine Montessori, wie etwa die Holzrasseln, die Kupplungsscheiben, der Ball-Zylinder oder der kleinere Glocken-Zylinder. Den Montessori Ball und den Beißring haben allerdings meine Schwester genäht. Ich liebe diese wunderschönen Babyspielsachen. Sie sind natürlich, schlicht und dennoch sehr anziehend und genau deswegen ermöglichen sie bereits Babys, sich zu konzentrieren.


Als Bewegungsmatratze besorgte ich für den Anfang eine relativ feste Kokosmatratze, denn auf einem zu weichen Untergrund fallen die Bewegungen recht schwer. In gleicher Größe, wie die Matratze, montierten wir auch einen einfachen Spiegel an die Wand, wo Jakob seine eigenen Bewegungen und seinen Körper gut beobachten kann. Gut 1,5 Meter über der Matratze kam auch eine einfache, weiße Regalkonsole vom Baumarkt an die Wand, wo dann unter anderem die Montessori Mobile aufgehängt werden können.


Der Schlafbereich besteht aus einer 160cm x 70cm großen Matratze als Bodenbett. Unter der Matratze legten wir einen Lattenrost aus, damit die Matratze besser lüften kann. Damit Jakob später beim Hin- und Herrollen nicht an den kalten Wänden ankommt, legten wir diese mit einem einfachen, unauffälligen Randschutz aus. Direkt vor der Matratze ist auch noch ein weicher Lammfellteppich als zusätzlicher Schutz. Er schläft allerdings nur tagsüber hier und meistens bin ich dann in seiner Nähe, nachts schläft er bei uns im großen Bett.


Obwohl ich nicht ausschließlich nur hier stille, war es mir wichtig, dass wir einen Platz in der Wohnung haben, wo wir uns auch ungestört zum Stillen zurückziehen können. Ich mag diesen Sessel und ich mag es, dass er direkt neben dem Fenster steht.


Als kleiner Ablagetisch für meinen Stilltee, für Mulltücher oder Stilleinlagen, dient ein keiner Hocker vom Möbelschweden, der später als Jakobs Nachttischchen dienen wird.

Auf der Innenseite der Tür hängte ich auf praktischen Türhaken die anderen Montessori Mobiles auf. Ich liebe diesen Anblick! Diese wunderschönen Mobiles hat mir eine sehr gute Freundin und Montessori-Pädagogin (0-3 und 6-12) gebastelt. Falls ihr auch auf der Suche nach schönen Montessori Mobiles seid, schreibt mir bitte eine E-Mail und ich leite Eure Nachrichten gerne an sie weiter.

03.05.2017

Willkommen kleiner Jakob!

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Er ist endlich da! Am Sonntag Nachmittag ist unser sehnlichst erwartetes kleines großes Wunder auf die Welt gekommen und hat vom ersten Moment an unsere Herzen erobert. Er ist bezaubernd und gesund! In manchen Momenten kann ich unser Glück kaum glauben, gleichzeitig fühlt sich sein "da sein" so vertraut an. Auch Julia ist ganz entzückt und bewundert ihn immer wieder.

Diesmal erlebte ich die Geburt, wie ich es erhofft hatte: natürlich, selbstbestimmt, im Wasser, nicht zu schnell aber auch nicht zu langsam. So konnte ich jede Wehe viel bewusster wahrnehmen und spürte, dass ich mit diesem kleinen Mann das gemeinsam bewältigte.


Ich bin unendlich dankbar für die Kompetenz, für die Geduld und Ruhe sowie Zuversicht meiner Begleithebamme. Und auch dankbar dafür, dass sie dieses Geburtshaus gegründet hat. Unseren Sohn in dieser ruhigen Atmosphäre auf die Welt zu bringen war für uns die perfekte Entscheidung. Auch wenn Julia die letzte halbe Stunde lieber im Nebenraum verbringen wollte, konnte sie so doch bei der Geburt dabei sein.


Wir blieben an diesem schönen Ort noch weitere 2 Nächte und genossen die Ruhe und die unglaublich liebevolle Versorgung. Mittlerweile sind wir schon zu Hause und genießen diese kostbare Kuschel- und Kennenlernzeit. Denn nun beginnt für uns eine ganz neue Reise als: zwei kleine Erdlinge, ihre Eltern vom Mars und ihr Montessori-Weg.

26.04.2017

Küchenwerkzeuge für Kinder - meine Lieblingsstücke von Manine Montessori

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Schon eine Weile bin ich auf der Suche nach so einem Online-Shop, wo ich passende Materialien und Werkzeuge für Kinder und für ein Montessori Zuhause finden kann und welches noch dazu in Europa ist. Vor wenigen Monaten bin ich auch endlich auf Manine Montessori gestoßen und blättere seitdem die Seiten rauf und runter um immer wieder neues zu entdecken aber auch um was zu bestellen.

Ich liebe diesen Shop! Hier findet man so viele schöne Sachen für ein Montessori Zuhause! Ich bestellte bereits Möbel und Materialien für das Baby und gleich mehrere Küchenwerkzeuge für Julia. Falls ihr auch auf der Suche nach praktischen Küchenutensilien für Kinder seid, hier einige meiner Lieblingsstücke aus dem Shop (diesmal ganz ohne Affiliate-Links):


1.// Julia hat zwar bereits zwei selbstgenähte Schürzen, die ihr jedoch noch etwas zu groß sind, so konnte ich nicht widerstehen und bestellte ihr diese hier mit süßem Geschirr-Muster. Sie ist wirklich um einiges kleiner als die anderen zwei, die sie bisher hatte aber mit dem selben Mechanismus: beim Halsteil mit praktischem Gummibund und an der Taille mit Bund zum Wickeln und Klettverschluss, so das die Schürze bereits ganz junge Kinder alleine an- und ausziehen können.

2. // Ein handlicher Wellenschneider, womit bereits 1,5-2 jährige Kleinkinder in der Küche arbeiten können um halbierte Gurken oder größere Äpfelstücke kleiner zu schneiden, aber auch um Käse zu teilen. (Hier eine Liste von Ideen, was junge Kinder sonst in der Küche verrichten können).


3. // Eine kleine, handliche Teigrolle die Julia sehr gerne und auch oft benutzt. Im Winter brauchten wir sie um  leckere Zimtschnecken und Kekse zu backen, zu Ostern rollten wir unseren Pinzeteig damit aus aber auch für Pizzateig verwenden wir sie immer wieder. 

4. // Ein Teigschaber aus Holz in Kinderhandgröße.


5. // Eine robuste Geschirrbürste. Es macht wirklich einen Unterschied, wenn die Werkzeuge echt und passend für kleine Hände sind - so können Kinder nicht nur viel konzentrierter damit arbeiten, es macht ihnen schlichtweg auch viel mehr Spaß.

6. & 7. // Ein Handfeger aus Holz und dazu passend eine Blechschaufel. Wir haben unsere so gut wie jeden Tag in der Küche im Einsatz und das schon seit Jahren.

8. // Ein Waschlappen in passender Größe, der auch tut, was er soll. Es ist gar nicht so einfach diese kleinen Waschlappen zu bekommen. Ich fand lediglich nur einen Shop hier in Wien, wo die gleichen Waschlappen zu bestellen sind, allerdings ist das Geschäft seitdem geschlossen.

9. // Eine kleine Salzschaufel um Salz aber auch um Zucker oder andere Gewürze zu portionieren. Julia steht liebend gerne beim Herd neben mir und übernimmt auch gerne das Würzen der Gerichte.


10. & 11. // Ein Gemüseschäler und ein Kindermesser von Opinel. Wir haben unser Set zwar nicht bei Manine Montessori bestellt, aber wir lieben es! Sogar ich arbeite damit oft und gerne. Das Messer ist scharf genug, so dass damit mühelos auch Karotten oder Rettich aufgeschnitten werden können, dennoch ist die Klinge vorne abgerundet und der Griff mit einem praktischem Platzhalter für den Zeigefinger versehen um die Verletzungsgefahr geringer zu halten. Allerdings möchte ich es noch einmal erwähnen, wie wichtig ich es finde, Kindern zu zeigen, wie sie mit einem Messer arbeiten können. Wir verwenden bei jedem Schneiden auch ein Schneidebrett und immer wieder zeige ich Julia auch, wie sie ein Messer sicher halten und tragen kann.

P.S.: Bei Manine Montessori könnt ihr jetzt übrigens eine tolle "Wobbel" Balancierwippe aus Holz gewinnen! Diese Wippe habe ich schon seit langem auf meiner Wunschliste! Hier geht es zum Giveaway.

19.04.2017

Nur noch wenige Wochen (oder Tage) bis zur Geburt

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Es bleiben nur noch wenige Wochen (oder Tage) bis zur Geburt unseres 2. "Erdlings". Wir sind voller Vorfreude! Bei meiner ersten Schwangerschaft wusste ich nicht wirklich, was auf mich zukommen wird. Ich wusste natürlich auch nicht viel über Montessori und über die Entwicklung der Kinder bereits im Bauch und war während der Schwangerschaft und auch bei der Geburt oft ängstlich und angespannt. Bei dieser zweiten Schwangerschaft ist es jedoch anders.

Seitdem habe ich eine Montessori-Ausbildung hinter mir (und vor einem Jahr eine weitere angefangen) und fühle mich viel vorbereiteter als damals. Auch wenn ich diesmal nicht mehr so viel Zeit habe, um die Schwangerschaft gänzlich auszukosten, betrachte ich meinen immer größer werdenden Bauch mit viel mehr Bewunderung aber auch mit einer größeren inneren Ruhe und Zuversicht. Was mir persönlich sehr viel hilft, mich gedanklich auf die Geburt vorzubereiten und was ich allen Müttern, die vor einer Geburt stehen, wärmstens empfehlen möchte, sind die Seiten 16-37 im Buch Das Kind verstehen* von Silvana Quattrocchi Montanaro. Die Seiten halfen mir zu verstehen, warum das Loslassen so wichtig ist und was positive Gedanken bewirken können. Sie stärken mich darin, diesem Wunder in meinem Bauch zu helfen, diesen gewaltigen Schritt zu meistern.


Diesmal entschied ich mich auch für eine eigene Begleithebamme und bin so froh, diese Entscheidung getroffen zu haben. Sie versorgt mich nicht nur mit zahlreichen Tipps, sie strahlt eine wunderbare innere Ruhe aus, denkt positiv und hat somit die Einstellung, die genau zu mir passt. Auch rät sie mir zu einer Akupunktur von der ich mir diesmal eine etwas schnellere erste Geburtsphase erhoffe, als damals.


Bereits von Anfang an haben wir Julia in die Schwangerschaft miteinbezogen. Ich kaufte ihr bisweilen keine Bücher, stattdessen erzählten wir ihr viel über ihre Babyzeit, besprachen gemeinsam was gerade im Bauch geschieht und bemühten uns, ihre Fragen zu beantworten. Vor einigen Wochen bekamen wir von einer Freundin dann doch noch das Buch Hello Baby* von Jenni Overend ausgeborgt und da wir die Geburt diesmal in einem Geburtshaus planen, wo auch Julia mit dabei sein kann (wenn sie will), bin ich über dieses Buch wirklich sehr froh! 

Die Geschichte erzählt über eine Hausgeburt in einer Großfamilie, wo das 4. Geschwisterchen auf die Welt kommen soll. Allerdings macht sich das jüngste Kind Sorgen, ob es denn Mama gut geht, immerhin schreit sie und hat sichtlich Schmerzen. Doch dann beschließt es sich doch, bei der Geburt dabei zu sein und erlebt etwas einzigartiges. Eine zauberhafte Geschichte, die dieses schöne Ereignis so natürlich beschreibt, wie es auch tatsächlich ist.


Wie der kleine Junge im Buch, fing auch Julia dann an, Fragen dazu zu stellen und wollte wissen, ob es mir auch so weh tun würde und ob ich auch schreien werde. Das Buch gab uns die Gelegenheit über ihre Sorgen und Ängste zu sprechen und darüber, was geschehen wird. Die Geschichte ist zwar auf Englisch, aber das ist nicht weiter schlimm, die Texte sind sehr einfach und ich kann sie beim Vorlesen gleich auf Deutsch übersetzen.

Was das Babyzimmer betrifft, so haben wir es bereits vor Wochen eingerichtet. Wir wollten unbedingt einen eigenen Bereich für beide Kinder, immerhin ist der Altersunterschied recht groß und somit auch die Bedürfnisse wesentlich anders. Wir werden vorwiegend tagsüber hier Zeit verbringen, die Nächte jedoch gemeinsam im großen Doppelbett. Es fehlen im Zimmer noch ein paar Kleinigkeiten, wie zum Beispiel ein gemütlicher Teppich in der Mitte des Raumes oder ein kleiner Beistelltisch, aber was uns von der Einrichtung her wirklich wichtig war, steht bereits hier. Demnächst werde ich unser Montessori-Babyzimmer noch ganz genau präsentieren.


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10.04.2017

17 Geschenkideen (nicht nur) für Ostern

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Ich liebe es, nach passenden Geschenkideen zu stöbern und auch die Familie ist immer dankbar, wenn ich ihnen einige Ideentipps für unsere Tochter geben kann. Dieses Jahr liebäugle ich unter anderem mit einigen neuen Gartenwerkzeugen für Kinder für unsere Terrasse, aber auch mit einem Schmetterlings-Aufzuchtset. Passend zu den Gartenwerkzeugen und zu den Schmetterlingen noch mit schönen Kinderbüchern. Falls ihr noch keine Ideen habt, was in den Osterkorb der Kinder hineinkommen sollte, hier einige Ideen aus meiner Suche und aus unserem Kinderzimmer:

1. // Kleine Modelle über den Lebenszyklus des Schmetterlings*, des Frosches* oder der Biene*. Zu den Fröschen habe ich einst auch Karten zum Zuordnen gestaltet die ihr hier herunterladen könnt. Allerdings finde ich es wesentlich, dass Kinder solche Lebenszyklen in erster Linie in der freien Natur beobachten können und anhand der Modelle eben noch einmal auch be-greifen dürfen.


2. // Als Ergänzung zu den kleinen Modellen, ein Puzzle zu dem Schmetterling oder zum Frosch* um die Körperteile der Tiere genauer zu studieren. Julia benutzte die Puzzle-Teile auch als Schablonen um aus buntem Papier ein eigenes Bild zu basteln.

3. // Eigentlich mag ich keine Malbücher, aber dieses kleine Malheft* hat es mir angetan. Ich sehe es vielmehr als ein kleines Büchlein, denn es beinhaltet nicht nur schöne Zeichnungen, sondern auch kurze, informative Texte über Tiere und Pflanzen. Vielleicht sogar zu schade, um zu bemalen.

4. // Ein Schmetterling-Aufzuchtset um Raupen bei ihrem Wachstum und beim Schlüpfen der Schmetterlinge genau zu beobachten. Anschließend werden die Schmetterlinge frei gelassen. Eigentlich wollte ich dieses Modell bestellen, doch der Anbieter sagte mir am Telefon, sie werden es bis Ostern nicht haben. Daher suchte ich nach anderen Modellen und fand dieses* und dieses* hier.


5. // Solar-Fotopapier um mit Hilfe der Sonne wunderschöne Kunstwerke zu erstellen. Es geht recht einfach und auch schnell: auf das Fotopapier Gegenstände drauflegen (wie Blumen, Federn oder Blätter), für ein paar Minuten in die Sonne legen und anschließend das Fotopapier in ein kurzes Wasserbad tauchen. Ich finde, es ist ein tolles Geschenk um mit den Sonnenstrahlen Experimente zu betreiben. Wir haben dieses Set von Sunprint Kit*, aber neulich entdeckte ich auch eine günstigere Variante*.

6. // Effektinstrumente um Vogelstimmen, wie etwa das Käuzchen* oder den Kuckuck* nachzuahmen und damit die Vögel zum Beobachten anzulocken.

7. // Zu diesen Effektinstrumenten würde auch so ein Kinderfernglas* wunderbar passen, um das angelockte Tier genau beobachten zu können. Ich liebe solche Geschenkideen, die einander erzgänzen.

8. // Eine praktische Lupendose* für Kinder um kleine Insekten oder aber auch um Pflanzen ganz nah betrachten zu können.


9. // Für Julia habe ich zu Ostern das Buch Das Tomatenfest* von Satomi Ichikawa bestellt, das ich von einer Montessori-Pädagogin empfohlen bekommen habe. Das Buch ist wunderbar!

10. // Ein kleines Tomaten-Aufzuchtset für Kinder, passt auch wunderbar zum Buch über das Tomatenfest.


11. // Schon seit 2 Jahren haben wir diese Blumentopfpresse* und verwenden sie zu Frühlingsbeginn um kleine Töpfe aus Zeitungspapier zu rollen. Nicht nur, dass wir so auch das Zeitungspapier wiederverwerten können, das Aufrollen ist auch eine wunderbare Arbeit für kleine Hände.

12. // Eine kleine Gießkanne für junge Gärtner mit praktischem Griff zum Tragen.

13. // Wunderschöne, echte Gartenwerkzeuge, wie etwa eine Schaufel und Gabel sowie ein Spaten für Kinder mit Holzgriffen und aus rostfreiem Edelstahl.


14. // Bequeme Gartenhandschuhe für Kinder, um Unkraut zu jäten oder mit frischer Erde zu arbeiten. Julia hat 2 Paare: eines ist vom Esschert* das auch waschbar ist und ein Paar vom Baumarkt, das zwar nicht waschbar, dafür aber etwas robuster ist.

15. // Ein wunderschöner kleiner Eimer für die Gartenarbeit, um Steine, Sand oder Erde zu transportieren bzw. um Unkraut zu sammeln.

16. // Ein hübscher Gartenkorb (nicht nur) für Kinder um Gartenwerkzeuge, Schnittblumen oder Kräuter darin zu transportieren.

17. // Samenwürfel für Nutzinsekten wie etwas Marienkäfer, Florfliege oder Schlupfwespe. Nicht nur um Pflanzen zu sähen und beim Wachsen zu beobachten und pflegen, sondern auch Insekten bei der Nahrungsuche anzulocken und zu beobachten.


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27.03.2017

Und wie sehen das eigentlich die Kinder?

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Manchmal läuft der Familienalltag so richtig unrund. An solchen Tagen hilft es mir immer wieder, wenn ich versuche, meinen Blickwinkel zu ändern und es aus den Augen meiner Tochter zu sehen. Was denkt sie? Was würde sie zu mir sagen, wenn sie ihre Bedürfnisse in Worte fassen könnte?

Lass mich Dein Verbündeter sein. Es verletzt mich, wenn Du mich mit Tricks, mit Bestechungen, mit Drohungen oder Bestrafungen zu etwas zwingen willst, was ich eigentlich gar nicht machen mag. Wenn Du gegen mich bist, wenn wir ständig streiten, ist es für mich sehr beängstigend. Ich brauche Dich ja doch so dringend an meiner Seite! Sage es mir doch stattdessen höflich oder zeige mir einfach, was Du von mir willst. Und hindere mich freundlich aber bestimmt, Sachen zu tun, die Du nicht willst, dass ich sie tue, noch bevor Du wütend auf mich wirst. Wenn Du geduldig und respektvoll bleibst und mich auch mal meine Sachen in Ruhe fertig machen lässt, wirst Du sehen, werde ich danach richtig strahlen. 

Habe keine Angst vor meinen Reaktionen und lass mich auch Grenzen spüren. Wenn Du unsicher wirst, Du, den ich am meisten brauche, wie soll ich mich dann sicher fühlen? Es ist ganz schlimm für mich, wenn Du ängstlich bist, wenn Du zögerst oder ausweichende Antworten gibst. Ich weiß, meine Wutanfälle sind auch nicht gerade angenehm, aber auch wenn ich tobe oder frustriert und verärgert bin, brauche ich Dich! Deine Liebe, Deine Klarheit und Deine Stärke. Diese weisen mir den Weg und geben mir auch in diesen unangenehmen Momenten Geborgenheit. Ich will nie das Sagen haben, auch wenn es den Anschein hat. Manchmal ist es auch für mich komisch, dass Du was ganz anderes willst, als ich, dass wir nicht dasselbe wollen oder denken. Ich will aber selbstständig werden, alleine entscheiden dürfen und dennoch liebe ich Dich unendlich! Und Du mich doch auch, oder?


Sage mir die Wahrheit. Mute mir Verstand zu. Wenn Du mir etwas mit einfachen Worten erklärst, so dass ich es "mitfühlen" kann, schenkst Du mir viel Vertrauen und Achtung. Das tut so gut! Glaub mir, ich verstehe mehr, als Du denkst. Du musst aber wissen, dass ich des öffteren an Sachen erinnert werden muss. Ich will nicht lästig sein, bitte glaub mir, ich will wirklich niemanden ärgern. Ich lerne aber in meinem eigenen Tempo und das, wozu ich gerade bereit bin. Daher bitte ich Dich, habe Geduld und vertraue mir!

Sei nicht wütend oder genervt wenn ich gerade selbst wütend und genervt bin. Denn wenn Du auch wütend wirst, wenn Du Dich meinem Chaos anschließt, fühle ich mich noch unsicherer. Lass mich lieber in deiner Ruhe und Klarheit das Gefühl von Sicherheit wiederfinden. Dann weiß ich, dass es okay ist, mal wütend oder frustriert zu sein, dass ich auch dann wertvoll bin, dass Du mich auch dann liebst.

Sieh die Welt auch aus meiner Sicht und bestätige meine Gefühle so oft Du nur kannst. Auch, wenn es Dir lächerlich, falsch oder verrückt erscheint. Es gibt keine falschen Wünsche und Gefühle, nur falsche Wege, auf diese zu reagieren. Ich will auch manchmal 'Nein' sagen und machmal auch 'Doch'. Bitte akzeptiere das. Ich muss wissen, dass es okay ist, Gefühle und Wünsche zu haben, dass Du diese wahrnimmst und verstehst und dass Du auch dann nicht aufhörst mich zu lieben. " 


Wenn ich ein Verhalten wiederhole, so ist es deswegen, weil ich nach Bestätigung suche. Weil ich es besser verstehen will! Wenn Du mir einen bösen Blick zuwirfst oder zu laut und barsch 'Nein!', 'Lass das endlich!' und 'Was machst Du schon wieder!?' schreist, werde ich in meiner Sache noch unsicherer. Dann habe ich das Gefühl, als würde etwas mit mir nicht stimmen. Gib mir doch lieber eine ruhige Antwort. Sag mir lieber, was Du möchtest. Ich muss wissen, dass mein Verhalten nicht erlaubt ist, aber ich brauche auch die Gewissheit, dass es kein Weltuntergang ist, dass man es ohne viel Aufwand ändern kann, ohne Gefahr zu laufen, aufeinander wütend zu werden. 

Zeige mir, wie die Sachen funktionieren. Zeige mir, wie man den Alltag meistert. Denk daran, ich bin neu hier und möchte doch so gerne dazugehören. Wie machst Du das, dass die Karotten so klein geschnitten werden? Wie schaffst Du es, immer alles wegzuräumen? Zeige mir doch, wie es geht! Ich merke oft, dass Du Bedenken hast, immerhin bin ich noch nicht so geschickt, wie Du. Aber vertraue mir, ich will das lernen und habe Mühe mein Bestes zu geben.


Mute mir Fehler zu. Denn ich lerne aus meinen Fehlern richtig viel. So habe ich auch das Gehen gelernt, auch das Greifen und Sprechen. Hast du es gar nicht bemerkt? Dabei bin ich ständig hingefallen, habe lange Zeit danebengegriffen und die Laute immer wieder durcheinandergebracht. Aber genau diese Fehler haben mich dazu bewegt, noch einen Anlauf zu nehmen, und dann noch einen und immer wieder zu probieren und zu üben, bis ich dann Erfolg hatte. Mute mir diese Fehler zu. Ich brauche diese um zu wachsen! 

Lass mir Zeit. Lass mir Freiraum. Lass mich die Welt selbst entdecken. Wenn ich Hilfe brauche, werde ich mich schon melden. Lass mich lernen mich selbst zurechtzufinden und habe dabei viel Geduld mit mir. Ich mag wohl für dich langsam sein, für dich vieles falsch machen, aber diese Erfahrungen brauche ich, um die Welt zu verstehen. Und wenn du mir diese Selbstständigkeit ermöglichst, mich beobachtest, einfach nur beim Entdecken zuschaust, glaube mir, werden wir einander viel besser verstehen.

25.03.2017

Der Montessori Waschtisch - einige Ideen und Gedanken dazu

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Bildquellen: 1. Healthy Beginnings Montessori // 2. The Well Examined Life // 3. privates Foto von einer Montessori-Pädagogin (3-6) und guter Freundin von mir von dem Waschtisch, den sie ihrer damals 14 Monate alte Tochter eingerichtet hat. // 4. Eltern vom Mars // 5. Montessori Design by Nuccia // 6. My Own Montessori // 7. Patchwork Cactus // 8. Maitri Learning

Hände zu Waschen ist etwas alltägliches und etwas, was so gut wie alle Kleinkinder lieben! Daher ist so ein kleiner Waschtisch nach Montessori genau das, woran sie sich lange erfreuen können. Nicht nur, weil sie dadurch aktiv bei der eigenen Körperpflege teil haben dürfen, sondern auch, weil sie dabei dieses spannende Element, das Wasser erforschen und erleben können.

Als meine Tochter 15 Monate alt war, richtete ich ihr auch einen kleinen Waschtisch ein, den sie tagtäglich benutzte. Dort hat sie vor dem Essen ihre Hände, in der Früh und Abends ihr Gesicht gewaschen und ihre Zähne geputzt sowie auch ihre Haare gekämmt. Solange sie den Wasserhahn nicht alleine bedienen konnte, holte noch ich für sie Wasser für ihre kleine Kanne, später machte sie das aber schon selbst, ebenso wie auch das Ausleeren der Schüssel. Ich zeigte ihr auch, wie das Händewaschen geht, begleitete sie bei der Selbstpflege, so dass sie später all das selbstständig machen konnte. Und weil es manchmal richtig lange dauerte, wusste ich, sie liebte es!


Aber so ein Waschtisch bot ihr mehr als Selbstständigkeit und sogar mehr, als das Wasser zu erforschen. Es hat natürlich einen bestimmten Grund, warum diese Waschtische genau so eingerichtet sind, wie man sie oft so in Montessori-Einrichtungen sieht:

  • Die Tische sind in passender Höhe, so dass Kleinkinder sie ohne Tritthocker bedienen können und somit viel Bewegungsfreiheit haben.
  • Alles was auf dem Tisch ist (möglichst wenig!) ist einfach aber schön sowie übersichtlich und praktisch hergerichtet: 
  • Die Kännchen sind nicht zu klein aber auch nicht zu groß, so dass sie von kleinen Kinderhänden leicht greifbar und tragbar sind. Ich weiß, dass viele lieber gleich einen Wasserhahn anschließen wollen, aber das Kännchen bietet so viel mehr, als es scheint: nicht nur, dass Kinder das Gießen lieben, so erfahren sie auch Volumen, Gewicht und ihre Kräfte passend einzusetzen, denn sie müssen gegebenenfalls den Wasserfluss im richtigen Moment stoppen können. Sie erleben auch den ganzen Vorgang von Anfang bis zum Ende, indem sie selbst Wasser holen und das Seifenwasser selbst ausleeren. Und nicht zuletzt wird so auch viel weniger Wasser verschwendet (denn Kleinkinder waschen seeeehr lange ihre Hände und das wiederholen sie auch immer und immer wieder).
  • Ich bevorzuge Schüsseln aus Emaille oder Keramik, weil sie beim Wasser einfüllen viel schöner klingen. Wir haben damals die Schüssel einfach auf dem Tisch stehen gehabt, eine andere Möglichkeit ist auch, diese in der Tischplatte zu versenken. Allerdings würde ich es auf jeden Fall ausprobieren, ob es dem Kind auch wirklich möglich ist, diese Schüssel aus der Vertiefung ohne Hilfe herauszuheben. Kleinkinder lieben es schwere Sachen zu tragen, sich körperlich maximal anzustrengen, daher finde ich Griffe an den Seiten sehr praktisch. Diese erleichtern das Tragen erheblich.
  • Eine kleine, handliche Seife und eine kleine Nagelbürste schön hergerichtet laden nicht nur zum Benutzen ein, sie erfordern auch eine Menge Geschicklichkeit. Ich konnte schon oft kleine Kinder beim Händewaschen beobachten und sah, wie konzentriert und bedacht sie die kleine Seife zwischen den kleinen Händen herumdrehten damit diese ja nicht rausrutscht.
  • Ein Eimer, wo das Wasser ausgeleert werden kann, macht auch Sinn. Wir hatten damals noch keinen Eimer, so dass Julia die Schüssel gleich in der neben stehenden Wanne ausgeleert hatte.
  • Eventuell ein Spiegel in passender Höhe fürs Zähneputzen, Haarekämmen und Gesicht waschen. 
  • Ein kleines Handtuch um Hände und Gesicht ab zu trocknen und zusätzlich ein kleines Trockentuch um den Boden auf- oder den nassen Tisch wieder trocken zu wischen.
  • Um eine Überschwemmung zu vermeiden ist es wirklich wichtig, besonders sehr junge Kinder bei der Selbstpflege noch zu begleiten. Ich war am Anfang immer dabei und beobachtete Julia bei ihrem Tun. Wenn sie versuchte das Wasser auf den Boden zu vergießen, begleitete ich sie indem ich ihr freundlich, geduldig aber bestimmt sagte: "Das Wasser bleibt in der Schüssel." oder "Wenn Du fertig bist, kannst Du das Wasser in die Badewanne kippen." Und sie trug die Schüssel so gerne zur Badewanne, das war wirklich ein Highlight für sie!


Ich liebe es, unsere Wohnung passend für unsere Tochter einzurichten und obwohl ich gerne an neue Ideen tüftele, habe ich selbst mal bei einem Montessori Online-Kurs teilgenommen und holte mir Tipps von der wunderbaren AMI-Pädagogin Simone Davies (von The Montessori Notebook). Und da ihr Online-Kurs für Eltern "Setting Up Your Home Montessori-Style" in wenigen Tagen, am Montag (den 27 März 2017) wieder startet, wollte ich Euch unbedingt darauf aufmerksam machen! Der Kurs ist wirklich empfehlenswert!

Er dauert 4 Wochen. Während dieser Wochen bekommt ihr regelmäßig Newsletters mit tollen Tipps, wie ihr Euer Zuhause "montessorisch" gestalten könnt, viele Bilder und spannende Arbeitsaufträge. Parallel gibt es dazu eine Facebook-Gruppe nur für Teilnehmer, bei der ihr Euch mit Simone und mit den anderen Kursteilnehmern aktiv austauschen könnt. Zurzeit verlost sie auch einen Gratis Kursplatz, also würde ich meinen: JA NICHT VERPASSEN!

Und falls ihr den gratis Kursplatz doch verpassen solltet, könnt ihr Euch HIER oder durch das gelbe Ikon (links oben oder hier unten) beim Kurs anmelden.

http://www.themontessorinotebook.com/?ref=12