11.02.2016

Kindern mehr zutrauen

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"Heute machst Du den Einkauf." sagte ich am Samstagvormittag zu ihr heiter. "Alleine!" und drückte ihr eine Einkaufstasche und einen Einkaufzettel, bestehend aus einigen Bildern, in die Hand. Sie studierte den Zettel mit den Fotos und lächelte. "Wirklich ich?" freute sie sich. "Ja, Du. Ich werde hinter Dir gehen und bei der Kassa bezahlen, aber den Einkauf kannst heute Du machen, wenn Du willst." - " Jaaa!"


Nachdem sie sich einen kleinen Einkaufswagen geholt hatte, ging sie zum Obstregal und suchte sich, wie auf ihrem Zettel stand, 3 Äpfel von einer Sorte aus. Zuesrt legte sie das Obst in ihren Wagen, dann holte sie sich auch noch ein Säckchen und pakte die Äpfel hinein.


Als sie das Säckchen Äpfel gut im Wagen verstaut hatte, hielte sie Ausschau nach Bananen, worauf sie auch ein wenig mit einer älteren Dame plauderte.


Ich versuchte, den Einkaufzettel so zu gestalten, dass sie alles, was sie besorgen sollte, auch erreichen konnte und weil in diesem Lebensmittelgeschäft das Obst und Gemüse auch bei der Kassa abgewogen wird.  Somit wäre es kein Problem gewesen, hätte sie dies hier nicht getan. Aber sie ging zur Waage, bat jedoch nicht mich um Hilfe um die Zahlen zu drücken, sondern die ältere Dame von vorhin.



Sie ging die Einkaufsliste der Reihe nach durch und suchte genau nach der Milchpackung, die auf ihrem Zettel abgebildet war.


Dann schob sie ihren kleinen Wagen hüpfend weiter zur Semmeltheke und schnappte sich die Zange. Sie nahm allerdings keine Tüte und merkte dies erst, als sie bereits eine Semmel in der Zange hatte. Ich stand nicht weit weg, aber sie schaute nicht nach hinten und auch ich hielt den Abstand und schwieg. Ich vertraute ihr und wollte, dass sie das auch weiß. Denn wenn sie weiß, dass ich ihr solche Aufgaben zutraue, dann glaubt sie auch an sich selbst und sieht, wozu sie fähig ist. Sie grübelte einige Sekunden, dann aber legte sie die Semmel einfach so in den Einkaufswagen und holte sich eine Papiertüte.


Ich ging ihr einfach stillschweigend hinterher und genoss es, sie dabei zu beobachten, wie sie den Einkauf erledigte. Manchmal verweilte sie vor den Regalen, begutachtete die Waren, manchmal blieb sie mitten im Flur stehen um anderen Kindern zuzuschauen.



Sie machte noch eine Runde zwischen den Regalen, bis sie auch die Nudeln, ein kleines Glas Honig und eine Packung Käse in ihrem Einkaufswagen hatte.


Dann ging sie zur Kassa und stellte sich in die Warteschlange und obwohl wir noch gar nicht an der Reihe waren, begrüßte sie die nette Kassiererin, die sie seit Jahren kennt, mit einem fröhlichen "Hallo!".


Es war eine wunderbare Erfahrung. Für sie und auch für mich. Auch wenn sie deswegen nicht gleich jeden Einkauf alleine erledigen wird, hatte sie an diesem Tag eine Aufgabe gemeistert, an der sie ein großes Stück wachsen konnte. Eine Aufgabe, bei der sie zu unserem Familienalltag beitragen durfte und die ihr das Gefühl gab, wichtig und fähig zu sein. Und sie trug die Tasche unglaublich stolz nach Hause.

07.02.2016

Bücher, die wir lesen und Lieder, die wir hören

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Ihr absolutes Lieblingsbuch zurzeit: Kinder aus aller Welt von Anabel und Barnabas Kindersley. Das Buch bekam sie zu Weihnachten, seitdem wird so gut wie jeden Abend daraus vorgelesen. Kinder aus der ganzen Welt erzählen über ihren Alltag, wo und wie sie leben, was sie gerne essen und womit sie spielen. Julia liebt es, mehr über andere Kinder und Kulturen zu erfahren und verweilt gerne bei den wunderschönen Fotos. Dementsprechend kennt sie die Kinder aus dem Buch beinahe alle bei ihrem Namen.


Auch neu in ihrem Buchkorb: Wenn es regnet. Ein Sachbilderbuch über Heimische Tiere und was sie machen, wenn es zu regnen beginnt. Einige verstecken sich, andere zeigen sich erst dann und es gibt auch solche, denen die Tropfen kaum was ausmachen. Auf den Seiten des Buches gibt es sogar Klappfenster, um den Tieren aufzulauern, die sich einen Unterschlupf gesucht haben.


Ich liebe die Kinderbücher von Thomas Müller. Seine Illustrationen sind wunderschön und  detailgetreu und was ich besonders an seinen Bildern schätze, ist, dass sie nicht überladen sind. Auch seine Themen sind spannend gewählt, die Texte genau in passender Länge.


Diese Buchserie über unterschiedliche heimische Vögel, ist auch von Thomas Müller. Wir haben die Bücher über Störche, über Eulen und über Spatzen, das letzte Buch aus der Reihe über Schwalben steht aber auch bereits auf unserer Wunschliste.


Tanzen können auch die Steine von Hilde Heyduck-Huth. Dieses Buch fand ich noch vor einigen Monaten im Montessori-Shop und konnte es einfach nicht dortlassen. Einfache Reime über Gefühle, vom Allein- und Zusammensein, von Geborgenheit und des Sich-Ausgeschlossen-Fühlen. Ein wirklich wunderbares Bilderbuch um mit Kindern über ihre eigenen Erfahrungen, Erlebnisse und Gefühle zu sprechen. Zum Buch stellte ich auch einen kleinen Korb mit gesammelten Steinen hin, damit sie die Bilder beim gemeinsamen Lesen nachlegen kann.


Von diesen beiden CDs kennt sie alle Lieder in- und auswendig. Hol dir ein Gelb aus der Sonne von der bekannten Liedermacherin und Musikpädagogin Dorothée Kreuch-Jacob und In 80 Tönen um die Welt von Hartmut Höfele. Beide CD's sind fabelhaft, die ich wärmstens weiterempfehlen kann. Die Lieder von Dorothée Kreuch-Jacob sind mal fröhlich, mal witzig oder eben ganz einfach nur schön, Julias absoluter Favorit ist allerdings die CD über Lieder aus aller Welt wo einige Lieder sogar in Originalsprache und von Kindern gesungen werden.


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02.02.2016

In diesen weniger liebenswerten Momenten ...

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Ich war eine wundervolle Mama, bevor ich ein Kind hatte. Für meine Freunde, die darüber klagten, wie schwierig es manchmal sei auf die "Launen" ihrer Kinder zu reagieren, hatte ich immer einen  Tipp parat und wenn ich schreiende, wütende Kinder im Kaufhaus sah, war ich felsenfest davon überzeugt, dass ICH immer Herr der Lage sein würde. Bis ich eines Tages dann selbst Mama wurde.

Nun weiß ich, ich bin keine Ausnahme, denn genau dies ist auch mir schon passiert und an manchen Tagen wünschte ich, jemand hätte ein paar tolle Tipps für mich parat. Aber nach all den Jahren und durch Montessori habe ich verstanden, wie wichtig es ist, wie ich meinem Kind begegne, ganz besonders in seinen schwierigen Momenten. Nicht nur unsere Beziehung sondern auch (und vor allem) sein eigenes Selbstwertgefühl, sein Selbstbild wird durch die Art und Weise, wie ich auf sein Verhalten reagiere, enorm geprägt. 

"Jeden Tag fragen uns unsere Kinder auf hundert kleine Arten: Kannst Du mich sehen? Hörst Du mich? Bin ich wichtig? Ihr Verhalten spiegelt oft unsere Antwort." (L. R. Knost)

"Ich will nicht zu Dir! Ich mag Dich nicht mehr!" sagte sie zu mir als ich sie in der Garderobe vom Kinderhaus antraf um sie abzuholen. Sie schaute mich wütend an, während ihr große Tränen über das Gesicht rollten und sagte noch einmal etwas lauter "Ich mag Dich nicht!".

Ich war zwar auf eine andere Begrüßung eingestellt, aber statt sie vom Weinen abzuhalten bzw. ihre Aussage persönlich zu nehmen, sie von diesen unangenehmen Gefühlen abzulenken, vertrösten, bagatellisieren oder gar wegzudiskutieren, hockte ich mich einfach zu ihr nieder um ihr auf Augenhöhe zu begegnen und sagte ganz einfach: "Es hört sich für mich so an, als wärst Du ganz enttäuscht." Sie schaute traurig in meine Augen und blickte dann zu der Kindergruppe hinüber, die gerade in den Garten marschierte. "Ich wollte auch mitgehen." kam es endlich heraus. Sie war enttäuscht. Sie freute sich auf das Schaukeln und das Spielen mit den Kindern und ausgerechnet dann kam ich. Ich umarmte sie und wir einigten uns, dass ich noch ein wenig auf sie warten kann und sie lief überglücklich hinaus zu den anderen Kindern.


Mein Fazit aus den letzten Jahren bezüglich der Gefühle meines Kindes ist folgendes:  1. Hinter jedem Verhalten steckt ein Gefühl. 2. Statt mich über das Verhalten meines Kindes zu ärgern, richte ich mein Augenmerk lieber auf das Gefühl dahinter. 3. Damit es meinem Kind gut geht, muss ich ihm gewiss nicht all seine Wünsche erfüllen und ebenso wenig kann ich es vor unangenehmen Gefühlen bewahren. Allerdings kann ich all seine Gefühle akzeptieren und ihm versichern, dass es okay ist, solche zu haben. 

"Jedes Kind, in jeder Situation ist würdig geliebt und respektiert zu werden." (Ariadne Brill)

Es gibt aber genug Momente im Alltag, die enorme Überwindung kosten um geduldig zu bleiben. Gerade gestern, als wir zu zweit im Kaufhaus waren um Zubehör für ihr Faschingskostüm zu besorgen, stellte sie meine Geduld erneut auf die Probe.

Wir spazierten zwischen den Regalen umher, um nach Bastelmaterial Ausschau zu halten als sie voller Freude aufschrie "Schau, Mama! Kerzen! Ich will solche Kerzen haben!" - "Heute lassen wir die Kerzen da, die merken wir uns lieber für Deinen Geburtstag." - "Schau! Luffis! Ich will die Luffis haben!" - "Ich weiß, wie sehr Du Luffis magst. Auch die können wir für Deinen Geburtstag vormerken." - "Oh, Sticker! Die Sticker will ich haben!" - und da spürte ich die Spannung in mir bereits aufsteigen. "Julia, wir suchen Filzstoff für Dein Kostüm. Heute lassen wir auch die Sticker da." sagte ich zwar leise, aber sie merkte die Unruhe in meiner Stimme und runzelte ihre Stirn. Ihre miese Stimmung hielt an, bis wir bezahlt und das Geschäft verlassen hatten, erst dann fing sie an, laut zu weinen.


In diesem Moment wurde mir klar, es war keine gute Idee, an diesem Tag mit ihr ins Kaufhaus zu fahren. Ich hätte das Zubehör für ihr Kostüm alleine besorgen sollen. Aber wir waren nun mal dort und sie brüllte. Da holte ich erst einmal tief Luft um Kraft zu sammeln. Ich wusste, es ist besser in diesem Moment nichts zu sagen. Ich wusste auch, einen Wutanfall in aller Öffentlichkeit klären zu wollen, macht absolut keinen Sinn. Also nahm ich ihre Hand, führte sie an einen ruhigeren Platz, nahm sie fest in meinen Arm und als sie sich beruhigt hatte, konnten wir in aller Ruhe miteinander reden. 

Ja, auch meine Tochter ist mal mürrisch, mal verärgert, mal frustriert oder auch aufgewühlt, weshalb sie uns Eltern, ganz besonders in diesen Momenten brauchen um sie zu "halten", sie anzunehmen, ihr zu vergeben, sie zu ermutigen, ihr den Weg zu weisen und das Gefühl zu geben, sie bedingungslos zu lieben. Jeden Tag.

"Die Art, wie wir mit Kindern sprechen, wird ihre innere Stimme." (Peggy O'Mara) 

Manche Konfrontationen lassen sich in unserem Alltag nicht vermeiden. Jedoch kann ich ihr ein Vorbild dafür sein, wie sie diese gewaltfrei lösen kann. Die Art, wie ich heute mit ihr rede, wirkt sich nicht nur darauf aus, wie sie anderen Menschen begegnet, sondern auch darauf, wie sie sich selbst sieht. Es sind oft nur kleine Unterschiede in der Kommunikation, die vieles bewirken können, die entscheidend sind und durch welche sich so manch unnötiger Konflikt oft sogar vermeiden lassen kann.


Durch positive Sätze wie "Bleib bei mir!" statt "Lauf nicht weg!" oder "Zeichne auf das Papier!" statt "Zeichne nicht auf dem Tisch!" richte ich ihre Aufmerksamkeit nicht auf das, wovon ich sie eigentlich abhalten versuche, sondern gebe ihr gleich eine Alternative, was sie statt dem unerwünschten Verhalten tun kann bzw. wozu die Sachen benutzt werden können. So entstehen nicht nur weniger Reibereien, auch sie bekommt nicht das Gefühl, ständig etwas falsch zu machen.

Durch ein freundliches "Lass uns gehen!" statt ein genervtes "Komm endlich!" und ein vertrauensvolles "Du kannst Dich jetzt anziehen!" statt ein vorwurfsvolles "Trödel nicht!" lade ich sie ein, mit mir zu kooperieren und zeige zugleich, wie man anderen Menschen respektvoll begegnet.

Durch Ich-Botschaften, wie "MIR ist es zu laut!" oder "ICH höre sowas nicht gerne. Wenn Du wegen etwas wütend auf mich bist, sage es mir anders." sowie "MICH stört es, wenn ich einen Satz nicht beenden kann!" helfe ich ihr zu verstehen, dass es okay ist eigene Bedürfnisse und Grenzen aufzuzeigen und dass dies auch geht, ohne dabei andere zu kränken.

"Elternsein hat nichts mit Perfektion zu tun. Perfektion ist gar nicht einmal das Ziel, nicht für uns, nicht für unsere Kinder ..." 

An manchen Abenden, wenn ich an den Tag zurückdenke, lassen mich Gedanken, wie "Hätte ich ihr nur dieses und jenes nicht gesagt. Warum konnte ich das nicht einfach lassen? " nicht los und ich grübele, wie es wohl anders gelaufen wäre, hätte ich mich anders verhalten. Aber ich weiß, indem ich mir diese Fragen stelle, wachse ich als Mensch ein Stück weiter und gebe dem Morgen bereits eine neue Chance, es beim nächsten Mal besser zu machen.

"...Gemeinsam lernen, um in einer unvollkommenen Welt gut zu leben, trotz oder gerade wegen unserer Unvollkommenheit einander zu lieben, und als Mensch zu wachsen, während unsere kleinen Menschen heranwachsen, das sind die Ziele einer einfühlsamen Erziehung. 
Frage Dich also am Ende eines Tages nicht, ob Du alles richtig gemacht hast. Frage Dich, was Du dabei gelernt hast und WIE SEHR DU GELIEBT HAST, und dann wachse mit der Antwort." (L. R. Knost)

18.01.2016

Buchstabenpuzzle GIVEAWAY

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Eines der genialsten Buchstabenpuzzles, das ich je gesehen habe! Monatelang habe ich nach diesem Puzzle gesucht und kurz vor Weihnachten bei Max & Naoli endlich auch entdeckt. Es ist kein Montessori-Material, allerdings haben die Buchstaben die typischen Montessori-Farben: Vokale in Blau, Konsonanten in Rot.

Julia liebt ihr neues Buchstabenpuzzle. Sie kennt noch nicht alle Buchstaben, aber ganz oft hören wir sie sowas wie a...a...a...Asien oder j...j...j...Julia sagen, so wie sie das aus ihrem Kinderhaus kennt. Sie legt liebend gerne ihren Namen mit den Teilen aus und noch lieber nimmt sie gleich alle Buchstaben vom Holzbrett, um diese dann wieder zurückzulegen. Was ich noch an diesem Puzzle besonders gerne mag, ist, dass ähnlich aussehende Buchstaben (wie zum Beispiel u und n) trotz Ähnlichkeit wirklich nur auf ihren eigenen Platz hineinpassen. Grandios!


Worüber ich mich aber ganz besonders freue, ist, dass ich in Zusammenarbeit mit Max & Naoli, genau so ein Buchstabenpuzzle an Euch verlosen darf. Für dieses Giveaway habe ich mich ein wenig im Internet schlau gemacht, (an der lieben Saskia ein Beispiel genommen) und einen diskreteren Weg gewählt, denn ich weiß, nicht jeder gibt seine E-Mailadresse so gerne öffentlich preis.

Deshalb erfolgt die Teilnahme diesmal über das untenstehende Formular. Ganz unkompliziert. Einfach via E-Mailadresse und den ganzen Namen oder über den FB-Account anmelden und anschließend einen Kommentar unter diesem Beitrag hinterlassen.

Und noch einiges Rechtliches: Ihr könnt an der Verlosung teilnehmen, wenn Ihr einen Wohnsitz in einem der EU-Länder und Euer 18. Lebensjahr vollendet habt. Kommentare auf Facebook gelten nicht, eine Mehrfachteilnahme ist nicht möglich! Die Auslosung erfolgt durch einen Zufallsgenerator und wird am Ende dieses Beitrags bekanntgegeben, der Gewinner via E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Alles Liebe und viel Glück,
Anna

a Rafflecopter giveaway

17.01.2016

Meine 9 Lieblingsvideos über Kinder und Montessori

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Kindern in einem Montessori-Haus beim Entdecken zu zuschauen und sie auf diesem Weg zu begleiten ist eine unglaubliche Bereicherung für mich. Ich weiß, nicht alle haben die Möglichkeit, Kinder in einem Kinderhaus oder in einer Schule zu erleben und ich denke, einige Fragen bezüglich des Alltags in einer Montessori-Einrichtung bleiben für manche daher auch offen. Es gibt allerdings einige Videos im Internet, die eine Menge Einblick in den  Montessori-Alltag gewähren und zeigen, wozu Kinder fähig sind, wenn sie nur dürfen.

Hier eine kleine Liste von 9 Videos, die zu meinen Favoriten gehören. Ich hoffe, sie lassen sich alle auch auf Eurem PC oder Smartphone öffnen:

1. "A Montessori Morning", fotografiert von Lindsay Palmer, zeigt einen Jungen in dem Alter, in welchem Julia jetzt ungefähr ist. Das Video besteht eigentlich aus vielen Fotos schnell hintereinander angezeigt, daher wirkt der Kurzfilm ziemlich hastig, ist aber ein herrlicher Einblick einer 3 Stunden-Arbeit in nur 4 Minuten zusammengefasst. Man beachte, wie oft, oder besser gesagt, wie selten ein Erwachsener zu sehen ist.

2. "Building The Pink Tower Fundraising Trailer" ist zwar auf Englisch und verlangt ein wenig Englischkenntnisse, allerdings ein wunderbares Video darüber, wie einzigartig und wunderbar die Montessori-Pädagogik ist.

3. "Montessori Kindergarten: Essential & Empowering" von The American Montessori Society ist ein wunderbarer Kurzfilm über den Alltag im Kinderhaus. Um den Film zu verstehen, benötigt man zwar Englischkenntnisse, aber ich denke, auch ohne diese kann man die Bilder genießen.

4. Das Video über eine Arbeit mit Tasttüchern von Filev Yuriy zeigt ein Kinderhauskind in voller Konzentration. Es hat eine Augenbinde (die Kinder entscheiden selbst, ob sie eine anziehen wollen oder nicht) und arbeitet ausschließlich mit seinem Tastsinn. Es ist so vertieft in sein Tun, dass es sich nicht einmal vom Lärm ringsherum ablenken lässt. Herrlich!

5. Ein anderes Video von Filev Yuriy zeigt ein Mädchen aus einem Kinderhaus (ich schätze es auf 4 oder 5 Jahre), wie es mit dem Maschenrahmen arbeitet. Um 0:13 kommt das Beste - der Grund, warum ich die Montessori-Pädagogik so schätze und liebe.

6. Ich liebe die Montessori-Materialien und es zu beobachten, wie Kinder mit ihnen arbeiten. Sie sind einfach genial, denn sie machen nicht nur Spaß, sie erlauben es Kindern auch, eigene Entdeckungen zu machen. Das Video "Control of Error" zeigt ein junges Mädchen, wie es mit dem 4. Zylinderblock arbeitet und wie es das Material eigene Fehler entdecken lässt, ohne den Spaß am Tun zu nehmen.

7. "A Day in the Life of Baan Dek" zeigt in Schnellaufnahme einen Tag in einem Kinderhaus. Es ist wunderbar zu erkennen, wie viel Bewegung Kinder an einem Tag im Raum in einer Montessori-Einrichtung wirklich haben. Nur eben: nie ziellos. 

8. Ein sehr netter Film ist "Inside the Montessori Classroom" von The American Montessori Society, der in jede Altersgruppe Einblicke gewähren lässt, wenn auch nur ganz kurz.

9. Ein Video über die Bedeutung der Freiheit der Counterpane Montessori School (in Zusammenarbeit mit Sara Moe), bei dem sich Kinder zu Wort melden und erzählen, was sie unter Freiheit verstehen. Ein großartiges Video!

Es gibt bestimmt eine Menge andere tolle Videos, die ich hier nicht aufgelistet habe. Wenn Du so ein Video kennst, hinterlasse den Link zum Video unter dem Beitrag im Kommentarfeld. Es würde mich sehr freuen!

13.01.2016

Einige Handarbeitsideen für meine Tochter (bald 4 Jahre alt)

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Das neue Jahr starteten wir mit hohem Fieber und unzähligen kleinen juckenden Bläschen. Windpocken. Das Schlimmste haben wir bereits überstanden und Julia geht es auch viel besser, aber 12 Tagen unter Quarantäne sind eine sehr lange Zeit. Und sie ist noch nicht ganz zu Ende. Wir versuchen, diese Tage mit Büchern, Bausteinen, gemeinsamen Kochen, Papierbasteleien und mit einigen Handarbeiten zu überbrücken. 

1. In dieser Woche entdeckte sie das Stricken für sich. Auch die Kinder in der Montessori-Schule liebten diese Arbeit und strickten sich, vor allem die Buben, 15-20 Meter lange "Schläuche" um einen Rekord aufzustellen. Weil ich dachte, für den Anfang fällt es ihr leichter, zeigte ich Julia zuerst das Handstricken, aber sie bevorzugt dennoch lieber die Strickgabel. Ich denke, sie mag es, wenn sie beide Hände "frei" hat.


Zu ihrer Strickgabel habe ich ihr ein Körbchen mit kleinen bunten zugeschnittenen Wollbällchen vorbereitet und ihr auch gezeigt, wie sie eine Arbeit beginnen kann. Das einzige, wo sie meine Hilfe braucht, ist beim Knotenbinden, wenn sie ihre Arbeit mit neuer Wolle verlängern möchte. Hier eine Schritt für Schritt Anleitung wie die Strickgabel funktioniert, hier die Strickgabel die Julia zurzeit benutzt und hier eine Vorlage zum Herunterladen, um so eine Strickgabel selbst zu basteln.


2. Auch ein selbstgemachter Bommel ist für die meisten Kinder etwas ganz besonderes. Die Arbeit ist recht unkompliziert, da die Wolle größtenteils nur um die beiden Papier-Ringe gewickelt werden muss, es verlangt allerdings etwas Geduld und Ausdauer. Hier eine Anleitung und auch eine Vorlage für die Schablonen zum Herunterladen.


3. Perlen zu fädeln mochte sie schon mit 2 Jahren, damals bot ich ihr dazu eine große, abgerundete Wollnadel und große Holzperlen an, heute arbeitet sie mit einer kleineren Wollnadel und kleineren Perlen. Auch den Faden steckt sie ganz alleine in das Nadelöhr, dazu nähte ich ihr ein hübsches Nähkissen, besorgte eine Nadelhilfe und zeigte ihr, wie das geht. Seitdem macht sie das alleine, nur zum Schluss den Knoten auf den Faden mache nach wie vor ich.


4. Im Herbst kaufte ich ihr einen kleinen Webrahmen und fing an, Wolle in den verschiedensten Farben zu sammeln. Sie liebt es damit zu arbeiten und vor allem die Farben häufig zu wechseln. Was mir besonders gut an solchen Handarbeiten gefällt, ist, dass die Hände die Bewegungen ständig wiederholen. So auch hier: Das Schiffchen wird zwischen den Fäden rauf und runter gesteckt und dann mit der anderen Hand in die andere Richtung wieder zurück geführt. Eine wunderbare Herausforderung und Übung. Diesen kleinen Teppich begann sie übrigens noch im November. Er ist zwar noch nicht ganz fertig, aber schon jetzt eine Freude anzuschauen, finde ich. Hier noch eine kurze Anleitung für den kleinen Webrahmen.


5.Auch Sticken ist eine wunderbare Arbeit. Dazu besorgte ich ihr einen Stickrahmen und grobgewebten Stoff. Gestickt hat sie mit der großen, abgerundeten Wollnadel. Am Anfang hat sie die Nadel von hinten nicht zurückgestickt, sondern seitlich zurückgeführt. Mit der Zeit gelang es ihr mit ein wenig Übung aber immer besser.


6. Nassfilzen macht großen Spaß! Ich denke, es gibt kaum Kinder, die nicht gerne mit Wasser arbeiten und die Hände in Schaum tauchen. Nassfilzen ist wirklich eine spannende Sinneserfahrung und mehr als ein Stück Seife, Wasser, Handtücher und Filz braucht man gar nicht dazu. Wir haben zu viel Schaum benutzt, aber die Bälle sind uns dennoch gelungen. Tolle Anleitungen zum Nassfilzen fand ich hier und auch hier.


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06.01.2016

Einige Materialien und Körbchenideen für Kleinkinder (0-3)

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Da ich oft gebeten werde, auch für ganz junge Kinder Materialien und Körbchenideen zu zeigen, habe ich noch vor Weihnachten im Grashalm Montessori Kleinkinderhaus einige Fotos geknipst um dieser Bitte nachzukommen.

Ich habe mir vorwiegend solche Materialien aus den Regalen ausgesucht, die von den Kindern besonders oft genommen werden. So zum Beispiel auch dieses Entdeckungskörbchen. Es beinhaltet ganz einfache, bekannte Gegenstände aus dem Alltag: Ein Schneckenhaus, eine Muschel, ein Honiglöffel, eine Stilleinlage aus Wolle, eine Gesichtsbürste aber auch eine Nagelbürste aus Plastik, damit die Kinder ganz unterschiedlichste Texturen befühlen können.


Eine hübsche, stabile Pappbox mit einem kleinen Schlitz auf dem Deckel, dazu ein Korb mit dünnen Holzchips. So einfach und doch lieben es die Kinder! Sie verbringen damit oft lange Minuten in voller Konzentration.


Auch ein Favorit: der Korb mit wunderbar einfachen Musikinstrumenten zum Schütteln und mit ganz unterschiedlichen Klängen.


Im Korb sind: ein kleines Glöckchen auf einem Stiel1, ein kleine, handliche Maraca1, ein kleines Rassel-Ei1, ein Bambus Klapper (Tok Tok's) der durchs Schütteln klappende Töne erzeugt, ein wunderschönes Glockenbrettchen mit sanftem Klang und eine Holzrassel.


Selbstgenähte Sandsäcke zum Tragen, sich Drauflegen, auf den Körper legen, aber auch zum Bauen oder sich einfach einen Weg aus ihnen legen. Kinder tragen die unterschiedlich schweren Säckchen ganz begeistert durch den Raum. Je schwerer, umso spannender. Auch für Julia habe ich damals zu Hause solche Säckchen genäht und füllte statt Sand, Reis und Linsen hinein.


Der Holzkasten mit Ball und Schublade. So wie jedes Montessori-Material ist auch dieses einfache Kästchen ge-ni-al! Der hineingeworfene Ball rollt nur dann in die Schublade nach vorne, wenn diese zugeschoben ist. Wenn sie jedoch offen bleibt, bleibt der Ball ganz oben stecken. So wird die Schublade möglichst oft auf- und zugemacht und somit auch die kleinen Hände fleißig beschäftigt. Zu Erwerben zum Beispiel hier, hier oder hier.


Ein weiterer Entdeckungskorb mit unterschiedlichen Bürsten aus dem Alltag. Zum Ausräumen, Befühlen, Benennen und wieder Einräumen.


Ein Zuordnungsspiel mit Vogel Schleich-Figuren, dazu Bildkarten. Die Karten samt den Fotos habe ich gemacht und es war jede Menge Arbeit, dafür sind sie genau so geworden, wie ich sie mir vorgestellt habe. Zuerst boten wir im Kleinkinderhaus nur drei der Karten und Figuren an und wählten dazu einheimische Vogelarten aus, für ältere Kinder kamen dann weitere 4 Figuren sowie Karten dazu. Gerne könnt ihr die Karten für das Spielregal zu Hause hier herunterladen und nachbasteln.


Auf einem der Regale stehen auch A5 große Fotokarten als Sprachmaterial über Obst- und Gemüsesorten, Tiere, Möbelstücke oder Bekleidung, die nach einigen Wochen durch neue ausgetauscht werden. Solche Karten kann man aber auch ganz einfach mit Bildern aus dem Internet selbst basteln.


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