16.07.2013

Wo der Tag beginnt und endet: im Bad


Wenn wir am Morgen aufstehen, beginnt der Tag in diesen Raum und am Abend, bevor wir zu Bett gehen, endet er hier, in unserem Badezimmer.
Es ist zwar geräumig, aber ziemlich mit Schränken verbaut. Den einzigen Schrank den wir so gut wie nie aufmachen ist der mit dem Boiler darin und so richteten wir für Julia vor diesem Schrank eine kleine Ecke ein. In der Früh kann sie hier Zähneputzen, in Ruhe ein Buch durchblättern ;), eine frische Windel bekommen, sich kämmen und anziehen.


Es war mir auch wichtig, dass sie weiß, wo sie ihre Klamotten findet. Wir gehen also jeden Tag gemeinsam zu ihrem Kleiderschrank, den sie mithilfe der Schnur aufmachen kann und nehmen ihre Klamotten heraus, die sie dann im Badezimmer anzieht. Ihre Sachen befinden sich in den untersten 2 Regalen, die Socken und Strumpfhosen liegen in einem Korb im Schrank. Auch beim Socken einräumen kann sie sich prima bedienen wenn wir die frische Wäsche in die Kleiderschränke sortieren.

Nach dem Baden und Anziehen putzen wir gemeinsam die Zähne. Das sieht dann so aus: ich putze mit meiner Zahnbürste meine Zähne. Sie steht mir gegenüber und putzt sich die eigenen Zähne während sie mich beobachtet und meine Bewegungen nachmacht. Manchmal greife ich noch ein und putze etwas nach, wenn sie zu müde ist und sich nicht mehr konzentrieren kann. Die Haare kämmt sie allerdings ganz alleine.


Und damit wäre ich eigentlich am Ende der Führung durch unere Montessori-inspirierte Wohnung. Es sind wirklich nur Kleinigkeiten, die aber einen großen Teil dazu beitragen, dass bereits so kleine Kinder sich im Alltag selbstständiger machen können. Was sie dabei lernen, lernen sie fürs Leben.

Kommentare:

  1. Euer kleiner Blondschopf ist so niedlich! :)

    Ich habe sehr viel mitgenommen und versuche viel umzusetzen. Danke für die tolle Führung.

    Ich habe aber noch eine Frage. In Julias Zimmer hängen die Bilder doch weit unten. Bleiben die an Ort und Stelle? Ich wollte für Paul auch Bilder auf Augenhöhe anbringen. Aber da er im Moment die große Freiheit entdeckt hat (das Krabbeln) zieht er sich überall hoch und leider auch alles runter.

    Liebe Grüße,

    Laura

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    1. Also bei den Bildern hatte ich damals auch Bedenken. Immerhin sind solche Nägel, die aus der Wand ragen, dann doch nicht ungefährlich. Also meine Lösung: Die Bilder zwar in Augenhöhe, aber über dem Spieleregal hängen, sodass sie erstens zwar an die Bilder, nicht aber an die Nägel rankommen kann, zweitens ist dann das Spieleregal oft interessanter als die Bilder. Ich habe diese damals aufgehängt und seitdem hängen sie auch dort. ;) Scheint eine gute Lösung gewesen zu sein.
      LG

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  2. Du bist unglaublich. An was du alles denkst. Diese Kleinigkeiten... und ich finde es besonders toll, dass da z.B. ein Spiegel steht. Oder auch mit den Schälchen neulich. Das ist so wertschätzend. Und ich freue mich so, wenn ich Kalea einen kleinen Platz im Bad einrichten kann, sobald sie nicht alles verschleppt oder fallen lässt. :) Ich nehme deine Fotos auf jeden Fall als Vorbild. Mal sehen wie, denn in unserem Bad müsste ich ganz schön puzzeln.

    Ich schicke dir ganz liebe Grüße, du Inspirationsquelle! :)

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  3. Ach ja, übrigens muss ich momentan besonders an dich denken, da ich gerade auch anfange etwas zu verzweifeln, sobald meine kleine Dame anfängt das Essen und alles vom Tisch zu fegen. Grrr! Vor ein paar Wochen war ich da ja noch gelassen, aber auf einmal kommt so eine Ungeduld, weil ich merke, dass sie schon so viel versteht.... :)

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    1. Du bist so lieb! ♥ Fühl dich von mir ganz lieb gedrückt!
      Ja, ich kann mich gut erinnern, wie das mit dem Essen war. Dabei kann ich dir nur sagen, cool bleiben. Das hätte mir damals auch nicht geschadet! ;)

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  4. Ich bin total beeindruckt. Danke für diesen tollen Einblicke und die Inspiration! Liebste Grüße, Louise

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    1. Schön dich wieder zu sehen! :) Du bist tapfer und stark und unglaublich bewundernswert!!!
      Ganz liebe Grüße,
      Anna

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  5. Hallo, ich habe Dein Blog erst vor kurzem entdeckt, finde die Anregungen inspirierend und die Haltung dahinter sehr schön. Ich mag es auch sehr, zuzuschauen, wie meine Tochter (knapp 16 Monate) groß und selbstständig wird. Finde es auch immer wieder überraschend, wieviel sie schon versteht und wie ich sie manchmal unterschätze, in dem was sie schon kann. Aber gerade bei den Bildern, die du oben zeigst, sehe ich in unserem Haushalt den Spiegel schon zerdeppert im Wohnzimmer stehen, die Kiste auf der Erde und den Seifenspender im Mund. Ihren Schrank bzw. das unterste Fach räumt sie, wenn ich Wäsche mache, immer aus. Muss Deine Tochter nicht alles überall runterräumen und in der Wohnung verteilen? Oder hast Du einfach nur die Geduld, das immer wieder zurückzuräumen, oder gibt es andere "Tricks"?

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    1. Sie räumt natürlich auch alles weg und schleppt auch den Spiegel in ihr Zimmer oder sonst wohin. Den Waschschaum hatte sie nur einmal im Mund, sie fand ihn dann aber nicht mehr so lecker. ;)
      Und ja, sie würde gerne auch manchmal den Schrank ausräumen, da zeige ich ihr wie man alles zurücklegt und sage ihr, dass sie das auch machen soll und lasse sie den Rest zurückräumen. Und sie macht das wirklich. Den Spiegel räumt auch sie weg, wenn sie ihn spazieren trägt, nehme ich sie an der Hand und führe sie (samt Spiegel) ins Badezimmer und sage ihr eben, dass der Spiegel dort hingehört (und zeige auf den Platz). Und sie legt den Spiegel zurück. Auch wenn sie danach den Spiegel wieder wegschleppt, bringt sie ihn schon wohlwissend ins Bad zurück. ;)

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  6. Ich finde, ihr macht das toll! Wie ihr die Kleine miteinbezieht ist großartig.
    Und vielen Dank für die tollen Beiträge zur Montessori-inspirierte Wohnung!

    Liebe Grüße,
    Annegret

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  7. Ein kleines Schüsselchen mit Wasser hinzustellen, um sich selbst zu waschen, das würde bei uns in Überschwemmung und Chaos ausarten. Und zwar jedes mal.
    In den Berichten und auf den Bildern kommt eure kleine immer sehr diszipliniert und erwachsen rüber.
    Wenn es der Tatsache entspricht, weiss ich nicht ob ich das so gut fände.
    Dennoch: ein superschönes Blog :-)

    Liebe Grüße
    Jule

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    1. Auch unsere Kleine probiert alles aus: die Schüssel weg zu tragen, sie spielt dann mit dem Wasser und auch mit allem anderem, was sie erreichen kann. Für mich dennoch kein Grund ihr diese Sachen vorzuenthalten, im Gegenteil, ich sehe in dem die Möglichkeit ihr zu zeigen, wozu all das da gut ist, wozu man diese benutzt. Immer und immer wieder. Gut, ich habe nur ein Kind und daher auch die Zeit und wahrscheinlich auch die Geduld. Aber warum soll ich das nicht ausnutzen? Sie ist genauso verspielt, wie alle adneren Kinder auch. Sie schreit und quietscht und räumt um und experimentiert. Und das ist gut so! ;)

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    2. Auch wir - angeregt durch den tollen Bericht von Anna - praktizieren im Bad das Hände waschen in der Schüssel. Ich würde das gar nicht so kompliziert sehen; natürlich geht immer mal was daneben. Aber damit das "Chaos" nicht zu groß wird, habe ich unter die Waschschüssel eine Wachstischdecke ausgelegt. Somit hält sich die Überschwemmung in Grenzen. Außerdem waschen wir immer noch gemeinsam die Hände, damit sie lernt (sie ist übrigens jetzt 13 Monate alt), wie das funktioniert und es irgendwann selber machen kann. Auch wenn man es gefühlte 100 Mal so praktizieren muss: es funktioniert :) (Wie sie vom Bett oder Stufen o.ä. runter zu krabbeln hat, weiß sie mittlerweile auch und kann es ohne Probleme alleine)

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  8. Ich danke dir auch für deine Einblicke und konnte mir einige Tips (auch als 5fach Mama) noch abschauen ;). Ich finde es auch so schön, wieviel ihr sie mit einbezieht. ♥ liche Grüße Sumama

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  9. Es ist doch toll, wenn ein Kind den Raum und die Zeit bekommt, selbständig zu sein.
    Die Kleinen brennen ja auch darauf.
    Und den Eindruck, dass dein Kind keine Freude daran hat und total diszipliniert ist, den hatte ich persönlich eigentlich nie, wenn ich deine Posts gelesen habe.
    Wenn ein Kind etwas nicht machen will, dann möchte es das nicht machen und dann wird es wohl kaum freudestrahlen vor dem Spiegel stehen und seine Haare kämmen. ;)

    Ich glaube einfach, dass die negativen Kommentare aus Unwissenheit enstehen, da sich viele nicht die Mühe gemacht haben, sich in die Montessori-Pädagogik einzulesen.
    Da ist nämlich überhaupt nichts mit Zwang dabei.

    Ich finde fast alle der pädagogischen Ansätze gut und ziehe mir aus jedem etwas Brauchbares heraus. Ob nun Reggio, Waldorf oder eben Montessori.
    Ich finde es toll, wie du euer Zuhause einrichtest, damit eure Kleine ihren Alltag mitbestimmen und gestalten kann. <3

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    1. Du hättest deinen Kommentar in Blockbuchstaben schreiben sollen!!! :) Du hast es so schön und passend zusammengefasst! ♥

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  10. WOW! WIRKLICH WOW! Habe über 36 Ecken nun euren Blog gefunden und bin verliebt, begeistert, fasziniert und sowieso! Sooooooooooooooooooo schön, macht ihr das! Wie ihr auf die Kleine eingeht und sie miteinbezieht. Ich findes wundervoll. Ein grosses Vorbild für uns!

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    1. ♥♥♥♥♥♥♥♥ Dankeschön! ♥♥♥♥♥♥♥♥ *rot werde*

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  11. I love the pink string idea! Beautiful bathroom set up and pictures. I understood most of your post but my German is (very) rusty!

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  12. Deine Seite gefällt mir wirklich sehr gut!! Wir versuchen seit gut 18 Jahren Montessori in unseren Alltag mit mittlerweile 4 Kids zu integrieren. Freu mich immer über Anregungen für unseren jüngsten Sonnenschein und für meine Tageskinder.

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