17.10.2017

Kleine Köche ganz groß - eine neue Serie mit Rezepten für Kinder zum Herunterladen

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Egal was ich backe oder koche, Julia ist so gut wie immer an meiner Seite. Sie liebt es, in der Küche mitzuwirken aber noch mehr, wenn sie die einzelnen Schritte selbst übernehmen kann. Daher sammle ich passende (und gesunde) Rezepte und überlege mir auch, wie ich ihr die Zutaten so vorbereiten kann, dass sie vieles alleine, mit passenden Werkzeugen und vor allem mit Erfolg meistern kann.

Diese Rezepte und wie wir gemeinsam kochen und backen, möchte ich mit Euch in einem Serienbeitrag teilen. Zu den Rezepten gestalte ich auch eine Bildanleitung, aus der ich für Julia ein persönliches Kochbuch zusammenstelle und die ihr auch von Beitrag zu Beitrag gerne herunterladen und ausprobieren könnt. 


Wir kochen gerne saisonal, daher gibt es bei uns zurzeit öfters eine leckere Kürbiscremesuppe. Ich mag dieses Rezept, weil die Suppe sehr ausgewogen schmeckt. Das Gemüse und den halben Apfel bereitete ich für Julia in einem Korb vor, damit sie alles erst mal sehen, riechen und fühlen konnte
  • 1 kleiner Hokkaido-Kürbis
  • 1 Pastinake
  • 1 Karotte (Möhre)
  • 1 Süßkartoffel
  • 1 fingergroßer Porree
  • 1/2 Apfel (Sorte egal)
  • ein kleines Stück Ingwer
Die restlichen Zutaten habe ich vorportioniert:
  • 2 dl Sahne in einem kleinen Krug
  • ein wenig Salz
  • ein wenig Suppengewürz (am besten ohne Salz und Hefe)
  • 1 Liter Wasser in einem Krug


Sie fragte, was sich in den Krügen, Schalen und Körben befindet und so besprachen wir auch, welches Gemüse geschält und welches mit Schale verarbeitet wird und somit zuerst gewaschen werden muss. Anschließend zog sie, wie immer vor der Küchenarbeit, ihre kleine Schürze an und legte los.


Der Hokkaido-Kürbis kann auch samt Schale verarbeitet und verzehrt werden, er gehört jedoch entkernt. Daher bereitete ich Julia einen kleinen Löffel und eine Schale vor. Ich halbierte den Kürbis, dann zeigte ich ihr, wie sie die Kerne aus den Kürbishälften ausschaben und in eine Schüssel geben kann.


Da der Kürbis etwas härter ist und etwas schwieriger zu schneiden, bat mich Julia um ein wenig Hilfe. Also habe ich ihr die Kürbishälften in etwas kleinere Stücke aufgeteilt. In kleine Würfeln schneidete sie die Kürbisscheiben allerdings schon sie und warf diese in einen großen Topf. Ich bin nach wie vor begeistert von diesem Kindermesser*, weil es wirklich schneidet und da Kinder so mehr Erfolgserlebnisse bei der Arbeit haben, haben sie auch mehr Motivation.


Als nächstes schälte sie die Karotte, die Pastinake und die Süßkartoffel, so wie wir das am Anfang besprochen hatten. Ich habe ihr von Anfang an das Schälen so gezeigt, dass das Gemüse und das Obst dabei auf dem Schneidebrett liegen bleibt. So kann sie es nicht nur besser festhalten, auch die Verletzugsgefahr wird um einiges geringer.


Dann schneidete sie das geschälte Gemüse in kleine Stücke, samt dem Poree, dem halben Apfel und dem Ingwer. Den Apfel und den Ingwer kochen wir immer samt Schale, damit die wertvollen Stoffe nicht verloren gehen. Beim Schneiden legte sie die freie Hand auf den Messerrücken. So konnte sie mehr Kraft auf das harte Gemüse ausüben und auch das Messer rutschte nicht so leicht weg.


Als alles im Topf war, goss sie diesen mit dem Wasser auf und gab auch, mit Hilfe der Gewürzschaufel*, etwas Suppengewürz dazu. Zum Kochen stellte jedoch ich die Suppe auf den Herd.


Damit Julia sich nicht verbrennt, goss ich die heiße Brühe in einen anderen, noch kalten Topf um. Dann nahm sie den Stabmixer und pürierte das Gemüse fein, so wie ich es ihr gezeigt habe. Sie geht mit dem Stabmixer sehr behutsam um, dementsprechend dauerte das Pürieren etwas länger.


Zum Schluss verfeinerte sie die Suppe mit Sahne und Salz. Auch zum Salzen benutzte sie die kleine Gewürzschaufel. Danach pürierte sie die Suppe noch einmal durch.

Das Rezept ist sehr einfach und auch schnell zubereitet, nichtsdestotrotz schmeckt die Suppe köstlich! Hier in Österreich wird die Kürbscremesuppe gerne mit einem Schuss Kürbiskernöl serviert, wir löffeln sie aber auch gerne ohne. Das Rezept als Bildanleitung könnt ihr hier herunterladen. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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15.10.2017

Kennt ihr die bunten Scherenschnitt-Blumen?

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Kaum war ich zurück aus Dänemark, klagte ich über eine Magen-Darm-Grippe und Julia über eine Angina und hohes Fieber, so dass sie Kinderhaus-freie Tage hatte. Dafür haben wir die Zeit genutzt und diese wunderschönen Scherenschnitt-Blumen gemacht. Kennt ihr diese? Die Technik ist wirklich einfach, auch die Materialien ganz gewöhnlich, das Ergebnis jedoch eine Augenweide.


Zu diesen wunderschönen Blumen verwendeten wir einfache, große, weiße Kaffeefilter*, Temperafarben* und eine kleine Schere. Den Kaffeefilter haben wir auf 1/24-tel Größe gefaltet. Das fand Juia unglaublich spannend, zudem ich auch immer kommentiert habe, auf welche Größe ich den Kreis gerade falte. Sie wollte es wirklich wissen und machte den Kaffeefilter sogar noch einmal auf um nachzuzählen, ob das tatsächlich 24 kleine gefaltete Teile geworden sind.


Nachdem wir die Kaffeefilter auf 1/24tel Größe gefaltet hatten, tauchten wir diese in Temperafarben. Die Farben mischten wir nur mit ein wenig Wasser, damit sie schön leuchten. Kafeefilter absorbiert das Wasser sehr schnell. Es war sichtlich zu beobachten, wie er sich mit dem bunten Wasser vollsaugte und wie sich die Farben vermischten. Die kleinen Segmente haben wir auch manchmal etwas geknickt, damit wir nur den mittleren Teil in die Farbe tauchen konnten.


Dann schnitten wir Muster hinein nach Lust und Laune. Die fertigen Blumen trockneten wir kurz noch mit dem Haarföhner und glätteten sie etwas mit dem Bügeleisen (ohne Dampf).


Mathe, Physik, Chemie und Kunst in einem - eine wirklich wunderschöne Arbeit die auch jüngere Kinder machen können und auch älteren Spaß bereiten kann. Die Blumen haben wir dann alle nebeneinander ausgelegt und bewundert und am nächsten Tag gleich wieder welche gemacht.

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04.10.2017

Dies und Das aus unserem Alltag

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Trotz weniger Sonnenstunden und kühleren Temperaturen mag ich den Herbst mit seinem typischen Duft in der Luft. Spaziergänge übers Jahr mit Kindern, ohne Jahreszeitenwechsel, könnte ich mir gar nicht vorstellen! Julia ist eine leidenschaftliche Sammlerin und sammelt die Jackentaschen voll mit Kastanien, Eicheln und bunten Blättern. Die Blätter sortierten wir nach Farben und machten daraus eine wunderschöne Farbpalette, dann auch noch ein Mandala.


All diese leuchtenden Farben! Wir ließen unsere Kunstwerke allerdings auch liegen, denn vielleicht erfreut es auch andere Spaziergänger, die später beim Vorbeigehen diese entdecken.


Morgen fliege ich mit Jakob für einige Tage nach Dänemark zu meinem Bruder um meine kleine Nichte zu bewundern. Sie ist erst vor einigen Wochen auf die Welt gekommen. Bisher war ich die Ruhe selbst, aber jetzt, einen Tag vor dem Abflug, habe ich doch ein wenig Bammel. Ich flog noch nie mit einem Baby. Ob er das Fliegen mögen wird?


Sonst ist unser Alltag sehr ruhig. Wenn er nicht gerade schläft, verbringen wir die Zeit mit Haushalt oder in seinem Zimmer. Meistens sitze ich dann irgendwo auf dem Boden und genieße es, ihn bei seinen Entdeckungen zu beobachten. Er rollt sich auch schon vom Rücken auf den Bauch und versucht mit den Händen alles zu ergattern, was in seiner Nähe ist.


Vor ungefähr drei Wochen entdeckte er seinen Daumen. Ich habe eine Menge darüber gelesen und weiß auch, welche Meinung manche Zahnärzte über das Daumenlutschen vertreten. Das hat mich am Anfang etwas beschäftigt, aber mittlerweile sehe ich das entspannter. Ich finde, es ist so natürlich. Er nimmt den Daumen allerdings nur dann in den Mund, wenn er wirklich sehr müde ist und nuckelt nur einige wenige Minuten.


Am Nachmittag holen wir dann seine Schwester aus dem Kinderhaus ab. Das U-Bahn-Fahren ist für ihn jedes Mal ein großes Abenteuer. Er beobachtet ganz gebannt das Geschehen um ihn herum und wenn Julia ihn dann begrüßt und ihm ein Nasenbussi gibt, lächelt er sie gleich an. Zum Dahinschmelzen!


Neulich entdeckte ich diese kleine Glas-Apfelreibe*. Ich kann mich erinnern, dass wir zuhause auch sowas hatten und ich mir als Kindergartenkind gerne meine eigene Jause rieb. Auch Julia mag diese Reibe und der geriebener Apfel, mit etwas Mandelmus und fein geriebenen Haferflocken verfeinert, ist eine köstliche Nachmittagsjause.

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30.09.2017

Jakobs Zimmer heute (5 Monate alt)

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Ich wollte für Jakob von Anfang an einen Platz in der Wohnung, der wirklich nur ihm gehört. Sei es nur eine Ecke in unserem Schlafzimmer oder gar ein ganzer Raum. Er verbringt zwar die meiste Zeit bei uns im Wohn- und Essbereich, aber tagsüber sind wir doch auch oft in seinem Zimmer, besonders wenn es für ihn zu turbulent wird. Hier ist es ruhig und alles an ihn und seine Bedürfnisse angepasst.


Abends schläft er bei uns im Bett, tagsüber oft im Tragetuch oder hier auf seinem Bodenbett. Für letzteres nahm ich eine einfache Matratze fürs Kinderbett, so kann ich mich auch zu ihm hinlegen und ihn gegebenenfalls im Liegen stillen. Er hat von dort freie Sicht auf den Raum und wenn er später mobiler wird, kann er selbstständig rauf- und runterkrabbeln. Sollte er mal beim Schlafen runterrollen, landet er sanft auf einem Schaffell. Ich kann mich erinnern, dass ich damals Julia ein paar Mal so vorgefunden habe: friedlich auf ihren Schaffell schlafend vor ihrem Bodenbett.


Er ist fasziniert von seinem Spiegelbild und immer, wenn er sich selbst erblickt, lächelt er das Gesicht an, das er dort sieht. Er beobachtet im Spiegel auch oft die Bewegungen seiner Beine. Auch der Ring am Band hängt noch hier an einer, an die Wand montierten, höhenverstellbaren Regalkonsole. Vor einigen Wochen hat sich Jakob noch geärgert, wenn der Ring zwischen seinen Händen durchrutschte, jetzt schnappt er ihn bereits während der Ring noch baumelt und das sogar mit beiden Händen gleichzeitig - und quietscht dabei so herzhaft. Ich habe das sogar gefilmt, aber ich bin noch immer nicht dazu gekommen, dies hier zu zeigen.


Ich habe lange nach so einem niedrigen Regal gesucht (siehe Foto ganz oben) und bin so froh, eins in Leens Manine Montessori Shop gefunden zu haben. Es ist sehr niedrig, so dass Jakob bereits jetzt sehen kann, was auf dem untersten Regalboden steht. Immer wieder rollt er hin, wenn er etwas dort erblickt.


Das Regal ist sehr stabil, so dass sich Jakob später daran hochziehen kann um zu sehen, was sich auf dem oberen Regalboden befindet. Welche Materialien er zurzeit da stehen hat, zeige ich dann bald in einem anderen Beitrag.


Die Bilder an seiner Wand hängte ich recht niedrig, so dass er diese bereits jetzt gut sehen kann. Ich habe einfache, jedoch ganze Tiermotive ausgesucht, weil ich weiß, dass er bereits jetzt alles unbewusst absorbiert.


Das Foto zeigt Jakobs Blick vom Boden auf diese Bilder. Auch damals in Julias Zimmer habe ich die Bilder für sie über ihrem Spielregal aufgehängt, denn so konnte sie diese gut sehen, aber nicht erreichen. Einige von Euch haben nach den Bildern in Jakobs Zimmer gefragt, hier könnt ihr diese gerne herunterladen.


Vorgestern kam auch endlich Jakobs neuer Kleiderschrank an. Ist er nicht herrlich? Ich habe ihn bereits vor dem Urlaub bestellt und mich schon so darauf gefreut. Die alte Wickelkommode musste also weg und diesem Kleiderschrank Platz schaffen.


Ich mag diese Kombination von einzelnen Fächern und auch eine Kleiderstange, weil es einerseits praktisch ist, aber auch, weil es übersichtlich bleibt, besonders für Kinder. Die Bodys und Hosen legte ich hintereinander statt gestapelt, so ist es viel einfacher, ein Stück auszusuchen und zu entnehmen.


Später stelle ich Jakob auch noch einen niedrigen Stuhl bereit, wo er sich beim An- und Ausziehen hinsetzen kann, jetzt aber liegt dafür noch eine Wickelauflage auf dem Boden. Hier wird er aber wirklich nur an- und ausgezogen, wickeln tun wir ihn im Badezimmer.

Auch ich bin gerne in diesem Raum, er strahlt so viel Ruhe aus! Da das Zimmer wirklich an ihn angepasst ist, kann ich mich entspannt hinsetzen und ihn beim Entdecken beobachten - und es genießen.

P.S.: Gestern zeigte auch Kylie von How We Montessori einen kleinen Einblick in das Babyzimmer von ihrem dritten Sohn, Otto. Ich liebe ihre Garderoben-Idee und diese friedliche und stimmige Atmosphäre des Zimmers. Schaut es Euch unbedingt an!

26.09.2017

Fundstück der Woche und Ideen, wofür wir es verwenden

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Ich liebe es, unser Zuhause nach Montessori zu gestalten und das Beste daran ist: Ideen dazu lassen sich überall finden! Vom Möbelschweden und Gartencenter bis hin zum kleinsten Trödelladen. Und oft kann ein einfaches Einrichtungsstück eine Menge bieten, wie auch dieser kleine  Kinderhocker (FLISAT) den wir weniger als eine Sitzgelegenheit, vielmehr als einen kleinen Tisch verwenden.


Ich benutzte ihn als Ablagetisch neben dem Stillsessel in Jakobs Babyzimmer, wo ich während des langen Stillens bequem meinen Tee abstellen konnte. Heute dauert das Stillen nicht mehr so lange, so dient der kleine Hocker wegen seiner niedrigen Höhe als Nachttisch neben Jakobs Bodenbett.


Wir haben eine Menge Zimmerpflanzen, um die sich Julia und auch ich mich mit Hingabe kümmern. Einige sind recht groß und stehen daher am Boden, andere wiederum sind kleiner, die entweder auf einem Regal, einem Schrank oder auf der Durchreiche zwischen Küche und Esszimmer stehen. Damit Julia auch kleinere Pflanzen gießen kann, stellte ich einige davon auf so einen Hocker.


So kann sie die Pflanzen nicht nur ohne Hilfe gießen, sondern auch die Blätter von allen Seiten abstauben. Ich finde, der Hocker hat eine perfekte Höhe als Pflanzentisch bereits für ganz junge Kinder. So wird auch Jakob, wenn er gehen kann,  die Pflanzen pflegen können.


Der Hocker passt bei uns allerdings auch als Frisiertischchen wunderbar. Neben einem Spiegel, mit einer Haarbürste und Julias Spangen und Haargummis in einem Korb, kann sie sich morgens vor dem Kindergarten selbst frisieren.

09.09.2017

Anna interviewt Simone Davies - über Montessori zuhause, Kleinkinder und ihr Buch

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Heute habe ich einen ganz besonderen Gast und eine liebe Freundin, der ich einige Fragen über Montessori zuhause und über Kleinkinder stellen darf. Die Originalversion des Interviews auf englisch könnt ihr hier lesen.

Liebe Simone, erzähle ein wenig über Dich. Woher kommst Du? Wo lebst Du? Was machst Du, wenn du gerade keine Blogartikel (oder Bücher) schreibst?

Hallo an alle! Ich fühle mich sehr geehrt heute auf Anna's Blog schreiben zu können. Ich liebe Anna's Räumlichkeiten zuhause und mitanzusehen, wie ihre Kinder wachsen. Meine Großeltern sind auch aus Österreich, daher hat es einen besonderen Platz in meinem Herzen.

Mein Name ist Simone Davies, ich bin eine AMI Montessori Pädagogin und lebe in Amsterdam. Ich bin vor 11 Jahren aus Sidney hierher gezogen (ich bevorzuge Regen und Fahrräder) und habe zwei wundervolle Kinder, Oliver (16) und Emma (15). Unter der Woche leite ich Eltern-Kind-Gruppen bei Jacaranda Tree Montessori für 0-4 Jahre alte Kinder. Die Kinder kommen mit ihren Eltern in eine Montessori-Umgebung wo auch Eltern  vom Beobachten ihrer Kinder so viel lernen können und mir Fragen stellen über Probleme, die sie zuhause haben. 

Vor 2 Jahren startete ich den Blog The Montessori Notebook für Eltern, die Montessori in ihren Alltag einbringen wollen. Im Sommer habe ich an meinem Buch "Das Montessori Kleinkind" gearbeitet um Eltern zu helfen, ihre Kinder besser zu verstehen. Es war ein tolles Projekt und ich freue mich, es nun veröffentlichen zu dürfen.


Wenn ich nicht arbeite, verbringe ich gerne Zeit mit meinen eigenen Kindern. Obwohl sie schon Teeneger sind, machen wir das Beste aus unserer gemeinsamen Zeit und spielen Brettspiele, machen Spaziergänge, kochen und essen gemeinsam und führen tolle Gespräche - den Teil mag ich am liebsten. Jugendliche sind wirklich eine gute Gesellschaft!

Ich liebe es, durch Amsterdam zu radeln, verbringe gerne Zeit mit Freunden bei einem Tee, mache Yoga und Meditation und in letzter Zeit habe ich einen grünen Daumen entwickelt und kümmere mich um eine immer größer werdende Sammlung von Hauspflanzen. Um mich zu entspannen, gönne ich mir jeden Abend ein Bad, gefolgt von einem guten Buch im Bett.


Was beeindruckt Dich an der Altersgruppe 0-3?

Die meisten Montessori-Pädagogen haben eine "Lieblings-Altersgruppe" und meine ist definitiv die der Kleinkinder. Ich denke, ich könnte im Herzen noch ein Kleinkind sein. Sie sind sehr authentisch, sie sagen genau, wie sie sich fühlen und können nur im Hier und Jetzt leben (nicht in der Zukunft und auch nicht in der Vergangenheit). Sie erden mich und ich lerne von ihnen jeden Tag. Sie zeigen mir, wie ich langsamer werden kann, die Welt um mich herum mit anderen Augen zu sehen und ihr Kuscheln ist das süßeste Geschenk.

Niemals später in ihrem Leben werden sie so viele Veränderungen durchmachen, wie in diesen frühen Jahren. Sie nehmen alles unbewusst mit Leichtigkeit auf und beginnen zu gehen, zu reden und unabhängig zu werden. Als Erwachsene haben wir ein enormes Potenzial um ihnen zu helfen und die Grundlagen zu legen, mit denen wir in den darauf folgenden Jahren arbeiten werden.


Nicht jeder kann es sich leisten, die schönen Montessori-Materialien für zuhause anzuschaffen und viele haben auch kaum Zeit, solche selbst zu erstellen. Können sie Montessori zuhause dennoch umsetzen?

Unbedingt! Ich glaube, bei Montessori zuhause geht es mehr darum, wie wir mit den Kindern leben, den Respekt, den wir ihnen geben, wie wir sie bei ihrer Neugierde und Unabhängigkeit unterstützen und ihnen dabei helfen, Verantwortung für sich Selbst zu tragen. Dazu braucht es keine Materialien.

Hier einige Ideen für die Umsetzung zuhause:
  • Langsame, kind-geleitete Spaziergänge in der Nähe des Hauses - lass Dich von deinem Kind leiten und es wird dir Blumen zeigen, die am Bürgersteig wachsen und Flugzeuge, die über Eure Köpfe fliegen usw.
  • Verbringe mit deinen Kindern viel Zeit in der Natur, im Park, im Wald oder am Meer.
  • Gemeinsam backen oder gemeinsam das Abendessen zubereiten - junge Kinder können das Gemüse waschen, mit einem Buttermesser schälen und schneiden und dabei helfen, den Tisch zu decken.
  • Wenn du beobachtest, dass sie gerne Schubladen auf- und zumachen, kann das eine wunderbare Aktivität werden - leere eine Schublade aus, die sie benutzen können und lege spannende Sachen hinein um diese zu entdecken.

Die Möglichkeiten sind endlos, wenn Du seinen Interessen folgst und mit ihm in Verbindung bleibst.

Einige Eltern sind enttäuscht, wenn sie sehen, dass das Kind die Vorbereitete Umgebung nicht annimmt oder etwas ganz anderes damit macht, wie erwartet. Was können diese Eltern tun?

Beim Montessori-Ansatz gibt es die Ansicht, "das Kind dort zu treffen, wo es gerade steht". Das bedeutet, das Kind zu sehen welche Interessen es gerade hat und mit und für es Aktivitäten ausdenken, die seinen Interessen folgen. Dann werden Kinder viel wahrscheinlicher in eine Arbeit versinken. Sie sind von Natur aus von Aktivitäten angezogen, die sie auch meistern können.


Also wäre mein Rat, auf alle Aktivitäten zu verzichten, die nicht genutzt oder nur herumgeworfen werden und nur ein paar Aktivitäten anzubieten, die das Kind liebt. Dann sind sie auf diese Aktivitäten wahrscheinlich viel mehr fokussiert und an diesen mehr interessiert.

Das Prinzip "weniger ist mehr" gilt definitiv für Zuhause bei der Umsetzung. Entferne das überladene Mengenangebot, beschaffe einige Pflanzen und Kunstwerke, platziere diese auf Augenhöhe des Kindes und mach nur so viele Dinge für das Kind zugänglich, so viel Du bereit bist, danach auch weg zu räumen. So wird die Umgebung viel schöner, einladender und fesselnder für Dein Kind.

Und wenn alles andere scheitert, geht nach Draußen! Es ist die ultimative Vorbereitete Umgebung mit Möglichkeiten zum Entdecken, Klettern und sich zu bewegen.


Es heißt ja, den Kindern so viel helfen, wie notwendig, und so wenig, wie möglich. Ich denke, manche Eltern tun sich dabei sehr schwer. Was würdest du ihnen raten?

Ja, die Balance ist eine Herausforderung. Wenn Du das Gefühl hast, dich zu schnell in das Tun deines Kindes einzumischen, kannst Du den Tipp von Dr. Montessori nehmen. Sie pflegte einen Rosenkranz zu tragen und die Perlen zu zählen, um sich davon abzuhalten, etwas für ein Kind zu tun, was das Kind für sich selbst tun konnte. Ich sitze manchmal sogar auf meinen Händen. Es fällt uns schwer, nicht sofort zu helfen und sogar nach fast 15 Jahren Montessori-Arbeit fällt es mir manchmal schwer, nicht gleich aufzuheben, was ein Kind fallen ließ, ihm den Wasserhahn gleich aufzudrehen oder ihm beim Schuheanziehen zu helfen. 

Eine weitere Idee ist, ihnen nur bei dem Bisschen zu helfen, womit sie wirklich Schwierigkeiten haben. Sage ihnen, dass Du es bemerkt hast, dass sie sich schwer tun, das Schloss zu öffnen. Du kannst eingreifen, um ihnen zu zeigen, wie sie den Schlüssel im Schloss drehen können und dann einen Schritt zurücktreten, um ihnen zu erlauben, den Rest selbst zu schaffen.


Die Fähigkeiten zu stärken ist auch ein guter Weg um das Gleichgewicht zwischen nicht zu viel und nicht zu wenig zu finden. Als ich das erste Mal von Montessori hörte, dachte ich, Kinder müssten sich sofort alleine anziehen können. Doch allmählich erkannte ich, dass ich sie unterstützen und ihnen helfen muss. Gib ihnen ein wenig Hilfe wenn sie nicht weiter können, zum Beispiel, das T-Shirt über den Kopf zu ziehen und dann ihnen aber Zeit lassen, die Arme selbst hineinzustecken. Du wirst sehen, sie werden allmählich mehr und mehr Schritte übernehmen, bis sie schließlich alles selbst schaffen.

Wem möchtest Du Dein Buch empfehlen?

Mein Buch hat den Titel "The Montessori Toddler" (Das Montessori Kleinkind) und ist ein umfassender Leitfaden um Kleinkinder auf dem Montessori-Weg zu begleiten. Es ist voll mit praktischen Tipps für die Umsetzung des Montessori-Ansatzes zuhause, wie Aktivitäten erstellt werden können, wie Du das Chaos loswerden und Deinem Kind eine passende Umgebung schaffen kannst, wie Du seine Neugier stillen kannst und gleichzeitig es begleiten, wenn es Hilfe braucht.


Es ist ideal für engagierte Eltern, Betreuer und Großeltern. Für diejenigen, für die Montessori noch neu ist, die bereits versucht haben Montessori umzusetzen oder einfach nicht die Möglichkeit haben, ihre Kinder eine Montessori-Einrichtung besuchen zu lassen. Es kann von vorne bis hinten gelesen werden oder nur kapitelweise, um Tipps und Ideen zu finden, die gleich ausprobiert werden können.

Liebe Simone, ich Danke Dir für deine wertvollen Gedanken und Tipps und natürlich auch für die wunderschönen Fotos von deinem Gruppenraum. Ich kann mir vorstellen, dass hier nicht nur Kinder sich wohlfühlen und entfalten können, sondern auch Eltern eine Menge von ihren Kindern aber auch von Dir lernen können.

Ich danke Dir, Anna, dass Du mich eingeladen hast, meine Gedanken mit Deinen Lesern zu teilen. Ich hoffe, sie können Montessori zuhause umsetzen um Ruhe, Frieden und Freude in ihr Zuhause zu bringen.

Anmerkung: Simone findet ihr auch auf Facebook und auf Instagram. Sie gibt tolle Eltern-Workshops online, wie Montessori zuhause umgesetzt werden kann, so dass Eltern überall auf der Welt dies machen können. Ihr wunderbares, frisch erschienenes Buch ist HIER erhältlich!