16.01.2018

Montessori oder Baby-Led Weaning?


Ich weiß noch, damals bei Julia war ich recht unsicher, wann und wie ich ihr zum ersten mal Beikost geben sollte. Ich machte mir zu viele Gedanken darüber, ob sie schon bereit war, oder ob wir noch warten müssten. Was, wenn sie davon nicht satt wird? Im Nachhinein denke ich, dass ich zu sehr mit meinen vorgefassten Meinungen beschäftigt war, anstatt auf meine Tochter zu achten. Dabei ist dieser Prozess des Abstillens ein so großer Schritt im Leben eines Babys. Daher beobachte ich Jakob nun ganz genau und lasse mich von ihm leiten. Ich ließ ihn entscheiden, wann er für die Beikost bereit war und lasse es auch ihm über, wie lange dieser Abstillprozess dauern wird.

"Eltern machen sich oft Sorgen, dass sie mit dem Einführen der Beikost (und somit mit dem Abstillen) zu früh oder zu spät beginnen. Im Idealfall wird das Kind nicht 'abgestillt', sondern ihm wird Unterstützung angeboten, damit es so im richtigen Zeitpunkt sich selbst 'abgewöhnt'. Wir bieten an und dann beobachten wir aufmerksam, um das Interesse und die Fähigkeit des Kindes zu erkennen. So werden das Tempo und der Zeitpunkt des Abstillens vom Kind selbst individuell bestimmt.

Wir versuchen nicht das Baby an einen Erwachsenen- oder gesellschaftlichen Zeitplan anzupassen, oder an irgendwelchen vorgefassten Meinungen darüber, wann ein Kind 'lernen' sollte, sich selbst zu ernähren oder mit dem Stillen aufzuhören. Die Fähigkeit selbstständig essen zu können, wird das Kind zu passender Zeit sich selbst aneignen und sich auch selbst entscheiden, wenn es nicht mehr gestillt werden will." - Susan Mayclin Stephenson (AMI Trainer), How I Weaned Myself 


Er war noch nicht ganz 6 Monate alt, als ich merkte, wie neugierig er uns auf die Lippen starrte während wir kauten. Er konnte noch nicht ohne Hilfe sitzen, darum hielt ich ihn während der Mahlzeiten in meinem Schoß wo er uns beim Essen gut beobachten konnte. Da ich es im Hinterkopf hatte, dass um den 5-6. Monat herum eine Sensible Phase fürs natürliche Abstillen beginnt, und weil Jakob offensichtlich Interesse zeigte, bot ich ihm beim Mittagessen saftige Birnenspalten an. Es war wirklich nur ein Angebot, daher hielt ich die Obstspalte ganz vorsichtig vor seinem Mund und wartete ob er überhaupt reagiert. Er öffnete den Mund um die Birne zu kosten und obwohl ihm der Geschmack noch sehr fremd war, seine Neugier war größer.

Je vertrauter er mit dieser neuen Erfahrung wurde und je geschickter er gleichzeitig mit seinen Händen war, umso mehr Gefallen hatte er daran, die Obstspalten selbst zu halten und sie sich in den Mund zu stecken. Bis ich dann irgendwann merkte, dass das Obststück auch tatsächlich weniger wurde.


Seitdem biete ich ihm, mit nur wenigen Ausnahmen, alles mögliche zum Kosten an. Gegarte Gemüse-Sticks, Gurkenstangen, Birnen-, Mango-, Avocado- und Bananenspalten, aber auch gekochten Fisch, Nudeln und Butterbrot. Mir geht es nicht darum, ihn mit Beikost satt zu kriegen, sondern seinen Hunger nach neuen Sinneserfahrungen zu stillen. Denn auch wenn er nicht alles isst, er kostet und erforscht gerne seinen Tellerinhalt.

Er bekommt aber auch Apfelmus und Joghurt und wenn es gerade auf unserem Menüplan steht, auch Kartoffelpüree - und dazu auch ein Besteck, so wie alle anderen am Tisch auch. Den Löffel halte ich ihm hin und entweder macht er den Mund auf und nähert sich dem Löffel, oder er schnappt danach und steckt ihn sich selbst in den Mund. So wird er nicht wirklich von uns gefüttert, sondern entscheidet selbst, was in seinen Mund kommt und was nicht.

"Das Kind sollte immer spüren, dass es die Kontrolle über seinen Mund hat und dort nichts ohne sein Verständnis eindringen kann. Wir sollten nie auch nur die geringste Form von Gewalt dabei anwenden, da es sonst passieren kann, dass das Kind negative Assoziationen mit der Nahrungsaufnahme verbindet, die doch eigentlich stets etwas Schönes in unserem Leben sein sollte." - Dr. Silvana Quattrocchi Montanaro, Das Kind verstehen


Ich liebe dieses gemeinsame Essen am Familientisch. Hier teilen wir nicht nur das Essen miteinander, sondern auch unsere Gedanken und Gefühle. Als Jakob alleine sitzen konnte, bekam er daher gleich einen Hochstuhl, der direkt an den Tisch heran geschoben werden kann und wo er später selbst raufklettern wird können. Allerdings ist es mir auch wichtig, Jakob beim Essen viel Selbstständigkeit zu ermöglichen. Und für mich bedeutet das nicht nur, sich das Essen selbst in den Mund zu stecken.


Für mich bedeutet es auch, dass er diese neue Erfahrung auf seiner Höhe erleben kann. Dass er während des Essens den Boden unter seinen Füßen spürt und nicht nur selbst entscheiden kann, wann er genug hat, sondern sich dann auch selbst vom Tisch wegschieben und vom Sessel runterklettern kann. Daher hat er gleich neben der Küche einen kleinen Essbereich passend für seine Größe und wirklich nur für sich. Sein Essplatz besteht eigentlich aus zwei Würfelhocker die ich im Manine Montessori-Shop entdeckt habe. Wenn ich ihm tagsüber ein Glas Wasser oder am Nachmittag ein wenig Obst anbiete, sitzt er hier auf seinem kleinen Sessel bei seinem kleinen Tisch und genießt diese Freiheit.


"Eine gute Bindung ist die beste Voraussetzung für eine gute Trennung"- Dr. Silvana Quattrocchi Montanaro

Er isst seit 2 Monaten feste Nahrung und ich kann wirklich behaupten, dass er es genießt, dennoch stille ich ihn nach wie vor nach Bedarf. Einerseits, weil ich Beikost wirklich als Bei-Kost verstehe aber auch, weil Stillen so viel mehr ist, als seinen Magen zu füllen. Es stillt auch sein Bedürfnis nach Nähe, nach Geborgenheit und Liebe.

Erst als Julia bereits 9 Monate alt war, las ich zum ersten mal über Baby-Led Weaning und Montessori und ich war mir nicht ganz sicher, was der Unterschied zwischen den beiden ist und wie ich Julia beim Abstillen begleiten möchte. Doch je mehr ich Montessori verstehe, umso mehr denke ich, dass BLW und Montessori mehr gemeinsam haben, als ich früher dachte. Daher mache ich mir keine Gedanken mehr darüber, ob es Montessori ist oder BLW, wie ich Jakob beim Abstillprozess begleite. Für mich gibt es kein "entweder oder", sondern nur einen achtsamen, respektvollen und selbstbestimmten Weg.

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Kommentare:

  1. Liebe Anna, uns hat der Kinderarzt von BLW abgeraten, er meinte er hätte nichts dagegen dem Baby Stückiges und Dinge vom Familientisch anzubieten, er riet aber unbedingt zu stillen und den Breifahrplan, der in Deutschland kulturell üblich sei anzuwenden. In Österreich gibt es bestimmt auch Empfehlungen und kulturelle Normen? Der Grund sei, dass zu wenig Micronährstoffe beim Kind ankommen, wenn man seine Ernährung NUR von seinen motorischen Fähigkeiten abhängig macht, ausserdem ein Kind Süßes (Früchte) bevorzuge und damit kein gesundes Essverhalten erlernt, zuviel Fruchtzucker auch schadet. Dem Baby AUCH regemässig dh. täglich Brei anzubieten ist also unsere Verantwortung, denn der Magen muss sich langsam entwickeln/dehnen können. Bei Emmi Pikler wird Brei aus einem Glas mit gewölbtem Rand auf dem Schoss gefüttert...BIS es dann selbst im Bänkchen sitzen kann bzw mit seinen Freunden-denn sitzen ist eine Belastung für den kleinen Körper. Du kannst dich ja mal anthropologisch/kulturwissenschaftlich mit dem Sitzen befassen. Die Möbel sind toll, das Buch evtl. auch, aber wir Erwachsenen leiten, nicht die Babys! Die wählen zwischen maximal zwei Dingen. Mangelernährung bei Übergewicht (hidden hunger) ist eine Folge, wenn wir zu wenig verschiedenes Essen regelmässig anbieten. Brokoli sieht schön aus, aber die krümelige harte Konsistens und der bittere Geschmack geht in einem Püree besser in den Kindermund...und Muttermilch liefert viele Micronährstoffe, wenn die Mutter sich vielseitig ernährt. Auch abgepumpt in Püree.

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    1. Liebe anonym, "die Erwachsenen leiten, nicht die Babys".. Ich würde sagen du bist ganz falsch hier und mit dieser Ansicht hast du nichts auf einer montessori Seite zu suchen. Hier wird nach dem leitsatz "hilf mir es selbst zu tun" gelebt. Ja da sieht man wieder das Kinderärzte auch nur Schulmediziner sind, die brav ihre Hausaufgaben gemacht haben. Sie stillt ja noch, bietet ja nur zusätzlich an, somit ist keine Gefahr da, dass das Kind zu wenig Nährstoffe bekommt. Mein kleiner wurde auch nach demselben Prinzip ernährt und mit seinen 15monaten hat er keinerlei Mängel aufzuweisen. Julia, find deine Einstellung und Sichtweise einfach nur toll, genauso den Blog. Bitte weitermachen so und nicht anders. LG

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    2. Wenn ein Baby von jetzt auf gleich nur noch die feste Nahrung zu sich nehmen würde, die es bereits essen kann, würde ich dir zustimmen, liebe Anonym. Beim Baby Led Weaning wird aber natürlich noch gestillt, was die Hauptnahrungsquelle ist. Die feste Nahrung entwickelt sich nebenher.. Am Anfang wird nur gesaugt, dann geknabbert, irgendwann richtig gegessen. Durch das Stillen fehlt es dem Kind an nichts, denn es muss sich ja nicht plötzlich und ausschließlich an fester Nahrung satt essen!

      Wenn man dann zufällig an einen Kinderarzt gerät, der einfach persönlich lieber Brei füttern würde als sich mit BLW zu befassen, kann es zu solchen Aussagen kommen. Das sind eben auch nur Menschen :)

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    3. Diese Aussage muss man differenzieren. Bei gestillten Babys kann die Devise sein: Food under one is just for fun. Die Muttermilch passt sich in der Nährstoffdichte dem Bedarf des Kindes und seinem Alter an.
      Das kann Pre-Nahrung nicht. Deshalb sollte man bei Kindern, welche mit der Flasche gefüttert werden, auf die Nährstoffaufnahme achten. Hier hat sich z.B. eine Mischung aus (hochkalorischem) Brei und Fingerfood bewährt.
      Brei und BLW schliessen sich auch nicht aus. Es gibt tatsächlich Kinder, die lieber Brei zu sich nehmen. Solange das Kind die Menge, das Tempo und die Art bestimmen kann und "mithelfen" kann durch einen eigenen Löffel oder die Finger ist das absolut im Sinne von BLW.

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  2. Liebe Anna!
    Wir haben uns bei Beiden Kindern verrückt gemacht und hatten immer Sorge, dass sie zu wenig Essen ich zu lange Stille und und und... Bei deinen tollen Beschreibungen bekommt man richtig Lust es nochmal "richtig" zu machen (auch wenn kein weiteres Kind im Plan ist :-)). Wir haben oft versucht noch ein bisschen ins Kind reinzubekommen - aus meiner jetztigen Sicht völliger Schwachsinn aber die Ärzte machen einem ja immer Angst, vorallem wenn man sehr kleine leichte Kinder hat. Das sind sie trozdem und ich denke dieser Fokus den wir als Erwachsene auf das Essen gelegt haben hat viel geschadet! Zumindest jetzt (sie sind jetzt fast 3 und fast 6 Jahre alt - immer noch viel zu klein und zu leicht aber sehr bewegungsfreudig - Waldkindergarten) versuchen wir es anders und wertschätzender zu gestalten. Du bist ein großes Vorbild für mich und ich lese deinen Blog seit über einem Jahr regelmäßig und probiere viel aus. So einzigartig, einfühlsam und geduldig wie du es schaffst bekomme ich es leider nicht hin, aber ich arbeite dran. Kann die Meinung meiner Vorrednerin nicht verstehen, deine Kinder wachsen so behutsam auf das dir ein Mangel sicher sofort auffallen würde. Egal, mach weiter so und lass mich von deinen Gedanken lernen...
    Kennst du die "Mit Kinderm wachsen" Zeitschrift? Könnte dir auch gefallen. Ich lese sie auch seit einem Jahr und lerne achtsamer mit mir und den Kindern umzugehen (nicht das du das auch nötig hättest aber die Beiträge sind sehr interessant).
    Viele liebe Grüße aus Bayern

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  3. Ich glaube letztendlich ist es egal, wie man es nennt. Wichtig ist, dass sich alle Beteiligten wohlfühlen und man sich nicht verrückt macht. Ich denke, so lange ein Baby nebenher noch gestillt wird, ist alles in Ordnung und bekommt auf jeden Fall all die Nährstoffe, die es braucht.
    Ich habe mir manchmal vorgestellt, wie unsere Urahnen wohl den Brei für ihre Babys püriert haben :D Da gab es sicher auch länger Milch als heute und vermutlich auch kein Problem.
    Liebe Grüße
    Stacia

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  4. Ich unterstelle Anna überhaupt NICHT, dass IHRE Kinder mangelernährt sein könnten, das ist meiner Meinung nach völlig off topic. Anna gibt eine kleine Momentaufnahme, dass sie sich von Jakob leiten lässt, sie möchte wissen was er möchte, in welche Richtung. Das habe ich gelesen und auf dieser Ebene gedeutet. Anna ist mit ihrem Blog ein Vorbild geworden, Person öffentlichen Lebens und besonders für Montessori. Das ist in Blog und eine kleine Momentaufnahme, die aber sehr missverständlich ist und ich wollte verschieden Aspekte der Ernährung zur Disskussion stellen mit meinem Post, weil dieser Blogartikel meiner Meinung nach “Vorurteile“ gegen (!) MONTESSORI untermauert. Deshalb habe ich Argumente angeführt für meine Meinung und finde man kann doch offen sprechen. Ich wollte die Position klar machen, dass es Erwachsene gibt und egal wie selbstbestimmt die Minderjährigen ihr kleines Leben gestalten können, wir, die Erwachsenen, bereiten die Umgebung vor, geben den Rahmen. Das ist Zuwendung, Pflege, Aufmerksamkeit. Wir wissen im Leben wo es lang geht und gestalten das Leben der Kleinen so, dass sie sich frei fühlen. Fühlen und sein ist in Unterschied. Stell Dir bitte den Satz, dass ein Baby die Mutter leitet bildlich vor “ich lass mich von meinem Baby leiten“ - klingt das wirklich niedlich, einfühlsam, achtsam? Das hat Anna im Artikel geschrieben gehabt, das ist völlig ok, dass ein Kind “zeitweilig angibt wo es hin will, Richtung weist“, trotzdem ist dieser Satz problematisch, nicht auf Annas Person bezogen, sondern im Allgemeinen. Kinder, die die Eltern leiten. Meiner Meinung nach sind wir mit unseren Babys im Dialog, gehen auf sie ein, haben aber viel mehr Weltwissen und machen wir uns nichts vor, wir führen das Gespräch, bei aller Offenheit, Achtsamkeit und Sensitivität, weil wir einfach die Erwachsenen sind. Wir kaufen das Material, die BÜCHER MÖBEL usw. Warum dann also bei Montessori nur Stückiges und nicht täglich Stückiges UND täglich Brei? Ich finde aus ideologischen Gründen zur Zeit sehr modische und fast religiöse “Breifrei“ einen Mangel an Pflege und Zuwendung, wenn ich IMMER mein Kind in ein Möbel mit einem Tablett voller stückiger Sachen setzte:iss selbst. Deswegen erwähne ich Pikler. ANDERS ist es wenn man stillt, wenn das eine kleine Arbeit ist, Stückiges zu probieren und kennenzulernen. Aber im Blogartikel ging es sogar um Abstillen. Wenn man in einem Blogartikel sein Empfindungen, Wahrnehmungen teilt, muss man leider damit rechnen, das es Leute gibt, die das diskutieren wollen, ob das gut ist, was man da so schreibt, weil ein Blog ebend keine reine “Privatsache“ ist. Man kann machen was man will, aber Schreiben ist noch was anderes, da muss man die “Einmischung“ fremder Kommentare akzeptieren.
    Interessant finde ich die Aussage, dass ich hier falsch sei. Sogar sehr interessant. Ich mache BLW und Brei im übrigen und Stille, aber das ist off topic. Mir geht es darum, dass Essen kulturelle Aspekte, gesellschaftliche Aspekte und nicht nur gesundheitliche Aspekte hat. Ich verstehe nicht, warum die Karotte verteufelt wird, die kulturell üblich ist und wo nix dagegen ist die dem Kind zu geben oder meinetwegen Urkarotte, Pastinake oder auch Petersilienwurzel etc, die Konsistenz einer gedämpten Karotte ist nicht essbar, das heisst bei BLW fällt die Karotte aus. Noch deutlicherausgedrückt was ich meine:Kind verschluckt sich, Kind würgt, Kind kotzt. Montessori hat nix mit Antikarotte zu tun, BWL ist aber Antikarotte. Ein Aspekt des Breies ist das Schlucken lernen, zu lernen die Nahrung nicht mit der Zunge herauszuschieben, wenn hier Logopäden sind, erklärt doch Kerstin mal bitte, warum der kulturelle Aspekt des Breies dem Sprechenlernen dient. Und warum man in einer bestimmten sensiblen Phase Brei, nicht Kartoffelbrei der pappt oder Reisbrei, Keksbrei wasauchimmer der klebt sondern Gemüsebrei gibt. Es ist ok wenn ich hier falsch bin, aber ich schätze diesen Blog sehr und polarisiere evtl deshalb, weil es mir nicht egal ist, dass BLW mit Montessori gleichgesetzt wird und dass angeblich Babys Erwachsene leiten.

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  5. Thema Kinderarzt: wir haben gestern Abend mit einem befreundeten Kinderarzt gesprochen, der aus einer anderen Stadt kommt. Auch er beobachtet, dass vielmehr Kinder in Stoffwindeln und Wollwalkkombinationen mangelernährt/fehlernährt sind als vor zehn Jahren oder zwanzig Jahren. Die Eltern dieser Kinder sind Akademiker und lieben ihre Kinder, es sind keine Assozialen, die ihren Kindern Quetschbeutel mit Obst, Babyflaschen mit Saft oder Bananen in die Hand drücken: "lass mich in Ruhe und iss selbst", sondern engagierte gut informierte, liebevolle, achtsame Eltern. Ja, aber wo ist der Fehler, was machen die falsch? Der Arzt ist auch alternativ und öko, aber er fragt sich woran das liegt. Weil es vor zehn Jahren noch nicht so war.

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  6. STACIA:enzymatisch vorverdaut, sie haben vorgekaut. Oder mit Geräten zerrieben oder geschabt. Oder gesäuert, gegährt zb Joghurts, Sauermilch, Kefir usw - die Kindersterblichkeit ist aber nicht auszublenden

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  7. Hallo Anna, bitte bitte bitte runde Lebensmittel immer durchschneiden! Tomaten, Trauben, Heidelbeeren etc. Warum? Wie gross ist die Speise_ bzw Luftröhre? Nicht allzu gross, so das bei einem Verschlucken es stecken bleibt und komplett verschliesst!.
    Selbst wenn der Notarzt zum Beatmen einen Schlauch in den Hals führen will, dann geht es nicht, da verschlossen. Also bitte durchschneiden.

    Ein Erste_Hilfe_Kurs am Kind kann ich nur empfehlen.
    Viele Grüsse

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  8. Ich habe mir auch viele Gedanken zu diesem Thema gemacht, mir ist immer noch in Erinnerung wie eine Bekannte im Park ihr Baby im Kinderwagen festgeschnallt hat um ihm ungestört einen Löffel Brei nach dem anderen in den Mund schieben zu können, und wie wenig richtig mir das vorgekommen ist. Wir haben ähnlich begonnen wie ihr, mit gekochten Gemüse sticks und Obststücken neben dem Stillen, irgendwann hatten wir das Gefühl das etwas davon fehlt, irgendwann hatten wir das Gefühl das sich der Windelinhalt verändert, irgendwann hatte der Kleine Besteck in der Hand und hat hat versucht etwas von unseren ungesalzenen Hauptspeisen zu löffeln und jetzt mit 27 Monaten isst der Kleine ganz normal mit uns mit, im Nachhinein betrachtet hat sich das alles irgendwie von selber ergeben, auch wenn ich während des Prozesses meine Zweifel hatte bzw. mich von Zweifeln anderer anstecken ließ. Ich habe in dieser ganzen Zeit ebenfalls nach Bedarf gestillt und tue es noch (der Bedarf nach Stillen scheint immer noch vorhanden, sich den Bauch mit Essen vollzuschlagen scheint kein Hindernisgrund zu sein danach noch ein Schlückchen Milch zu genießen). Ich möchte mir nicht vornehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt abzustillen, ich denke auch das wird sich von alleine ergeben. Der Kleine entwickelt sich übrigens prächtig. LG, Brigitte (ich habe diesen Blog erst vor kurzem entdeckt, finde hier viele Anregungen, vielen Dank)

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  9. Wir halten den Löffel VOR den Mund und das Kind schnappt danach, besonders bei rohem Apfelmus, rohem Birnenmus und roher pürierter Möhre mit Apfelsaft und Olivenöl, wenn er nicht schnappt, dann essen wir es selbst. Wir nehmen Espressolöffel/Moccalöffel zum füttern. Gemüse, dass er schwer essen kann zb Brokkoli pürieren wir mit Süßkartoffel, die er gerne auch als Stick (aus dem Ofen) mag und in das Püree dippt. Wir füttern aus Kaffeegläsern wie Emmi Pikler. Und auf dem Schoß und ich stille auch zwischendurch. Nach dem Füttern sitzt unser Sohn mit am Familientisch und probiert von allen Tellern, er zeigt einfach was er kosten möchte und spuckt Hering, gekochten ganzen Hafer rote Beete usw wieder aus, aber er probiert. So haben wir festgestellt, dass er gern Rotkraut mag und so gibt es Rotkraut extra für ihn öfter.

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  10. Ich geb jetzt auch noch meinen Senf dazu ;)
    Mein Sohn ist jetzt 6, genauso alt wie Annas Julia. Wir haben nicht bewusst BLW gemacht oder so, wir haben vom Kinderarzt die Empfehlung bekommen, ab 6 Monaten Beikost einzuführen. Versucht - klassisch mit Karotte ;) - ging nicht. Er wollte nicht. Also Pause. Bananenbrei - nein, wollte er auch nicht. Pause. Recht schnell kamen wir drauf, dass Brei einfach nicht sein Ding ist. Bis heute mag er weder Püree, Grieskoch oder auch Cremesuppen, die Konsistenz passt einfach nicht. Viel lieber schnappte er sich bald kleine gekochte Kürbiswürfel, Erdäpfelwürfel und Bananenstücke (wenn man die Banane zusammendrückt zerfällt sie in drei "Stäbchen"). Und nach und nach wurde es mehr, sehr bald weichgedünsteter Brokkoli und bis heute liebt er den, nur nicht ganz so weich und auch mal roh. Als Brokkolipüree hätten wir nichts "in ihn reingekriegt". Gestillt haben wir übrigens nach Bedarf bis 3 Jahre und 3 Monate, dann hat er sich selbst abgestillt.
    Weil die Frage wegen "früher" kam: Früher (nicht zur Zeit unserer Eltern und Großeltern, viel früher) wurden die Kinder auch nach Bedarf gestillt und mitunter viel länger voll gestillt als bei uns heute üblich (zwei Jahre zum Beispiel). Milch ist immer genug im Angebot, wenn das Kind oft genug trinkt (was es ja tut, wenn es Hunger hat). Sieht man ja bei den Kühen auch ;)
    So, genug obergescheiter Senf meinerseits.

    Liebe Grüße an dich, Anna, und an deine lieben. Hoffentlich geht es euch allen gut.
    Sophia und Emil

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